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NASCAR: Vorschau Pocono Juni 2014

von KristianStooss
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„Wenn schon, denn schon“, sagte sich die NASCAR und setzte für die erste TV-Übertragung von TNT in der Saison 2014 direkt das Rennen in Pocono an. Von den Vorzeichen her sicher nicht die optimale Kombination, doch das „Tricky Triangle“ konnte in der Vergangenheit durchaus auch mit einigen spannenden Ausgaben aufwarten, gerade nach der Neuasphaltierung 2012.

official pocono logo

Auf dem Papier präsentiert sich der Pocono Raceway als anspruchsvolle Strecke, sowohl für die Fahrer, als auch für die Teams sowie insbesondere für die Crew-Chiefs. Mit seinen jeweils drei komplett unterschiedlichen Kurven und Geraden nimmt das 2,5 Meilen lange „Tricky Triangle“ eine Sonderstellung in der NASCAR ein. Einerseits ist Pocono ein Superspeedway, andererseits dann fast wieder ein Rundkurs. Einheitlich ist nur die Richtung der Turns, denn es sollte nach Möglichkeit – ihr habt es erraten – Oval-klassisch immer links abgebogen werden. Kurve 1 (14 Grad) folgt am Ende der Ziel- und gleichzeitig längsten Geraden und somit werden wir hier am Wochenende mit den schnellen Gen6-Fahrzeugen wieder einige Rekorde knacken.

Recht weitläufig geht es dann in Richtung von Turn 2, welcher mit 8 Grad Kurvenüberhöhung ausgestattet dem Indianapolis Motor Speedway nachempfunden ist. Unter diesem „Tunnel Turn“ verläuft zudem auch die Ein- und Ausfahrt zum Infield des Ovals, welche über die Zeit gesehen eine fiese Bodenwelle hervorbrachte, auf der man übel abschmieren kann. Die kürzeste Gerade des Pocono Raceway führt zu Turn 3, der mit 6 Grad flachsten und weitläufigsten Kurve. Die Streckenführung ist an dieser Stelle ähnlich der guten alten Milwaukee Mile gestaltet. Hier gilt es vor allem, wieder genügend Schwung für die lange Zielgerade mitzunehmen.

Die Konfiguration bereitet allen Beteiligten wie anfangs erwähnt ordentlich Kopfzerbrechen, weil man ein Auto eben nicht so abstimmen kann, dass es in jeder Kurve perfekt liegt und gleichzeitig auf der langen Geraden die Schallmauer durchbricht. Zur neuen Saison bekamen die Teams beim Reifendruck und -sturz bekanntermaßen deutlich mehr Freiraum und genau hier sind auch Probleme am Wochenende zu erwarten. Wenn sich jemand über die Empfehlungen von Goodyear hinwegsetzt, sehen wir wieder Reifenschäden und harte Einschläge und gerade bei den Geschwindigkeiten in Pocono muss das eigentlich nicht sein. In puncto Sicherheit hat sich in den letzten Jahren aber zum Glück einiges getan.

Interessant wird die Performance der Cup-Rookies zu beobachten sein, die in diesem Jahr endlich mal wieder eine große Klasse zusammenbekommen haben. Die Qualität der Neulinge variiert aber eher zwischen Jacques Villeneuve und Ayrton Senna, was für den Sonntag wieder ordentlich Action verspricht. Gerade nach Restarts bleiben die Fahrzeuge einige Runden dicht beieinander und obwohl Pocono die breiteste Strecke im Kalender stellt, geht einigen Piloten die Fahrbahn dann doch erstaunlich oft aus. Bei den Rookies darf man aber wie immer Kyle Larson und Austin Dillon weiter vorne erwarten. Auch in der Meisterschaftswertung sind die materialtechnisch schlechter ausgestatteten Neulinge Justin Allgaier, Michael Annett, Alex Bowman und Ryan Truex abgeschlagen.

Die Spitze des kompletten Feldes scheint momentan Hendrick Motorsports für sich zu abonnieren. Nach zwei Siegen von Jimmie Johnson in den letzten beiden Saisonrennen 2014 kommt das letzte verbliebene Vier-Wagen-Team der NASCAR so langsam aber sicher richtig in Schwung. Schaut man sich dann an, dass Jeff Gordon, Johnson und Kasey Kahne die vergangenen drei Pocono-Ausgaben in den Farben von Rick Hendrick in der Victory-Lane beendeten, stellt sich am Wochenende die Frage, welche Chancen die Konkurrenz von Toyota und Ford besitzt. Ein Matt Kenseth wartet zum Beispiel noch auf seinen ersten Saisonsieg, wird sich in Pocono aber vermutlich hinten anstellen müssen, denn dort konnte er bisher noch gar nicht gewinnen. Generell gilt: Ein oder zwei Fahrer werden sich im Normalfall früh als Siegkandidaten herauskristallisieren und einen Großteil des Rennens in Führung verbringen.

Ansonsten beginnt derzeit das Silly-Season-Karussell mit der großen Drehung, denn bei Roush-Fenway Racing sind beide Top-Fahrer noch ohne Vertrag für die nächste Saison. Carl Edwards und Greg Biffle gaben sich zuletzt nicht mehr alle Mühe, um eine Zukunft außerhalb der größten Ford-Institution zu dementieren. Edwards wird unterdessen bei Joe Gibbs Racing gerüchtet und verschärfend brachte FOX-Analyst Larry McReynolds sogar einen Wechsel zu Penske Racing ins Spiel. Biffle musste sich unter der Woche mit einem Wechsel zu Michael Waltrip Racing in Verbindung bringen lassen, nachdem Darrell Waltrip seinen Bruder mitten in einer TV-Übertragung brüskierte und laut überlegte, ob Biffle denn zu einem Zwei-Wagen-Team wechseln würde, dass einmal ein Drei-Wagen-Team gewesen ist – eine klare Anspielung auf MWR. Wir dürfen gespannt sein, wohin der Weg für die beiden Ford-Aushängeschilder führt.

Zum Abschluss folgen an dieser Stelle wie gewohnt noch die Links (PDF) zu den aktuellen Ständen in der Fahrer- und Owner-Wertung sowie die Entry-List und einen Zeitplan für das TV-Programm am Wochenende. Ab Saisonrennen Nummer 14 übernimmt nun zum vorerst letzten Mal das Team von TNT die Übertragung der Sprint-Cup-Rennen. Wie üblich zeigt der Kabelsender dabei in seiner „Summer Series“ sechs Meisterschaftsläufe, bevor das Zepter zu ABC/ESPN übergeht, die sich ebenfalls im letzten Jahr ihres TV-Vertrages befinden. Hoffentlich gibt man sich bei TNT zum Abschied ein wenig Mühe. Yes, I am talking about you, Kyle Petty!

Freitag, 06.06.
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
22:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, FOX Sports 1
03:00 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino & Resort 400), FOX Sports 1

Samstag, 07.06.
15:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, FOX Sports 1
17:30 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, FOX Sports 1

Sonntag, 08.06.
19:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (Pocono 400), TNT

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