Die NASCAR Truck Serie hat massive Probleme. Der Hauptsponsor steigt zum Ende des Jahres aus und ein neuer ist noch nicht verkündet worden. Dodge verabschiedet sich zum Ende des Jahres endgültig und beim Rennen in New Hamsphire am kommenden Wochenende gehen gerade mal noch 30 Wagen an den Start. Bei einem maximalen Starterfeld von 36 Autos. Nun sind 30 Wagen, verglichen mit den meisten europäischen Serien, immer noch ziemlich viel, aber in den USA mehren sich die Stimmen, die die Serie sogar komplett in Gefahr sehen. Dazu kommt, dass die NASCAR gerade die GrandAm gekauft hat. Will man vielleicht die CTS gegen die GrandAm austauschen?

Klingt im ersten Moment merkwürdig, aber dann hört man zum Beispiel Jack Roush so etwas sagen:

I think there’s a NASCAR road-racing series coming, regardless of whether the Truck series goes away. And for us to be able to road race again would be a great thing. It would be cool, and I would enjoy having a Daytona Prototype car for the 24 Hours in 2009, and for a handful of other races, too, but I think it may be too late to get that going for next year. But maybe 2010.

Die Idee, die dahinter steckt: Ebenso wie in der Truck Serie, steckt man die Top Fahrer aus dem Cup ab und an in einen GrandAm. Das würde die Sponsoren erfreuen, denn die Einheits-Prototoypen erfreuen sich durch aus noch großer Beliebtheit, auch wenn es jede Menge Druck von der ALMS gibt, die ja im nächsten noch mehr Rennen mit der IRL fahren will.

Aber wie konnte die Truck Serie eigentlich so tief in die Krise rutschen? Zum einen lag das auch ausgerechnet an Dodge. Vor ein paar Jahren haben die angefangen sehr viel Geld auszugeben und sie schnappten anderen Teams etliche Sponsoren weg. Dann kam 2004 Toyota und machte etwas ähnliches. Die Kosten der Serie explodierten, so dass man heute rund 5 Millionen Dollar auf den Tisch legen muss, um vorne dabei zu sein. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie man in der GrandAm zahlt. Trucks waren Anfang 2000 auch noch das Auto in den USA. Vom Ford verkaufte eine zeitlang pro Jahr knapp 1 Millionen Stück vom F-150, Dodge lag knapp dahinter mit etwas mehr als 600.000 Stück. Als Motoren nahm einfach einen alten V8 Small Block, der schon beim Anlassen soviel Sprit braucht wie ein Mittelklassewagen auf 100 km. Weil der Spritpreis aber hoch ist und sich der Umweltschutzgedanke in den USA mehr und mehr durchsetzt, verkaufen sich Trucks nur noch schwer. Ford sitzt auf einer Halde F-150, GM haut den Silverado teilweise zum Einkaufspreis raus. Und machmal gibt der Händler vor Ort noch mal Rabatt. Bei meinem letzten USA Besuch sah ich nagelneue Dodge Ram, die für etwas mehr als 13.000 Dollar (9100 Euro) verschleudert wurden.

Die Probleme der CTS kommen also von mehreren Seiten. Die Serie ist zu teuer geworden, die Hersteller verlieren das Interesse, weil sich Trucks kaum noch verkaufen. Man darf nicht vergessen, dass die CTS 1995 gegründet wurde, eben weil die Hersteller hier gut Werbung für ihre Trucks machen konnten. Wenn aber keiner mehr Trucks fahren will, gibt es auch keinen Grund Geld in die Serie zu stecken.

Der Wechsel zu einer GrandAm Serie würde also durchaus Sinn machen, auch weil die Hersteller der Motoren (Lexus, Pontiac, Porsche und Ford) nicht zu den schlechtesten gehören und die Serie auch gut dafür genutzt werden könnte, neue Hybrid-Technik einzuführen. Die NASCAR lebt auch von den Herstellern und eine Serie, die denen die Möglichkeit gibt, neue Erfindungen im Rennbetrieb zu erproben und dem Zuschauer vorzuführen, macht eben mehr Sinn, als eine Meisterschaft mit Wagen, die vermutlich der automobilien Vergangenheit angehören.

Es würde mich nicht wundern, wenn wir nächstes Jahr die letzte Saison der Truck Serie sehen würden.