Home NASCARCoup in Indianapolis: Wie Corey Heim den etablierten NASCAR-Stars die Show stahl

Coup in Indianapolis: Wie Corey Heim den etablierten NASCAR-Stars die Show stahl

Corey Heim hat die NASCAR-Welt auf dem Indianapolis Motor Speedway komplett auf den Kopf gestellt und das prestigeträchtige Brickyard 400 gewonnen – Im Teilzeit-Auto von 23XI Racing hielt der Youngster den Spitzenstars stand und feierte im 15. Cup-Start seinen bisher größten Karriereerfolg

von André Wiegold / Leadlap.de
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Der erst 23-jährige Corey Heim hat am vergangenen Sonntag auf dem legendären Indianapolis Motor Speedway für eine dicke Sensation gesorgt und das traditionsreiche Brickyard 400 der NASCAR Cup Series gewonnen. Der Teilzeit-Pilot behielt im Toyota mit der Startnummer 67 für 23XI Racing über einen finalen 34-Runden-Grünphasen-Sprint kühlen Kopf und setzte sich hauchdünn gegen Christopher Bell sowie Joey Logano durch.

In seinem erst 15. Start im Oberhaus feierte der Nachwuchsstar damit bereits seinen zweiten Rennsieg, bevor er in der kommenden Saison vollzeit im Cup-Zirkus an den Start gehen wird.

Den Grundstein für diesen Coup legte der entscheidende Restart in Runde 127 nach einem Crash. Während der führende Denny Hamlin die bevorzugte Innenbahn wählte, entschied sich Heim für die Außenbahn und profitierte von einem gewaltigen Push durch Joey Logano.

Heim schob sich hauchdünn an Hamlin vorbei, schnappte sich die Führung und überquerte den Zielstrich nach einer fehlerfreien Abwehrschlacht schließlich mit gerade einmal 0,287 Sekunden Vorsprung auf Bell.

Der Sieger zeigte sich im Ziel völlig erschöpft, aber überglücklich über seinen Triumpf auf dem Oval-Klassiker. „Verdammt, das war eine echte Herkulesaufgabe. Ich habe mich einfach nur festgekrallt, als der Schatten auf die Strecke fiel und das Tempo anzog. Mein Auto tendierte extrem zum Übersteuern. Und weil ich den ganzen Tag kaum freie Fahrt hatte, musste ich so hart wie noch nie in meinem Leben kämpfen, um mich auf die Kurvenausgänge zu konzentrieren und die Verfolger in der Dirty-Air zu halten“, analysierte Heim.

Trotz eines kleinen Wacklers in Kurve 1 kurz vor Schluss ließ sich der Youngster die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Auch Verfolger Christopher Bell musste anerkennen, wie abgebrüht der Teilzeitfahrer die Führung ins Ziel rettete. „Er hat exzellente mentale Stärke bewiesen und 35 richtig gute Runden zusammengebracht. Ich hatte einfach keine Gelegenheit für einen echten Angriff“, zollte Bell dem Sieger Respekt, nachdem er bereits zum sechsten Mal in dieser Saison als Zweiter gewertet wurde.

Für Hamlin blieb am Ende nur der frustrierende fünfte Platz, weil das Teamwork mit seinen Joe Gibbs Racing-Teamkollegen beim Restart fehlschlug. „Wenn du um einen Zentimeter vorne bist, dann nutzt du diesen Zentimeter auch aus. Es lag eher an uns, dass wir keinen gescheiten Push organisiert bekommen haben. So verliert man diese Rennen, denn bei den Restarts dreht sich alles um den richtigen Push“, ärgerte sich Hamlin, der seine Tabellenführung in der Gesamtwertung dennoch weiter ausbaute.

Neben dem Überraschungssieger gab es an diesem Sonntag einen weiteren unerwarteten Millionär im Infield von Indianapolis. Todd Gilliland sicherte sich im Finale der In-Season-Challenge den Hauptpreis von einer Million US-Dollar für sein Team Front Row Motorsports. Ein Crash in Runde 120 warf den favorisierten Ryan Blaney zurück und ebnete Gilliland den Weg, obwohl dieser nur auf dem 24. Rang ins Ziel kam. Blaney kam zwar auf Platz 26 noch einmal nah heran, schaffte es aber nicht, AJ Allmendinger zu überholen und Gilliland zu attackieren.

„Das fühlt sich richtig gut an. Natürlich hätten wir uns ein besseres Rennresultat gewünscht, aber wir haben genau das getan, was nötig war“, erklärte Gilliland nach dem Gewinn des Sonderwettbewerbs. „Wir hatten natürlich etwas Glück, aber eine Million Dollar für die gesamte Mannschaft ist einfach gewaltig.“

Für das Traditionsteam Hendrick Motorsports wandelte sich der Renntag in Indianapolis hingegen zu einem Desaster. Titelverteidiger Kyle Larson hatte sich mit einer mutigen Boxenstrategie früh in Führung gearbeitet, bevor ein Reifenschaden hinten links in Runde 45 all seine Hoffnungen zerstörte. Larson schlug hart in die Wand ein und musste das Rennen schlussendlich als 39. beenden.

„Das ist natürlich extrem enttäuschend. Wir hatten uns hervorragend positioniert, um viele Punkte mitzunehmen und die Track-Position zu halten. Ich hatte keinerlei Vorwarnung, das Heck ging einfach weg“, fasste Larson seine Frustration nach dem Ausfall zusammen. Auch Teamkollege Chase Elliott erlebte einen Tag zum Vergessen: Nach einer Berührung mit Ricky Stenhouse Jr. krachte er in die Mauer und belegte nach langwierigen Reparaturarbeiten nur den 37. Platz.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

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