Unter 400 Meilen geht im Sprint Cup, mal abgesehen von den Short Tracks wenig. 500 Meilen ist der Normalfall geworden, was auch bedeutet, dass die Rennen mit der Vorberichterstattung mal gerne sechs Stunden dauern.

Am kommenden Wochenende fährt man in Michigan. Ausnahmsweise mal “nur” 400 Meilen, was auf dem schnellen 1.5 Meilen Oval relativ flott erledigt sein sollte. Dennoch – mit allen Vorberichterstattungen dauert ein Rennsonntag gut und gerne sechs Stunden. Das Rennen selber nimmt dabei rund drei Stunden ein. Im Gegensatz zu den 90 Minuten eines F1 Rennens ist das zu viel – meint zumindest Greg Biffle.

Dabei geht es in dem Artikel aus dem Democrat & Chronicle in erster Linie darum, ob die NASCAR langweilig geworden ist. Was ich so auch nicht unterschreiben möchte, aber die Frage, ob kürzere Rennen auch mehr Action bringen würden, kann man sich schon mal stellen. Denn man manchen Wochenende sind die halb so langen Rennen der Nationwide Serie durchaus knackiger. Da wird mehr riskiert, weil man weniger Zeit hat, nach vorne zu kommen, und doch ist das Rennen lang genug, um mit der Strategie spielen zu können. Wenn aus den vielen 500 Meilen Rennen ein paar 350 Meilen Rennen machen würde, hätte man sicher mehr Spaß auf der Rennstrecke.

Eine andere Sache sind die restrictor plates. Fontana, Texas und Michigan sind mindestens drei Kandidaten, denen ein Lufteinlassbegrenzer gut tun würde. Das elendige 500 Meilen lange hintereinander her fahren ist weder für die Fans vor Ort und schon gar nicht für die TV-Zuschauer ein Zuckerschlecken.

Nun kann auch nicht jedes Rennen ein richtiger Brüller sein. Es muss langweilige Rennen geben, damit man sich um so mehr über die spannenden Rennen freut. Das ist in jeder Rennserie so. Selbst bei den Nachwuchspokalen. Man sollte also nicht jedes Wochenende ein irrwitziges Rennen erwarten, sondern eventuell auch mal die eigenen Ansprüche überprüfen.

Dennoch wäre es sicher keine schlechte Idee, wenn die NASCAR über eine Kürzung mancher Rennen nachdenken würde. Es müssen nicht jedes Wochenende 500 Meilen sein.

Superleague Formula – Soll dann mal los gehen
Ich hatte im letzten Jahr schon mal auf die neue Monoposto Serie hingewiesen, und scheinbar will man wirklich loslegen, auch wenn ich das immer noch nicht so ganz glauben mag. Das mag auch damit zu tun haben, dass ich seit einer Woche versuche mit jemanden aus den Medienabteilung Kontakt aufzunehmen, was komplett scheitert. Daher kann ich leider auch wenig zu Übertragungssituation sagen. Aber weder Premiere, noch MotorsTV noch Eurosport haben irgendwas über die Serie in ihren EPGs. Bei MotorsTV und Premiere wundert mich das auch nicht, denn die haben an dem Wochenende auch die DTM in Brands Hatch im Programm. Das DSF hat am 31.08. Beachvolleyball im Programm. Sieht also nicht so aus, als ob man von der Serie was zu sehen bekommt, es sei denn, es tauchen ein paar Streams auf.

Hier noch mal das, was ich im letzten Jahr geschrieben habe, plus ein paar Ergänzungen:

Was ist die Superleague überhaupt?
Die Grundidee stammt wohl von Robin Webb, einem Finanzexperten mit guten Kontakten in die britische Fußballliga. Der wollte vor ein paar Jahren mal eine Rennserie aufbauen, die sich komplett aus britischen Fußballteams zusammensetzte, doch die Idee scheiterte. Daraufhin stieg Alex Andreu ein. Der Spanier kommt aus einer ähnlichen Ecke und hat schon so ziemlich alles vermarktet, was es an Sportevents gibt. Die Grundidee der Serie: Man nehme ein Einheitschassis und bemale dieses mit den Farben und Logos der Clubs. Damit bekommt man Fußballfans an die Rennstrecke und die Motorsportfreaks sowieso. Man erhofft sich einerseits mehr Werbung für die Clubs, andererseits eine hübsche Sache um den Sponsoren noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie ist das Konzept?
Gefahren wird mit einem Einheitschassis und Motor. Chassis liefert Panoz, der Motor kommt von Menard Competition Technologies. Er leistet immerhin knackige 750 PS, ist ein Zwölfzylinder hat 4.2 Liter Hubraum und dreht dabei nur 12.000 U/min. Sollte also mächtig gut klingen, das Teil. Es werden pro Wochenende zwei Ein-Stunden-Rennen gefahren, das zweite Rennen bekommt einen Reverse Grid. Pro Wochenende wird um eine Millionen Euro Preisgeld und um Punkte gefahren.

Was kostet der Spaß?
Die Veranstalter gehen von einem Minimuminvestment in Höhe von 5 bis 6 Millionen Euro aus. Nicht einkalkuliert sind Motorschäden, Unfälle usw.

Wie finanziert sich die Sache?
Da wird es nebulös. Die Teams, die sich entschliesen in die Serie einzusteigen, haben erst einmal nur die Kosten am Hals. Sie dürfen keine eigenen Sponsoren mitbringen, denn es sollen ja nur die Sponsoren der Clubs aufs Auto geklebt werden. Wenn denn die Serie mal Geld abwirft, wird jeder Euro durch drei geteilt. Ein Drittel bekommen die Clubs, ein weiteres die Investoren und das letzte Drittel geht an die Teams. Wie gesagt: die gesamte Sponsorsuche läuft über die Organisatoren.

Wo und wann wird gefahren?
Es gibt einen vorläufigen Kalender für 2008, der so aussieht:

30./31. August – Donington (Großbritannien)
20./21. September – Nürburgring (Deutschland)
04./05. Oktober – Zolder (Belgien)
18./19. Oktober – Estoril (Portugal)
01./02. November – Vallelunga (Italien)
22./23. November – Jerez (Spanien)

Welche Fußball Clubs machen mit?
AC Milan
Al-Ain FC
RSC Anderlecht
AS Rom
Beijing Guoan FC
Borussia Dortmund
Corinthians
FC Basel
FC Porto
Flamengo
Olympiacos Piräus
Galatasaray
PSV Eindhoven
Rangers FC
Sevilla FC
Tottenham Hotspur

Unklar ist mir auch, wer eigentlich für die Teams fährt. Bei den Tests waren als bekanntere Fahrer Robert Doornbos, Enrico Toccacelo und Ryan Dalziel unterwegs. Auf der unübersichtlichen Webseite erfährt man nichts zum Starting Grid.

Sollte die Mediaabteilung der Superleague aus dem Tiefschlaf erwachen, trage ich noch Infos nach.

Und sonst?
Uhhhhh – das ist echt.

13.08.2008

Aufz. 11:20 Uhr   ALMS   Road Atlanta   MotorsTV
Aufz. 13:00 Uhr   IRL   Kentucky   Premiere
Aufz. 17:00 Uhr   NASCAR SC   Watkins Glen   Premiere
Aufz. 18:00 Uhr   IRL   Kentucky   Premiere