Auf dem Daytona International Speedway fand am vergangenen Wochenende der Abschluss der Regular Season statt. In einem chaotischen Rennen holte sich Ryan Blaney den Sieg.
Zum Abschluss der Regular Season ging es am vergangenen Wochenende auf dem Daytona International Speedway einmal mehr hoch her. Erst in der Verlängerung setzte sich Ryan Blaney im Kampf um den Sieg durch – allerdings unter Gelb. Das letzte Playoff-Ticket sicherte sich Tyler Reddick.
Beim dritten Daytona-Besuch der NASCAR Cup Series in dieser wurde den Fans von Beginn an viel geboten, ganze 45 Führungswechsel bekamen sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu sehen. Alleine bis zur Competition Caution in Runde 20 gab es mit William Byron, Denny Hamlin, Austin Dillon und Chase Elliott vier unterschiedliche Führende.
Stage-Sieg für Logano
Danach beruhigte sich das Rennen, zumindest für’s Erste. Bis zum Ende des ersten Renndrittels dominierte das Single-File-Racing, ehe im Schlussspurt das Feld dann wieder ausfächerte und wieder Double-FIle- und Three-Wide-Racing zu sehen war. Den ersten Stage-Sieg sicherte sich Elliott vor Hamlin und Kyle Busch.
Huge runs and big pushes.
That's how you know the end of Stage 2 is near. pic.twitter.com/VdQYoiEcw9
— NASCAR (@NASCAR) August 29, 2021
Auch im zweiten Rennsegment kam im Feld keine Langeweile auf, zumal der ein oder andere Pilot versuchte die 50 Runden mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Dabei half allerdings auch eine Gelbphase in Runde 77: In Folge einer Kettenreaktion drehten sich sowohl Aric Almirola als auch Alex Bowman. Joey Logano nutzte die Rennunterbrechung, um die Führung zu übernehmen und gab diese bis zum Ende der Stage auch nicht mehr ab. Es folgten Dillon und Byron auf den Rängen zwei und drei.
Big One sorgt für Verlängerung
Im letzten Renndrittel wurde es dann so richtig wild, denn gleich mehrere Big Ones bremsten das Feld immer wieder aus und sorgten letztlich für die Verlängerung des Rennens. Zunächst krachte es im Mittelfeld: Neben Martin Truex Jr., Brad Keselowski und Byron waren auch zahlreiche weitere Piloten in den Unfall verwickelt – darunter auch oben erwähnter Reddick. Der Playoff-Traum des Childress-Piloten schien in diesem Moment ausgeträumt, doch es sollte anders kommen.
Nach einer kurzen Rotphase ging es dann weiter. An der Spitze lag weiterhin Logano, doch hinter ihm lauerte bereits Teamkollege Blaney. In der Schlussphase war es dann der Meister von 2018, der vom Pech heimgesucht wurde, als ein Reifen an seinem Penske-Ford platzte. Gelbe Flaggen gab es deswegen jedoch nicht. Diese wurden erst wenig später geschwenkt, nachdem Matt DiBenedetto und Chase Elliott im Kampf um die Führung kollidiert waren. Einmal mehr wurden auch weitere Fahrzeuge involviert und es gab einen weiteren Big One.
Die Entscheidung musste also in der Verlängerung fallen, doch auch im ersten Anlauf krachte es erneut. Allerdings erst, nachdem die weiße Flagge geschwenkt wurde, womit im Anschluss kein weiterer Anlauf erfolgte. Dieses Mal war es Kevin Harvick, der von Daniel Suarez gedreht wurde. Der Trackhouse-Pilot wiederum wurde von Kurt Busch angeschoben, der 2022 das zweite Auto von 23IX Racing pilotieren wird. In diesem Massencrash waren auch Austin Dillon, der mit Reddick um den letzten Platz in den Playoffs kämpfte, und Kyle Larson verwickelt. Für den Hendrick-Piloten gab es dennoch Grund zur Freude, denn den Titel des Regular-Season-Champion konnte ihm keiner mehr nehmen.
An der Spitze blieb Blaney von dem Chaos hinter ihm verschont und somit sicherte er sich den zweiten Sieg in Serie. Chris Buescher kam als Zweiter ins Ziel, wurde aber von NASCAR nachträglich aus der Wertung genommen, da es Unregelmäßigkeiten mit seiner Hinterachse gab.
Playoff-Feld stet fest
Nach dem Rennen in Daytona und dem Ende der Regular Season steht damit auch das Playoff-Feld fest. 16 Piloten haben in den kommenden zehn Wochen noch die Chance auf den Titel, bis zum Finale in Phoenix werden es dann nur noch vier sein. Diese 16 Fahrer haben sich für die diesjährigen Playoffs qualifiziert:
| Fahrer | Team | Punkte |
| Kyle Larson | Hendrick Motorsports | 2052 |
| Ryan Blaney | Team Penkse | 2024 |
| Martin Truex Jr | Joe Gibbs Racing | 2024 |
| Kyle Busch | Joe Gibbs Racing | 2022 |
| Chase Elliott | Hendrick Motorsports | 2021 |
| Alex Bowman | Hendrick Motorsports | 2015 |
| Denny Hamlin | Joe Gibbs Racing | 2015 |
| William Byron | Hendrick Motorsports | 2014 |
| Joey Logano | Team Penske | 2013 |
| Brad Keselowski | Team Penske | 2008 |
| Kurt Busch | Chip Ganassi Racing | 2008 |
| Christopher Bell | Joe Gibss Racing | 2005 |
| Michael McDowell | Front Row Motorsports | 2005 |
| Aric Almirola | Stewart-Haas Racing | 2005 |
| Tyler Reddick | Richard Childress Racing | 2003 |
| Kevin Harvick | Stewart-Haas Racing | 2002 |
Nächster Stopp Darlington
Der nächste Stopp für den NASCAR-Tross ist am Wochenende der Darlington Raceway, wo das erste Rennen der Playoffs stattfinden wird. In den letzten Jahren gab es bereits einige spannende Retrolackierungen zu bewundern und auch in diesem Jahr haben sich die Teams wieder einiges einfallen lassen. So war William Byron 2019 im legendären City Chevrolet aus Days of Thunder unterwegs.
Aber nicht nur die Autos bringen einen Hauch von Geschichte in das Fahrerlager. Auch die Piloten und Teams verschreiben sich mit Kleidung und Perücken dem Thema. Dies gilt auch für den übertragenden Sender NBC, der zum Darlington-Rennen seine Übertragung und das NBC-Logo an das Thema anpassen wird. Da in diesem Jahr zweimal in Darlington gefahren wurde, ist es bereits das zweite Throwback-Weekend.
„The Track Too Tough Too Tame“, wie das Oval auch genannt wird, wurde 1950 eröffnet und ist 13, Meilen lang. „The Lady in Black“, ein weiterer Spitzname, gilt unter den Fans als legendär. Als das Oval errichtet wurde, war es seinerzeit ein echter Superspeedway, der hohe Geschwindigkeiten erlaubte. Darüber hinaus wurde in Darlington das erste NASCAR-Rennen über 500 Meilen ausgetragen. Das Daytona 500 folgte erst neun Jahre später.
Der erfolgreichste Pilot in Darlington ist Jeff Gordon. Ihm gelang es, sechsmal das Oval zu zähmen. Von den aktiven Piloten gelang es lediglich Kevin Harvick und Denny Hamlin, das Oval mehrfach zu bändigen. Beide gewannen dort zweimal. Mit elf Erfolgen ist Hendrick Motorsports die erfolgreichste Mannschaft in Darlington. Auf Rang zwei folgt Joe Gibbs Racing mit sechs Siegen. Roush Fenway Racing und die Wood Brothers kommen auf jeweils vier Triumphe.
Bei den Herstellern führt Chevrolet mit 27 Siegen die Liste beim Southern 500 an. Ford kommt auf 16 Siege, während Toyota sechsmal gewann. Wie gewohnt teilt sich auch das Southern 500 in drei Segmente auf: Die ersten beiden Stages dauern 115 Runden, das dritte Segment dann 137 Runden. Anders als bei den meisten Nachtrennen der NASCAR, findet das Darlington-Rennen in der Nacht von Sonntag auf Montag statt, da in den USA Labour Day ist und der kommende Montag somit ein Feiertag ist.
Bilder: NASCAR/Getty Images (Logan Riley/Jared C. Tilton)

