Martinsville Speedway (0,526 Meilen, Short Track, 2x 180°-Turns) in Martinsville, Virginia

Der Martinsville Speedway (1947) ist nach dem Indianapolis Motor Speedway (1909) und dem Richmond International Raceway (1946) die drittälteste Strecke im derzeitigen Cup-Kalender, noch vor Darlington (1950). Das Oval ist bekannt für seine unterschiedlichen Streckenbeläge, die 2004 ihre letzte Erneuerung erhielten: Die langen Geraden und die oberen Fahrbahnhälften der Turns sind asphaltiert, während die unteren beiden Fahrspuren in den Kurven eine Betonoberfläche besitzen. Das Banking beträgt 12° und ist damit für einen Shorttrack bzw. für eine NASCAR-Strecke nicht unbedingt sehr gering, wenn man bedenkt, dass bspw. Pocono und Phoenix eine teilweise geringere Kurvenüberhöhung besitzen, obwohl sie länger sind. Auch der 1,5 Meilen lange Auto Club Speedway bewegt sich mit 14° in dieser Kategorie. Nur bei der Streckenlänge schlägt das Oval alle anderen Strecken im Kalender: 0.526 Meilen entsprechen 847 Metern und das sind erstaunliche 11m weniger als eine Runde auf dem Bristol Motor Speedway lang ist.

Wichtig sind in Martinsville vor allem die Bremsen, die man in den ersten 300-400 Runden doch extrem schonen sollte. 500 Runden unter Volllast halten die später rot-glühenden Scheiben nicht durch, denn es sind immerhin 1000 Bremsmanöver zu absolvieren. Wer nicht nach 400 Runden ins Leere treten will, sollte die richtige Strategie für eine Fahrt durch die engen Turns wählen: Früh vom Gas gehen, den Wagen mit möglichst viel mitgebrachter Geschwindigkeit durch die Kurve rollen lassen ohne dass man auf dem Gas steht und dann kurz nach dem Scheitelpunkt das Gaspedal, soweit es der Grip zulässt, voll auf das Bodenblech drücken. Diese Strategie heißt im Allgemeinen „roll through the center“ und bei den TV-Übertragungen bekommt man diesen Ausdruck auch besonders oft zu hören. All das impliziert erstens die Notwendigkeit von viel mechanischem Grip, um in den Kurven beim Rollen nicht aus der Bahn geworfen zu werden und im Kurvenausgang kein Übersteuern zu erleiden. Zweitens muss der Motor über ein hohes Drehmoment verfügen, um im Kurvenausgang viel Speed mit auf die Geraden zu nehmen; am besten mal auf den Splitter achten, der sich beim Beschleunigen und Bremsen viel hoch und runter bewegt. Die restliche Aerodynamik spielt anders als z.B. in Charlotte in Martinsville keine größere Rolle.

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