Die Rückkehr der FIA WEC nach Sebring war zumindest in den Prototypen-Klassen kein besonders Glanzstück.
Die Langeweile an der Spitze der LMP1 setzt sich fort. Auch nach der über den Winter angepassten BoP zugunsten der Non-Hybrid Fahrzeuge dominiert Toyota die Klasse nach Belieben. Weder Rebellion noch die SMP Autos hatten irgendwie eine Chance, die Toyota unter Druck zu setzen. Das der ACO dies alles so geschehen lässt, mag politische Hintergründe haben, aber dem Sport tut es nicht gut. Wenn ausgerechnet die Weltmeisterschaft bei ihrer Rückkehr nach Sebring vor dem US-Publikum eine langweilige Show an der Spite abliefert, wird das die Fans enttäuschen. Wie toll eine enge Prototypen-Klasse sein kann, zeigte die IMSA dann am nächsten Tag.
ACO und FIA haben es aber gerade eh nicht leicht. Denn die Hypercar-Regularien wollen einfach nicht zünden. Für die ursprüngliche Idee, dass Silhouetten-Prototypen ab 2021/22 in Le Mans starten sollen, begeisterte sich so gut wie niemand. Darauf öffnete man das Reglement auch für Autos, die schon auf den Markt sind, wie zum Beispiel den McLaren Senna oder den Ferrari FXX. Aber auch das scheint noch nicht die gewünschte Reaktion erbracht zu haben. Neuste Idee daher: die DPi aus der IMSA sollen die neue Spitzenklasse eventuell auffüllen, wenn die nächste Generation der US-Prototypen denn Hybrid-Motoren bekommt, was sehr wahrscheinlich ist.
Um den DPi entgegen zu kommen, will man die Rundenzeiten in Le Mans auf 3:30 min drücken. Das bedeutet, dass man die LMP2 langsamer machen muss. Und die GTE-Pro, sollte sie dann noch existieren, auch. Das ist alles ein ziemliches Chaos zur Zeit und dem ACO läuft die Zeit davon.
Da in der LMP1 nichts los war und auch die LMP2 darunter litt, dass vorne der #37 Jackie Chan einsam seine Runde drehte, blieben die beiden GTE-Klassen. In der Pro dominierten lange die beiden Ford auf den ersten Plätzen, aber auch die BMW waren gut aufgestellt. Es entwickelte sich ein faszinierender, enger Kampf zwischen beiden Marken, in den dann gegen Ende auch der #91 Porsche eingreifen konnte.
Lange sah es so aus, als ob BMW mit dem M8 endlich einen Sieg einfahren würde können. Knapp 30 Minuten vor Schluss lag man noch in Führung, allerdings nur knapp vor dem Porsche, der weiter Druck machte. Doch dann kam der lange erwartete Regenschauer und die Porsche Mannschaft arbeitete einen Tick schneller, als jene von BMW. Der Porsche fuhr als erster auf die Strecke und behauptete bis zur letzten Gelbphase die Führungsposition.
In der Am gab es ebenfalls eine Sieg von Porsche. Der Proton-Dempsey Wagen mit Ried, Andlauer, Campbell siegte in einem knappen Rennen vor dem Spirit of the Race Ferrari. Hauptdarsteller des Rennens war aber der Project 1 Porsche. Das eigentliche Einsatzfahrzeug brannte beim ersten Test am Montag ab und war nicht mehr zu retten. Zusammen mit Porsche gelang es dem Team, dass die Meisterschaft anführt, aus Zuffenhausen innerhalb von 48 Stunden ein Ersatzchassis zu organisieren und nach Sebring zu bringen. Dort musste das Auto aufgebaut und getestet werden. Viel Zeit hatte man dafür nicht, aber tatsächlich gelang das Kunststück. Der brandneue Porsche landete am Ende tatsächlich auf P3.
Bilder: FIA WEC, Andi, Phil & Flo
































































































































