Jamie Chadwick baut in Misano ihre Meisterschaftsführung mit einem Sieg aus. Beitske Visser bleibt ihr aber weiter auf den Fersen.
Das Fahrerfeld hat sich im Vergleich zu Zolder nicht geändert. Emma KImilainen ist nach ihrem Crash beim Auftakt in Hockenheim weiterhin nicht im Wagen. Dafür sind gleich zwei Reservistinnen am Start: Vivien Keszthelyi und Sarah Bovy und damit ein Feld von 19 Pilotinnen.
Der dritte Lauf der Frauenserie in Misano wurde wieder ein Duell zwischen Jamie Chadwick und Beitske Visser. Dabei war es die Liechtensteinerin Fabienne Wohlwend, die in der Qualifying-Sitzung ihren Tatuus auf die Pole pilotieren konnte. Die Meisterschafts-Führende Chadwick erreichte die zweite Position vor ihrer ersten Verfolgerin in der Meisterschaftswertung Beitske Visser. Dahinter folgten Alice Powell, Vicky Piria, Miki Koyama, Marta Garcia und Sarah Moore.
Chadwick vor Visser
Doch Wohlwend, die bisher noch nie auf dem Podium war, erwischte keinen guten Start. Chadwick und Visser kamen an ihr vorbei. In Kurve 1 fuhr außerdem Alice Powell auf die Liechtensteinerin auf und hob spektakulär ab. Das erste Safety Car war die Folge. In den Runden nach dem Restart lösten sich die ersten Drei vom Rest des Feldes. Visser hing zwar am Heck der Führenden, konnte aber keine Attacke starten.
Best of the Rest war Vicky Piria, die aber unter Druck von hinten geriet und bei Rennhälfte ihre Position an die überholfreudige Japanerin Miki Koyama verlor.
Das Führungstrio verharrte weiterhin in ihren Positionen. Wohlwend konnte je länger das Rennen dauerte immer weniger mit den beiden Vorausfahrenden mithalten.
Das Rennen um die Führung blieb weiterhin intensiv. Visser konnte im letzten kurvigen letzten Sektor immer direkt zu Chadwick aufschließen. Die Britin aber hatte die bessere Beschleunigung aus der letzten Kurve heraus und somit kam Visser nie wirklich in eine Position, um ein Manöver zu versuchen. So blieben die beiden Positionen bis zum Ende des dreißig minütigen Laufes unverändert und Chadwick baute mit ihrem zweiten WSeries-Sieg den Vorsprung in der Meisterschaft auf 13 Punkte aus.
Die Saisonhälfte ist erreicht
Nachdem wir jetzt bei der Saisonhälfte angekommen sind, kann man ein erstes Resümee ziehen. Die Rennverläufe der Damenserie erinnern an viele andere Nachwuchsserien. Natürlich mit dem großen Unterschied, dass bei der WSeries jede Fahrerin zweifelsohne dasselbe Material und dieselbe Unterstützung bekommt, was ja in zahlreichen Nachwuchsformulas nicht der Fall ist.
Dennoch kristallisiert sich eine ziemlich klare Hackordnung heraus. Wie schon vor der Saison erwartet werden konnte, ist die Topfavoritin Jamie Chadwick in Front. Die einzige, die der Britin etwas entgegenhalten kann, ist Beitske Visser. Und dass sie um den Titel mitfährt ist dann schon eher überraschend. Denn die Holländerin ist zwischen 2016 bis zum Auftakt der WSerie in keinem Formelwagen mehr gesessen und war in der Zwischenzeit nur in diversen GT4-Kategorien am Start.
Mit gehörig Abstand dahinter folgt der Rest des Feldes, für die es wohl nur noch um den dritten Meisterschaftsplatz geht. Momentan hält Marta Garcia diesen Platz, aber vor allem Powell und Wohlwend sind ihr dicht auf den Fersen.
Das Konzept der Serie scheint bereits jetzt langsam aufzugehen. Jamie Chadwick ist im Mai als Entwicklungsfahrerin bei Williams vorgestellt worden. Ob sie diese Position ohne ihre mediale Präsenz in der WSeries erhalten hätte, ist zweifelhaft. Also hat die Serie schon etwas vorzuweisen. Nach der Saison wird sich dann endgültig zeigen, welche Türen sich für die Fahrerinnen eröffnen.
Bilder: WSeries
