Home NASCARSpäter Konter gegen Briscoe: Kyle Larson dominiert und triumphiert in Kansas

Später Konter gegen Briscoe: Kyle Larson dominiert und triumphiert in Kansas

Kyle Larson hat das Chase-Rennen auf dem Kansas Speedway für sich entschieden und das Meisterschaftsrennen an sich gerissen – Mit einem späten Manöver gegen Chase Briscoe sicherte sich der Hendrick-Pilot die maximale Punkteausbeute

von André Wiegold / Leadlap.de
0 Kommentare 4 minutes read

Kyle Larson hat das Hollywood Casino 400 auf dem Kansas Speedway am Sonntagabend nach einem packenden Schlussspurt für sich entschieden. Der aktuelle Champion setzte sich im 267 Runden langen Chase-Krimi der NASCAR Cup Series sieben Umläufe vor dem Ende gegen Chase Briscoe durch und baute mit seinem zweiten Saisonsieg die Führung in der Meisterschaft weiter aus. Mit den vollen 76 Zählern setzte sich der Hendrick-Motorsports-Fahrer von seinem schärfsten Verfolger Denny Hamlin in der Gesamtwertung ab und baute den Vorsprung auf 26 Zähler aus.

Lange Zeit glich der Auftritt der Startnummer 5 einer Machtdemonstration. Larson räumte beide Stage-Siege ab, führte das Feld über 235 Runden lang an und markierte in Runde zwei mit 30,076 Sekunden die schnellste Rennrunde. Doch nach dem finalen Boxenstopp-Zyklus unter grüner Flagge drohte das Blatt zu kippen, als Larson die Mauer streifte und zusehen musste, wie Briscoe in Runde 238 an ihm vorbeizog.

Der Konter ließ allerdings nicht lange auf sich warten, denn im Schlussstint drehte Larson das Momentum wieder um. In Runde 261 stach er auf der Innenseite der Nummer 19 durch und schnappte sich die Führung endgültig zurück. Für Larson war es der vierte Triumph auf dem 1,5-Meilen-Oval in Kansas und zugleich der 34. Sieg seiner Karriere, womit er in der ewigen Bestenliste mit Kurt Busch und Martin Truex Jr. auf Rang 26 gleichzog.

„Ich dachte wirklich, als Chase vorbeiging, würde er einfach davonziehen, aber ich habe Linien gefunden, auf denen ich mich einrichten und meine Reifen schonen konnte“, erklärte Larson nach dem Rennen. „Ich weiß auch nicht. Ich glaube, es ist einfacher, der Jäger zu sein als der Gejagte. Wenn ich vorne bin, verteidige ich nur und versuche zu erraten, welche Linien schnell sind. Als er vor mir lag, konnte ich sehen, wie sein Auto extrem lose wurde. Das hat Spaß gemacht. Das war so ein guter Tag mit maximalen Punkten. Ich wäre nach dem Rennverlauf auch mit Platz zwei zufrieden gewesen, aber die Führung zurückzuholen, ist für die Punkte eine riesige Sache.“

Hinter Larson eskalierte der Kampf um die verbleibenden Spitzenplätze. Briscoes Joe-Gibbs-Toyota baute massiv ab, küsste mehrfach die Safer-Barrier und wurde in den letzten Metern noch von Austin Cindric und Hamlin überrumpelt. So blieb ihm nur Rang vier vor Ryan Blaney, der in der Gesamtwertung bereits 91 Zähler Rückstand hat.

„Ja, das Auto wurde einfach extrem lose“, haderte Briscoe im Ziel mit seinem Wagen. „Das hatte ich schon im Stint vor dem Stopp unter Grün. Ich bin so oft in der Mauer gelandet, dass ich wohl einen schleichenden Plattfuß hatte. Am Ende war der Wagen einfach unfahrbar. Es war für mich besser, auf Rang zwei zu liegen. Hinter Larson zu fahren, half mir, weil er viel Aeroblocking betrieb, was mein Auto stabiler machte und mir half. Kaum hatte ich die Führung, wurde der Wagen wieder unfahrbar. Das ist verdammt frustrierend. Ich dachte, ich habe hier den Sieg, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Mit jetzt rund 123 Punkten Rückstand wird das wohl nichts mehr.“

Als härtester Verfolger Larsons entpuppte sich am Ende Cindric, der im Ford auf dem Longrun flog und die Ziellinie nur 0,565 Sekunden hinter dem Sieger überquerte. Dem Penske-Piloten wurde letztlich ein kleiner Zeitverlust beim Boxenstopp zum Verhängnis, nachdem er einen Umlauf später als das Führungsduo abgebogen war.

„Ich glaube einfach, dass dieser Boxenstopp-Zyklus für uns besser hätte laufen können“, resümierte Cindric. „Drei Autos kamen vor mir rein, und ich bin in der Box etwas gerutscht, weil Dreck auf den Reifen war. Da hätte ich einen besseren Job machen können. Wenn du am Ende nur um eine halbe Sekunde verlierst, wünschst du dir natürlich, dass du wenigstens eine echte Chance gehabt hättest. Wir hätten da vorne mitmischen können, aber ich bin stolz auf den Einsatz und die vielen Punkte.“

Hinter Christopher Bell auf Rang sechs sortierten sich William Byron, Chase Elliott, Bubba Wallace und Ryan Preece in den Top 10 ein. Ein beachtliches Comeback zeigte Tyler Reddick, der seinen bockigen Toyota von Rang 33 noch auf Position elf nach vorne prügelte, obwohl ein verpatzter Stopp unter Grün eine noch bessere Platzierung verhinderte.

Deutlich härter erwischte es andere Chase-Hoffnungsträger. Polesetter Joey Logano ging im Verkehr völlig unter, belegte lediglich Rang 20 und verlor den Anschluss an die Spitze. Noch schlimmer traf es Carson Hocevar, der nach einem starken vierten Platz in Stage 1 in einen Crash bei Runde 122 verwickelt wurde und seinen demolierten Chevrolet nur noch auf Position 33 über die Linie schleppte. Ausgerechnet Brad Keselowski, mit dem sich Hocevar bereits angelegt hat, drückte den Spire-Chevrolet beim Restart ins Aus.

Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Das könnte Dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Wenn Du einen Kommentar abgibst, werden einige Deiner Daten gespeichert. Mehr Infos im Impressum.

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.