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SUPER GT: TRS IMPUL with SDG Z beendet vierjährige Durststrecke mit Sieg beim ersten Teil des Motegi-Finales

K-tunes RC F GT3 greift nach zweiten Saisonsieg in den GT300-Titelkampf ein. Zwei Disqualifikationen sorgen für zusätzliches Drama

von geinou
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Team IMPUL verhinderte mit ihrem ersten Sieg in vier Jahren Nissans erste sieglose Saison seit 2002. Von Startplatz sechs kommend, feierten Kazuki Hiramine und Bertrand Baguette feierten beim Nachholrennen in Motegi einen souveränen Erfolg. Unterdessen übernahm Team Kunimitsu nach einem Schwächeanfall von Team TOM’S erstmals die Führung in der Meisterschaft dieses Jahr. In der GT300-Klasse gelang K-tunes Racing der zweite Triumph in Folge – mit großen Meisterschaftsauwirkungen.

Nach vier Jahren ohne Erfolg ist Team IMPUL zurück an der Spitze der SUPER GT. Kazuki Hiramine und Bertrand Baguette gewannen am Samstag das 250-Kilometer-Rennen auf dem Mobility Resort Motegi und bescherten dem Nissan-Lager damit den ersten Saisonsieg. Für die traditionsreiche Mannschaft war es zugleich der erste Triumph seit dem fünften Saisonlauf 2022 in Suzuka. Damals hatten Hiramine und Baguette anschließend auch gemeinsam die GT500-Meisterschaft gewonnen.

Von Startplatz sechs aus legte das Duo im #12 TRS IMPUL with SDG Z eine beeindruckende Aufholjagd hin. Dabei sah es zunächst nicht danach aus, als könnte die Mannschaft den Sieg ernsthaft ins Visier nehmen. Polesetter Igor Fraga im #64 Modulo HRC PRELUDE-GT übernahm nach dem Start die Führung und konnte seinen Vorsprung in der Anfangsphase kontinuierlich ausbauen. Ein Techtelmechtel mit mehreren GT300-Fahrzeugen sorgte allerdings bereits in der ersten Runde für eine Safety-Car-Phase. Nach der Neutralisation wurde das Rennen in der achten Runde wieder freigegeben.

Auch danach blieb Fraga an der Spitze und konnte das Tempo bestimmen. Bertrand Baguette, der den ersten Stint für IMPUL absolvierte, arbeitete sich unterdessen nach vorne. Mit einer starken Pace und einer smarten Reifenwahl überholte der Belgier mehrere Konkurrenten und brachte seinen Nissan schließlich auf dem dritten Rang liegend an die Box. Damit legte er bereits einen wichtigen Grundstein für den späteren Erfolg.

Nach dem Fahrerwechsel übernahm Hiramine das Steuer und setzte die Aufholjagd fort. Während sich der Japaner zunächst auf die Verfolgung der Spitze machte, musste er noch zwei Fahrzeuge vor sich überwinden. Hierfür zündete Hiramine sprichwörtlich den Turbo  Hiramine. Nachdem er u.a. den #39 DENSO KOBELCO SARD GR SUPRA von Yuhi Sekiguchi und Sacha Fenestraz überholte, die als einzige GT500-Mannschaft auf einen Reifenwechsel verzichteten, eröffnete er die Jagd auf Riki Okusa, der in der 23. Runde das Steuer übernahm, zum Ende seines Stints aber  mit Pick-Up-Problemen zu kämpfen hatte. Dies verriet uns sein Teamkollege Fraga im Gespräch nach dem Rennen.

Rund 15 Runden vor dem Ende war es schließlich so weit: In der ersten Kurve setzte Hiramine zum entscheidenden Überholmanöver an und ging am #64 Honda vorbei. Von diesem Moment an ließ sich der IMPUL-Pilot nicht mehr einholen. Stattdessen baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus und überquerte die Ziellinie nach 53 Runden mit einem Abstand von mehr als 24 Sekunden. Damit feierte die Mannschaft einen besonders wichtigen Erfolg, nachdem sie seit ihrem letzten Sieg im August 2022 immer wieder knapp an einem weiteren Triumph vorbeigeschrammt war.

Vor allem die vergangenen Jahre waren für die Mannschaft nicht einfach gewesen. Obwohl Hiramine und Baguette weiterhin zum Kreis der schnellen GT500-Piloten gehörten, wollte der entscheidende Durchbruch nicht mehr gelingen. Der Druck war entsprechend groß. Selbst in dieser Saison hatte man bei mehreren Gelegenheiten die Chance auf einen Sieg, konnte diese jedoch nicht nutzen. Beim vorherigen Saisonlauf in Autopolis hatte das Team beispielsweise lange Zeit um die Spitzenposition gekämpft, ehe eine ungünstige Safety-Car-Phase die Siegchancen zunichtemachte.

Umso größer war die Erleichterung nach dem Erfolg am Samstag in Motegi. Team-Direktor Kazuki Hoshino konnte seine Emotionen nach der Zieldurchfahrt kaum zurückhalten und brach in Tränen aus. 

Auch für Nissan war der Erfolg von großer Bedeutung. Nach mehreren Siegen der Konkurrenz drohte dem Hersteller erstmals seit 2002 eine komplette GT500-Saison ohne Rennsieg. Mit dem Triumph von IMPUL konnte diese Negativserie gerade noch verhindert werden. Die beiden anderen Nissan-Mannschaften blieben hingegen blass.. Der #23 MOTUL Niterra Z von Katsumasa Chiyo und Mitsunori Takaboshi beendete das Rennen auf dem achten Rang, während der #24 REALIZE CORPORATION Z von Teppei Natori und Atsushi Miyake außerhalb der Punkteränge landete.

Drama gab es nach dem Rennen: Der zunächst zweitplatzierte #14 ENEOS X PRIME GR Supra von Nirei Fukuzumi und Kazuya Oshima wurde wegen übermäßigen Verschleißes des Unterbodens disqualifiziert. Da Rookie Racing gegen die Entscheidung aber Einspruch erhebte, sind die Ergebnisse zunächst lediglich vorläuft. Durch die Disuqlifizierung rückte der #64 Modulo HRC PRELUDE-GT von Riki Okusa und Igor Fraga auf den zweiten Platz vor. Für Nakajima Racing war es das erste Podium der Saison. Der dritte Rang ging an den #8 ARTA MUGEN HRC PRELUDE-GT von Kakunoshin Ohta und Hiroki Otsu, der sich nach einem mutigen Reifen-Gamble von Platz 13 auf den Bronzerang vorarbeitete. So wechselte die ARTA-Crew lediglich den linken Vorderreifen. Anschließend ließ SUPER-FORMULA-Tabellenführer Ohta ein wahres Feuerwerk entbrennen, indem er mehrere Fahrzeuge überholte. Möglicherweise wäre sogar mehr drinnen gewesen. Auf den letzten Kilometern war der Verschleiß der drei alten Reifen am Auto aber dann doch zu groß.

Auch in der Meisterschaft sorgte das Rennen für Bewegung. Erstmals in diesem Jahr übernahmen das Kunimitsu-Gespann Naoki Yamamoto und Tadasuke Makino die Tabellenführung, obgleich man lediglich auf dem fünften Rang ins Ziel kam.. Die bisherigen Spitzenreiter Sho Tsuboi und Kenta Yamashita im #36 au TOM’S GR Supra erlebten hingegen einen schwierigen Tag. Von Reifenaufwärmproblemen geplagt, fielen die Titelverteidiger bereits früh zurück. Durch die Disqualifikation der Stallgefährten erbte man wenigstens noch die finale Punkteplatzierung. Vor dem eigentlichen Saisonfinale am Sonntag trennen die beiden Mannschaften damit lediglich drei Punkte. Die Entscheidung um die Meisterschaft ist nach einem wilden Samstag somit weit offen.

 

Golden Duo Morio Nitta und Shinichi Takagi greifen nach zweiten Sieg in Folge plötzlich in den Titelkampf ein

In der GT300-Klasse sorgten Morio Nitta und Shinichi Takagi für die nächste Überraschung. Im #96 K-tunes RC F GT3 feierte das Veternan-Duo  seinen zweiten Sieg, Für Nitta war es zudem ein ganz besonderer Triumph: Der 59-jährige Routinier, der nach dem Sieg in der Autopolis zum Ende der Saison seinen Rücktritt aus der SUPER GT angekündigt hatte, bestritt in Motegi sein 250. Rennen in der Serie und stellte mit seinem 24. GT300-Klassensieg einen weiteren Rekord auf.

Dabei hatte das Rennen für K-tunes Racing zunächst nicht unbedingt nach einem erneuten Triumph ausgesehen. Von Startplatz zwei aus musste Nitta zunächst den #61 SUBARU BRZ R&D SPORT von Takuto Iguchi und Hideki Yamauchi passieren lassen. An der Spitze behauptete sich zunächst der erstmals von der Pole-Position gestartete #11 GAINER TANAX Z mit Ryuichiro Tomita am Steuer. Allerdings wurde das Feld bereits in der ersten Runde durch einen heftigen Zwischenfall im hinteren Teil des Feldes auseinandergerissen. Der #31 apr LC500h GT von Miki Koyama kam nach einem misslungenen Start nur langsam vom Fleck. In der Folge kam es zu einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen, in die unter anderem der #777 D’station Vantage GT3, der #7 CARGUY Ferrari 296 GT3 EVO und der #30 apr GR86 GT verwickelt wurden. So bretterte Tsubasa Kondo, der für den fürs Saisonfinale  gesperrten Tomonobu Fujii im D’station Aston Martin einsprang, übers Gras auf der Innenseite der dritten Kurve und torpedierte dabei Koyama. Alle vier Fahrzeuge mussten das Rennen vorzeitig aufgeben, woraufhin das Safety Car auf die Strecke geschickt wurde.

Nach dem Restart in der achten Runde konnte sich der #11 GAINER TANAX Z zunächst an der Spitze behaupten. Drama sollte allerdings einige Runden später folgen, als das Fahrzeug wegen eines Verstoßes gegen das Startprozedere beim Restart eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Dadurch eröffnete sich für Nitta die Chance, die Führung zu übernehmen. Der 59-Jährige  nutzte die Gelegenheit und brachte den Lexus in eine aussichtsreiche Position, bevor er als einer der ersten Fahrer aus der Spitzengruppe seinen obligatorischen Boxenstopp absolvierte. K-tunes Racing entschied sich dabei Teamkollege Shinichi Takag, der das Steuer übernahm, nicht mit neuen Pneus auszustatten, um so mit einer besseren Track-Position auf die Strecke zurückzukehren.

Im weiteren Rennverlauf entwickelte sich insbesondere mit dem #666 seven x seven PORSCHE GT3R EVO von Sven Müller und Taichi Watarai ein spannendes Duell um die Führung, der beim Tausch auf Müller ebenfalls keine Reifen wechselte und so nach Abschluss aller Boxenstopps die Führung übernahm. Takagi ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und setzte den Deutschen unter Druck. Wenig später gelang ihm das entscheidende Überholmanöver, mit dem er sich an die Spitze setzte. Anschließend konnte der erfahrene Japaner seinen Vorsprung kontrollieren und so seinen 22. Karriereerfolg nach Hause fahren.. Nach 50 Runden überquerte der #96 Lexus die Ziellinie mit einem Vorsprung von 12,3 Sekunden und sicherte K-tunes Racing damit den zweiten Erfolg innerhalb von zwei Rennwochenenden.

Hinter dem Sieger kam zunächst der #26 ANEST IWATA GAINER Z von Hironobu Yasuda und Yusuke Mitsui auf dem zweiten Platz ins Ziel. Das Duo hatte ebenfalls von einer Fuel-only-Strategie profitiert und sich von Startplatz zehn aus weit nach vorne gearbeitet. Nach der technischen Überprüfung wurde das Fahrzeug allerdings wegen einer Überschreitung des vorgeschriebenen maximalen Ladedrucks disqualifiziert. Dadurch rückte der #666 seven x seven PORSCHE GT3R EVO auf den zweiten Rang vor. Für Müller war es ein wichtiges Ergebnis auf die Meisterschaft, der sich am Sonntag zum ersten Solo-Meister seit André Couto küren könnte, da sein Stallgefährte nicht alle Rennen dieses Jahr bestritt und somit weniger Punkte hat. Zwar verriet er uns im Anschluss an das Rennen, dass er sich keine Gedanken über die Meisterschaft mache und lediglich Außenseiterchancen sehe, falls die anderen Titelanwärter patzen. Das heutige Resultat zeigt jedoch, dass der Titelkampf durchaus eine haarige Angelegenheit werden könnte. Der Bronzerang ging an den #88 VENTENY Lamborghini GT3 von Takashi Kogure und Ex-Formel-1-Fahrer Daniil Kvyat, der damit sein erstes SUPER-GT-Podium feierte.

Der #11 GAINER TANAX Z konnte nach seiner frühen Führung nicht mehr in den Kampf um das Podium eingreifen. Neben der Durchfahrtsstrafe kostete das Team auch die weitere Rennentwicklung wertvolle Zeit. Am Ende blieb für Tomita und Kazuki Oki lediglich der sechste Rang. Die Tabellenführer Joao Paulo de Oliveira und Iori Kimura im #56 Realize Nissan Mechanic Challenge GT-R erlebte dagegen einen besonders schwierigen Nachmittag. Gleich drei Strafen, darunter eine wegen Speedings in der Boxengasse, warfen das Nissan-Duo weit zurück. Mit dem 14. Platz verlor man einen Großteil des ursprünglich 20 Punkte großen Puffers..

Für K-tunes Racing bedeutete der erneute Erfolg einen gewaltigen Sprung in der Gesamtwertung. Nitta und Takagi hatten vor dem Wochenende wohl selbst kaum damit gerechnet, nach dem Sieg in Autopolis noch einmal ganz oben auf dem Podium zu stehen. Mit zwei aufeinanderfolgenden Erfolgen rückte das Duo jedoch plötzlich in den Kreis der Titelkandidaten auf. Damit bekommt auch das letzte Rennen der Saison eine zusätzliche Bedeutung. Für Nitta, der eigentlich seinen Rücktritt angekündigt hatte, könnte die überraschende Erfolgsserie sogar Anlass sein, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Nach seinem 24. Karriere-Sieg scherzte der Rekordsieger jedenfalls, dass er seinen Rücktritt möglicherweise doch noch einmal überdenken müsse. Viel besser hätte sein letztes Rennwochenende kaum beginnen können.

Definitiv zu Ende ging hingegen die Karriere von Masaaki „Guts“ Jyonai, der nach 30 Jahren in der SUPER GT bereits nach dem Samstagsrennen seinen Helm im zarten Alter von 64 Jahren an den Helm an den Nagel hängt. Zum Abschluss gab es für einen der letzten echten Amateur-Racer im Feld nicht nur Blumen, sondern auch einen für das R’Qs AMG GT3-Gespann soliden 21. Platz.

Toyotas neuer GR GT3 concept beendete sein weltweites Renndebüt (siehe unsere Paddock-Notizen für weitere Informationen) auf einem soliden 19. Platz. Hiroaki Ishiura und Tokiya Suzuki absolvierten für Rookie Racing das Rennen ohne nennenswerte Probleme mit zwei Boxenstopps sowie einer konstanten Pace. Nach der Safety-Car-Phase kam Ishiura herein, um wegen Ölflecken das Abrissvisier auf der Windschutzscheibe zu entfernen.

Photos: GTA, Racingblog

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