Nach seinem Erfolg in Watkins Glen, sichert sich Chase Elliott auch den Sieg in Dover. Der junge Hendrick-Pilot profitierte dabei von einer chaotischen Schlussphase.
Nachdem die erste Playoff-Runde vergangene Woche in Charlotte zu Ende gegangen war, ging es am Sonntag in Dover mit dem ersten Rennen der „Round of 12“ weiter. Nachdem das Rennen über weite Strecken sehr ruhig verlief, schlug die „Monster Mile“ kur vor Schluss zu. Am Ende gewann Chase Elliott nach 404 Runden, inklusive Rotphase und Overtime, den Auftakt in die zweite Playoff-Phase. Elliott ist damit als erster Pilot für die“Round of 8“ qualifiziert.
Zu Beginn des Rennens führte das Feld jedoch zunächst Kyle Busch an. Da das Qualifying auf Grund der starken Regenfälle abgesagt werden musste, wurde das Feld nach Punkten aufgestellt. Neben Busch startete Kevin Harvick in das Rennen, der
das Rennen lange bestimmen sollte. Es dauerte jedoch 15 Runden, bis Harvick die Führung übernahm. Da es keine Caution im ersten Renndrittel und auch später im zweiten Rennabschnitt keine Rennunterbrechungen gab, kamen die Piloten mehrmals unter Grün zum Service. Während Harvick den ersten Stopp raus zögerte, musste Busch wegen einem drohenden Reifenplatzer früher als geplant stoppen. Dennoch belegte der Gibbs-Pilot am Ende der Stage den dritten Rang hinter Harvick und Joey Logano.
Letzterer übernahm in der Gelbphase zwischen den Rennabschnitten an der Box die Führung, verlor diese beim Restart aber an Harvick. Der Stewart-Haas-Pilot behielt P1 bis zum Ende der zweiten Stage, Harvick musste sich dabei jedoch gegen seinen Teamkollegen Clint Bowyer erwehren, der das Rennsegment als Zweiter beendete. Rang drei ging an Martin Truex Jr.
Stewart Haas Racing mit Berg und Talfahrt in Stage 3
Die beiden Piloten von Stewart Haas Racing lagen auch zu Beginn der letzten Stage in Führung. Nach einigen Runden bekamen sie zudem Gesellschaft von ihren Teamkollegen Kurt Busch und Aric Almirola. Die ersten vier Plätze waren somit fest in der Hand der Mannschaft von Tony Stewart und Gene Haas. Das Glück war aber nur von kurzer Dauer, nachdem Harvick in Runde 320 zum Service gekommen war, musste der Kalifornier wegen eines nicht richtig befestigten Rad noch einmal an die Box kommen. Harvick fiel dadurch aus der Führungsrunden, in Führung lag nun Almirola vor Bowyer. Doch der Meister von 2014 hatte jedoch Glück, nach 338 Runden ohne echte Gelbphase gab es aufgrund von Debris gelbe Flaggen. Harvick durfte sich somit Zurückrunden.
An der Box zockte sich Brad Keselowski mit zwei Reifen in Front, hatte beim Restart aber das Nachsehen gegen Almirola mit vier neuen Pneus. Kurz vor Rennende erwischte es dann auch Bowyer. Zunächst musste der Teamkollege von Harvick wegen eines Reifenschadens an die Box, wenige Runden später krachte Bowyer dann in die Mauer und musste das Rennen beenden. An der Spitze waren Almirola und Kurt Busch übrig. Doch auch die beiden verliehenen Stewart-Haas-Piloten
sollten den unterschiedlichen Strategien zum Opfer fallen, die die Gelbphase nach dem Bowyer Crash mit sich brachte.
Almirola wurde zudem noch in den Unfall verwickelt, der letztlich zur Roten Flagge und der Verlängerung des Rennens führte. Neben Almirola erwischte es zudem Keselowski, Truex und Alex Bowman. Einer der Nutznießer der Geschehnisse war Chase Elliott, der bereits beim Restart nach dem Bowyer Unfall das Tempo gemacht hatte. Der Hendrick-Pilot führte das Feld in die Overtime und sicherte sich den Sieg vor Danny Hamlin und Joey Logano. Bester Stewart-Haas-Pilot war Kurt Busch auf Rang fünf, direkt gefolgt von Harvick.
Kahne beendet Karriere vorzeitig.
Nur wenige Tage nach dem Dover-Rennen kam eine Meldung, die für viele nicht überraschend kam. Nach dem Kasey Kahne in der vergangenen Rennen auf Grund von Hitzeerschöpfung hatte aussetzen müssen verbreitet der Pilot der #95 nun über seine Social-Media-Kanäle die Mitteilung, dass er in dieser Saison nicht mehr zurückkehren und seine Karriere beenden werde.
„Zu sagen, dass ich enttäuscht bin, nachdem ich das Ergebnis erhalten habe, dass ich für den Rest der Saison nach einer Testsession auf dem Charlotte Motor Speedway letzte Woche nicht medizinisch geklärt wurde, ist eine Untertreibung.“, so Kahne in seiner Erklärung. „Es war meine Hoffnung, dass alles gut gehen würde und ich die Saison stark in der #95
für Leavine Family Racing beenden können würde. Leider ist das nicht der Fall.“
Der ehemalige Hendrick-PIlot war erst vor dieser Saison zu Leavine Family Racing gewechselt um dort Michael McDowell zu ersetzten. Körperlich gehe es ihm gut, schriebt Kahne, jedoch sei sein Körper nicht mehr in der Lage längere Zeit in einem Rennwagen durchzuhalten. Darüber hinnaus sei es nicht möglich gewesen ihn hydratisiert genug zu halten um körperliche Schäden zu verhindern.
Zwar tritt Kahne aus der NASCAR zurück, den Motorsport an sich möchte der Chevorlet-Chevrolet-Pilot aber nicht aufgebenden. „NASCAR ist seit 15 Jahren ein tolles Zuhause für mich und ich wünsche der #95 viel Glück bei den letzten Rennen.“, schreibt Kahne. „Ich freue mich darauf, bald wieder in ein Sprintauto zu steigen. Bei viel kürzeren Rennen und offenen Cockpits gibt es kein Problem mit meiner Gesundheit oder Hydrierung bei dieser Art von Rennen. Bis bald und danke, dass ihr über die Jahre bei mir geblieben seid.“
Vorschau Talladega
Am kommenden Kochende geht es für den NASCAR-Tross zum zweiten Lauf der „Round of 16“ auf den Talladega Superspeedway.Spätestens durch Filme wie „Stroker Ace“ oder „Talladega Nights“ ist die Strecke in Alabama eine Ikone im Rennkalender. Das Oval von Talladega ist aber auch für seine „Big Ones“ berüchtigt. Anders als auf anderen Strecken, ist die Frage in Talladega nicht, ob der Big One kommt, sondern wann. Entsprechend ist die Trackposition in Talladega besonders wichtig. Auch weil das Feld nicht selten „threewide“ durch die Kurven donnert, was die Gefahr eines „Big One“ erhöht.
Das Tri-Oval hat darüber hinaus noch weitere Besonderheiten zu bieten. Zum einen ist es mit 2,66 Meilen die längste Strecke des Kalenders. Zum anderen weißt sie in den Kurven ein Banking von 33° auf, auf Start/Ziel sind es immer noch 16,5°. Lediglich die Gegengerade hat ein geringes Banking von 3°. Zudem wird es das letzte Rennen in Talladega mit Restrictor-Plates sein, da diese ab 2019 nur noch beim Daytona 500 zum Einsatz kommen.
Im letzten Jahr fand das Rennen ohne Titelsponsor statt, in diesem Jahr findet die Veranstaltung unter dem Namen 1000Bulbs.com 500 at Talladega statt. Gefahren werden 500,08 Meilen, die sich auf 188 Runden aufteilen. Die ersten beiden Stages umfassen dabei 55 Runden und das letzte Rennsegment 78 Runden.
In den letzten vier Herbstrennen gewann immer ein Penske auf dem Tri-Oval in Alabama. Im vergangenen Jahr war dies Brad Keselowski. Zuvor gewann Joey Logano zweimal in Folge in Talladega. Der erfolgreichste Pilot in Talladega ist jedoch Dale Earnhardt mit sieben Erfolgen. Logano und Keselowski gehören allerdings zu den erfolgreichsten noch aktiven Piloten in Alabama. Neben den beiden Penske-Piloten gelang es nur Jamie McMurray und Clint Bowyer, zweimal auf dem Tri-Ari-Oval zu gewinnen.
Trotz der Siegesserie ist Penske nur das dritt erfolgreichste Team beim Herbstrennen in Talladega. Mit acht Erfolgen steht de Mannschaft von Richard Childress noch besser dar, jedoch gelang der letzet Sieg 2011. Auf fünf Triumphe kommt Hendrick Motorsports, der letzte Erfolg des gebeutelten Topteams in Talladega datiert sich jedoch auf das Jahr 2007.
Bei den Herstellern hat Chevrolet mit 21 Siegen die Nase vorne, Ford gewann 14 Rennen. Toyota holte sich lediglich 2008 den Sieg. Dennoch sollte man weder Kyle Busch, noch Martin Truex Jr. abschrieben.Die beide sind beim Herbstrennen in Talladega eben so noch ohne Sieg wie auch Kevin Harvick. Aufgrund ihrer Erfolge in der Regular Season, sind aber vor allem Harvick und Busch ebenso wenig zum Siegen verdammt, wie der bereits qualifizierte Chase Elliott.
Bilder: NASCAR
