// Auch diese Woche gab es keine Bestätigung, aber die Gerüchte halten sich hartnäckig: Der Formel 1 Grand Prix von Frankreich soll schon bald in den F1-Kalender zurückkehren, und sich im Zweijahresrhythmus mit dem Belgischen GP in Spa abwechseln. Das stößt nicht überall auf Gegenliebe – auf Facebook ist nun eine Petition entstanden, die (bisher allerdings nur auf französisch und niederländisch) dagegen protestiert. Man habe absolut nichts gegen den französischen Grand Prix, wolle aber Spa weiterhin jedes Jahr im Kalender behalten. Dabei wird etwa mit den hohen Steuereinnahmen argumentiert, die der belgische (Gesamt-)Staat durch die Veranstaltung erhalte. (Disclaimer: Ob diese Argumentation stimmig ist, wollen und können wir nicht beurteilen. Der Link soll keine Empfehlung, sondern lediglich ein Hinweis auf die Petition sein. -Vorsicht)

// Der IndyCar Serie könnte in der kommenden Saison eine drastische Vergrößerung des Kalenders bevorstehen: Angeblich plant CEO Randy Bernard mit 19 bis 20 Rennen. Neben dem bereits verlautbarten Lauf in Houston gibt es Gerüchte um eine ganze Reihe weiterer Strecken. Die auffälligsten handeln im Moment wohl von einem möglichen Rennen am Circuit of the Americas in Austin – offenbar haben die Streckenverantwortlichen von sich aus die IndyCar Serie angesprochen. Der gewöhnlich gut informierte Speed-Reporter Robin Miller nennt im Interview etwa Läufe in Laguna Seca, Portland, Richmond, Michigan als weitere Kandidaten. In einem Artikel aus der vergangenen Woche spekuliert er zudem über mögliche Läufe in Fort Lauderdale, Phoenix, Pocono und auf einer neuen Rundstrecke in Palm Springs, Kalifornien. (Vorsicht)

// Motorvision TV hat am Dienstag bekannt gegeben, welche NASCAR-Rennen man in dieser Saison live übertragen wird. Neben den schon angekündigten zehn Läufen aus dem Chase sind das Talladega (6.5.), Dover (3.6.), Sonoma (24.6.), Indianapolis (29.7.), Watkins Glen (12.8.) und das zweite Rennen in Richmond (8.9.). Den Lauf aus Talladega werden Pete Fink und Lenz Leberkern gemeinsam kommentieren – wer diese Aufgabe bei den weiteren Rennen übernimmt, ist noch unbekannt. (Vorsicht)

// Der ELMS stehen möglicherweise noch in dieser Saison bedeutende Änderungen ins Haus. Wie motorsport-magazin.com berichtet, überlegt man nach der Absage des Laufes in Zolder (wegen einem zu kleinen Teilnehmerfeld) auch die weiteren drei geplanten Rennen 2012 in Brünn, Portimao und und Donington zu canceln. Ein Notprogramm gibt es für diesen Fall wohl schon: Angeblich könnte die Serie bei einigen Europarennen im Rahmenprogramm der WTCC auftreten. Für Donington haben sich die Organisatoren ein Minimum von 25 Fahrzeugen zum Ziel gesetzt. Da der abgesagte Zolder-Lauf für einige ELMS-Teams ein wichtiger Test für Le Mans gewesen wäre, sollen diese Teams nun eine Einladung für das WEC-Rennen in Spa erhalten. (Vorsicht & Stefan)

// Auch in der ALMS gibt es Stress: die Federal Trade Commission hat rechtliche Schritte gegen Level 5-Driver/Owner Scott Tucker, über dessen dubiose Geschäfte schon länger Gerüchte kursierten, sowie gegen seinen Bruder und einige seiner Unternehmungen eingeleitet. In der Folge wurden seine Konten eingefroren und sein Rennteam zugesperrt. Tucker hatte sich ein Geflecht von Schein- und Briefkastenfirmen aufgebaut, dessen Kern sogenannte “Payday loans” (Überbrückungskredite) zu extrem hohen Zinsen waren. Partnerschaften mit kleinen Ureinwohner-Stämmen verschafften ihm Immunität für die unerwünschten Unternehmen. Details (Stand Ende September 2011) gibt es hier. Tucker war Anfang der 90er Jahre schon einmal wegen Postbetrugs für ein Jahr inhaftiert und hat sich auch auf der Rennstrecke nicht durch sportliche Fairness hervorgetan (er trat 2009 in zwei Wagen an, um sich immer die Punkte des besseren für die Meisterschaft gutschreiben zu lassen; 2010 fuhr er mit seinem LMP2-Team als Teamchef genau die nötige Anzahl an Rennen und Runden, um ohne Konkurrenz LMP2-Champion werden zu können). Sportlich heißt das, dass der ALMS die zwei stärksten LMP2-Wagen verloren gehen. Auch bei den 24h von Le Mans dürfte das Team fehlen; da auch das Jetalliance-LMP2-Projekt mangels Sponsoren abgeblasen wurde, rückt damit vermutlich der Status GP-Lola ins Feld nach. (Stefan)

// Nur wenige Tage vor Saisonstart hat die FIA GT1 WM noch einmal ihren Kalender geändert. Die geplanten Rennen in Zandvoort und im argentinischen San Luis wurden gestrichen, stattdessen wird die Serie in Korea und am Solvakiaring fahren. Die GT1 ist damit in der etwas unschicklichen Lage, als “Weltmeisterschaft” nur noch auf zwei Kontinenten (Europa, Asien) unterwegs zu sein. Gut möglich übrigens, dass die Geschichte auch damit noch nicht zu Ende ist. Denn neben den Einträgen für Korea und Moskau prangt noch immer ein *. Bedeutung: Die Rennen müssen “bis allerspätestens 15. April” nochmal bestätigt werden. (Vorsicht)

// Noch am Wochenende sprach Super-GT-Serien-Chef Masaaki Bandoh davon, dass man weiterhin (wie von uns vermutet) mit der DTM in Verhandlung stehe, diese aber sehr schwer verlaufen (wie ebenfalls von uns vermutet). Grund hierfür ist vor allem der Druck seitens der ITR, die unbedingt von den Japanern verlangen, dass diese die Chassis für ihre GT500-Wagen in Deutschland bauen lassen und folglich nicht mehr ihre eigenen Chassis verwenden. Wie in unserer ausführlichen Saison-Vorschau geschrieben, ist dies den Japanern aufgrund der Gefährdung der Zerstörung der eigenen, hiesigen Produktionsketten ganz und gar nicht recht. Wie jetzt die Vögel von den Dächern zwitschern, ist es wohl zum endgültigen Scheitern der Verhandlungen über eine Übernahme des DTM-Reglments gekommen. Angeblich ist erneut eine Delegation der ITR in Tokyo gewesen. Nachdem die ITR allerdings weiterhin darauf bestand, dass bei einer Einigung die GT500 auf jeden Fall mit den Einheitschassis aus Deutschland fahren soll, und der folglichen Ablehnung seitens der GTA, hat die ITR-Delegation scheinbar das Treffen vorzeitig erbost abgebrochen. Der zweite Streitpunkt ist zudem der Motor. Derzeit setzen, abgesehen von Nissan, Honda und Lexus/Toyota in der GT500 einen 3,4-Liter V8-Motor ein, der so auch in den Formel-Nippon-Boliden verbaut ist, während die DTM mit 4l V8-Aggregaten unterwegs ist. 2014 möchte die Super GT, zusammen mit der Formel Nippon, allerdings auf 2,0-Liter-Turbo-Motoren mit Hybridantrieb umsteigen. Obwohl die Performance der Autos ähnlich sein soll, war die ITR über diese Idee nicht sonderlich begeistert. Das scheinbare Scheitern der Verhandlungen beruht auf einer schon länger kommunizierten Einschätzung von uns, die von den restlichen, deutschen Motorsport-Medien komplett ignoriert und stattdessen nur aus der (blinden) Sicht der ITR berichtet wurde.  Racingblog-Lesern sollte das scheinbare Ergebnis also nicht weiter verwunderlich vorkommen.  (Yankee)

// In der GT300 der Super GT könnte diese Saison noch eine Regel-Änderung durchgeführt werden. Ansetzpunkt ist das schlechte Abschneiden der JAF-GT300-Wagen beim ersten Saisonlauf in Okyama, denen rund 1,5-2 Sekunden auf die FIA-GT3-Autos fehlten. Während die GTA zwar die europäischen Marken begrüßt, möchten sie die Teams allerdings auch dazu animieren, mehr Autos nach dem JAF-Reglment zu bauen respektive einzusetzen. Ärgerlich auch für Fahrzeuge wie den Shiden oder die alten JAF-GT300-Fahrzeuge, die zwar nach dem 2011er Reglement fahren dürfen, allerdinsg mit dem größeren 2012er Restrictor, der scheinbar für einige Probleme sorgt, da die Autos niemals dazu konzepiert wurden, solch große Restrictors montiert zu bekommen. Im Falle des Shiden reicht dieser Restrictor mitunter teilweise sogar bis in die Airbox, was die komplette Luftströmung ruiniert. In wie fern die GTA zur Tat schreiten wird, ist allerdings ungewiss. (Yankee)

// Ostasien-Expandierung die Nächste: Im Rahmen des 300-km-Rennens in Okayama hat Super-GT-Chef Masaaki Bandoh bekanntgegeben, dass es Überlegungen, allerdings noch keine konkreten Pläne, für eine Art Einladungsrennen in Zuhai, China gibt. Dieses könnte am 16. oder 23. Dezember diesen Jahres stattfinden und jeweils 15 Autos aus beiden Klassen erhalten. Grund hierfür ist selbstverständlich die Expandierung der Serie, die 2013 erstmals in Süd-Korea auf der F1-Strecke fahren wird. Gleichzeitig gibt es in China einen Markt für FIA-GT3-Fahrzeuge genauso wie potentielle, chinesische GT300-Teams mit JAF-GT300-Vehikeln . (Yankee)

// Zum Schluss noch einmal das hochinteressante Video von Leo Parentes Interview mit Audi Sport-Motoren-Guru Ulrich Baretzky, der seine Meinung zu diversen aktuellen Themen des Motorsports sagt: Regelbücher, neue Technologien, Diesel vs. Benziner, Peugeot-Ausstieg usw. (Stefan)

7,977 total views, 5 views today