Nach den Showrennen im Rahmen des Formel-1-Grand-Prix in Melbourne wird es nun wieder ernst bei den V8 Supercars, denn am kommenden Wochenende macht der V8-Zirkus auf Tasmanien Station und lädt zum zweiten (echten) Rennwochenende des Jahres. Das Traditionsrennen auf der Insel im Südosten Australiens findet 2013 bereits zum 41. Mal statt.
Im vergangenen Jahr gab Ford Performance Racing auf dem Symmons Plains Raceway ein starkes Bild ab. Zuerst konnte sich Mark Winterbottom mit einer 0:51.4020 die Pole für das Samstagsrennen sichern und teilte sich so mit Marken- und Teamkollege Will Davison die erste Startreihe. Am Ende des Rennens fuhren sie dann in umgekehrter Reihenfolge ins Ziel. Das Podium komplettierte damals Jamie Whincup. Das zweite Rennen am Sonntag sah zunächst Craig Lowndes ganz vorne, der das Rennen allerdings nicht beenden konnte. Bei einem missglückten Überholversuch in der Brambles Hairpin kollidierte er mit Davison und brach sich die linke vordere Radaufhängung. Davison hatte aber Glück, denn sein Auto blieb bei dieser Aktion unbeschädigt. Am Ende siegte der von Platz fünf ins Rennen gegangene Whincup – gefolgt von gleich fünf(!) Fords auf den Rängen zwei bis sechs. Ob es dieses Jahr ähnlich wird, bleibt abzuwarten, denn beim Tasmania Microsoft Office 365 erwarten die Fahrer einige Neuerungen.
Das ist neu
Neben dem etwas gewöhnungsbedürftigen neuen Namen der ehemals Falken Tasmania Challenge genannten Rennen wird am Samstag der neue „60/60 Super-Sprint“ vorgestellt. Bei diesem Format handelt es sich um ein in zwei jeweils 60 km lange Sprints geteiltes Rennen. Die Startreihenfolge für den ersten Sprint wird im Samstagsqualifying ausgefahren; das Ergebnis dieses Sprints ist gleichzeitig die Startaufstellung für Sprint 2. Im Gegensatz zu Sprint 1 erhalten die Fahrer nun auch Meisterschaftspunkte. Neu ist auch, dass das zweite Sprintrennen fliegend gestartet wird, und zwar im Double-File-Modus, den man aus dem US-Motorsport übernommen hat. In beiden Sprints ist Nachtanken übrigens nicht erlaubt.
Vor den beiden längeren Rennen am Sonntag werden morgens zwei viertelstündige Qualifying-Sessions gefahren. Das Ergebnis aus Q1 ist die Startreihenfolge für das erste Sonntagsrennen, das Ergebnis aus Q2 bildet dann das Grid für das zweite Rennen. Im Gegensatz zu den Samstagssprints erhalten die Fahrer für beide Rennen – in denen Nachtanken ebenfalls verboten ist – Punkte.
Hier der Zeitplan der Rennen im Überblick:
Samstag:
05:45 – 1. Hälfte Rennen 1 (25 Runden/ 30 Minuten)
06:38 – 2. Hälfte Rennen 1 (25 Runden/ 30 Minuten)
Sonntag:
06:05 – Rennen 2 (42 Runden/ 45 Minuten)
08:30 – Rennen 3 (42 Runden/ 45 Minuten)
(Alle angegebenen Uhrzeiten in MESZ)
Wer einen ausführlichen Blick in den Terminplan des Gesamtwochenendes werfen möchte, kann dies unter folgendem Link tun:
http://tasmania.v8supercars.com.au/the-race/race-schedule
Die Strecke
Der 1960 eröffnete Symmons Plains Raceway liegt im Norden Tasmaniens und gilt trotz gerade mal 2,4 km Länge und nur sieben Kurven als reifenmordend und anstrengend für die Fahrer, was insbesondere am Layout des Kurses liegt. Die Streckenführung bietet im Grunde keine Verschnaufpausen – gleichzeitig ist die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 156 km/h eine der schnellsten im Kalender.
Schon die ersten beiden Kurven sind sehr tricky. Turn 1 ist eine langgezogene Rechtskurve, die direkt in eine 90°-Links mündet, was dazu führt, dass beim Anbremsen für Turn 2 erst das rechte und dann das linke Vorderrad blockiert. Will man eine schnelle Runde hinlegen, muss man zudem noch innen über den hohen Randstein in Turn 2 räubern, der die Wagen aushebelt und übersteuern lässt. Wichtig ist außerdem die Ausfahrt aus Turn 3, die auf eine kurze Gerade führt, an deren Ende die Brambles Hairpin wartet – die beste Überholstelle des Kurses.
Auch die letzten beiden Kurven haben es in sich. Man biegt mit circa 110 km/h in in die Doppellinks ein und verlässt sie mit circa 160 km/h in Richtung Start-/Ziel, was den rechten Vorderreifen extrem belastet. Den Rundenrekord hält übrigens seit 2009 Rick Kelly mit einer Rundenzeit von 0:51.4713, damals noch auf einem Holden.
Um einen ersten Eindruck der Strecke zu bekommen, gibt es hier eine Onboard-Lap mit dem ehemaligen ATCC-Fahrer und V8-Supercar-Kommentator Neil Crompton aus dem Jahr 2010:
[youtube=<https://www.youtube.com/watch?v=C6hVwZXG7nk>&w=560&h=315]
Ausblick
Legt man die Ergebnisse aus Adelaide und Melbourne zugrunde, scheinen die Favoritenrollen für das kommende Wochenende eigentlich klar verteilt. Die Red-Bull-Racing-Piloten Craig Lowndes und Titelverteidiger Jamie Whincup führen die Fahrertabelle an und sind auch für dieses Wochenende sicher die heißesten Anwärter auf einen Sieg. Doch mit Ford-Speerspitze Will Davison sowie den Teams von Tekno (mit van Gisbergen), Brad Jones Racing (mit dem Duo Bright/Coulthard), Garry Rogers Motorsport (mit McLaughlin und Premat) sowie dem 2013 stark auftrumpfenden Altstar Russell Ingall gibt es 2013 einige ernstzunehmende Rivalen für die Red-Bull-Truppe. Und auch die oben angespochenen Veränderungen im Rennformat könnten für Überraschungen sorgen.
Bei Nissan hingegen macht man sich schon seit dem vergangenen Wochenende einige Sorgen um die Performance in Symmons Plains. Angeblich mangelt es dem Nissan-V8-Motor im Vergleich zu den Holden- und Ford-Aggregaten an Drehmoment, was bedeuten würde, dass man gerade bei der Beschleunigung aus Turn 4 viel Zeit verliert. Todd Kelly sprach sogar davon, dass es dadurch sehr schwer werden würde, die Top Ten zu erreichen. Allerdings veröffentlichte man diese Meldung ausgerechnet am 1. April. Ob an der Geschichte etwas dran ist, wird man wohl in den ersten Trainings sehen können.
Für Maro Engel und Erebus-Mercedes gilt es, ein Wochenende ohne Zwischenfälle oder Defekte hinzulegen. Mit etwas Glück sind dann sogar ein paar Meisterschaftspunkte drin.
Zum Abschluss noch die Links zur Fahrer- und Teamwertung.
TV- bzw. Live-Stream Zeiten
An der derzeitigen TV-Situation hat sich nicht sonderlich viel geändert, man wird sich also wieder nach den entsprechenden Alternativen umschauen müssen. Einen Livestream könnte es auf Youtube oder auf der offiziellen Homepage der V8 Supercars geben, dies ist jedoch noch nicht bestätigt. Für Europäer gäbe es noch die Möglichkeit via Premiersports; sie zeigen die Sprints am Samstag live sowie die Highlights vom Sonntag ab 09:30 Uhr deutscher Zeit bzw. am Sonntagabend im Anschluss an die NASCAR-Übertragung aus Martinsville.


5 Kommentare
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Ein richtig guter Beitrag. Danke Thomas! Bin passend zum Wochenende wieder vollkommen auf dem Laufenden was V8 angeht.
Was war eigentlich der Grund für diese noch leicht verwirrende 60/60-Nummer? Das Format mit drei Sprintrennen statt zwei Rennen pro Wochenende gab es doch in anderer Form eigentlich schon (bspw. Barbagallo).
@ SebastianFocks:
Zuerst mal vielen Dank für das Lob, Sebastian!
Dieses Jahr hat man bei den V8Supercars noch mehr Formate überlegt als letztes Jahr. Das ist zugegeben etwas verwirrend, aber die werden wir alle zu gegebener Zeit noch erklären.
Ich finde aber man merkt, dass hinter den vielen Formaten schon Sinn steckt. Sie planen die Schedules halt so, dass sie zum Rahmenprogramm und auch zur Strecke passen.
Wenn man mal in den Zeitplan für Symmons schaut, sieht man ja, dass da drei Tage lang von morgens bis nachmittags einiges an Serien fährt.
Außerdem macht es wenig Sinn auf einer Strecke, die so kurz ist wie Symmons (oder eben Barbagallo), ein Rennen mit 130 Runden zu fahren, bzw zwei mal 65. Gibt ja eine Rennserie, die das in Brands Hatch gerne macht… *hust*
Was das 60/60 angeht, verspricht man sich durch das Format am Samstag mehr Action in den Sprints (und nein es ist nicht wie bei einer gewissen bereits angesprochenen Serie gemeint…^^). Reifenwechsel und Nachtanken wirds ja auch nicht geben. Nach dem Motto „Go hard, or go to the back“, wie sie selber gesagt haben… :D
Zum TV Prozedere: Wer eine Woche warten kann und sich das Ganze um diese Uhrzeiten nicht live antun will, kann auf Motors TV eine Woche später am Samstag ab etwa 12:00 Uhr bis etwa 14:00 Uhr das gesamte Wochenende in der Wiederholung sehen. Dort gibt es auch oft Bilder von der Qualifikation.
Und wenn wir schon bei Motors TV sind. Es sollte ja bekannt sein, dass 2 Rennen in diesem Jahr live gezeigt werden, nämlich der Grand Prix von Austin und das Bathurst 1000. Zudem werden ausgewählte Rennen noch am selben Tag re-live gezeigt.
Also das mit der einen Woche Verzögerung wird in diesem Jahr zum Glück nicht immer sein.
@ ThomasB:
Ah ok. Das mit den Streckenlängen hatte ich mir schon so grob gedacht. Finde das ja an sich auch ziemlich gut, verschiedene Rennformate zu fahren. Bin einzig bei dem 60/60 mit Unterbrechung in der Mitte etwas skeptisch, aber ich lasse mich überraschen und bin entsprechend gespannt aufs Wochenende.
Frage mich nur, auf welche andere Rennserie du da anspielst …^^
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