F3 Euro Serie: Das Aus für die Serie?

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Von DonDahlmann 12 Aug 2010 um 09:02 in F3 Euro

Sie war lange das Aushängeschild des deutschen Motorsports. Wer hier Meister wurde, der konnte es weit bringen. Jetzt ist die Serie so gut wie tot.

Ryan Briscoe, Jamie Green, Lewis Hamilton, Paul di Resta, Romain Grosjean, Nico Hülkenberg und Jules Bianchi. Das sind die Namen der Meister, die die F3 Euro Serie seit 2003 hervor gebracht hat. Es finden sich noch viele anderen Namen in den alten Starterlisten, darunter Robert Kubica, Nico Rosberg oder Sebastian Vettel. Die aus der deutschen und französischen F3 Serie hervorgegangene Euro Serie hatte sich Windeseile ganz als Nachwuchsserie Nummer 1 platziert. Wer auch nur in die Nähe der Formel Eins wollte, der musste die Serie gewinnen. Wer regelmäßig nicht aufs Podium kam, der konnte gleich nach Hause gehen. 2008 hatte die Serie sage und schreibe 10 feste Teams und 30 Fahrer aus 14 Nationen kamen in die Wertung. In diesem Jahr bekommt man mit Mühe und Not gerade mal 10 bis 14 Fahrer pro Rennen zusammen. Und die Teams überlegen laut, in die britische F3 Serie zu wechseln. Was ist da passiert?

Fast hätte es die F3 Serie geschafft. Bis 2008 hatte sie den Markt im Griff. Wer wollte schon in der spanischen, italienischen oder britischen F3 unterwegs sein, wenn sich die internationale Aufmerksamkeit allein auf die F3 Euro Serie konzentrierte? Für einen Moment sah es so aus, als könnte die Euro Serie, die vom DMSB veranstaltet und von der ITR mit vermarktet wird, alle anderen Serien verdrängen. Und doch brach 2010 alles zusammen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

1. Konkurrenz
Es gibt eine wahre Flut von Nachwuchsserien. Renault erlaubt sich den Luxus einer zweistufigen Serie (World Series by Renault in zwei Klassen), dann gibt es die britische F3, Formel 2 und die GP3. Ein kurzer Blick auf die Serien:

- Die britische F3 hat, trotz aller Vermarktungsprobleme, und obwohl sie kaum im Fernsehen läuft, durchgehalten und der britische Motorsport gilt noch immer als “die” Schule für Nachwuchspiloten. Man hat vorne ein schmales Starterfeld, füllt aber mit der “National Class” auf, eine Nachwuchsserie in der F3. Allerdings – meist kommt nur der Meister weiter. Weiterer Nachteil: Man fährt bis auf Spa und Hockenheim nur in England.

- Die WSbR lebt allein von der Unterstützung durch Renault, hat sich aber, auch dank des guten TV-Deals mit Eurosport, gut etabliert. Die Fahrer werden gezielt an die GP2 herangeführt, viele wechseln oft zwischen der WSbR und der GP3 hin und her. Man befährt viele Formel Eins Strecken.

- Die Formel 2 ist eine Idee von Max Mosley, der eine billige Einstiegsserie haben wollte. Vermutlich hat er sich an seine eigene Zeit als Teambesitzer (March) erinnert. Die Serie ist wirklich billig (250.000 Euro/Saison), hat aber das Problem, dass sie als unfallträchtig gilt (Henry Surtees) und bis jetzt noch keinen “echten” Neuling hervor gebracht. Der letztjährigee Meister, Andy Soucek, geht nicht mehr als “Rookie” durch. Dieses Jahr sieht es mit Dean Stoneman und Joylen Palmer besser aus. Weiterer Vorteil: Man fährt parallel zu WTCC.

- Die GP3 ist eine Kopfgeburt von Bernie Ecclestone, der der von der FIA kontrollierten Formel 2 etwas entgegensetzen wollte. Die erste Saison läuft auch, trotz der Anbindung an die Formel 1, etwas schleppend, weil sie faktisch kaum im Fernsehen zu sehen ist.

Gegen alle diese Serie muss die Euro Serie ankommen. Der Start im Rahmen der DTM ist sicher nicht schlecht, aber die Serie leidet zum einen unter der fehlenden Internationalität der DTM. Im Grunde ist sie eine kleine deutsche Serie, die nicht mehr und nicht weniger international ist, als die britische F3. Dagegen sind die F2, die WSbR und die GP3 auf deutlich anderen Kursen unterwegs.

2. Vermarktung

Wieder der Vergleich:

- Die britische F3 wird miserabel vermarktet. Sie findet im Rahmen der British GT statt, eine Serie, die zum Beispiel der ADAC GT Masters nicht im entferntesten das Wasser reichen kann. Selbst die Dutch Supercar oder die BelCar scheinen erfolgreicher zu sein. Auch wird sie nicht live im Fernsehen übertragen, es gibt nur Aufzeichnungen auf MotorsTV. Dennoch parkt zum Beispiel Red Bull mindestens einen Fahrer weiterhin in England. Eine Vermarktung im social media Bereich findet nicht statt.

- Die WSbR hat Renault und einen Deal mit Eurosport. Mehr braucht es ja fast nicht mehr. Ansonsten macht man wenig. Die Facebook Seite ist miserabel gepfelgt (letztes Update Anfang Juli). Manchmal wundere ich mich, dass es die Serie überhaupt noch gibt, aber Renault nutzt sie wohl nur zu Marketingzwecken. Deswegen ist bei den Rennen der Eintritt auch immer frei.

- Die GP3 findet im Rahmen der Formel Eins statt, was ihr sehr viel Aufmerksamkeit beschert. Zwar gibt es (zumindest in Deutschland) keine Live-Übertragung, aber das braucht sie auch nicht unbedingt. Ecclestone hat die Serie bewusst ins Paddock zur GP2 gepackt, damit Synergien entstehen. Sowohl zwischen den Teams als auch zwischen Fahrern und Sponsoren. Zusätzlich wird sie per Facebook und Twitter verteilt.

- Die Formel 2 hat einen Deal mit Eurosport, die die Serie auch übertragen. Die Präsenz bei den WTCC-Rennen bringt zwar wenig Synergieeffekte für die Teams, da die Tourenwagen aber bei der FIA eine große Rolle spielen, sorgt die FIA dafür, dass die Formel 2 vernünftig eingebunden wird. So startet sie nicht morgens unter ferner liefen wie die GP3 und manchmal die F3 Euro, sondern meist gegen Mittag zwischen den WTCC-Läufen. Das bringt ihr die maximale Aufmerksamkeit. Sie sind auf Twitter zu finden, da werden aber nur Links auf die Webseite gepostet.

Die F3 Euro hat eigentlich keine schlechte Vermarktung. Oberflächlich gesehen zumindest besser als die britische F3. Sie wird live gezeigt, dazu Aufzeichnungen auf Sport1 und DMAX. Aber gegen die F2 und die WSbR kommt man nicht an. Richtig gut zu sehen war die Serie aber selbst zu ihren besten Zeiten in Deutschland auch nicht, da sie nur auf sky gezeigt wurde. Da hat man jetzt durchaus mehr erreicht. Zwar hat man auch eine überraschend gut gepflegte Facebookseite, auf Twitter war die Serie aber nicht zu finden.

Im Vermarktungsbereich muss sich die Serie nicht verstecken. Die TV-Präsenz ist für eine kleine Feeder-Serie gut. Auch die Pressearbeit kann sich sehen lassen.

3. Kosten

Um einen vernünftigen Vergleich anzustellen, reichen meine Zahlen nicht. Wie üblich sind Zahlen, was etwas kostet, schwer zu bekommen, die Teams halten ihre Budgets meist unter Verschluss. Aber man weiß dann ungefähr folgende Summen, die man braucht, um vorne mit dabei zu sein.

- Britische F3 ca. 300.000 Euro
- WSbR: in der 2 Liter Klasse um die 250.000, die 3.5 Liter weiß ich nicht
- F2: 250.000 Euro
- GP3: Nicht bekannt, sponsored by Bernie
- F3 Euro: Zwischen 750.000 und 1.000.000 Euro

Und da liegt wohl das Hauptproblem der Serie, sie ist schlicht und einfach zu teuer. Warum die Serie im Vergleich zu anderen so exorbitant teuer ist, ist schwer zu sagen, da man am Chassis wenig verändert hat. Vom Reglement her versucht man, die Kosten zu reduzieren, allerdings kann man für verschiedene Strecken, verschiedene Chassis verwenden. Nur während einer Rennveranstaltung darf man kein Chassis-Wechsel vornehmen.

Tatsache ist aber, dass die Teams schon seit Jahren über die Kostenexplosion klagen und vonseiten des Veranstalters (DSMB und das frz. Pendant, die FFSA) nichts unternommen hat. Auch nach der Ankündigung der FIA, die F2 ins Leben zu rufen, wo die Kosten massiv begrenzt sind, tat sich bei den Regelhütern nichts. Eine fast sträfliche Unachtsamkeit, die spätesten seit dem Beginn der Wirtschaftskrise im September 2008 nicht angegangen wurde. Kein Wunder, dass sich Teams, Fahrer und Sponsoren nach anderen Möglichkeiten umgesehen haben.

Das Resultat kann man dieses Jahr sehen. Schlecht besetzt, kleines Starterfeld und Teams, die offen darüber diskutieren, ob ein Einsatz in der britischen F3 nicht mehr Sinn macht. Wenn man bedenkt, die schlecht die britische Serie in Sachen Vermarktung aufgestellt ist, kann man erkennen, wie miserabel die Stimmung bei den Teams sein muss.

Der DSMB zog am letzten Wochenende die Notbremse und setze sich mit den Teams an einen Tisch. Heraus kam eine Absichtserklärung der Teams für eine Vereinbarung, auch 2011 in der F3 Euro Serie zu starten. Bös ausgedrückt: eine nicht bindende Absichtserklärung für eine später zu erfolgende, andere Absichtserklärung mit den paar Teams, die jetzt noch unterwegs sind.

Noch wird die Serie von Mücke, ART, Signature und der Motopark Academy getragen. Wenn auch nur ein Team den Absprung macht, sieht es schlecht aus. Und ART hat in diesem Jahr schon einen Gaststart in den britischen F3 hingelegt. Wenn ART geht, könnten andere schnell folgen. Und deswegen versucht der DMSB die Serie zu retten.

Dafür müsste man allerdings auch Konzept vorlegen, wie die Kosten gesenkt werden können und wie man die Qualität der Serie wieder anheben kann. Allerdings – offiziell gibt es kein Konzept. Zwar haben VW und Mercedes als Motorlieferanten ein hohes Interesse am Erhalt der Serie, aber letztlich liefert man die Motoren europaweit aus. Der Verlust der im Moment wenigen Wagen aus der Euro Serie stellt kein großes finanzielles Risiko da. Für eine Rettung der Serie ist es noch nicht zu spät, angesichts der fortgeschrittenen Saison und den schon laufenden Planungen der Teams für 2011, die ihre Budgets bis zum Winter durchhaben wollen, wird die Zeit aber mächtig eng.

Die goldenen Zeiten, als man in Europa praktisch Alleinherrscher war, sind aber vorbei. Sollte die britische F3 weiter so gut laufen und neue Teams anziehen, dürfte es auch nicht mehr lange dauern, bis sie wieder live im Fernsehen zu sehen ist und dann wird es für die F3 Euro richtig eng. Die F3 Euro Serie hat zu lange von ihrem Ruf legt und die aufkommende Konkurrenz zu lange ignoriert. Der Schaden scheint fast irreparabel.

Anmerkung: Ich habe die ADAC F3 Serie nicht mit in die Liste aufgenommen, weil sie bisher keine Konkurrenz zu den erwähnten Serien darstellt.

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12 Comments

  1. Bei der GP3 kann ich nicht ganz zustimmen.

    Die Saison läuft nicht schleppend, die GP3 ist eingeschlagen wie eine Bombe. Teilweise passen die Fahrzeuge gar nicht auf die Start- und Zielgerade, so viele sind es. Die Fahrzeuge pro Team sind beschränkt und alle bekannten Teams im Nachwuchssport sind vertreten.

    Übertragen wird die GP3 bei Eurosport2. Sonntags immer live, davor meistens das Samstagsrennen als Aufzeichnung. Das Rennen am Samstag gab es aber auch schon einmal live. Okay es läuft nicht im FreeTV, aber die Reichweite von Eurosport2 sollte deutlich höher sein als die der GP2 bei Sky Sport (auf Deutschland bezogen).

    1. Jeder Sat-Kunde der Sky Sport (HD, Film oder Bundesliga) hat, empfängt automatisch Eurosport2.
    2. Wer bei Kabel Deutschland die Privaten digital empfangen kann, hat ebenfalls Eurosport2 automatisch.
    3. Eurosport2 gibt es bei den anderen großen Kabelanbietern in einem kleinen günstigen Paket + die Möglichkeit den Eurosport Webplayer zu abonnieren.

    Die Rennen der GP3 sollen übrigens aus Spa auf Eurosport Int. übertragen werden. Beide Sonntags, zuerst das Rennen vom Samstag als Aufzeichnung und anschließend das Sonntagsrennen live.

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  2. nona

    Die Empfangbarkeit der F3 Euro halte ich für grenzwertig bis schlecht. Mit der Liveübertragung auf n-tv hat man sich in meinen Augen einen Bärendienst erwiesen, denn weder besticht man dort mit überbordender Kompetenz noch mit hoher Ansehbarkeit. Der allzeit präsente Newscrawler unten im Bild lenkt so sehr ab, dass man deutlich weniger motiviert ist, dabeizubleiben oder von vornherein einzuschalten. Die Quoten dort dürften mikroskopisch sein. Die Rennberichte auf anderen Sendern sind so gut versteckt, dass man sie kaum wahrnimmt. Dass auf DMAX etwas in der Art kommt, war mir bislang sogar völlig entgangen. Auf Sport1 gibt es Rennberichte, die irgendwo, irgendwann mal, in der Nähe der DTM-Berichterstattung auftauchen, mal angekündigt und mal auch nicht (ganz im Gegensatz z.B. zu solchen Hammerserien wie Seat Leon Supercopa oder gar Volkswagen Sirocco R-Cup…), ohne einheitlichen Sendeplatz oder vernünftige Betitelung. Und wie lange ist es her, dass vor oder nach den Quali- und Rennübertragungen in der ARD auch die F3 ausführlich gefeatured wurde? Ich kann mich nur an zwei-drei mal Anfang der DTM-Saison erinnern.

    Aber neben den Kosten (die wohl der gewichtigste Grund für das dünne Starterfeld sind) machen auch in Sachen Konzept andere Serien mehr her. Die “Teamlosigkeit” mit den zentralen und rotierenden Mechanikern in der F2 sind für eine Nachwuchsserie so ideal, dass man sich dringend fragen muss, warum andere Nachwuchsserien es nicht ebenso machen. Besser kann man das Talent junger Fahrer, bzw. den Nachweis desselben, kaum in den Vordergrund stellen.

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  3. aufmerksamer Leser

    Die F3 ES ist unter anderem deswegen so teuer weil in ihr viel Entwicklungsarbeit geleistet werden darf/wird. Die großen Teams beschäftigen teilweise eigene Aerodynamiker. Das sehe ich als kleinen Vorteil für die Fahrer an, vor allem in Hinblick auf eine spätere Karriere in der F1. Ständig müssen neue Teile getestet und verglichen werden. In welcher Nachwuchsserie gibt es das schon noch.

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  4. Vorsicht

    Ist sicher richtig, dass die Erfahrungen in Punkto Professionalität, die man in der F3 Euro sammeln kann, in der späteren Karriere helfen. Es bestehen aber eben auch zwei Gefahren:
    1) Es kann, wie in dieser Saison, einfach keiner mehr bezahlen. Das Starterfeld schrumpft.
    2) Es setzt sich nicht zwingend das größte Talent durch, sondern der, der den besten Technikerstab zahlen kann. Dass man mit Geld besser weiterkommt, ist natürlich auch für fast alle anderen Serien wahr. Aber man muss es ja nicht noch zusätzlich herausfordern.

    In der Hinsicht finde ich das “keine Teams”-Konzept der F2 ebenfalls besser.
    Auch, wenn man zugeben muss, dass das seine Limitierungen hat – etwa dann, wenn mangels ausreichender Mechaniker zum Reifenwechsel bei Regen abgebrochen werden muss.
    Oder wenn, wie ebenfalls in dieser Saison, die Serie zu einer Art Auffangbecken für Fahrer wird, die zum Teil aus gutem Grund kaum Sponsoren finden. Und zum anderen Teil für solche, die in der F2 eine gute Möglichkeit finden, vergleichsweise günstig Rennen zu fahren, ohne ernsthafte Aufstiegsambitionen zu haben (etwa Plamen Kralev oder Bollywood-Star Ajith Kumar).
    Das soll jetzt nicht alle F2 Fahrer schlecht machen: Stoneman und Palmer (und noch ein paar andere) scheinen ja wirklich Talent zu haben – bin gespannt, wie sie sich in anderen Serien schlagen.
    Sorry, wenn das jetzt am Ende ein wenig Off-Topic gegangen ist ;)

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  5. Vorsicht

    Ach ja, und nochwas, diesmal sogar direkt zum Thema: Nach einem Streit zwischen Jonathan Palmers Firma Motorsport Vision (Betreiber der F2 und der Strecken von Brands Hatch, Oulton Park, Snetterton und Cadwell Park) und einigen Teams wird die Britische Formel 3 im kommenden Jahr fünf ihrer 10 Saisonwochenden im Ausland bestreiten. Geplant sind derzeit wohl Nürburgring, Monza, Spa, Paul Ricard und Portimao. Sie wäre damit “internationaler” als die F3 Euroseries, die in diesem Jahr viermal außerhalb Deutschlands fährt. (siehe http://www.motorstv.com/car/single-seater/f3/05082010/british-f3-msv-tracks-be-snubbed )

    Ähnliches gilt heuer auch schon für die Open F3 (=spanische F3), die in bereits schon vier ihrer acht Veranstaltungen außerhalb Spaniens fährt.

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  6. Interessante Meldung. Der Verlust von Oulton Park und Brands Hatch ist natürlich hart, außerdem machen die vielen Reisen die Serie deutlich teurer.
    Spannend ist aber die Sache mit Stephane Ratel. Der organisiert ja auch die FIA GT1 und die genannten Strecken werden allesamt von seiner Serie genutzt. Das lässt zumindest die Vermutung zu, dass Ratel die britische F3 ins Programm mit aufnehmen könnte, was ja durchaus Sinn macht. Viele GT-Fahrer haben ja in Monopostoserien angefangen, die Strecken sind von der Auswahl her nicht schlecht. Und bei dem Auftrieb, die die FIA GT hat, dürfte es auch möglich sein, dass sie besser übertragen wird. Kein Wunder, dass die Teams der F3 Euro überlegen zu wechseln.

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  7. aufmerksamer Leser

    @ Vorsicht
    Klar, die F2 ist in preislicher Hinsicht hervorragend. Meines Erachtens wäre es sinnvoll, wenn die F2 unter der F3 ES positioniert wäre, bzw. die F3 ES darüber. Sprich zuerst werden die Fahrer unter gleichen Voraussetzungen ausgesiebt und anschließend geht man in eine professionellere Serie in der auch entwickelt werden kann.

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  8. @ aufmerksamer Leser:
    Wäre logisch andersherum. So war es zumindest in der Vergangenheit. Sportlich gesehen ist die F2 schwächer, das stimmt schon. Im Moment fehlt aber sowieso nach dem Ende der Formel BMW eine weitere Serie, von der man aus dem Kartsport aufsteigen kann. Formel Ford gibt es in Deutschland ja nicht mehr (wohl aber in GB). Die Briten haben zusätzlich die Formel Palmer. Der Sprung vom Kart in die F2 ist dann aber doch recht groß.
    Wenn die Euroserie dann auch noch den Bach runtergeht, wird es schwer für deutschsprachige Talente.

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  9. Es gibt ja nach wie vor noch die Formel Renault 2.0 (vergleichbar vom Reiseaufwand mit der Formel BMW), ADAC Formel Masters und eventuell die Formel Gloria (mit starken Abstrichen). Die Serien gehen den Nachwuchsfahrern aus dem Kart schon nicht aus. Problematischer ist immer noch die finanzielle Seite (aber dies trifft bereits schon auf den Kartsport zu).

    Die F3 Euro hat sich schlicht selbst überflüssig gemacht. Was sollen Eigenentwicklungen auf diesem Niveau bringen. In der Karriereleiter ist die F3 als zweite Serie nach dem Kartsport eingegliedert (ohne Winterserien gerechnet). Wenn Eigenentwicklung, dann frühstens aber der GP2. Diese ist aber bereist heute schon überteuert. Die F3 Euro künstlich aufwerten und eine andere Serie künstlich abwerten, nur damit die F3 Euro am Leben erhalten werden kann, ist wie Perlen vor die Säue.

    Es war doch von Anfang an klar, dass bei der großen Anzahl an Formelserien früher oder später die eine oder andere auf der Strecke bleiben wird. Zuerst musste die IFM über die Klinge springen, nun folgt die F3 Euro. Das die F3 Euro zu den sterbenden Serien gehören würde, war nun auch nicht so schwer vorherzusehen.

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  10. aufmerksamer Leser

    Die F3 an sich ist nicht wirklich die Serie welche nach dem Kartsport kommt, da ist mindestens ein Zwischenschritt nötig. Im Gegenteil ist die F3 sogar teilweise schon der letzte Schritt vor der F1 gewesen, siehe Sutil, Klien, usw. Insofern finde ich es nicht verkehrt dass in ihr entwickelt wird. Irgendwo müssen es sowohl Fahrer als auch Ingenieure schließlich lernen. Die großen Probleme neue Teams für die F1 zu gewinnen liegen nicht zuletzt darin begründet, dass es im Formelsport viel zu wenige Serien gibt in denen die Teams mit selbst Konstruierten Wagen antreten können/müssen. Selbst den großen und erfolgreichen Teams wie ART fehlt im Grunde komplett die Infrastruktur und das nötige Personal um Rennwagen zu kontstruieren und zu fertigen. Müssten sie schon für die GP2 ein Auto bauen, wäre der Schritt in die F1 nicht so groß und demzufolge nicht unüberwindlich wie aktuell.

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  11. Gok

    http://www.racing1.de/home/news/newsseite/hohe-reichweiten-fuer-formel-3-euro-serie/f6afddf8fe/ Das hört sich ganz ordentlich an. Mal sehen wie lange wir noch bei der Serie zuschauen dürfen

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  12. @Gok: Danke für den Link.

    Das sind hübsche Zahlenspielereien der ITR und des DMSB, die nichts bringen. Zum Vergleich: laut deren Aussage hat die Webseite im Schnitt 316.481 Seitenzugriffe. Nur so zum Vergleich: das kleine Magazin hier hat ca. 280.000. Es ist also nicht soooo weit her mit der F3 im Netz, obwohl sie eine gute Facebook Fanseite haben, was man ihnen ja lassen muss.

    Die anderen Zahlen lassen sich schwer auseinanderrechnen, so auf die Schnelle. Der Satz “Allein in diesem Jahr verfolgten 

640.000 Zuschauer die nationale Liveberichterstattung der Formel 3 Euro Serie auf n-tv” bezieht sich auf was? Zum Vergleich: Die Trauerfeier von Michael Jackson schauten sich runf 1,3 Mio Zuschauer auf n-tv an, was ein absoluter Ausreißer ist. Normalerweise liegt die Quote bei denen, so aus dem Kopf, bei um die 100.000 Zuschauer. Da in der Woche am Vormittag mehr TVs laufen als am Wochenende, vermute ich mal schwer, dass die F3 ihre Zahlen zusammengerechnet hat. Also nicht im Schnitt an einem Wochenende (beide Läufe) 600.000 sondern im gesamten Jahr. 60.000 pro Rennen klingt auch deutlich richtiger. Wie viele Zuschauer allerdings jedes Rennen sehen, ist dann wieder eine andere Frage, die werden also doppelt und dreifach gezählt.

    Die Printaussage ist ein Witz. “262 Berichte mit einer Gesamtauflage von 65.543.887 Exemplaren”. Zum einen wird kein Unterschied zwischen einem Artikel (also richtigem Bericht), einer dpa Meldung oder einem Zweizeiler unter “ferner liefen” gemacht. Es kann also sein, dass in vielen Tageszeitungen nur ein “Das Rennen zum Lauf der F3 Euro in Hockenheim gewann XY” Satz zu lesen ist. Ob der in einer Art “Kurzmeldungsticker” am Rand auftauchte, oder auch nur als Schlusssatz einer DTM Meldung wird nicht aufgeschlüsselt. Wenn man aber so vorgeht und selbst eine reine Erwähnung auf Seite 32 unten links mitzählt, kommt man natürlich auf diese astronomische Summe. Mit Reichweite, also dass man tatsächlich jemanden erreicht hat, der das mit Interesse gelesen, oder gezielt danach gesucht hat, hat das alles nichts zu tun.

    Die Besucherzahlen sind interessant, beziehen sich aber a) auf das gesamte Rennwochenende und b) nicht auf die F3 sondern auf die DTM. Wie man schon anhand der TV-Bilder sehen kann, sind die Tribünen bei den Vorrennen höchstens zu 20% gefüllt.

    Alles in allem: Die F3 rechnet sich ihre Reichweite mit Zahlentricks schön. Mit der Wahrheit hat das nichts zu tun. Vielleicht müssen sie das, aber bitter ist dann schon, dass die Kollegen die Zahlen einfach so unkommentiert abdrucken. Armselig.

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