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24h Le Mans: Vorschau LMGT3 2025

von DonDahlmann
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Mit satten 24 Startern stellt die GT3 die größte Klasse in Le Mans. Dementsprechend ist es schwer, einen Favoriten auszumachen.

Die GT3 ist erfolgreich, auch in Le Mans. Wenn 24 Autos (plus 2 auf der Reserveliste) für das Rennen gemeldet sind, dann ist das auch für den ACO ein Erfolg. Zwar vermisse ich weiterhin die GTE-Klasse, weil diese doch etwas besonderes war, aber auf der anderen Seite ist die Vielfalt der Marken in der GT3 auch sehr schon zu sehen. Porsche, Aston Martin, Corvette, Ford, Ferrari, BMW, Mercedes, Lexus und McLaren stellen das Feld und damit eines der abwechslungsreichsten und dichtesten Starterfelder in der Geschichte des Rennens.

Genauso wie die Prototypen gehören GT-Autos zum historischen Kern des Rennens. Dazu kommt, dass vor allem die GT-Klasse offen für die Gentleman Driver ist, denn jedes Team muss mindestens einen Bronze-Fahrer im Auto haben. Wobei man wieder einschränken muss, dass die Zeit der klassischen Gentleman Driver auch vorbei ist. Die Zeiten, in denen der ein oder andere Schauspieler oder Musiker nebenbei mal in ein Rennauto springt, gehören der Vergangenheit an. Was zum einen damit zusammenhängt, dass der ACO (nach diversen Vorfällen) die Hürden für eine Teilnahme erhöht hat. Zum anderen hat sich auch das Feld der Privatfahrer deutlich professionalisiert.

Fahrer wie Ben Keating, Ahmad Al Harthy, Thomas Flohr, James Cottingham, Claudio Schiavoni, Stephen Grove, Tom van Rompuy, Stefano Gattuso, Ryan Hardwick oder Darren Leung mögen in der Bronze-Kategorie unterwegs sein, sind aber da aber nur deswegen, weil sie sehr ausgewählte Rennen fahren um ja nicht hochgestuft zu werden. Professionelle Bronze Fahrer sind auf dem Markt außerordentlich gesucht, nicht nur für Rennen in Daytona, Sebring oder Le Mans. Denn logischerweise gilt: je besser der Bronze-Fahrer, desto höher sind die Chancen auf ein gutes Ergebnis. Fahrer wie Ben Keating, der schon in Le Mans und Daytona gewonnen hat, sind ein gutes Beispiel.

DPPI/WEC

Die lange Liste der genannten Fahrer zeigt: fast alle Teams setzen auf einen Profi aus der Bronze Kategorie. Was das Feld noch weiter zusammenführt. Für die engen Rennen weiter verantwortlich ist natürlich auch die BoP. Aber da gab es dieses Jahr wenig zu beklagen. Die Datenlage in der GT3 ist so groß, dass man die Autos leicht auf ein gemeinsames Niveau bekommt. Und der ACO hätte gerne eine Klasse, die bis zur letzten Runde offen ist. Einzige Ausnahme: der neue Ford Mustang. Das Auto ist neu in Le Mans und hier neigt die BoP-Kommission eher zu einer konservativen Einstellung, was auch die Trainings- und Qualizeiten bewiesen haben.

Generell gilt in der Klasse auch: Erfahrung ist alles. Neue Team haben erfahrungsgemäß in den ersten Jahren einen leichten Nachteil, aber ein Blick in die Starterliste zeigt, dass dieses Jahr, bis auf eine Ausnahme, nur Teams dabei sind, die teilweise schon seit Jahren in der WEC und ELMS unterwegs sind.

Die Klasse gehört mit den Prototypen in diesem Jahr zu engsten im Rennen. Fehler kann man sich nicht erlauben, denn die Zeitunterschiede auf der Strecke sind gering und das Überholen ist schwierig. Gewinnen wird das Team, dass jeden Boxenstopp in der vorgegeben Zeit meistert, keine Ausflüge hat und von Start weg innerhalb der Top 5 oder Top 7 liegen kann.

Kleiner Shoutout: Danke an Phil und Sam Smith von der FIA WEC für den Zugang zu den Fotos für Le Mans!

Aston Martin Vantage
Racing Spirit Le Mans #10 – Derek Deboer (B), Valentin Clot, Eduardo Barrichello
Heart of Racing #27 – Ian James (B), Mattia Drudi, Zacherie Robinson

DPPI/WEC

Nur zwei Aston in diesem Jahr, aber vor allem der Heart of Racing Wagen ist sehr gut besetzt. Der immer noch recht frische Vantage GT3 hat sich in Le Mans als ein Auto erwiesen, auf das man sich verlassen kann. Nachteile im Topspeed gleicht man mit einem guten Reifenverschleiß und guten Abtriebswerten aus. Interessant ist das zweite Auto. Hier sitzt der Sohn von Rubens Barrichello als Silber-Pilot im Auto. Die Hyperpole hat man allerdings verpasst. Während der HOR Wagen als Top 5 Kandidat gilt, wird das Auto mit Barrichello eher auf den hinteren Rängen zu finden sein.


BMW M4
WRT #31 – Yassir Shahin (B), Timur Boguslavskiy, Augusto Farfus
WRT #46 – Ahmad Al Harthy (B), Valentino Rossi, Kelvin van der Linde

Beide BMW sind sehr stark besetzt, was schon zeigt, dass Al Harthy am Mittwoch die schnellste Zeit in der Qualifikation fahren konnte. Mehr muss man eigentlich nicht wissen zum Thema „Bronze“. Das Hauptaugenmerk liegt auch sicher auf der #46, da hier Rossi am Steuer sein wird. Der Fan-Favorit hat sich in der GT-Szene komplett integriert und hat einige Erfolge vorzuweisen. Aber das zweite Auto sollte man nicht unterschätzen. Timur Boguslavskiy ist der ehemalige Meister der GTWC (2023) und bringt viel Erfahrung mit ins Team.


Chevrolet Corvette
Awa Racing #13 – Orey Fidani (B), Lars Kern, Matthew Bell
TF Sport #33 – Ben Keating (B), Jonny Edgar, Daniel Juncadella
TF Sport #81 – Tom van Rumpoy (B), Rui Andrade, Charlie Eastwood

DPPI/WEC

Drei Corvette für Le Mans sind erfolgreich und zeigt, dass das Auto, nach einigen Startschwierigkeiten, seine Teams gefunden hat. Beide TF Autos sollten die Speerspitze der Corvette sein, denn hier ist die Besetzung so gut, dass man die beide Autos bequem auf einen Sieg sitzen kann. Das AWA Auto hat mit Fidani den etwas schwächeren Bronze Fahrer, der dann knapp 3 Stunden im Auto verbringen muss. In der sehr engen Klasse wird das den Unterschied machen.


Ferrari 296
Vista Racing #21 – Francois Heriau (B), Simon Mann, Alessio Rovera
Vista AF Corse #54 – Thomas Flohr (B), Francesco Castellacci, Davide Rigon
Kessel Racing #57 – Takeshi Kimura (B), Daniel Serra, Caspar Stevenson
Richard Mille AF #150 – Custodio Toledo (B), Lilou Wadoux, Riccardo Agostini
Ziggo Sport # 193 – Jonathan Hui (B), Chris Frogatt, Edward Cheever

DPPI/WEC

Das sind zwar fünf Ferrari, aber nur drei haben wohl echte Chancen auf eine vordere Platzierung. Die beiden Vista und der Kessel Ferrari sind stark genug besetzt, um in diesem engen Feld eine Rolle zu spielen. Die beiden anderen sind zwar nicht schlecht besetzt, aber es fehlt die Erfahrung in Le Mans. Die 296 haben so ihre Probleme in verschiedenen Bereichen und sind nicht ganz so einfach und problemlos zu fahren, wie zum Beispiel der F488 und seine Vorgänger. Zudem hat die BoP die Ferrari nicht gerade bevorzugt, was das Rennen für die Ferrari schwer machen wird. Top Ten sind auf jeden Fall drin, Top 5 eventuell für den Vista #54.


Ford Mustang
Proton #77 – Bernando Sousa (B), Ben Tuck, Ben Barker
Proton #88 – Stefano Gattuso (B), Giammarco Levorato, Dennis Olsen

DPPI/WEC

Der erste Auftritt der Mustang in Le Mans zeigte bisher gemischte Ergebnisse. Da das Auto neu bei den 24-Stunden ist, war die BoP-Komission etwas vorsichtig. Proton selbst bringt genug Erfahrung mit, aber das Auto ist halt neu und die erste Frage wird sein, ob man die 24-Stunden ohne Probleme durchhalten kann. Dass man aber ein Auto in die Hyperpole bekommen hat, ist ein guter Ergebnis. Ich erwarte nicht, dass die Mustang um den Sieg mitkämpfen werden. Ein Top 10 Ergebnis wäre schon ein schöner Erfolg.


Lexus RC F
Akkodis #78 – Arnold Robin (B), Ben Barnicot, Finn Gehrsitz
Akkodis #87 – Petro Umbrarescu (B), Jose Maria Lopez, Clemens Schmitz

DPPI/WEC

Die Lexus werden wir immer von Akkodis vertreten und in diesem Jahr laufen die Autos bisher sehr gute. Ein Auto schaffte es in die Hyperpole und im zweiten Training in der Nacht waren beide Autos sogar ganz vorne. Das klingt nach einem vielversprechenden Auftritt für die Lexus, die im letzten Jahr unter „ferner liefen“ klassifiziert waren. Bemerkenswert: in #87 sitzt der ehemalige Toyota Werkspilot Lopez, den Toyota nun in der GT3 geparkt hat. Die größte Frage bei den Lexus: halten sie durch? Geling eine fehlerfreie Fahrt, ist ein Top Ten Ergebnis drin. Top 5 dürften schwer werden.


Mercedes AMG GT3
Iron Lynx #60 – Claudio Schiavoni (B), Matteo Cressoni, Matteo Cairoli
Iron Lynx #61 – Martin Berry (B), Lin Hodenius, Maxime Martin
Iron Lynx #63 – Stephen Grove (B), Brenton Grove, Luca Stolz

DPPI/WEC

Gleich drei silberne AMG bringt Iron Lynx an die Strecke, die die Marke offenbar jetzt jährlich wechseln. Nach McLaren, Lamborghini und Porsche ist jetzt Mercedes dran. Aber schön zu sehen, dass die AMG in Le Mans unterwegs sind. Doch leider fing die Le Mans Woche für das Team schlecht an. Brenton Grove versenkte die #63 im ersten Training in den Reifenstapeln der Ford-Schikane und die #60 hatte technische Probleme und verpasst die Quali. Immerhin setzt sich die #61 durch, wenn auch mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf den BMW. Die AMG werden sich in Le Mans schwer tun und ich erwarte nicht, dass man sie weit vorne finden wird. Von den Fahrern her sehe ich die #60 noch als stärkstes Auto, aber die müssen sich im Rennen erst durch das gesamte Feld kämpfen um an der Spitze eine Rolle spielen zu können.


McLaren 720S
United #59 – James Cottingham (B), Grégoire Saucy, Sébastian Baud
United #95 – Darren Leung (B), Sean Gelael, Marino Sato

DPPI/WEC

Etwas besser als die Mercedes schätze ich die McLaren ein. Beide Autos schafften es in die Hyperpole, wobei die #59 sich überraschend deutlich besser platzierte. Aber bei den McLaren ist die Zuverlässigkeit eine große Frage. Zwar sollte das Auto, gestählt durch diverse Einsätze in 24-Stunden-Rennen, eigentlich durchhalten, aber ich habe in Le Mans dennoch Bedenken. Vom reinen Speed her, ist der McLaren gut für ein Top Ten Ergebnis, aber für den Sprung aufs Podium wird es wohl nicht reichen. Hier sehe ich das zweite Auto aufgrund der Erfahrung der Piloten noch mit den größten Chancen.


Porsche 911 GT3
Iron Dames #85 – Célia Martin (B), Rahel Frey, Sarah Bovery
Manthey #90 – Antares Au (B), Loek Hartog, Klaus Bacheler
Manthey #92 – Ryan Hardwick (B), Riccardo Pera, Richard Lietz

Nur drei Porsche in Le Mans. Das sag auch schon mal anders aus. Aber immerhin ist man mit der Werksmannschaft von Manthey vertreten. Echte Chancen hat vor allem die #92, die die Speerspitze von Porsche darstellt. Das zweite Auto ist aber auch gut besetzt. Loek Hartog ist Meister des Porsche Cup in Deutschland und Nordamerika, Antares Au ist Meister in der Asian Le Mans Serie und der Sieger der Intercontinental GT Challenge Independent Cup Serie. Aber beiden fehlt die Erfahrung in Le Mans. Das Iron Dames Team sollte man nicht unterschätzen, immerhin haben die Damen schon einen Sieg auf dem Konto. Allerdings musste man diese Woche einen Rückschlag hinnehmen. Michelle Gatting brach bei einem Fahrerwechsel (!) den Fuß und wird durch Sarag Bovery ersetzt. Ich bin mir sehr sicher, dass man mindestens einen Porsche in den Top 5 sehen wird und mein Tipp ist das die #92.

Bilder: © DPPI/WEC, Porsche, BMW

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