Home NASCARItalienische Flaggen in Spanien: Ercoli und Ghirelli gewinnen den V8GP-Auftakt der EuroNASCAR

Italienische Flaggen in Spanien: Ercoli und Ghirelli gewinnen den V8GP-Auftakt der EuroNASCAR

Gianmarco Ercoli und Vittorio Ghirelli entschieden die ersten beiden V8GP-Läufe auf dem Circuit Ricardo Tormo im spanischen Valencia für sich – Damit ist der Schlagabtausch in der NASCAR Euro Series offiziell eröffnet

von André Wiegold / Leadlap.de
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Gianmarco Ercoli und Vittorio Ghirelli entschieden die ersten beiden V8GP-Läufe auf dem Circuit Ricardo Tormo im spanischen Valencia für sich – Damit ist der Schlagabtausch in der NASCAR Euro Series offiziell eröffnet

Gleich zweimal erklang nach den Rennen am vergangenen Wochenende die italienische Hymne auf dem Podium. Die beiden Top-Stars der Serie, Gianmarco Ercoli und Vittorio Ghirelli, dominierten das Geschehen in der spanischen Hitze.

Ercoli dominiert den Samstag
Im ersten Lauf brachte Ercoli im Alumitec-Ford genau die Pace auf den Asphalt, die sich bereits in den freien Trainings und im Qualifying angedeutet hatte. Der Champion von 2023 drückte dem Rennen seinen Stempel auf, führte jede Runde an und siegte mit komfortablem Vorsprung vor Paul Jouffreau. Mit diesem Erfolg schraubte Ercoli sein Konto auf insgesamt 14 V8GP-Siege hoch.

„Es war nicht einfach, denn ich habe hart mit mir gekämpft, um die schnellste Zeit für morgen zu setzen“, so Ercoli, der sich mit der schnellsten Rennrunde die Pole-Position für den Sonntag sicherte. „Ich habe extrem gepusht, da ich erst in den letzten sechs Runden die gewünschte Pace fand.“

Hinter Ercoli und Jouffreau folgte Ghirelli, der die Meisterschaft bereits 2024 und 2025 gewonnen hatte. Eine faustdicke Überraschung gelang Jordan O’Brien im Hendriks-Ford: Der Texaner, der 2025 erste Erfahrungen in der OPEN-Meisterschaft sammelte, fuhr am Samstag auf einen starken vierten Platz.

Chaos und Aufholjagden
Der Samstag blieb jedoch nicht ohne Zwischenfälle. Vladimiros Tziortzis erhielt eine Strafe, nachdem er in Kurve 2 Fabrizio Armetta touchiert hatte. Letzterer driftete durch das Gras zurück auf die Strecke und riss mehrere Konkurrenten unverschuldet ins Verderben. Davon betroffen waren unter anderem Nelson Piquet Jr., Thomas Krasonis sowie der Deutsche Julien Rehberg.

Das Team BS+BREMOTION kämpfte im Qualifying zunächst mit Zündproblemen, bekam diese jedoch rechtzeitig in den Griff. Garrett Lowe gelang im Chevrolet mit der Startnummer 99 eine beeindruckende Aufholjagd von Platz 24 bis vor auf Rang sieben. Damit sicherte er sich Bonuspunkte für die meisten gewonnenen Positionen und landete auf dem dritten Platz der Junior Trophy (Fahrer bis 25 Jahre). Der Sieg in der Amateurwertung (Challenger Trophy) ging an Kenko Miura.

Ghirellis Triumph am Sonntag
Am Sonntag schlug die Stunde des amtierenden Champions Ghirelli. Dabei profitierte der Italiener auch vom Pech der Konkurrenz, ganz nach dem Motto: „To finish first, you have to finish first.“ Zuerst fiel Ercoli mit einer defekten Servolenkung zurück, dann erlitt der führende Jouffreau einen Reifenschaden. Schließlich musste auch der zeitweise Erstplatzierte O’Brien sein Fahrzeug mit einem technischen Defekt vorzeitig abstellen.

Der PK-Carsport-Chevrolet von Ghirelli hielt der Belastung stand, und so fuhr der „Iceman“ souverän zu seinem ersten Saisonsieg. Dahinter landete ein kämpferischer, wenn auch gesundheitlich angeschlagener Garrett Lowe. Er setzte den Champion mehrfach unter Druck, fand jedoch keinen Weg vorbei. Dennoch feierte Lowe den Sieg in der Junior Trophy. Nelson Piquet Jr. komplettierte das Podium auf Rang drei und sicherte sich damit bei seinem EuroNASCAR-Debüt direkt eine Trophäe. Für Ghirelli markierte dies den 16. Erfolg in der V8GP-Klasse.

Erfolg für deutsche Teams
Hinter dem Führungstrio reihten sich Thomas Krasonis und Julien Rehberg ein. Während sich Krasonis mühsam durch das Feld nach vorne gearbeitet hatte, feierte Rehberg aus Haltern am See sein bislang bestes Ergebnis in der V8GP-Meisterschaft. Gemeinsam mit Lowe stand er zudem für das Team Bremotion auf dem Podium. In der Challenger Trophy triumphierte am Sonntag Giovanni Cartechnini (CAAL Racing).

Hitze fordert ihren Tribut
Für einen Schreckmoment sorgte Ercoli, der sein Auto kurz vor Schluss am Ende der Start-Ziel-Geraden abstellen musste, ausstieg und an der Mauer zusammenbrach. Das medizinische Team versorgte den Italiener sofort; nach einem kurzen Check im Medical Center gab es jedoch Entwarnung. Die extreme Hitze und die körperliche Anstrengung hatten dem Piloten zugesetzt. Dies unterstrich einmal mehr die Leistung von Beitske Visser, die am Samstag das gesamte OPEN-Rennen ohne Servolenkung bewältigt hatte.

Der aktuelle Meisterschaftsstand: Vittorio Ghirelli reist mit 74 Punkten als Gesamtführender aus Valencia ab. Dicht dahinter folgt Garrett Lowe mit nur fünf Punkten Rückstand, womit er gleichzeitig die Junior Trophy anführt. Gianmarco Ercoli belegt mit neun Punkten Rückstand Rang drei. Die nächste Station der NASCAR Euro Series ist Le Castellet (Frankreich) am 23. und 24. Mai.

Bitteres Wochenende für Lessard in Valencia: So gingen die Siege an Thomas Toffel

Thomas Toffel gewann beide Läufe der NASCAR Euro Series OPEN beim Saisonauftakt in Valencia aufgrund der technischen Probleme und Zeitstrafen von Raphael Lessard – Der Schweizer nutzte die Schwächen des Kanadiers konsequent aus und übernahm damit die Führung in der Gesamtwertung

Das Eröffnungsrennen der OPEN-Klasse der NASCAR Euro Series in Valencia war Fluch und Segen zugleich – je nachdem, welcher Fahrer gefragt wird. Thomas Toffel setzte sich beim Saisonauftakt in Spanien an beiden Renntagen durch und sicherte sich damit bereits zu Beginn einen beachtlichen Vorsprung in der Gesamtwertung.

Der Schweizer profitierte dabei am gesamten Wochenende vom Pech des Alumitech-Racing-Neuzugangs Raphael Lessard. Der Kanadier hatte in beiden Läufen das Potenzial zum Sieg, verlor den ersten Platz jedoch aufgrund technischer Probleme, während der lauernde Toffel beide Male zur Stelle war und die Siege einstrich.

„Ich fühle mich großartig! Das war das perfekte Wochenende für die OPEN-Division“, sagte Toffel in der Victory Lane. „Eigentlich wäre ich lieber als Zweiter ins Ziel gekommen und er hätte gewinnen sollen, denn Lessard war einfach schneller. Seine Pace war besser, also müssen wir uns noch steigern. Gegen Ende habe ich viel Traktion verloren, was es schwierig machte, vor Dombrowski und Linster zu bleiben. Aber am Ende sind die Regeln eben die Regeln. Es war erst Lessards zweites Wochenende in der Euro-NASCAR; ich hatte zu Beginn meiner Karriere die gleichen Probleme, deshalb bin ich sicher, dass er im Rest der Saison ganz vorne mitmischen wird.“

Im ersten Rennen wurde Lessard fünf Runden vor der Zielflagge langsamer, woraufhin Toffel die Führung übernahm. Der Sonntag verlief für den Newcomer kaum besser: Während einer Gelbphase überschritt der Alumitech-Pilot die erlaubte Geschwindigkeit. Die daraus resultierende 10-Sekunden-Zeitstrafe warf ihn am Ende auf Rang fünf zurück, obwohl er als Erster die Ziellinie überquert hatte.

Claudio Cappelli, der es bereits am Samstag auf das Podium geschafft hatte, sicherte sich am Sonntag den Sieg in der Legend Trophy. Er lieferte sich einen harten Kampf mit Kenko Miura, der in dieser Wertung Platz zwei belegte und das Rennen auf dem sechsten Gesamtrang beendete. Miura sicherte sich jedoch nicht nur den zweiten Platz in der Legend Trophy: Der Japaner holte sich zudem die Bonuspunkte für die meisten gewonnenen Positionen, nachdem er von Startplatz 21 ins Rennen gegangen war.

In der Lady Trophy überzeugte Beitske Visser mit einem – im wahrsten Sinne des Wortes – starken Auftaktwochenende, wenn man bedenkt, dass die Pilotin zuvor lediglich einen Test und einen Trackday in Meppen absolviert hatte. Trotz eines Ausfalls der Servolenkung am Samstag erkämpfte sich die Niederländerin ein Top-15-Ergebnis.

Am Sonntag sicherte sich die Neuzugängin den zehnten Platz und damit die Lady Trophy vor Vanessa Neumann. Letztere hatte das Samstagsrennen in der Frauen-Wertung gewonnen und bei ihrem Debüt in der Startnummer 30 von Rette Jones Racing mit Rang 8 ein persönliches Bestergebnis erzielt.

Nach dem Eröffnungswochenende reist Toffel mit einem Vorsprung von 80 Punkten ab. Dahinter folgen Linster und der Führende der Legend Trophy, Cappelli, mit 69 Zählern. Tziortzis und de Groot belegen die Plätze vier und fünf, direkt vor Lessard. Dieser wird beim nächsten Lauf am 23. Mai auf dem Circuit Paul Ricard in Frankreich versuchen, die verlorenen Punkte wieder gutzumachen.

Foto: NASCAR Euro Series / Bart Dehaese

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