Formel Eins: BMW vor Ausstieg?

9 Kommentare
Von DonDahlmann 29 Jul 2009 um 00:14 in F1

Etwas überraschend kommt heute Abend die Eil-Meldung, dass BMW morgen früh um 10 eine Pressekonferenz zum Thema “Aktuelle Entwicklung im Motorsport” einberufen hat.

Update 29.07.09, 09:49 Uhr:
n-tv angeblich ab 10:00 Uhr mit Livebericht von der BMW PK.

Update 29.07.09, 09:35 Uhr:
Spox.com (Liveticker) bestätigt unter Berufung auf eine gedruckte Presseerklärung vor Ort den Ausstieg von BMW aus der Formel Eins zum Ende der Saison.

Update 29.07.09, 09:09 Uhr:
Offenbar hat man bei BMW den Stecker gezogen, auch weil man in der FOTA nicht durchsetzen konnte, dass KERS verpflichtend wird. BMW hat seit Jahresbeginn massiv für KERS geworben. Die Ausgaben in der F1 würden nur Sinn machen, wenn man damit auch eine Strategie der Nachhaltigkeit in der Flotte bewerben könne. Das sei für 2010 nicht der Fall, ein Einsatz von KERS oder ähnlichen Elementen nach 2011 sei fragwürdig. Die Investition in die F1 würde so nichts bringen. Aus reinen Marketinggründen reiche der Einsatz in der WTCC und in der GT2.

Update 29.07.09, 08:50 Uhr: Joe Saward ist der Meinung, dass BMW das Team vermutlich Peter Sauber zurück geben wird und als Motorenlieferant bleibt. Der Gedanke ist nicht blöd, denn es geht hier auch um jede Menge Geld, das durch das neue Concorde-Agreement frei gesetzt wird. Das ist ein Argument, allerdings bringt der Einsatz als Motorenlieferant nur dann etwas, wenn man mehr als ein Team ausrüstet. Da die Motoren nur 5 Millionen Dollar/Saison kosten dürfen, muss man sich da ein weiteres Team suchen.

—schnipp—

BMW_AusstiegDas kann eigentlich nur drei Dinge bedeuten: Entweder hat man Fernando Alonso unter Vertrag genommen, oder man stellt den Betrieb als F1-Team ein. Oder Mario Theissen muss seinen Hut nehmen.
Da es für ersteres keine Hinweise gibt, und das gesamte Motorsportprogramm mit Theissen steht, bleibt wohl nur Option Zwei. Natürlich ist es schon so, dass das gesamte BMW-Motorsportprogramm in diesem Jahr etwas zäh läuft. In der WTCC hechelt man den Seat hinter her, was aber nur bedingt an BMW liegt, da die FIA mit unverständlichen Entscheidungen bzgl. des Ladedrucks der Seat daher kommt. In der F1 läuft es unterirdisch, aber nach drei Jahren des Erfolges kann das mal passieren, zumal Toyota, Ferrari und McLaren bisher auch nicht gerade gut aussahen. Dazu kommt, dass die finanzielle Situation von BMW auch nicht gerade rosig ist und man für 2010 mit einem sehr harten Jahr rechnet.

Bleibt halt nur der Ausstieg. Der nicht ein kompletter Ausstieg bedeuten muss, nur dass sich BMW als Teameigner zurückzieht, als Motorenlieferant aber bleibt. Genauso gut könnte man sich vorstellen, dass BMW den Laden heimlich verkauft hat, oder mit Peter Sauber (der immer noch Anteile hält) eine Regelung getroffen hat, wie Honda mit Brawn um den Betrieb bis Ende 2010 zu garantieren.

Tatsächlich könnte BMW jetzt noch aus der 2010er Saison aussteigen. Das neue Concorde Agreement, das längst fertig sein sollte, ist offenbar noch nicht von BMW unterschrieben worden, was bedeutet, dass man auch keine Strafzahlungen fürchten muss, sollte man aussteigen. Auch die schleppenden langsamen Updates in diesem Jahr haben schon etliche Beobachter gewundert. Dazu der Verzicht auf KERS, eine Technologie, auf die vor allem BMW sehr viel Wert gelegt hat.

Die Gerüchte tauchten heute Abend auf (einer gab mir einen Tipp per Mail), erst bei Twitter, jetzt hat autosport.com die Sache aufgenommen. Dort scheint man ebenso verwundert wie der Rest der Welt zu sein. Ehrlich gesagt bin ich das auch. BMW profitiert genauso wie Mercedes vom Motorsport und das Engagement hat ja schon gute Erfolge erzielt.

Sobald ich morgen mehr weiß, gibt es die Meldung per Twitter und die Hintergründe hier im Blog.

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8 Comments

  1. Speedy

    BMW profitiert vom Motorsport, das mag stimmen. Aber nicht von der F1…das ist von der typischen BMW-Kundschaft einfach zu weit weg.

    Bei BMW ist die Situation die selbe wie bei Porsche und Audi, man profitiert vor allem von Rennsport mit serienbasierten Autos die die Sportlichkeit der Serienmodelle unterstreicht. Das ist in der F1 nicht der Fall, die taugt eher als Werbeplatform für Massenhersteller die sich ein sportliches Image verpassen wollen (Mercedes, Renault, Toyota).

    BMW ist gut beraten sich auf den Tourenwagensport sowie Sportwagen zu konzentrieren. Ein weiterer Sieg in Le Mans oder auf der Nordschleife wäre werbetechnisch wertvoller als 1-2 Siege pro Jahr in der F1. Und zu mehr würde es wohl eh nie reichen….

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  2. Cyber-Hunter

    Wenn man autobild.de glaubt ist BMW raus aus der F1.

    Mfg Cyber

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  3. Reicht sehr nach einem Ausstieg. Wenn man aus der WTCC raus wollte, würde man nicht den Vorstand ankarren.

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  4. Prometheus

    Ich hatte schon vor Saisonbeginn in der MSa gelesen (ich glaub es war ein Artikel vom Herrn Ockenga, aber das sind ja eh die meisten in der MSa^^), dass es gut möglich sei, dass BMW nach der Saison 2009 aus der F1 aussteigen könnte. Fahrplan war, dieses Jahr Weltmeister zu werden, nachdem man sich – wie Speedy ja schon gesagt hatte – bosher jedes Jahr steigern konnte. Hätte man den Titel eingefahren, wäre ein “Ausstieg auf dem Höhepunkt” denkbar gewesen; sollte die Mission nicht erfolgreich sein, wäre ein Ausstieg “mangels Erfolg” ebenso möglich, so lautete der Artikel, wenn ich mich recht erinnere. Ich fand das damals plausibel und es könnte sich wohl bewahrheiten, vor allem da die zweitgenannte Variante in ihrer extremsten möglichen Ausprägung eingetroffen ist. Mal schauen, was das morgen gibt…

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  5. Reisende soll man nicht aufhalten!

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  6. Ich

    Wäre sehr schade, aber Motorenlieferant für Sauber wäre immerhin noch wenigstens etwas. Glaube auch nicht, dass man unbedingt mehr als ein Team braucht. Ums Geldverdienen geht es dabei ja nicht unbedingt, und dank des (meiner Meinung nach dummen) Einfrierens der Motoren und des offenbar F1-weiten Verzichts auf KERS sind auch keine astronomischen Entwicklungkosten zu erwarten.

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  7. sparky

    so ist das mit den Herstellern,wenn denen igendwas nicht passt,oder ihre jeweiligen
    Vorstände sind mit der Situation irgendwie nicht zufrieden,dann beschließt man halt” Schluß ” zu machen.
    Für sie ist die F1 eigentlich nur ein Forum,um sich darzustellen.
    Ich wäre für ein vollständiges ausscheiden der Hersteller (ausgenommen Motoren) und Firmen,die mit “Herzblut ” Motorsport betreiben zum Zug kommen zu lassen.
    Ich habe in den knapp 40 Jahren als Motorsport fan den Eindruck,daß es eher schädlich,als nützlich ist,wenn Hersteller in einer Serie beteiligt sind.

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  8. Hallo F1-Freunde. Erfolglosigkeit war schon häufig ein Grund für den Ausstieg. Man sollte nun aber reflektieren, woran es lag, um sich nicht blindlings in ein neues Abenteuer (“DTM??) zu stürzen. Trotzdem sollte die Marke BMW dem Motorsport unbedingt erhalten bleiben. Dort, wo sie sich wohlfühlen.
    Chris.

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