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DTM: Analyse Oschersleben 2014

von DonDahlmann
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Viel Regen, viele Unterbrechungen und ein Überraschungssieger. Man kann der DTM nicht vorwerfen, dass das Rennen langweilig gewesen wäre. Dafür war etwas unübersichtlich. Am Ende siegte vor allem mal wieder die Strategie.

DTM-1400429010Im Grunde sprach ja alles für einen Audi-Sieg. Schon in der Quali fand man die RS5 weit vorne, die BMW in der Mitte, während die Mercedes mal wieder die hinteren Plätze einnahmen. Einzig Patrick Wehrlein schob seine C-Klasse ins Mittelfeld. Beim Start des Rennens begann es allerdings ein wenig zu regnen, was darauf hindeutete, dass es kein leichter Nachmittag für die Teams werden würde. Die Mercedes-Piloten Juncadella und Vietoris entschieden sich, ihre eh schlechten Startplätze (P21 und P16) aufzugeben, um stattdessen Regenreifen aufzuziehen. Eine mutige Entscheidung (oder auch: pure Verzweiflung), die sich dann allerdings zunächst nicht auszahlen sollte. Denn der Regen blieb zunächst nur leicht, Juncadella und Vietoris versauten sich ihre Regenreifen auf der trockenen Strecke und verloren pro Runden 10 Sekunden. Als es dann richtig regnete, waren ihre Reifen schon so runter, dass sie die verlorene Zeit nicht mehr gutmachen konnten. Damit wäre das Rennen für Vietoris zu Ende gewesen, hätte die Rennleitung nicht so oft zum Safety Car greifen müssen.

Während Vietoris hinten um den Anschluss kämpfte, ging es vorne gut zur Sache. Marco Wittmann lieferte zunächst erneut ein blitzsauberes Rennen ab. Trotz der 5 kg mehr in seinem Wagen konnte er zunächst die Spitze erobern und sich gegen eine Phalanx aus Audi durchsetzen. Dann kam der Regen und die Fahrer strömten an die Box, allerdings außerhalb der Pflichtboxenstopps. So war klar, dass fast alle noch mal rein kommen würden. Die erste SC-Phase kam, weil Robert Wickens seinen Wagen in den Kies setzte. Der Wagen stand weit draussen in der 180 Grad Kurve rund um Teich, eine lokale Gelbphase hätte es vielleicht auch getan. Auf der anderen Seite war es nass und der Wagen musste von schwerem Gerät geborgen werden. Also war die Entscheidung durchaus vertretbar.

DTM-1400429046Mittlerweile hatten die meisten Teams auf Regenreifen gewechselt, abgesehen vom bedauernswerten Gary Paffett, den Mercedes auf Slicks draußen lassen wollte. Die Strategie dahinter: Nach der SC-Phase kam man ins Boxenstoppfenster. Paffett, der nach der Unterbrechung kurz in Führung lag, weil alle anderen an der Box waren, hätte sich also einen Stopp gespart und seinen durchaus gut laufenden Mercedes in die Top Ten bringen können. Aber die Idee war schlecht, Paffett rutschte chancenlos um den Kurs und fiel bis ans Ende des Feldes zurück.

In Runde 18 gingen die regulären Boxenstopps los. Zwei Fahrer nutzten dies sofort: Vietrois und Mike Rockenfeller. Der Vorteil der Strategie lag auf der Hand, denn man konnte mit den Reifen bis zum Ende durchfahren. Andere Teams kamen später, auch hier gab es eine klare Überlegung. Sollte die Strecke abtrocknen, könnte man am Ende direkt auf Slicks wechseln, sich also einen weiteren Stopp sparen.

Die unterschiedlichen Strategien hatten dann zur Folge, dass es vor allem am Ende im Feld verwirrend zu ging. Als Beispiel seien Edo Motara und Paul di Resta genannt. Mortara wurde im ersten Drittel des Rennens von Wehrlein umgedreht und fiel ans Ende des Feldes. Di Resta wurde ebenfalls abgeschossen und steckte im Kies. Bei beiden hatten die Ausrutscher zur Folge, das sie sofort danach an die Box kamen, um neue Reifen zu fassen. Und dies geschah im Rahmen der Pflichtboxenstopps.

So waren also Vietoris, Rockenfeller, Mortara und di Resta die ersten, die ihren Pflichtboxenstopp absolviert hatten, was für den Verlauf des Rennens entscheidend werden sollte. Da die Spitze weiter darauf wartete, wie sich das Wetter entwickeln würde, und zwei weitere SC-Phasen das Feld immer wieder zusammenstauchten, konnten die vier den Anschluss an die Spitze halten. Gegen Ende des Rennens, als klar war, dass die Strecke nicht abtrocknen würde, kamen dann alle an die Box und so fanden sich die genannten Fahrer in der Reihenfolge plötzlich an der Spitze wieder.

In den letzten Runden hatte Vietoris plötzlich die Führung inne, wurde aber von Mike Rockenfeller hart bedrängt. Da man in Oschersleben aber nicht so richtig überholen kann und Rockefeller schon an die Meisterschaft dachte, hielten sich seine Attacken einigermaßen in Grenzen. Mit viel Glück konnte Christian Vietoris also seinen ersten Sieg in der DTM nach Hause fahren. Auch bei Mercedes war die Freude groß, allerdings war man sich auch darüber klar, dass man gerade einen sehr glücklichen Sieg eingefahren hatte. Aus eigner Kraft ist man noch weit von einem Sieg entfernt.

Ein durchaus sehenswertes Rennen, bei dem allerdings die Übertragung der ARD mal wieder unterdurchschnittlich war. Die Einwürfe von Norbert Haug in den Einblendungen beschränken sich meist auf Aussagen wie „Die sind schnell unterwegs, die anderen aber auch und das Rennen ist lang“. Eine Unverschämtheit war dann, dass man die Siegerehrung nicht mal zeigte und stattdessen die Pokalfeier der Bayern übertrug. Besser kann man die Lustlosigkeit der ARD bezüglich der DTM nicht dokumentieren.

Bilder: DTM

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