Home GT-SerienSuper GTSUPER GT: Bridgestone und Dunlop als alleinige Serienausstatter ab 2027 ernannt

SUPER GT: Bridgestone und Dunlop als alleinige Serienausstatter ab 2027 ernannt

2016 Motegi-Finale wird zum Double-Header nach Sepang-Absage. Punkte für GT300-Klasse bei den 2027 IGTC Suzuka 1000 km

von geinou
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Sayonara Reifenkrieg: Ab der Saison werden jeweils Bridgestone (GT500) und Dunlop (GT300) die alleinigen Serienausstatter in der japanischen SUPER GT. Das hat Serienboss Masaaki Bandoh am vergangenen Wochenende am Fuji Speedway verkündet. Außerdem: Nach Sepang-Absage wird das Motegi-Finale kurzerhand zum Doubleheader-Header umgemodelt; Meisterschaftspunkte für GT300-Teams bei den IGTC Suzuka 1000 km im nächsten Jahr.

Es ist das Ende einer Ära: Als letzte weltweit große wie auch renommierte Rennserie tobte in der SUPER GT seit Jahrzehnten ein gesunder wie auch kompetitiver Reifenkampf zwischen mehreren Herstellern. Damit ist nun allerdings Schluss. Bereits vergangenes Jahr verkündete die GT Association (GTA), dass man auf Einzelausstatter pro Klasse (jeweils GT500 and GT300) wechseln wird. Bereits während unseres letztjährigen Besuchs beim Motegi-Saisonfinale Ende Oktober konnten wir in Erfahrung bringen, dass hierfür Bridgestone sowie Dunlop auserkoren wurden. Die Verträge waren damals allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Vergangenes Wochenende im Rahmen des dritten Saisonrennens am Fuji Speedway folgte dann endlich die offizielle Ankündigung.

Ab 2027 wird Bridgestone die GT500-Klasse sowie Dunlop die GT300-Klasse mit Reifen für die nächsten drei Jahre ausstatten. Vor einigen Jahren erklärte Masaaki Bandoh noch, dass man so lange am einzigartigen Reifenwettbewerb festhalten möchte, wie die Fans es mögen. Warum also der plötzliche Sinneswandel? Die Gründe hierfür sind laut unseren Recherchen vielseitig. Ein Hauptgrund ist jedoch der plötzliche Ausstieg von Yokohama aus der GT500, der offiziell allerdings niemals kommuniziert wurde.

Der Ausstieg sollte eigentlich schon heuer erfolgen. Um der GTA dabei aber zu helfen Gesicht zu bewahren, entschied man sich bis Ende 2026 an Bord zu bleiben, um so einen natürlichen Wechsel zu gewähren. Das Sponsoring der zwei Yokohama-bereiften GT500-Teams beendete man allerdings. Aus diesem Grund wechselte Kondo Racing bereits diese Saison ins Bridgestone-Lager, während WedsSport Bandoh noch bei den Yokohama-Pneus bleibt. Beide Teams erhielten aufgrund des Sponsorings finanzielle Unterstützung von Yokohama.

Das Gleiche galt für Nakajima Racing und ihre Dunlop-Bereifung. Diese für diese Teams essentielle Finanzspritze fällt nun weg. Laut unseren Informationen hat die nachgelassene Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in Sachen Regenreifen, Yokohama zum Ausstieg bewegt. Der Abstand zu Rivale Bridgestone sei einfach zu groß. Da man als Serienausstatter der SUPER FORMULA bereits die zweitgrößte Rennserie Asiens bereift, dürfte der Ausstieg aus PR-Sicht allerdings keine allzu großen Auswirkungen haben.

Sowohl Bridgestone wie auch Dunlop werden ab der kommenden Saison mit Soft, Medium und Hard jeweils drei verschiedene Reifenmischungen anbieten. Farbcodes sollen dabei helfen, diese optisch zu unterscheiden. Eine Verbesserung, da der Reifenwettbewerb quasi diktierte, dass über die verschiedenen Reifenmischungen der Hersteller bislang ein großes Geheimnis gemacht wurde. Bridgestone, die heuer bereits zwölf der 14 GT500-Teams beliefern, plant die schon jetzt im Einsatz befindlichen Spezifikationen auch nächstes Jahr zu verwenden.

So wird es insgesamt neun Spezifikationen für die drei Mischungen geben. Serienchef Bandoh erklärte allerdings, dass man aus Kostengründen Bridgestone den Wunsch mitteile, dass man die unterschiedlichen Spezifikationen in Zukunft auf jeweils eine reduzieren soll. Bridgestone wird die jeweils für die Strecke sowie Jahreszeit entsprechende Spezifikation auswählen. Die Teams können dann aus den drei Reifenmischungen wählen. Für die 300-Kilometer-Rennen stehen insgesamt vier Trocken- sowie fünf Regen-Sets zur Verfügung. Für das Überseerennen in Malaysia wird diese Anzahl um jeweils ein Set erhöht. Für die 3-Stunden-Langstreckenrennen stehen sechs Trocken- sowie sieben Regen-Sets zur Verfügung. Ob es eine Regel geben wird, mindestens zwei Mischungen zu verwenden oder mit dem gleichen Qualifying-Reifen auch das Rennen zu starten, wird intern noch diskutiert, so Serienchef Bandoh.

Laut unseren Informationen hat sich lediglich Bridgestone um den Exklusivertrag in der GT500 beworben. Für die GT300 brachten sich hingegen alle vier aktiven Hersteller (Yokohama, Dunlop, Bridgestone, Michelin) ins Rennen. Dass letztlich Dunlop, die lediglich vier der aktuell 29 GT300-Fahrzeuge ausstatten, gegenüber Yokohama, die 17 Teams beliefern, den Zuschlag bekam, mag überraschend sein. Laut der GTA war neben dem finanziellen Aspekt aber auch das Konzept entscheidend. Die Herausforderung für Dunlop wird jedoch enorm. Aufgrund der verschiedenen Fahrzeugkonzepte (GTA-GT300 sowie GT3-Autos), Antriebsstränge und mehr erhielten die Teams in den vergangenen Jahren teils jeweils auf sie zugeschnittene Reifen. Anders als in der GT500 werden die GT300-Teams aus lediglich zwei der drei angebotenen Reifenmischungen wählen können.

Bereits diesen Montag fanden erste Testfahren mit den neuen Reifen auf dem Fuji Speedway statt. Hierfür war jeweils eines der GT500-Entwicklungsfahrzeuge von Toyota, Honda und Nissan unterwegs. Zudem waren mit dem Gainer Nissan Z, LMcorsa Lexus LC500, Subaru BRZ R&D Sport, Leon Pyramid AMG sowie dem seven x seven Porsche 911 GT3 R EVO fünf GT300-Mannschaften unterwegs. Weitere Tests für andere GT300-Teams sollen jeweils am Montag nach den Rennen in Suzuka sowie Autopolis stattfinden. Am Montag nach dem Saisonfinale in Motegi werden zudem beide Klassen nochmals testen.

Bridgestone und Dunlop als Serienausstatter bedeutet, dass Yokohama sowie Michelin zum Ende der Saison 2026 offiziell die SUPER GT verlassen werden. Yokohama war seit 1994 in der noch JGTC genannten Rennserie aktiv. Michelin war ebenfalls für einen Großteil der letzten drei Jahrzehnte aktiv, entschied sich Ende 2023 jedoch aus der GT500-Klasse auszusteigen.

 

 

Nach Sepang-Absage: Motegi-Finale 2026 erhält zweites Rennen

Da das diesjährige Überseerennen in Malaysia aufgrund des Nahostkonflikts zwischen den USA und dem Iran aus logistischen Gründen seitens des hiesigen Promoters Haro Sports abgesagt und offiziell auf 2027 verschoben wurde, wird das diesjährige Saisonfinale im Mobility Resort Motegi (7.-8. November) kurzerhand zum Double-Header umgemodelt. Damit erhöht sich die Anzahl der Saisonrennen von sieben auf wie ursprünglich geplant acht.
Dies verkündete GTA-Boss Masaaki Bandoh vergangenen Sonntag. Ein Ersatztermin sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen. Der Wunsch der Teams beeinflusste sie aber dazu, Motegi zum Double-Header-Finale umzuwandeln. Zuletzt war dies 2016 der Fall, da aufgrund des schweren Erdbebens in der Kumamoto-Präfektur das Rennen in der Autopolis abgesagt werden musste. Die in der Nachbarpräfektur Oita liegende Strecke nahm damals signifikanten Schaden. Vergangene Woche, am 28. Juli 2026, wurde Kumamoto erneut von einem verheerenden Erdbeben mit 7.1 auf der JMA-Skala getroffen. Autopolis verkündete aber, dass alle Mitarbeitenden unverletzt blieben und die Strecke keinen Schaden nahm. Für September geplante SUPER-GT-Testfahren wurden allerdings abgesagt.

2016 sah das finale Wochenende Zwillingsrennen mit einer Distanz von jeweils 250 km. Die Distanz für dieses Jahr wurde noch nicht verkündet. Ursprünglich war das Finale über 300 km vorgesehen. Fest steht allerdings, dass das Ersatzrennen am Samstag mit halbierten Erfolgsgewichten ausgetragen wird. Dies bedeutet, dass der vorherige 3-Stunden-Langstreckenlauf in der Autopolis im Oktober volles Erfolgs-Handicap haben wird. Das Freie Training, das ursprünglich immer Samstagmorgen vor der Qualifikation stattfindet, wird beim Motegi-Finale nun am Freitag abgehalten.


2027 IGTC Suzuka 1000 km: Meisterschaftspunkte für GT300-Teams

Bereits im Vorfeld der diesjährigen 24 Stunden von Spa verkündete SRO-Boss Stéphan Ratel, dass man für die Suzuka 1000 km im Jahe 2027 eine enge Partnerschaft mit der SUPER GT eingehen wird, um das Profil des Rennens zu erhöhen. 2018 wanderte der japanische Langstreckenklassiker, dessen Rechte offiziell bei Suzuka Circuit-Betreiber Mobilityland liegen, in die Hände der SRO sowie ihrer Intercontinental GT Challenge (IGTC). Das Rennen wurde auf eine Distanz in 10 Stunden umgeändert. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste man seit 2020 jedoch pausieren. 2025 kehrte das Rennen mit seiner traditionellen 1000-Kilometer-Distanz zurück – die Fans blieben jedoch aus. Ratel machte kein Geheimnis daraus, dass man mit den geringen Zuschauerzahlen nicht zufrieden war. So erkannte man, dass die lokalen GT300-Teams ein Schlüsselfaktor sind. Da auch GTA-Boss Masaaki Bandoh gerne bei dem Rennen involviert sei, war es ein einfacher Rechts-Swipe – fertig war der Match.

So werden die GT300-Teams ab der nächstjährigen Ausgabe nicht nur ähnlich zu Rennen in den Jahren 2018 und 2019, mit ihren SUPER-GT-Autos startberechtigt sein. Es wird auch SUPER-GT-Meisterschaftspunkte geben, um so einen besonderen Anreiz zu bieten. Die Teams werden zudem erstmals mit ihren eigenen Dunlop-Reifen antreten dürfen. Eine Balance of Performance (BoP) soll einen fairen Wettbewerb mit den regulären IGTC-Teilnehmern gewähren. Hierfür möchte die SRO, die bereits als enger Partner die GT3-Teams in der GT300 einstuft, das SUPER-GT-Meisterschaftsrennen Anfang August in Suzuka aufgrund der ähnlichen Bedingungen als Richtwert verwenden.

Je nach regulärer IGTC-Teilnehmerzahl kann es jedoch passieren, dass nicht alle 29 GT300-Teams am Rennen teilnehmen können. In solch einem Fall sollen die 18 sogenannten „A-Seed-Teams“ (Top 18 in der Team-Wertung des Vorjahres) Vorrang erhalten. Aufgrund der hohen Logistikkosten sowie der limitierten Garagenplätze können bereits nicht alle GT300-Teilnehmer beim Überseerennen in Malaysia teilnehmen, weshalb seit letzter Saison ein Streichresultat eingeführt wurde. Könnte 2027 also ein zweites Streichresultat folgen? Hierzu hat sich die GTA noch nicht geäußert.

2013 gab es erstmals Meisterschaftspunkte für ein SUPER-GT-fremdes Rennen, als die GT300-Klasse beim Fuji-Lauf der Asian Le Mans Series startberechtigt waren. 9 Teams folgten damals dem Ruf. Die Meinungen der Mannschaften über ein zusätzliches Rennen sowie die dadurch höheren Kosten fielen damals unterschiedlich aus.

SUPER GT Kalender 2027 (provisorisch)

DatumStreckePräfekturRenndistanz
3.-4. AprilOkayama International CircuitOkayamaTBA
3.-4. MaiFuji SpeedwayShizuokaTBA
18.-19. JuniSepang International CircuitMalaysiaTBA
31.7.-1. AugustSuzuka CircuitMieTBA
4.-5. SeptemberSuzuka 1000 km (GT300)Mie1000 km (6 Stunden)
18.-19. SeptemberSportsland SUGOMiyagiTBA
16.-17. OktoberAutopolisOitaTBA
6.-7. NovemberFuji SpeedwayShizuokaTBA
20.-21. NovemberMobility Resort MotegiTochigiTBA

Copyright Photos: Racingblog.de, GTA

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