Eine Woche nach dem Spektakel von Martinsville steht wieder Intermediate-Oval-Kost auf dem Speiseplan. Dafür reisen die Teams in das zentraltexanische Fort Worth nahe Dallas zum Texas Motor Speedway.
Nach drei durchaus unterhaltsamen Rennen steht der NASCAR am kommenden Rennwochenende ein Problemkind ins Haus: Der Texas Motor Speedway. Die Strecke gehört zur Gattung der Intermediate-Ovale und somit zu dem Bereich, der der NASCAR über die Wintermonate einiges an Kopfzerbrechen bereitet hatte. Es wurden einige Regeländerungen verabschiedet, die den eher langweiligen Rennveranstaltungen auf dieser Art von Speedways entgegen wirken sollten. Doch beim ersten Auftritt der neuen Saison, auf dem 1,5 Meiler in Las Vegas, erfüllten sich die Hoffnungen nicht und wir wurden erneut von einem langatmigen Rennen enttäuscht, das nur durch einen Spritkrimi zum Ende hin nochmal spannend wurde. Ob sich dieses Mal daran etwas ändert? Wahrscheinlich nicht. Das Problem mit den langweiligen Rennen besteht nicht erst seit gestern und die NASCAR versucht schon seit gefühlten Ewigkeiten, das Problem zu lösen, scheint aber bis jetzt noch nicht die Lösung gefunden zu haben. Damit einher geht auch die eventuelle Reduktion der Motorleistung ab der kommenden Saison. Wir dürfen also weiterhin gespannt sein, mit welchen Ideen uns Brian France und seine treuen Gefährten in nächster Zeit noch überraschen werden. Dass sie kreativ sind, haben sie zumindest schon mehrfach unter Beweis gestellt. (gelbe Nummern für Fahrer im Chase, Chase inkl. Playoff-Variante, neues Qualifying-Format,..)
Doch auch wenn es im normalen Rennmodus wieder etwas träger zugehen sollte, so ist anderweitig für Spannung gesorgt. Nachdem sich die ehemaligen Penske-Teamkollegen Brad Keselowksi und Kurt Busch in der Box von Martinsville etwas näher kennenlernten, haben wir den ersten Zoff der aktuellen Saison. Da das Revanchefoul von Keselowski auf dem Short Track gründlich gescheitert ist, stellt sich nun die Frage, ob Keselowski die Woche genutzt hat, um seine Rachepläne an der #41 zu verfeinern oder ob Big Boss Roger Penske seinem bösen Brot (Bad Brad, grammatikalisch nicht ganz korrekt) eine kleine Standpauke gehalten hat.
Genug der Theorien, auf zu den Fakten! Werfen wir doch mal ein genaueren Blick auf den Texas Motor Speedway in Fort Worth. Das 1,5 Meilen lange Oval gleicht denen von Charlotte und Atlanta, weist es doch ebenfalls ein Banking von 24° in den Kurven auf. Die Strecke wurde 1996 eröffnet und beheimatet seit dem Folgejahr auch die Köngsklasse des Ovalsports. Ab dem jetzigen Jahr wird den sinkenden Zuschauerzahlen Tribut gezollt und es werden keine Karten mehr für die Gegengerade verkauft, was eine Reduzierung der Kapazität auf 112.552 Plätze darstellt. Zudem versucht man die Fans mit einem neuen und gigantischen Videobildschirm von der eigenen kleinen heimischen Glotze zu ziehen. Mit einer Breite von 66 Metern und einer Höhe von 28,8 Metern ist dieser Bildschirm zudem der größte seiner Art, auf der ganzen Welt.
Kommen wir zu den Piloten, die als Favoriten in das Duck Commander 500 gehen. Zu diesen gehören in aller Regel die Fahrer von Roush-Fenway Racing, die hier schon insgesamt zehn Siege einfahren konnten und damit doppelt soviel wie Hendrick Motorsports. Trotzdem darf man die Mannschaft rund um Rick Hendrick nicht abschreiben und besonders Jimmie Johnson konnte die beiden letzten Herbstrennen für sich entscheiden. Im krassen Kontrast dazu steht allerdings das anstehende Frühjahrsrennen, dass die #48 noch nie in der Victory Lane beenden durfte. Generell ist dieses Event fast jedes Jahr mit einem neuen Sieger versehen und nur drei Piloten schafften es bis jetzt zwei Mal, das Duck Commander 500 zu gewinnen: Greg Biffle, Jeff Burton und Matt Kenseth. Ob zu diesen Club der Doppelsieger noch jemand hinzu stößt oder ob es wie schon im letzten Jahr mit Kyle Busch einen First-Time-Winner zu sehen gibt, das zeigt sich am Sonntag ab 21:16 Uhr.
Kommen wir nun zum obligatorischen Blick auf die Meldeliste. Dort finden sich unter anderem die Wood Brothers wieder mit ihrer legendären #21 und Trevor Bayne hinterm Kurbelgerät. Auch unser Spezialist für Kaltverformungen von Bristol – Timmy Hill – darf wieder in der #33 ein Rennen bestreiten. David Reutimann hat mit der #35 erneut ein anderes Cockpit gefunden und in der #66 schleicht wieder Altmeister Joe Nemechek um die Strecke. Dave Blaney in der #77 wird unterdessen versuchen, sich das erste Mal in dieser Saison für ein Rennen zu qualifizieren. Zusätzlich freue ich mich persönlich auch auf das Erscheinen der #44 von Xxxtreme Motorsports und J.J. Yeley am Steuer, die mit einem wunderschönen Paint Scheme an den Start gehen werden. Insgesamt haben sich damit 47 Teams für das Rennwochende eingeschrieben, womit sich auch das Einschalten zum Qualifying wieder lohnen sollte.
Bleibt uns noch ein kurzer Schweif auf die TV-Situation zum Rennen. MotorvisionTV wird im Gegensatz zu Martinsville nicht live dabei sein und das Duck Commander 500 am folgenden Montag ab 22:15 Uhr als Highlight-Zusammenfassung übertragen. Somit bleibt dem geneigten NASCAR-Fan nichts anderes übrig, als am Sonntagabend den Weg zu FOX zu finden und das Rennen in den Unterbrechungen der Werbung mitzuverfolgen. Zu beachten ist, dass man im Gegensatz zur letzten Saison nicht mehr nachts sondern bei Tageslicht fährt. Dem könnte allerdings wieder das Wetter ein Strich durch Rechnung machen, da die Regenwahrscheinlichkeit für den Sonntag aktuell bei rund 70% liegt.
Zu guter Letzt wie gewohnt nun noch die aktuellen Tabellen der Fahrer- und Ownerwertung. Die TV-Zeiten für das kommende Rennwochenende entnehmt ihr bitte der folgenden Auflistung.
Freitag, 04.04.2014
22:00 Uhr, Nationwide Qualifying, Fox Sports 1
Samstag, 05.04.2014
00:00 Uhr, Sprint Cup Practice, Fox Sports 1
02:30 Uhr, Nationwide Rennen, ESPN2
16:30 Uhr, Sprint Cup Final Practice, Fox Sports 1
21:00 Uhr, Sprint Cup Qualifying, Fox Sports 2
Sonntag, 06.03.2014
20:30 Uhr, Sprint Cup Rennen, FOX (Green Flag: 21:16 Uhr)
