Denny Hamlin hat am Sonntag auf dem Pocono Raceway mit einer taktischen Meisterleistung NASCAR-Geschichte geschrieben. Der Routinier aus dem Lager von Joe Gibbs Racing triumphierte auf der legendären 2,5-Meilen-Strecke in Pennsylvania und feierte seinen historischen achten Sieg auf dem Tricky-Triangle. In einem dramatischen Finale, das ganz im Zeichen des Spritsparens stand, rettete Hamlin einen Vorsprung von 1,678 Sekunden auf Tyler Reddick über die Ziellinie.
Für den 45-jährigen Routinier bricht mit diesem Erfolg eine völlig neue Ära an. Zum ersten Mal in seiner mittlerweile 21-jährigen Fulltime-Karriere in der Cup-Serie feierte Hamlin nach seinen Erfolgen in Nashville und Michigan drei Siege in Serie. Mit nun insgesamt 64 Rennsiegen schiebt sich der Pilot der Startnummer 11 auf den alleinigen neunten Platz der ewigen Bestenliste vor und lässt den unvergessenen, zweimaligen Champion Kyle Busch hinter sich.
„Das ist hier einfach so besonders“, gab ein sichtlich gerührter Hamlin nach dem geschichtsträchtigen Triumph zu Protokoll. Er hob sofort die Leistung seiner Boxencrew hervor, die derzeit fehlerfrei agiere und ihm Woche für Woche pfeilschnelle Autos hinstelle. Die Brust beim Gibbs-Team ist nach dem jüngsten Lauf riesengroß. Hamlin betonte: „Ich würde sagen, das ist definitiv die beste Phase, die wir je hatten. Wir kommen jede Woche an die Rennstrecke und wissen, dass wir eine echte Siegchance haben.“
Durch den Hattrick spitzt sich auch der Kampf um die reguläre Meisterschaft nur zehn Rennen vor dem Start der Playoffs dramatisch zu. Reddick, der für das von Hamlin und NBA-Legende Michael Jordan geführte Team 23XI Racing startet, spürt den Atem seines eigenen Chefs im Nacken. Sein einst dreistelliger Vorsprung in den Punkten ist auf magere 19 Zähler geschrumpft.
Der zweitplatzierte Reddick haderte im Ziel mit den verpassten Gelegenheiten, nachdem er sich nach einem späten Restart wegen des Verdachts auf einen schleichenden Plattfuß mühsam wieder von Rang fünf nach vorne kämpfen musste.
„Das ist ein Dämpfer“, gab der Vizemeister offen zu. Er habe an einigen Stellen entscheidende Zeit verloren, teilweise durch harte Zweikämpfe, teilweise durch schlichtes Pech im Verkehr. Zudem fehlten Reddick wichtige Bonuspunkte aus den Stages, da das Qualifying bereits nicht optimal verlaufen war.
Das ganz große Drama des Rennens spielte sich jedoch bei Hamlins Teamkollegen Christopher Bell ab. Der Gibbs-Pilot riskierte im angeschlagenen Zustand – mit einem gebrochenen linken Handgelenk aus der Vorwoche – alles und setzte auf eine extreme Spritsparstrategie. Fünf Runden vor dem Ende musste er Hamlin ziehen lassen, ehe der Tank in der absoluten Schlussphase komplett trocken war.
Bell landete trotz des heroischen Kampfes nur auf Platz 26, verteidigte das taktische Risiko aber als absolut lohnenswert, da er ohnehin außerhalb der Top 20 festgesteckt hätte.
Hinter den beiden dominanten Toyotas sicherte William Byron im Hendrick-Chevrolet den dritten Platz ab. Dahinter überraschte John Hunter Nemechek im Toyota von Legacy Motor Club als Vierter. Nemechek sammelte mit 42 Führungsrunden im Rennen mehr Führungskilometer als in den gesamten vergangenen beiden Saisons zusammen. Hinter Kyle Larson komplettierte Erik Jones die Top 6.
Der Kampf um die verbleibenden Chase-Plätze wird unterdessen immer brutaler geführt. Während Weltmeister Shane van Gisbergen auf Rang 14 mit zehn Punkten Vorsprung auf die Linie etwas durchatmen kann, brennt dahinter der Baum.
Jones und Austin Cindric zittern sich mit nur vier Pünktchen Vorsprung auf den ersten Verfolger Brad Keselowski durch, während Penske-Star Joey Logano bereits 21 Punkte Rückstand auf die Top 16 aufweist. Am kommenden Wochenende wartet auf die Piloten völliges Neuland, wenn das Debüt auf dem Qualcomm Circuit in San Diego ansteht.
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

1 Kommentare
Wieder nichts dazu warum Toyota so dominant ist und warum Chevrolet und Ford aktuell nicht mit halten können.
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