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DTM: Letztes Rennen Hockenheim

von DonDahlmann
4 Kommentare 4 minutes read

Am Wochenende versucht die DTM ihren Meister zu küren, dessen Name voraussichtlich wieder Timo Scheider heissen wird.

audi_motorsport-091023-2414Sieben Punkte hat Scheider Vorsprung auf seinen einzig verbliebenen Konkurrenten Gary Paffett. Das ist, bei nur 10 Punkten die vergeben werden, ganz schön viel, aber wie man ja weiß kann immer mal was passieren. Tom Kristensen sei da nur genannt, der 2006 seine Meisterschaftsführung (und vermutlich den Titel) verlor, als ihm in Brands Hatch ein paar Minuten vor dem Rennende die Spurstange brach. Sicher ist also nichts. Aber Hockenheim gilt als Audi-Strecke und ich gehe mal schwer davon aus, dass Audi einen „Schutzriegel“ um Scheider bauen wird, sollte der nicht vorne an der Spitze sein. Wenn also nicht was arges passiert, dann erwartet einen wieder etwas gepflegte Langeweile.

Nachdem durchaus brauchbaren Rennen in Dijon, sollte man also die Erwartungen nicht all zu weit hochschrauben. Spannend wird es nur, wenn Scheider die Quali versemmelt oder Mercedes sich dazu entschliessen sollte, etwas ruppiger zu Werke zu gehen. Beides wird wohl nicht passieren. Nach dem Warnschuss von Dijon wird Scheiders Team wohl kaum noch mal einen Reifensatz sparen wollen. Mercedes wiederum hat den Titel schon vor zwei Rennen abgeschrieben und denkt schon ans das nächste Jahr.

In der Teamwertung ist es allerdings noch spannend. Da führt das Team von Paffett mit 11 Punkten vor Abt, aber die Teamwertung ist ja, zumindest nach aussen, nicht viel Wert. Norbert Haug dürfte das höchtens so weit interessieren, dass er am Ende sagen kann, dass Mercedes ja eigentlich die bessere Marke war usw.

Das schlimme an der eher öden Saison 2009 ist ja, dass man jetzt schon weiß, dass es 2010 genauso weiter gehen wird. Seit August ist die Weiterentwicklung der Wagen eingefroren, es tut sich also nicht mehr viel. Immerhin, das muss man der ITR ja lassen, hat man beide Wagen auf ungefähr das gleiche Niveau gebracht. Was aber auch bedeutet, dass es fast ein Markenpokal geworden ist, weil es relativ wurscht ist, ob da „Audi“ und „Mercedes“ drauf steht.

Man ist sich in der DTM der Reglementsprobleme durchaus bewusst. Man ist sich auch bewusst, dass man mit dem Reglement international nicht mehr weit kommt und die Serie im Moment nicht auf Dauer am Leben erhalten werden kann. Es ist, angeblich, ein massives Zuschuss-Unternehmen, das Haug und Ulrich ihren Vorständen mit dem Wort „Marketing“ verkaufen. Angesichts der Tatsache, dass man davon ausgeht, dass die europäische Automobilindustrie vermutlich um bis zu 30% schrumpfen wird, ist es fraglich, ob man die DTM weiter am Leben erhalten kann. Und neue Hersteller werden bei den Startkosten erst recht nicht kommen.

Ein weiteres Problem sind die Fahrer, die als Quereinsteiger rein kommen. Nicht einer hat es geschafft, sich vorne zu etablieren. Nicht Alesi, nicht Häkkinen, nicht Frentzen, nicht Schumacher. Und zumindest Alesi ist ja einer, der bisher in allen Serien klar gekommen ist. Die Autos sind nur für Tourenwagenexperten zu fahren, oder, interessanterweise, für Umsteiger, die aus der F3 kommen. Der Grund: viel, viel Abtrieb, sehr schmale Reifen. Das kennt man aus den kleinen Formel-Serien. Aber wenn man keine guten Namen mehr in die Serie bekommt, wenn nur Fahrer vorne mithalten können, die seit Jahren in der DTM unterwegs sind, dann ist das ein wenig langweilig. Nichts gegen Ekström, di Resta oder gar Spengler. Alles fantastische Piloten – aber kennt die einer außerhalb von Deutschland? Ist irgendeiner dieser Piloten in den letzten Jahren in andere Serien gewechselt? Höchst bedauerlich ist es auch, dass sich mit Tom Kristensen der einzig verbliebene Weltstar von der Serie verabschiedet.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir 2010 nicht die letzte Saison der DTM erleben werden. Es tut sich sehr, sehr wenig an der Reglementsfront. Man hat BMW gefragt, ob die nicht einsteigen wollen, aber BMW hat abgewunken und gesagt, dass man nur dann kommt, wenn man mit dem neuen GTR in der GT2 oder GT3 Ausführung fahren kann. Man könnte sich vorstellen, den M3 sogar auf GT1 umzubauen, aber mehr auch nicht. Audi hat da auch wenig Probleme mit dem R8, obwohl man lieber den A4 vermarkten würde. Nur Mercedes steht schlecht da, weil keinen einzigen GT-fähigen Wagen hat und den neu aufbauen müsste. Das dauert mindestens ein Jahr, wie man bei BMW und Audi gesehen hat. Und eben weil die DTM eine Markenserien und keine Teamserie ist kann man sich nur schwer vorstellen, dass sich das was ändert.

Es wäre also genau jetzt der richtige Moment um zu verkünden, dass man ab 2011 nach einem wie auch immer modifizierten GT-Regelment antreten möchte. Aber zu hören ist da nichts, was einem als Fan Sorgen machen sollte.

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4 Kommentare

aufmerksamer Leser 24 Oktober, 2009 - 13:39

Die Chancen stehen hoch dass die DTM ab 2011 auf GT-Wagen umsattelt. Bei Mercedes wird angeblich derzeit an einem GT auf Basis des erscheinenden SLS gearbeitet.
Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden dass in der DTM GT-Fahrzeuge an den Start gehen sollen. Dann wäre die letzte Konstante in ihrer Geschichte weg, bisher basierten die DTM-Rennen mehr oder weniger immer auf Großserienfahrzeugen.

Ricky Bobby 24 Oktober, 2009 - 15:16

Einen neuen Ansatz für die DTM RELOADED könnte man sich in Italien holen.
Dort gibt es die Superstars V8 mit u.a. BMW M5, AUDI RS4, Mercedes C63 AMG.
Vergleichbar mit der australischen V8-Serie.
Man nehme wieder Blech statt zerberechliches Kohlefaser, ein Schuss BTCC und weniger Boxenstopps und fertig ist eine ansehnliche und kostengünstige Rennserie.

http://www.superstars.it

DonDahlmann 24 Oktober, 2009 - 18:35

Die V8 Superstar und die australische V8 Serie sind auf Grund ihres Reglements sehr regional begrenzte Serien. Die Aussie V8 kennt man hier nur, weil Motors sie überträgt. Sie stehen in Sachen Reglement komplett alleine da. Das gilt ja leider auch für die Japan GT, die man hier gar nicht mehr sehen kann, obwohl sie fantastischen Motorsport liefert und sehr faszinierende Wagen am Start hat. Die Aussie V8 und die Japan GT funktionieren aber nur, weil sie auf einem isolierten Markt unterwegs sind und keine Konkurrenz haben. Die DTM muss aber mit der WTCC, der FIA GT und im Breitensport mit der ADAC GT klar kommen. Dazu die nationalen Serien, die auf dem GT oder dem Super 2000 Regelement basieren.
Klar – eine Kopie der ADAC GT will man nicht haben. Aber das GT1 Reglement bietet ja nun immer noch jede Menge Spielräume nach oben.

Das viel größere Problem der DTM ist die Fixierung als Markenserie, bei dem die Teams keine Rolle mehr spielen. Für Top-Motorsport wird man immer die Werke benötigen, aber auf der anderen Seite fehlt jede Form von Identifizierung für die Fans. Wenn kleine Teams mal die Werke schlagen können, ist das spannend, siehe Brawn oder Red Bull in der F1. Das geht der DTM komplett ab.

Wenn aber die Werke ihre Unterstützung zurückfahren, ist die DTM tot.

Youngtimers TV 27 Juni, 2010 - 20:12

Renault 5 Alpine Coupe Cup Elf Turbo1 Gordini Turbo2 Motorsport Markenpokal Youngtimer 122B Crash…

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