Christopher Bell gewinnt auf dem Phoenix Raceway zum dritten Mal in Folge – Rekord in der Gen7-Ära, die 2022 mit dem Next-Gen-Auto beginnt
“Wie war das, Motorsportfans?” So heizte Christopher Bell nach seinem Triumph den Fans auf dem Phoenix Raceway in Arizona ein. Es war sein dritter Sieg in Folge im erst vierten Rennen der Saison 2025. Damit stellte der Gibbs-Pilot im Toyota einen Rekord in der Next-Gen-Ära auf, denn bisher hat noch kein Fahrer im 2022 eingeführten Gen7-Auto drei Rennen in Folge gewonnen.
Das 500-Kilometer-Rennen auf dem Ein-Meilen-Oval in der Wüste hatte es in sich, denn NASCAR entschied sich, den Option-Reifen zur Verfügung zu stellen, der bereits in Richmond und beim All-Star-Rennen zum Einsatz kam. Damit standen den Teams zwei weichere Reifensätze zur Verfügung, die mehr Grip boten, aber schneller verschlissen als die Standardreifen. Überraschenderweise hielten die Option-Reifen mehr als 30 Runden und sorgten für einige strategische Kniffe im Feld. Er war zudem deutlich schneller als der Standardreifen.
Am Ende gewann aber Bell, der das ganze Rennen über an der Spitze mitmischte und sich nach der ersten Stage, die William Byron gewann, in den Top 5 etablierte. Anschließend gewann er das zweite Segment und das Rennen in einem Foto-Finish gegen seinen Gibbs-Teamkollegen Danny Hamlin, dem ein halbes Zehntel zu seinem ersten Saisonsieg fehlte. Drei von vier Rennen gewann Bell, der vor Phoenix schon in Atlanta und Austin triumphierte. Damit hat sich der 30-Jährige schon früh in der Saison eine gute Ausgangsposition für die Playoffs geschaffen.
“Jedes Mal, wenn du an der Spitze bist und davon träumst, wird es dreckig”, sagt Bell, der in der letzten Runde um den Sieg kämpfen musste, weil es spät im Rennen eine Gelbphase und damit einen Zwei-Runden-Dash gab. “Es ging darum, beim Restart sofort sauber wegzukommen, aber das ist keinem gelungen. Wir haben uns ein hartes Duell geliefert und sind gemeinsam über die Ziellinie gefahren. Joe Gibbs Racing feiert einen Doppelsieg, wie fühlt sich das an?”
Hamlin müsste sich für sein Team eigentlich freuen, denn die Toyotas des Coaches liefen in Phoenix in der Schlussphase richtig gut. Doch der 44-Jährige verzog nach dem Rennen keine Miene, war eher frustriert und verärgert als glücklich, weil ihm der Sieg aus den Händen glitt. Der Gibbs-Pilot und Chef von 23XI Racing hat einen wichtigen Grundsatz: “Ich mag es nicht, wenn mein Teamkollege gewinnt, denn er fährt mit dem gleichen Material und ich habe es nicht geschafft.“
“Es wurde mit der Zeit immer besser”, sagte Hamlin nach dem vierten Saisonlauf. “Meine Boxencrew hat einen phänomenalen Job gemacht und uns im Rennen gehalten. Wir hatten zur Rennmitte einen schlechten Stopp, aber das haben wir am Ende wieder gut gemacht. Als wir zum ersten Mal an diesem Tag saubere Luft hatten, war das Auto sehr schnell. Ich wollte unbedingt, dass es grün bleibt, denn da waren wir gut.“
“Am Ende hatten wir einen guten Restart, die Nummer 5 [Kyle Larson] hat mir sowohl auf der Start-Ziel-Geraden als auch auf der Gegengeraden einen guten Schub gegeben”, fuhr Hamlin fort. “Ich hatte eine gute Ausgangsposition gegen die Nummer 20, aber ich wusste, dass er alles geben würde, wenn es nötig war. Am Ende ging mir die Strecke aus, aber es war eine tolle Zieldurchfahrt.“
Auch Larson mischte im Threewide-Finish mit, hatte aber gegen die Toyotas das Nachsehen. Er wurde Dritter vor einem bärenstarken Josh Berry und Chris Buescher. Byron wurde Sechster, dahinter komplettierten Alex Bowman, Kyle Busch, Zane Smith und Chase Elliott die Top 10. Nach vier Rennen gibt es bereits einen Favoriten für die Saison 2025: Bell, der mit drei Saisonsiegen in nur vier Rennen eine unglaubliche Form hat.
Das nächste Rennen findet am 16. März 2025 auf dem Las Vegas Motor Speedway statt und wird zur besten Sendezeit auf Sportdigital1+ übertragen. Am Mikrofon sind Pete Fink und ich, André Wiegold.
Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images
