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24h Nürburgring: Zusammenfassung & die besten Bilder vom Wochenende

von DonDahlmann
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Eines der spannendsten 24h-Rennen am Ring der vergangenen Jahre ist zu Ende. Unser Fotograf hat die schönsten Bilder des Wochenendes eingefangen.

Endlich!“ werden sich BMW-Fans gedacht haben. Der erste Sieg eines BMWs seit 2020, aber da war das Rennen ja fast 10 Stunden wegen Regen und Nebel unterbrochen. Der nächste BMW-Sieg bei einem Rennen, das nicht stundenlang unterbrochen wurde, liegt noch weiter zurück: 2010.

Damals siegten Jörg Müller, Uwe Alzen und Pedro Lamy. Mit ihnen auf dem Auto war aber noch ein anderer Pilot: Augusto Farfus. Der am letzten Wochenende auch im BMW saß und für den Sieg des M4 mitverantwortlich war. Und leicht war das Rennen auch dieses Jahr nicht. Setzte sich der M3 damals nur knapp gegen einen Farnbacher Ferrari durch, war es dieses Jahr der Manthey Porsche, der nur denkbar knapp am Sieg scheiterte. Der Grello hatte das Rennen seit einer längeren Unterbrechung am Samstagabend (Stromausfall an der Box) die gesamte Zeit angeführt und sah schon wie der sichere Sieger aus.

Doch die Rowe-Mannschaft ließ nicht nach und schaffte es, den Abstand nach vorne zu verkürzen. Rund zwei Stunden vor Schluß gelang es dem BMW sogar kurzzeitig, die Gesamtführung zu übernehmen. Doch Manthey schlug schnell wieder zurück, konnte den M4 aber knapp hinter sich halten. Mehr als 15 Sekunden betrug der Vorsprung nur selten. Und das nach 22 Stunden.

Doch dann unterlief Kévin Estre ein folgenschwerer Fehler. Oder besser gesagt: ein Missverständnis. In der Abfahrt zum Wehrseifen in der Miss-Hit-Miss-Passage lief er auf einen Porsche Cayman auf. Der hatte schon seit dem Kallenhardt blaue Flaggen gezeigt bekommen. Hinter Estre quengelte der Rowe-BMW und setzte den Porsche unter Druck. Der Cayman-Pilot setzte Eingang der genannten Passage außen etwas weiter an, was Estre so interpretierte, dass der Fahrer ihn vorbeilassen würde. Doch der Cayman zog nach innen. Estre nutzte den Curb, was den Manthey 911er aber leicht quer stellte. Es folgte die Berührung und ein Abflug des Cayman, der auf dem Dach liegen blieb.

Die Rennleitung verhängte zu Recht eine Strafe. Es gilt die Regel, dass schnellere Fahrzeuge ein Überholmanöver sicher durchführen müssen. Sicherlich lag bei der Berührung ein Missverständnis zwischen beiden Piloten vor, aber am Ende ist es Estre, der das Manöver eingeleitet hat, obwohl an der Stelle ein Überholen schwierig ist. Hätte er 200 Meter gewartet, wäre er locker am Cayman ohne Zeitverlust vorbeigekommen. Und der Rowe-BMW hätte auch nicht überholen können, da dafür kein Platz war.

Die Zeitstrafe betrug 1,40 Minuten und natürlich legte Manthey Protest gegen die Strafe ein. Die Rennleitung ließ sich Zeit. Erst nach dem letzten Stopp des Manthey, in der letzten Runde des Rennens, wurde der Protest offiziell abgeschmettert. Immerhin noch rechtzeitig vor dem Zieldurchlauf. Sonst hätte das Ganze noch Stunden gedauert, bis der echte Sieger festgestanden hätte.

Es ist bedauerlich für Manthey, dass eine so dominante und bis zum Unfall fehlerlose Vorstellung nicht mit einem Sieg belohnt wurde. Dass am Ende der einzige BMW in der SP9 gewinnen ist ein Verdienst der Mannschaft (Augusto Farfus, Jesse Krohn, Raffaelo Marciallo, Kelvin van der Linde) aber auch von Rowe, die ein perfektes Auto mit zum Ring gebracht haben. Dass zwei so unterschiedliche Autos am Ende nur um wenige Sekunden auseinanderlagen, zeigt aber auch, wie gut dieses Jahr die BoP vom Veranstalter ausgefallen war.

Es hätten sich vermutlich noch mehr Autos um den Sieg geprügelt, wenn die anderen Favoriten, hauptsächlich die Getspeed Mercedes, der Falken und der Scherer Porsche nicht selbst ein Bein gestellt hätten. Am schlimmsten erwischte es dabei den Scherer-Porsche, der am Donnerstag einen sehr heftigen Abflug am Flugplatz hatte. Das Auto war danach so zerstört, dass man es nicht mehr aufbauen konnte. Immerhin konnte Laurens Vanthoor dem Wrack unverletzt entsteigen.

Ganz ohne Kritik blieb die Veranstaltung aber nicht. 27 GT3 in der SP9 waren auf den ersten Blick keine schlechte Zahl. Aber da hatte der ADAC mit der Nennung etlicher Pro-Am-Autos ein wenig getrickst. Dass BMW nur ein Auto mit Rowe da hatte, sagt ebenso viel, wie das komplette Fehlen von Frikadelli und anderen Teams, die sonst zum Grundbestand gehören. Seit Jahren wird zudem kritisiert, dass das Rennen immer mehr auf die SP9 und immer weniger auf die Amateurklassen zugeschnitten wird. Verschärfte Permits (die Geld kosten), teure Klassenstrukturen und der Wegfall diverser Exoten im Feld sorgen für berechtigten Unmut. Wenn der Dacia Logan und ein VW Beetle als „Exoten“ bei einem Rennen durchgehen, das wir kein anderes mal für Amateure gedacht war, dann stimmt mit dem Rennen etwas nicht. Die reinen GT3-Teams vermeiden die 24h am Ring meist und starten dann bei den 24h in Spa.

Ich kann verstehen, dass die Veranstalter hier in einer Zwickmühle stecken. Die GT3 bringt die Hersteller, aber auch die Medien. Gleichzeitig ist sie zu schnell und der Ring zu gefährlich, um sie gegen deutlich langsamere Fahrzeuge antreten zu lassen. Wenn Autos mehr als 12 Minuten für eine Runde benötigen, beträgt die Zeitdifferenz auf der Strecke fast vier Minuten. Mehr als eine Welt. Aber das Rennen am Ring lebt vor allem auch davon, dass es anders ist, als alle anderen 24h-Rennen. Es ist halt auch die Party, der Spaß, die Amateure, die ein ganzes Jahr auf dieses eine Rennen hinarbeiten. Und die dafür sorgen, dass das Starterfeld gut gefüllt ist. Wenn die nicht mehr wollen (oder können, weil alles zu teuer wird) dann kann das Rennen auch nicht überleben.

Ansonsten war das Wochenende endlich mal wieder von gutem Wetter geprägt. Es war heiß und es blieb auch trocken, was Fans und Fahrer gleichermaßen erfreute. Sonst sieht das in der Eifel ja gerne mal anders aus. Was dann im nächsten Jahr vermutlich der Fall sein wird. Denn dann findet das Rennen schon vom 14. bis 17. Mai 2026 statt. Beste Chancen für 10 Grad und Regen.

Bilder: Felix Töllich

 

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