Toyota hat heute den überarbeiteten TS050 Hybrid für die diesjährige Saison in der WEC vorgestellt. Damit wollen die Japaner in Le Mans angreifen.

Nach dem herzzerreissenden Finale in Le Mans im letzten Jahr, vor der locker in Führung liegende Toyota 5 Minuten vor Schluss stehen blieb, will es Toyota in diesem Jahr erneut versuchen. In Absprache mit dem ACO und Porsche, setzt man in diesem Jahr gleich drei überarbeitete TS050 in den ersten drei Rennen der Saison ein. Auffallend ist die etwas höhere und schmälere Nase des Toyota, was auf Grund einer Änderung der Regularien geschehen musste. Der ACO möchte die Rundenzeiten in Le Mans um ein paar Sekunden erhöhen, nachdem man im letzten Jahr im Qualy unter der 3.20er Marke lag und man Zeiten wie in 2015 (3:16.8 im Qualy) nicht mehr sehen möchte.

Der Frontsplitter ist nun 15 Millimeter höher. Dies erreichen die Regelmacher, indem ein Freiraum definiert wird, der nun 15mm oberhalb der Referenzebene endet. Gleichzeitig wurde der Diffusor hinten um 50 mm verkleinert. Das führt logischerweise dazu, dass der gesamte Luftfluss, der durch das Auto geht, verändert werden musste und die Autos nominell erstmal zwischen etwa 25% an Abtrieb verlieren. Um den verlorenen Abtrieb zurück zu gewinnen, hat Toyota die Front in der hier auf den Bildern gezeigten High-Downforce Variante geöffnet bzw. nach oben gezogen und einen Art Frontspoiler samt Flap etabliert. Dies dient dazu nun mehr Abtrieb durch die Überströmung des Frontflügels zu erzielen, da aufgrund der zusätzlichen Bodenfreiheit der Bodeneffekt auf der Unterseite deutlich verringert wird.

Seitlich erkennt man, dass die Seitenkästen etwas kleiner geworden sind, zusätzlich hat man die Seitenkästen nach hinten nun eingezogen und erlaubt der Luft nun, dass sie innen an den Rädern vorbeiströmt und seitlich des Diffusors ausströmt. Dies hilft den Diffusor etwas zu verlängern bzw. dessen Effekt und somit mehr Abtrieb zu erzeugen. Eine Bauweise die nicht ganz neu ist, denn immerhin hätte der 2017er R18 dies auch so gehabt (allerdings noch extremer) und auch die IndyCars von Chevy nutzen diese Bauart um mehr Effizienz aus dem Diffusor zu erreichen.

Das Heck bietet eine verbesserte Anströmung des Flügels, welche man durch neue Endplatten erreicht, welche nun bereits weiter vorne beginnen. Um den Effizienz des Diffusors weiter zu erhöhen hat man auch die Gestaltung der Motorabdeckung im Heck umfassend überarbeitet und man wartet hier mit einer Überaschung auf. Durch die deutlich nach hinten ansteigende Abdeckung erzeugt man per se mehr Abtrieb, zum anderen aber unterstützt man damit auch den Diffusor in einer ähnlichen Art und Weiße wie es früher der Beam-Wing in der F1 tat. Overall haben die Änderungen im Reglement ca. 4 Sekunden an Rundenzeit in Le Mans und ca. 2 sek. über eine normale Runde eingebracht.

Die kleineren Seitenkästen konnte man sich leisten, weil man den Motor komplett überarbeitet hat. Es bleibt zwar beim 2.4 Liter V6 Hybrid mit 8MJ Energie, aber sowohl der Verbrenner, als auch der Hybrid wurden komplett überarbeitet. Beim Motor hat man die Verdichtung erhöht, was einerseits etwas Sprit spart, andererseits die Ausgangsleistung erhöht, denn eine erhöhte Verdichtung bedeutet auch ein höheres Expansionsverhältniss, welches wiederum bedeutend für die Effizienz des Motors ist. Dies hat aber auch den Nachteil, dass die Drücke auf Kolben, Zylinder und Kurbelwelle steigen – eine Gratwanderung also. Der positive Nebeneffekt einer höheren Effizienz liegt neben einer erhöhten Leistung auch darin, dass die Abwärme geringer ist und man somit die Kühler entsprechend kleiner dimensionieren kann.

Für die Erhöhung der Verdichtung hat man u.a. den Zylinderblock und den Zylinderkopf überarbeitet. Was genau an den beiden MGU-Einheiten verbessert wurde, sagt Toyota nicht. Nur, dass die Einheiten kleiner und leichter geworden sind, dazu hat man die Batterie verbessert. Ein Problem in Le Mans ist, dass man nicht genug Energie über die Runde schleppen kann, eine Sache, die Toyota nun wohl angegangen ist. Toyota hat auf den Bildern die Variante für mehr Abtrieb gezeigt. Die lowdrag-Variante wird sich optisch durch mehrere Punkte unterscheiden: Der Flap vor den vorderen Radhäusern wird verschwinden, die Radhäuser werden nach vorne wandern und die hintere Abrisskante wird für Le Mans deutlich nach unten gezogen.

Die Autos sind in Spa und Le Mans mit folgenden Paarungen besetzt:

#7: Mike Conway, Kamui Kobayashi, und Neuzugang José Maria López
#8: Sébastian Buemi, Anthony Davidson, Kazuki Nakajima
#9: Stéphane Sarrazin, Yuji Kunimoto, Nicolas Lapierre

 

Bilder: Toyota