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SUPER GT: Paddock Notes Round 3 & 8 Motegi Grand Final

von geinou
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Motegi is calling: An diesem Wochenende findet traditionell das Saisonfinale im Mobility Resort Motegi statt. Anders als in den vergangenen Jahren aber als Doubleheader mit Zwillingsrennen über jeweils eine Distanz von 250km. Besonders spannend: Das weltweite Debüt von Toyotas neuem GR GT3 concept. Racingblog ist live vor Ort.

– Grund für das Doubleheader-Format ist die Absage des Rennens in Malaysia im Juni dieses Jahres. Aufgrund des Kriegs im Nahen Osten befürchteten die Organisatoren in Sepang Logistikprobleme über den Seeweg. Um dennoch acht Saisonrennen zu haben, entschloss sich die SUPER-GT-Dachorganisation für das Zwei-Rennen-Format. Aus diesem Grund wird der Lauf am Samstag offiziell auch als “Round 3” geführt. Zuletzt fand das Saisonfinale als Doubleheader im Jahr 2016 statt, als das Rennen in der Autopolis aufgrund des verheerenden Erdbebens im naheliegenden Kumamoto abgesagt werden musste. Wie auch vor zehn Jahren wurde die Distanz aufgrund des ungewöhnlichen Formats von ursprünglich 300 km auch auf 250 km gekürzt.

– Normalerweise findet das Scrutineering am Freitag, einen Tag vorm Freien Training am Samstagmorgen statt. Da die einzige Trainingseinheit für das gesamte Wochenende aber aufgrund des straffen Zeitplans aber vor dem eigentlichen Scrutineering auf Freitagmorgen gelegt werden musste, wurde dieses in ein inoffizielles Training umgewandelt. Die entsprechenden Qualifyings finden dann jeweils am Morgen vor den beiden jeweiligen Rennen statt.

– Schnellster im inoffiziellen Training in der GT500-Klasse war der #64 Modulo HRC Prelude-GT (Riki Okusa / Igor Fraga). Okusa brannte eine 1:37.449 in den Asphalt und war damit 0.016 Sekunden schneller als Nirei Fukuzumi im #14 ENEOS X PRIME GR Supra (Nirei Fukuzumi / Kazuya Oshima). Schnellster Nissan war der #12 TRS IMPUL with SDG Z (Kazuki Hiramine / Bertrand Baguette) auf P4 mit einer 1:37.597. Die beiden Hauptanwärter auf die Meisterschaft #36 au TOMS’ GR Supra (Sho Tsuboi / Kenta Yamashita) und #100 Stanley HRC Prelude-GT (Naoki Yamamoto / Tadasuke Makino) belegten den zwölften respektive elften Rang.

– Die Topzeit in der GT300-Klasse ging an den Subaru BRZ R&D Sport (Takuto Iguchi / Hideki Yamauchi) mit einer 1:46.817. Damit war Yamauchi 0.057 Sekunden schneller als der zweitplatzierte #88 Venteny Lamborghini GT3 (Takashi Kogure / Daniil Kvyat). Joao Paulo de Oliveira und Iori Kimura (#56 REALIZE NISSAN MECHANIC CHALLENGE GT-R) gehen mit einem Vorsprung von 20 Punkten als Titelfavoriten ins finale Wochenende. Sie belegten im Training den 19. Rang mit einer 1:48.230.

– Mathematisch betrachtet haben noch elf der 14 GT500-Mannschaften eine Chance auf die Meisterschaft. Realistisch betrachtet sollte es allerdings auf einen Vierkampf zwischen dem #36 au TOM’S GR Supra, #100 Stanley HRC Prelude-GT, #17 Astemo HRC Prelude-GT (Koudai Tsukakoshi / Yuto Nomura) sowie dem #38 KeePer Cerumo GR Supra (Toshiki Oyu / Rikuto Kobayashi) hinauslaufen, die sich insgesamt 18 Punkte voneinander trennen. Die beiden Erstgenannten sind gar lediglich drei Zähler voneinander entfernt.

– Noch größer ist die Anzahl der rechnerisch möglichen GT300-Anwärter mit 16 der 28 Teams. Wie bereits erwähnt geht das Duo Oliveira und Kimura im #56 REALIZE NISSAN MECHANIC CHALLENGE GT-R als Favoriten ins Wochenende. Ihre größten Verfolger sind allesamt genau 20 Punkte zurück: Die Titelverteidiger Naoya Gamou / Togo Suganami (#65 LEON PYRAMID AMG), Kiyoshi Umegaki (#7 CARGUY MKS Racing) und Yuui Tsutsumi / Kazuhisa Urabe (#2 Hyper Water Inging GR86 GT).

– An diesem Wochenende feiert mit dem GR GT3 concept Toyotas neues GT3-Fahrzeug sein mit großer Spannung erwartetes weltweites Renndebüt. Das “concept” im Namen hängt an der noch nicht fertigen Entwicklung sowie der fehlenden Homologierung des Renners zusammen. Die GTA erlaubt die Teilnahme solcher Fahrzeuge, die allerdings einigen Auflagen unterliegen. So fährt der GR GT3 concept an diesem Wochenende außer Konkurrenz. Zwar wird er in den Ergebnislisten geführt und Rookie Racing würde im Falle eines Sieges auch die entsprechenden Preise sowie Auszeichnungen bekommen, Meisterschaftspunkte abseits der “Distanz-Punkte” für die Team-Wertung gibt es allerdings keine.

– Dies bedeutet auch, dass wenn das Fahrzeug die Punkteränge erreichen sollte, alle dahinter liegenden Teams hochgestuft würden. Sprich: Gewinnt Rookie Racing, erhält der Zweitplatzierte dennoch die volle Punktzahl von 25 Zählern. Im Rennen muss das Team zudem mindestens einmal die Reifen wechseln. Dafür st das Ensemble vom normalerweise üblichen Strafboxenstopp, wenn innerhalb der Saison das Fahrzeug gewechselt wird – zuvor nutzte man einen Mercedes-Benz AMG GT3 Evo – befreit. Die Balance of Performance (BoP) stammt von der GTA selbst. Die Dachorganisation nimmt sich das Recht, diese übers Wochenende entsprechend anzupassen, sollte dies nötig sein.

– Der GR GT3 concept absolvierte seine erste Trainingseinheit mit 30 Runden und einer konstanten Pace ohne Probleme. Auf eine Qualifying-Simulation wurde dabei verzichtet, weshalb der 28. und letzte Platz in der GT300-Klasse mit einer 1:49.638 von Tokiya Suzuki, 2.821 Sekunden hinter der Bestzeit von Iguchi, etwas trügt.

– Im Anschluss lud Toyota und Rookie Racing zu einer Q&A Session. Nach seiner ersten Enthüllung auf dem Tokyo Auto Salon im Jahr 2022 entwickelte Toyota seinen GT3-Renner über mehrere Jahre hinweg. Hierbei griff man auf einen großen Pool an GT3-Fahrern zurück, die für die Entwicklungsfahrten weltweit zuständig waren. Nach Jahren der Entwicklung empfand der weltweit größte Automobilhersteller, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, den Wagen bei einem waschechten Renneinsatz zu erproben. Laut Hiroaki Ishiura konnte man auf Anhieb direkt auf Rennspeed fahren. Da man erstmals mit einem vollen Grid auf der Strecke unterwegs war, erhielt man zudem Einblicke in Dinge wie die Sichtbarkeit anderer Fahrzeuge in den Spiegeln und wie sich das Fahrzeug im Verkehr verhält.

– Ex-GT500-Pilot Ishiura beschrieb den GR GT3 concept, der mit Frontmotor und Hinterradantrieb daherkommt, als “einfach zu fahren”, insbesondere im Vergleich zu anderen Fahrzeugen, die er im Laufe seiner Karriere fuhr. Eine hohe Drivability sowie Benutzerfreundlichkeit beim Warten, der Setup-Einstellung und mehr seien dabei die Hauptaugenmerke bei der Entwicklung, schließlich soll der Wagen in Zukunft nicht nur von professionellen, sondern auch Amateur-Piloten, gefahren werden. Den Komfort im Cockpit beschrieb er als besonders hoch, auch was den Fahrerwechsel sowie die Justierung des Lenkrads wie auch der Pedale beim Fahrerwechsel betrifft.

– Das Hauptziel von Toyota sei es, einen “Allrounder” zu schaffen, anstatt ein speziell auf entsprechende Streckencharakteristiken zugeschnittenes Auto zu entwickeln, das auch mit Reifen verschiedener Hersteller ausgestattet werden kann, um den Kundenteams so genügend Flexibilität zu bieten.

– Trotz des ersten Renneinsatzes beschreibt Toyota den GR GT3 concept als noch nicht “komplett”. Stattdessen sieht man das Debüt lediglich als Startpunkt. Das Ziel sei es, das Fahrzeug fortan entsprechend weiterzuentwickeln. Wichtig sei, so Toyota, wie sich das Fahrzeug in Zukunft weiterentwickelt.

– Obgleich Rookie Racing in ihrer GT300-Rookie-Saison – bis letztes Jahr war man lediglich in der GT500-Klasse aktiv – noch mathematische Chancen auf den Titel hat, entschloss man sich zusammen mit Toyota für das Debüt des GR GT3 concept. Laut Ishiura sei dies eine große Ehre wie auch eine ausgezeichnete Möglichkeit. Würde er vor die Wahl gestellt werden, würde er sich erneut so entscheiden.

– Eine Aussage über 2027 ließ sich das Team hingegen nicht entlocken. So sei noch keine Entscheidung getroffen, ob der GR GT3 concept kommendes Jahr Vollzeit in der GT300-Klasse an den Start gehen wird.

– Zu Beginn des Jahres erhielt das Mobility Resort Motegi einen neuen Asphalt. Beim SUPER-FORMULA-Saisonstart im April dieses Jahres zeigte sich ein nahezu nicht vorhandener Reifenverschleiß. Auch wegen der kürzeren Distanz von 250 km wird deshalb im Paddock spekuliert, ob einige Teams eine Strategie ohne Reifenwechsel probieren könnten. Letztes Jahr wagte Team Kunimitsu in der GT500 dieses Gamble – und kam auf dem Bronzerang ins Ziel. Im Gespräch erklärte Impul-Pilot Bertrand Baguette, dass der neue Asphalt deutlich smoother sei, im Vergleich zum alten Belag aber nicht mehr Grip haben würde. Eine Fuel-Only-Strategie hält er für realistisch, könnte sich aber vorstellen, dass diese aber erst beim Finale am Sonntag in Erwägung gezogen werden könnte, da man den Samstag quasi als Testballon betrachten würde. Ähnlich sieht es GT300-Spitzenreiter Joao Paulo de Oliveira. Zwar seien ein paar Linien mehr möglich in bestimmten Kurven. Er bezeichnete den neuen Asphalt aber nicht als sonderlich schneller. Die Reifenstrategie werde vor allem vom Verschleiß während des Rennens abhängen. Laut ihm wird Flexibilität der Schlüssel zum Erfolg sein.

– Gewinnt der #36 au TOM’S GR Supra erneut die Meisterschaft, wäre dies der vierte Titel in Folge für Team TOM’S sowie Toyota. Sho Tsuboi würde sich mit seinem fünften Titel in sechs Jahren zudem als alleiniger Rekordhalter herausstellen. Aktuell teilt er sich diese Ehre zusammen mit Ronnie Quintarelli mit jeweils vier Titeln. Es wäre ein gigantischer Abschied für Tsuboi aus Japan, der laut der Gerüchteküche im kommenden Jahr in der Formel 2 starten soll. Vergangene Woche testete er in Österreich für Premat Racing und kam erst am Donnerstag wieder zurück nach Japan.

– Nissan versucht hingegen, einen Negativrekord abzuwenden. So möchte man zwingend verhindern, erstmals seit 2002 das Jahr sieglos zu beenden. Motegi zähle zwar nicht zwingend zu den Stärken des Nissan Z GT500. Laut Baguette habe man aber die Pace, um für das Podium zu kämpfen.

– 2023 Doppel-Champion Ritomo Miyata feiert an diesem Wochenende sein Comeback. In der GT300-Klasse ersetzt er Zak O’Sullivan, der kommende Saison für Envision in der Formel E startet und trotz Platz zwei in der Meisterschaft aufgrund einer Überschneidung mit den Vorsaison-Testfahrten sich bereits vorzeitig aus Japan verabschieden musste. Gerüchten zufolge könnte Miyata 2027 wieder nach Japan zurückkehren.

– Aufgrund eines erneut schweren Unfalls beim vorherigen Rennen in der Autopolis verzichtet Saitama Green Brave auf eine Teilnahme am Saisonfinale. Es war der zweite große Unfall des Jahres für Hiroki Yoshida / Seita Nonaka im #52 Green Brave GR Supra GT. Das Team gab Sicherheitsbedenken für den Rückzieher an, erklärte aber im kommenden Jahr gestärkt zurückzukehren. Das Team ist dennoch mit einigen wenigen Crew-Mitgliedern nach Motegi gereist, um sich gegenüber den Fans zu präsentieren. Reifenpartner Bridgestone spendet mit einem Aufkleber am Motorhome für zusätzliche Unterstützung.

– Ebenfalls nicht am Start: Tomonobu Fujii. Der D’station Racing-Veteran wurde von der GTA für das gesamte Wochenende gesperrt, nachdem er nach Rennende auf der Auslaufrunde den #7 CARGUY Ferrari 296 GT3 von Zak O’Sullivan umdrehte und hierfür auf Anhieb mit zehn Strafpunkten belegt wurde. Als Ersatz an der Seite von Charlie Fagg im #777 D’station Vantage GT3 springt Tsubasa Kondo ein, der für das Team in der Super Taikyu unterwegs ist.

– Am Sonntag endet die Ära des offenen Reifenwettbewerbs in der SUPER GT (siehe unseren Artikel zum Thema). Ab 2027 werden für die nächsten drei Jahre Bridgestone (GT500) sowie Dunlop (GT300) die alleinigen Serienausstatter sein. Zum Abschied bedankt sich Nakajima Racing für die über zwanzigjährige Partnerschaft bei Dunlop mit einer Sonderlackierung. Der letzte Sieg für Dunlop in SUPER GTs Top-Klasse geht auf die Suzuka 1000km im Jahr 2017 zurück. Auch WedsSport Bandoh bedankt sich zum Abschied von Reifenpartner Yokohama mit einem Sticker auf dem Auto.

– Das Motegi Grand Final ist gleichzeitig auch der Abschied einiger Langzeitveteranan. Nach 30 aktiven Jahren in sowohl der GT500- wie auch der GT300-Klasse hängt der zweifache GT300-Champion Manabu “Max” Orido seinen Helm an den Nagel. Der 57-jährige gab sein Debüt 1996 und erzielte seitdem sechs Siege und 57 Podiumsplätze. Abseits vom Circuit Racing machte er sich als einer der populärsten Drift-Piloten einen Namen und schrieb 2023 erneut Schlagzeilen, als er auf heroische Art und Weise seinen ohne Benzin ausgerollten BMW M4 GT4 beim Japan-Cup-Rennen der GT World Challenge Asia in Okayama über die Ziellinie schob. Damals erklärte er, dass er solch eine Szene mal in einem Manga sah und dies seine Inspiration gewesen sei.

– Neben Orido (abgebildet) beendet auch der dreifache GT300-Champion Morio Nitta nach dem Motegi-Finale seine Karriere. Nitta ist seit den Anfangstagen der SUPER GT (damals noch JGTC) im Jahr 1994 dabei und ist mit 23 Karrieresiegen gleichzeitig auch der alleinige Rekordhalter. Sein 23. Sieg erfolgte just beim vorherigen Rennen in der Autopolis. Einen schöneren Abschied hätte sich der 59-Jährige nicht vorstellen können, der über einen langen Zeitraum seiner Karriere zusammen mit seinem jetzigen Teamkollege Shinichi Takagi zusammenarbeitete. Das “Golden Duo” prägte Ende der 90er und in den 2000er die GT300-Klasse und kam 2022 erneut bei K-tunes Racing zusammen.

– Nach 30 aktiven Jahren wird bereits nach dem Rennen am Samstag außerdem R’Qs Motor Sports-Pilot Masak “Guts” Jyonai seine Karriere beenden. Jyonai ist noch einer der letzten wenigen Amateur-Racer im Feld und konnte seit 1996 zwei Siege erzielen.

Photos: Racingblog, GTA

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