Texas Motor Speedway (1,5 Meilen, Intermediate, Quadoval) in Fort Worth, Texas

Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval in derselben Form wie Atlanta oder Charlotte und wird deshalb auch als deren Schwesterstrecke bezeichnet. Alle drei Ovale haben ein Banking von 24° und die charakteristische, doppelt geknickte Start/Ziel-Gerade, jedoch ist Texas ca. 35 Jahre jünger als seine Schwestern. Weitere Besonderheiten des Speedways sind zum einen das besonders hohe Preisgeld: Da der Topf gut gefüllt ist, bekommen natürlich auch die Start-&-Park-Entries ein größeres Stück vom Kuchen als sonst, was eine Teilnahme sehr attraktiv macht. Die Rennen in Texas bieten dem Sieger eine halbe Million Dollar und das ist das drittgrößte Preisgeld nach dem Daytona 500 (1,5 Mio $) und dem All-Star-Rennen (1 Mio. $), noch vor Klassikern wie Indy oder dem Coca-Cola 600, die nur knapp weniger als die halbe Million Dollar zu bieten haben. Zum anderen ist die Zuschauerkapazität mit 191.122 Plätzen nach dem Indianapolis Motor Speedway (mind. 257.325) die zweitgrößte in der NASCAR, noch vor den beiden Superspeedways (Talladega: 175.000, Daytona: 167.785) und dem Lowe’s Motor Speedway (167.000).

Seit 1997 gastiert der Cup auf dem Texas Motor Speedway und seit 2005 gibt es auch ein zweites Saisonrennen. Damals bekamen Texas und Phoenix jeweils einen Termin von Rockingham und Darlington zugesprochen, eine der kontroversesten Kalenderanpassungen der NASCAR-Geschichte. Rockingham war dann gar nicht mehr im Renngeschehen vertreten und die „Lady in Black“ verlor ihr traditionelles Labor-Day-Rennen, das Southern 500. Zwar hat seit dem letzten Jahr das einzig verbliebene Darlington-Rennen wieder die legendäre Bezeichnung, findet nun aber am Muttertag statt. Der Texas Motor Speedway ist seit 2005 also auch im Chase vertreten.

Für die IndyCars ist der Texas Motor Speedway gleichbedeutend mit den Superspeedways der NASCAR. Flat-out geht es für die Open-Wheel-Fahrzeuge durch die vier Turns, sodass oft atemberaubende Windschattenduelle zu sehen sind. 2011 spalteten die IndyCar-Offiziellen das Rennen in Texas testweise in zwei Teil-Events auf, bei denen jeweils die Hälfte der normalen Punkte vergeben wurden. Dieses Konzept hat sich nach Beschwerden der Fahrer über die umgedrehte Startreihenfolge im zweiten Rennen jedoch nicht durchgesetzt.

Berühmtheit in der Formel-Szene erlangte das Oval 2001, als das „Firestone Firehawk 600“ der damaligen CART-Serie wegen zu hoher Geschwindigkeiten abgesagt werden musste: Paul Tracy erreichte im Freien Training am Samstag eine Rekord-Geschwindigkeit von 236.678 mph (380.896 km/h) auf dem Texas Motor Speedway, bei G-Kräften mit Faktor 5 für ca. 3/4 der Runde. Nach Training und Qualifying berichteten 21 der 25 teilnehmenden Fahrer von Schwindelgefühlen, wenn sie mehr als 10 Runden gefahren waren. Patrick Carpentier konnte beispielsweise für zehn Minuten nach dem Aussteigen nicht mehr richtig geradeaus laufen. Bei den IndyCars kann so ein G-Overload allerdings nicht mehr passieren, da CART seinerseit Turbomotoren einsetzte, mit denen wesentlich höhere Geschwindigkeiten möglich waren als mit den heutigen Saugaggregaten. Bei Wikipedia gibt es zu diesem, im Anschluss abgesagten, Rennen noch einen kompletten, sehr interessanten Artikel.

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