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BTCC: Croft 2026 – Sutton auch auf den langsamen Reifen unschlagbar

von Sebastian Focks
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Josh Cook, Ash Sutton und Mikey Doble teilten die Siege bei einem turbulenten und von wechselhaften Bedingungen geprägten BTCC-Wochenende in Croft unter sich auf. Während Sutton mit einer beeindruckenden Vorstellung auf den härteren Reifen seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter ausbaute, erlebte Tom Ingram nach einem starken ersten Lauf mit zwei Ausfällen einen weiteren bitteren Rückschlag.

Die BTCC trat am vergangenen Wochenende zu ihrer drittletzten Saisonstation auf dem Kurs von Croft an. Die Erfolgsserie der zuletzt in Knockhill und Donington dominierenden Mercedes von CPRL/Ex-Plato Racing – und insbesondere von Adam Morgan, der drei der letzten sechs Rennen gewinnen konnte – fand auf dem Kurs in Yorkshire zunächst ein vorzeitiges Ende.

Dan Rowbottom drehte im freien Training zwar zunächst die beste Rundenzeit, in der Qualifikation mussten sich Rowbottom und Morgan dann aber mit den Startplätzen zehn und zwölf begnügen. Das Kurslayout und der wellige Fahrbahnbelag von Croft kamen den A35 Saloon offenbar nicht sonderlich gut entgegen.

Stattdessen war es Toyota-Pilot Josh Cook, der im Qualifying mit der schnellsten Rundenzeit vor Ford-Pilot Dan Cammish und Audi-Pilot Mikey Doble aufhorchen ließ. Die beiden Erstplatzierten in der Meisterschaft, Ash Sutton und Tom Ingram, reihten sich dahinter in der Reihenfolge Ingram vor Sutton ein.

Race to Pole: Cook gibt den Ton an

Beim Start zum Race to Pole im Anschluss an die Qualifikation behauptete Cook dann seine Führung, während Sutton sich dahinter zunächst Ingram und anschließend auch Doble schnappte. Für den Audi-Piloten kam es kurz darauf noch ärger, als sein Auto kurzzeitig ohne Vortrieb stehen blieb und er ans Ende des Feldes zurückfiel.

Ebenso schlecht lief es für Laser-Tools-Pilot Gordon Shedden, der mit Startplatz sechs die gute Form der Toyotas unterstrichen hatte, direkt nach dem Start aber von BMW-Pilot Daryl DeLeon in einen Dreher geschickt wurde.

Cammish, mit Teamkollege Sutton direkt im Rückspiegel, probierte dann in den ersten Runden, Druck auf den führenden Cook aufzubauen, musste irgendwann jedoch abreißen lassen. Dahinter geriet Sutton im letzten Renndrittel ein wenig unter Druck des zwischenzeitlich etwas zurückgefallenen Tom Ingram. Kurz vor Rennende übertrieb es der Hyundai-Pilot dann jedoch ein wenig und geriet ausgangs Sunny In neben die Strecke, was es Daryl DeLeon erlaubte, vorbeizugehen.

In der letzten Runde probierte Ingram dann noch verzweifelt, seinen Fehler wiedergutzumachen, und attackierte DeLeon wild – einschließlich einer leichten Kollision in Tower Bend, kam aber nicht mehr am BMW vorbei.

Es siegte im Race to Pole also verdient Josh Cook vor dem Ford-Duo Dan Cammish und Ash Sutton. Angesichts Suttons mehr als komfortablem Vorsprung in der Meisterschaft hatten sich die beiden NAPA-Piloten dazu entschieden, gemeinsam möglichst viele Punkte für Cammish in dessen Kampf um die Vizemeisterschaft gegen Tom Ingram herauszufahren.

Auf Platz vier landete BMW-Pilot Daryl DeLeon, gefolgt vom zerknirschten Ingram, Audi-Pilot Aiden Moffat, Ingrams Teamkollegen Ricky Collard und Mercedes-Pilot Dan Rowbottom. Die beiden privat eingesetzten Hyundai i30 des Restart Racing Teams mit Chris Smiley und Dan Lloyd komplettierten die Top Ten.

Lauf 1: Cook dominiert – und erbt am Ende den Sieg

Am Sonntag begrüßte dann Regen das BTCC-Fahrerfeld. Zum ersten Lauf hatte es zwar aufgehört, aber immer wieder kamen leichte Schauer herunter und die Strecke präsentierte sich von feucht bis stellenweise klatschnass.

Regenreifen waren an sich die logische Wahl. Einige der vornehmlich weiter hinten Platzierten, wie etwa Adam Morgan auf Startplatz zwölf, Tom Chilton auf Startplatz 13 und Árón Taylor-Smith auf Startplatz 15, zogen jedoch die harten Options-Slicks auf – mehrheitlich mit dem Plan, nach der Einführungsrunde wieder reinzukommen und anschließend auf Regenreifen zu wechseln.

Der Vorteil der Aktion: Der obligatorisch in einem der drei Läufe zu fahrende harte Optionsreifen galt damit als gefahren und für die beiden restlichen Rennen stand die als Standardreifen eingesetzte Soft-Mischung zur Verfügung, die in Croft rund eine Sekunde pro Runde schneller war.

Mit Dan Rowbottom und Chris Smiley wählten aber auch zwei Fahrer innerhalb der Top Ten diese Strategie. Smiley ging dann sogar tatsächlich auf Slicks ins Rennen, musste die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens aber schnell einsehen. Als der Regen wieder leicht einsetzte, fiel der Hyundai-Pilot bereits in den ersten beiden Runden hoffnungslos zurück.

An der Spitze konnte Josh Cook seine Führungsposition beim Start gegen Dan Cammish behaupten, während sich dahinter DeLeon zunächst Sutton schnappte. Der konnte jedoch sogleich kontern, ehe DeLeon obendrein neben die Strecke geriet und mehrere Positionen verlor.

In der zweiten Runde begann dann Tom Ingram, Sutton zu attackieren, der seinen auf Platz zwei liegenden Teamkollegen Cammish nach hinten abschirmte. Mit etwas Abstand dahinter folgte Ingrams Teamkollege Ricky Collard, der sich zuvor an Audi-Pilot Aiden Moffat vorbeigearbeitet hatte.

Für Moffat sollte es wenige Umläufe später noch wilder werden. In Clervaux rempelte sich zunächst BMW-Pilot Charles Rainford robust am Audi vorbei und kurz darauf konnte auch Daryl DeLeon Moffat überholen. Beim Versuch, Anschluss an die beiden BMW zu halten und einen Konter vorzubereiten, räumte Moffat bei der Einfahrt in den Complex dann ausgerechnet Teamkollege Dexter Patterson ab, der seinerseits gerade drauf und dran war, Moffat zu attackieren.

An der Spitze kam Cammish derweil nicht wirklich an den souverän führenden Cook heran. Als er endlich halbwegs in Reichweite des Toyota war, hatte er keinen Zusatzboost mehr für eine ernsthafte Attacke zur Verfügung.

Sutton hielt derweil dahinter Ingram in Schach, war dann aber in der zwölften Runde plötzlich irgendwie etwas neben sich: Zunächst setzte er in der Hairpin vor Start und Ziel eine eher halbherzige Attacke auf Teamkollege Cammish, legte anschließend einen Quersteher in Tower Bend hin und geriet in Sunny Out schließlich neben die Strecke.

Tom Ingram sagte freundlich danke, ging an Sutton vorbei und machte sich direkt auf die Jagd nach Cammish. Nur einen Umlauf später konnte er seinen Rivalen um die Vizemeisterschaft ausgangs Hawthornes überholen und schaffte es dann sogar noch in derselben Runde, den bis dahin souverän führenden Cook zu kassieren.

Kaum war Ingram an Sutton vorbeigegangen, war das Rennen somit binnen weniger Minuten komplett auf den Kopf gestellt. Quasi gleichzeitig zu den Geschehnissen auf der Strecke verhängte die Rennleitung allerdings Fünf-Sekunden-Strafen gegen Ingram und Cammish wegen wiederholten Überschreitens der Track Limits.

Ingram kreuzte somit zwar als Erster die Ziellinie, wurde im Endklassement aufgrund der Strafe aber hinter Cook und Sutton zurückgereicht. Dass Sutton in der letzten Runde noch Cammish überholte, dessen Reifen mittlerweile völlig am Ende waren, machte für die ersten drei Positionen schließlich keinen Unterschied mehr.

Josh Cook siegte letzten Endes also doch noch vor Ash Sutton, der in der letzten Kurve der letzten Runde sogar noch eine Attacke auf den Toyota probierte. Tom Ingram belegte dahinter Platz drei, lag damit aber immerhin noch vor Dan Cammish. Dessen Vorsprung auf den dahinter folgenden Ricky Collard reichte wiederum aus, um trotz seiner eigenen Fünf-Sekunden-Strafe Platz vier zu behalten.

Hinter Collard sahen Audi-Pilot Aiden Moffat, BMW-Pilot Charles Rainford und Mercedes-Pilot Dan Rowbottom die Zielflagge. Rowbottom hatte nach der Einführungsrunde gestoppt, um von den harten Slicks auf Regenreifen zu wechseln, und legte mit Platz acht somit noch ein sehr respektables Ergebnis hin.

Dahinter komplettierten Audi-Pilot Mikey Doble und BMW-Youngster Lewis Gilbert die Top Ten. Gilbert holte damit erstmals in seiner BTCC-Karriere Punkte und sicherte sich zugleich den Sieg in der Jack Sears Trophy. Für den erst 19-Jährigen, der in diesem Jahr vom Kart- in den Automobilsport gewechselt ist und nur zwei Wochen zuvor in Donington einen wilden Überschlag hingelegt hatte, auf jeden Fall ein verdienter und erwähnenswerter Erfolg.

Aus Chronistenpflicht ebenfalls noch erwähnenswert: Rainford hatte den Lauf eigentlich vor Moffat abgeschlossen, wurde nach dem Rennen wegen der erwähnten Rempelattacke gegen den Audi-Piloten im Klassement aber hinter diesen versetzt, sodass Moffat Sechster wurde.

Und ursprünglich hatte sogar Daryl DeLeon noch vor Moffat und Rainford die Ziellinie als Sechster überquert. Erst nach Abschluss des Renntages wurde er allerdings mit einer satten 60-Sekunden-Strafe belegt, die ihn schließlich auf den 20. Platz zurückwarf. Grund dafür war, dass beim Zeigen des Drei-Minuten-Signals vor dem Start noch nicht alle Reifen korrekt an seinem Auto montiert waren.

Lauf 2: Sutton liefert auf den harten Reifen das nächste Meisterstück

Zum zweiten Lauf war die Strecke dann zwar stellenweise noch immer feucht, insgesamt aber doch zu trocken für Regenreifen. Reglementsbedingt mussten die ersten drei des ersten Laufs das zweite Rennen nun auf der härteren Reifenmischung bestreiten, während der Rest freie Reifenwahl hatte und sich erwartungsgemäß geschlossen für die weichen Standard-Pneus entschied. Einzige Ausnahme innerhalb der Top Ten war Audi-Pilot Mikey Doble auf Startplatz zehn, der ebenfalls die harten Reifen wählte.

Damit rückte sogleich Dan Cammish, auf Startplatz vier bester Soft-bereifter Fahrer, in die große Favoritenrolle für den zweiten Lauf – zusätzlich untermauert von der Tatsache, dass er bei seinem Yorkshire-Heimspiel unbedingt einen Sieg einfahren wollte und im Kampf gegen Tom Ingram um die Vizemeisterschaft ohnehin jeder Punkt zählte.

Doch Cammish verhaute direkt den Start und fiel mehrere Positionen zurück. An der Spitze schnappte sich Ash Sutton derweil noch in der ersten Runde in Tower Bend die Führung von Josh Cook.

Sutton, der bereits in Donington eine starke Leistung auf den härteren Reifen gegen überwiegend Soft-bereifte Konkurrenz gezeigt hatte, konnte sich in der Folge sukzessive absetzen. Cook hatte dahinter Probleme, das Tempo mitzugehen, schaffte es zunächst aber dennoch, den ebenfalls hart bereiften Ingram und die dahinter lauernde Soft-bereifte Meute in der Reihenfolge Collard, DeLeon, Moffat, Rowbottom, Cammish und Rainford hinter sich zu halten.

In Runde vier wurde es dann jedoch wild: Zunächst gelang es Ingram endlich, sich vor Tower Bend an Cook vorbeizuboosten, während sich dahinter Dan Rowbottom Aiden Moffat schnappte und sich sogleich an DeLeon und Collard klemmte. Die beiden lagen ihrerseits nun direkt hinter dem durch Ingrams Attacke etwas aus dem Tritt gebrachten Cook und setzten den Toyota unter Druck.

Im Complex knallte Cook dann bei der Verteidigung in DeLeon und schickte diesen in einen Dreher. Das wiederum hielt Collard auf und erlaubte es Rowbottom als großem Nutznießer der Situation, an allen Beteiligten vorbeizuziehen und Platz drei zu übernehmen.

Während Sutton zu diesem Zeitpunkt an der Spitze bereits um knapp fünf Sekunden enteilt war, machte Rowbo sich sogleich auf die Verfolgung von Ingram. Nur anderthalb Runden später attackierte er den Hyundai mitsamt einer Berührung in Tower Bend und konnte schließlich dank des besseren Grips auf den Soft-Reifen in Barcroft vorbeiziehen.

Ingram bekam es kurz darauf dann auch mit Teamkollege Collard zu tun, den er schließlich kampflos passieren ließ. Das schickte ihn allerdings direkt in die Fänge von Cammish, der sich nach seinem schlechten Start wieder gefangen und zurückgekämpft hatte.

Cammish hatte zu diesem Zeitpunkt zwar bereits seinen gesamten Zusatzboost bei der vorangegangenen Aufholjagd aufgebraucht, verfügte gegenüber Ingram aber über die besseren Reifen und den naturgemäß etwas höheren Top-Speed gegenüber dem in dieser Saison leistungsmäßig etwas hinterherhinkenden Swindon-Aggregat unter Ingrams Fronthaube.

In der achten Runde probierte Cammish dann allerdings eine etwas zu robuste Attacke in Sunny In. Der Ford-Pilot verbremste sich leicht und räumte Ingram in Richtung Wiese ab. Die war noch immer feucht und machte es dem amtierenden Champion unmöglich, das Auto wieder einzufangen oder ausreichend zu verzögern. Ingram schlug frontal in die Reifenstapel ein und musste das Rennen anschließend aufgeben. Die Szene war geradezu symptomatisch für Ingrams bislang verkorkste Saison

Bis zur Zielflagge schaffte es der auf Platz zwei liegende Rowbottom, der seinerseits Ricky Collard im Rückspiegel hatte, noch bis auf knapp eine Sekunde an Sutton auf den harten Reifen heranzukommen. Nah genug für eine ernsthafte Attacke kam er aber nicht mehr.

Zu allem Überfluss erhielt Rowbo kurz vor Rennende auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen wiederholten Überschreitens der Track Limits. Glück im Unglück: Auch der hinter ihm fahrende Collard erhielt die gleiche Strafe. Und zusätzlich hatten beide genügend Vorsprung auf den viertplatzierten Dan Cammish herausgefahren, sodass sie ihre Plätze auf dem Podium trotz der Strafen behalten konnten.

Sutton siegte also trotz der nachteiligen harten Bereifung und baute damit nicht nur seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter aus, sondern krönte sich mit seinem 55. Erfolg zudem zum erfolgreichsten derzeit aktiven BTCC-Piloten, da er einen Sieg mehr auf dem Konto hat als Gordon Shedden. In der ewigen Bestenliste liegt Sutton damit zugleich auf Platz fünf hinter Jason Plato, Colin Turkington, Matt Neal und Andy Rouse.

Dan Rowbottom, der mit Platz zwei das beste Mercedes-Ergebnis an diesem Wochenende einfuhr, und Ricky Collard, der in Croft voraussichtlich seine letzten BTCC-Rennen in diesem Jahr bestreitet, da die Finanzierung für die letzten beiden Saisonstationen nicht gesichert ist, komplettierten das Podium vor Dan Cammish.

Auf den Plätzen dahinter wurde derweil in den letzten Runden munter weitergekämpft. Aus den diversen Auseinandersetzungen ist insbesondere die Attacke von Dan Lloyd gegen Josh Cook, der probierte, seine harten Reifen irgendwie über die Distanz zu bringen, erwähnenswert. In der Hairpin beschädigte Lloyd dabei Cooks Aufhängung und bescherte dem Toyota-Piloten nach seinem Sieg im ersten Lauf einen unverdienten Ausfall im zweiten.

Zusätzlich hagelte es für einige der Verfolger in den letzten Rennrunden eine ganze Reihe von Fünf-Sekunden-Strafen wegen Track Limits, sodass die Reihenfolge, in der das Feld die Ziellinie überquerte, nicht wirklich der des Endklassements entsprach – und es jetzt auch zu mühselig wäre, das alles auseinanderzudröseln.

Letzten Endes belegte BMW-Pilot Charles Rainford hinter Cammish Platz fünf, gefolgt von Toyota-Pilot Gordon Shedden, der sich nach dem unverschuldeten Dreher im Race to Pole sukzessive nach vorne gearbeitet hatte. Dan Lloyd im privat eingesetzten Hyundai, Tom Chilton, Aiden Moffat und Mikey Doble komplettierten die Top Ten.

Lauf 3: Dobles Reifenpoker geht perfekt auf

Auf die Pole Position für den dritten und letzten Lauf wurde dann der Zehntplatzierte des vorangegangenen Rennens, Mikey Doble, gelost, der somit gemeinsam mit Teamkollege Aiden Moffat eine reine Power-Maxed-Audi-Startreihe eins bildete.

Genial in diesem Kontext: Doble, der nach starker Qualifikation ja technische Probleme im Race to Pole hatte, hatte den vorangegangenen Lauf absichtlich auf den harten Reifen bestritten, um in Erwartung eines vorteilhaften Reverse-Grid-Draws im letzten Rennen die besseren Soft-Reifen zur Verfügung zu haben. Der Poker ging auf, auch wenn mit Tom Chilton auf Startplatz drei und Gordon Shedden auf Startplatz fünf zwei ernsthafte Konkurrenten ebenfalls auf den Softs unterwegs waren. Mit Ausnahme von Dan Rowbottom und Ash Sutton auf den Startplätzen neun und zehn war der Rest der Verfolger bis Startplatz 14 dagegen ausnahmslos gezwungen, die harten Reifen aufzuziehen.

Während die beiden Audi beim Start souverän die Führung behielten, löste sich die Gefahr durch Rowbottom und Sutton auf den Soft-Reifen noch direkt in der ersten Kurve in Luft auf: Ricky Collard, bei seinem vorerst letzten BTCC-Auftritt um ein weiteres starkes Resultat bemüht, duellierte sich bei der Anfahrt zur ersten Kurve mit Cammish auf der Innenseite. Cammish hatte dort etwas zu wenig Platz, verbremste sich zudem leicht, wurde am Randstein ausgehebelt und traf Collard. Der wiederum verabschiedete sich in einen Dreher und räumte dabei Rowbottom und Sutton gleichzeitig ab.

Rowbottom konnte zwar weiterfahren, für Collard und Sutton war das Rennen jedoch beendet und Cammish musste mit einem platten Reifen und Beschädigungen die Box ansteuern, was ihm letzten Endes eine Runde Rückstand einbrachte.

Beim Versuch, der Karambolage auszuweichen, entstand zudem eine Kettenreaktion im Feld. Sam Osborne rauschte in das Heck von Toyota-Pilot Árón Taylor-Smith, der daraufhin Osbornes Teamkollegen Lewis Selby abräumte. Auch für Taylor-Smith war das Rennen beendet, während Selby und Osborne mit beschädigten Autos weiterfahren konnten. Logischerweise folgte erst einmal eine längere Safety-Car-Phase.

Beim Restart schirmte Moffat, im Gegensatz zu Doble auf den harten Reifen unterwegs, seinen Teamkollegen nach hinten ab, geriet aber schnell unter Druck von Hyundai-Pilot Tom Chilton und Toyota-Pilot Gordon Shedden. Eine Runde nach dem Restart attackierte Chilton Moffat dann ziemlich robust in Sunny In, was es sowohl ihm als auch Shedden erlaubte, am Audi vorbeizugehen.

Nur eine Ecke später, bei der Einfahrt in den Complex, schickte eine Attacke von BMW-Pilot Charles Rainford Moffat dann in einen wilden Quersteher. Adam Morgan nutzte die Situation und ging sowohl an Rainford als auch an Moffat vorbei.

Das Feld war durch die vorangegangenen Aktionen arg zusammengestaucht und plötzlich mischten auch die von hinten gestarteten, aber Soft-bereiften Josh Cook und Tom Ingram mit. Nur eine halbe Runde später wurde es direkt wieder brenzlig. Bei der Anfahrt zu den schnellen Jim Clark Esses versuchte Rainford im Parallelflug mit Cook erneut, Moffat zu attackieren, steckte dann aber sicherheitshalber zurück und bremste etwas früher als gewöhnlich.

Ausgerechnet Tom Ingram krachte daraufhin in das Heck des BMW. Sein Hyundai wurde durch die Berührung ausgehebelt und rauschte in einem wilden Dreher in die Wiese. Das Auto wurde dabei derart beschädigt, dass Ingram seinen zweiten Ausfall in Folge hinnehmen musste.

An der Spitze drehte derweil Mikey Doble seine Runden mit einem konstanten Vorsprung von rund zwei Sekunden auf Tom Chilton, der wiederum in etwa den gleichen Abstand zu Gordon Shedden hielt.

Dahinter duellierten sich über mehrere Runden Adam Morgan und Josh Cook. Auf der Strecke sollte Morgan zwar die Oberhand behalten, erhielt dann aber noch eine der leidigen Fünf-Sekunden-Strafen wegen Track Limits und fiel letzten Endes hinter Cook auf Platz fünf zurück.

Und auch auf den weiteren Positionen hagelte es wie schon im vorangegangenen Lauf eine Reihe von Strafen, die das Klassement gegenüber der Reihenfolge bei der Zieldurchfahrt noch einmal ordentlich durcheinanderwirbelten.

Kein Zweifel bestand jedoch am souveränen Sieg von Mikey Doble, der sich nach seinem Erfolg beim Saisonauftakt in Donington seinen zweiten Saisonsieg sicherte. Tom Chilton und Gordon Shedden konnten dem Audi-Piloten niemals ernsthaft gefährlich werden und komplettierten das Podium vor Josh Cook und Adam Morgan.

Auf den weiteren Positionen folgten im bereinigten Klassement Aiden Moffat als bester Fahrer auf den harten Reifen, Dan Lloyd, Dexter Patterson und Dan Rowbottom, dem nach der Kollision beim Start noch eine gute Aufholjagd gelang. Toyota-Pilot Ryan Bensley komplettierte die Top Ten und konnte durch die vielen Ausfälle und Strafen sein bislang bestes BTCC-Ergebnis einfahren.

Meisterschaft: Sutton kann in Silverstone bereits alles klarmachen

Es ist keine große Überraschung, dass Ash Sutton seinen Vorsprung in der Meisterschaft trotz des Ausfalls im dritten Lauf noch weiter ausbauen konnte. Mit nunmehr 115 Punkten Vorsprung führt der Ford-Pilot mehr als komfortabel und kann theoretisch bereits bei der vorletzten Saisonstation in Silverstone seinen fünften BTCC-Titel vorzeitig perfekt machen.

Im Kampf um die Vizemeisterschaft ist das Pendel nach Ingrams Doppelausfall dagegen erst einmal in Richtung Dan Cammish geschwungen. Der Ford-Pilot liegt nun auf Platz zwei der Meisterschaft und hat acht Punkte Vorsprung auf den amtierenden Champion.

Dahinter hat sich Ricky Collard mit zwei starken Resultaten wieder an Mercedes-Pilot Adam Morgan vorbei auf Meisterschaftsrang vier geschoben. Angesichts der konstant starken Saison, die der Hyundai-Pilot hingelegt hat, ist es tatsächlich ein Jammer, dass er voraussichtlich bei den letzten beiden Saisonstationen nicht mehr dabei sein wird.

In der Independent-Wertung führt weiterhin Mikey Doble. Dahinter hat sich allerdings Gordon Shedden am BMW-Duo Charles Rainford und Daryl DeLeon vorbei auf Platz zwei geschoben und liegt nun 33 Punkte hinter der Spitze.

Alle Resultate der Rennen aus Croft sowie sämtliche Meisterschaftsstände können wie üblich auf der offiziellen Website der BTCC und bei TSL Timing studiert werden.

Die vorletzte Saisonstation der diesjährigen BTCC-Saison steht in zwei Wochen am 26. und 27. September auf dem National Circuit von Silverstone auf dem Programm. Im Vorjahr waren hier neben Tom Ingram etwas überraschend Dan Lloyd im Hyundai von Restart Racing und Ford-Pilot Sam Osborne siegreich.

Für dieses Jahr darf man vermutlich die CPRL-Mercedes wieder in etwas stärkerer Form als bei den Rennen in Croft erwarten. Der ebene Kurs von Silverstone mit vielen schnellen und mittelschnellen Kurven dürfte dem A35 Saloon deutlich besser entgegenkommen.

Apropos Mercedes und CPRL: Rund um die Insolvenz des Teams und den Abgang von Jason Plato als Teamchef gibt es bislang keine offiziellen Neuigkeiten. Das Team steht weiterhin zum Verkauf, während Cataclean den Rennbetrieb über eine Zwischenfinanzierung am Leben hält.

Bilder: btcc.net

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