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IMSA: Vorschau 24h von Daytona 2017- LMP2 vs. DPi

von DonDahlmann
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Die IMSA hat sich viel vorgenommen für das neue Jahr. Nach dem die alten Daytona Prototypen verabschiedet wurden, soll der Zweikampf zwischen den LMP2 und den neuen DPi spannender werden.

Die IMSA hat ihre Prototypen-Klasse neu aufgestellt. Die alten, im Grunde seit 2002 im Einsatz befindlichen Daytona Prototypen, wurden eingemottet. Was auch an der Zeit war, denn die alten Rohrrahmen waren nun wirklich nicht mehr zeitgemäß. Dafür gibt es nun die neuen Daytona Prototypen International, kurz DPi genannt. Da gleichzeitig der ACO die LMP2 Klasse verändert hat, ergibt sich für 2017 eine komplett neue Konstellation in der Top-Klasse der IMSA. Und das ist etwas verwirrend, denn im Grunde handelt es sich bei den DPIs um LMP2. Doch was ist jetzt so neu an beiden Klassen?

LMP2:

Der ACO hat festgelegt, dass die Chassis ab diesem Jahr nur noch von Oreca, Onroak (Liger), Dallara und Riley kommen dürfen. Eigenkonstruktionen, wie der im letzten Jahr noch von SMP eingesetzte Wagen, sind  nicht mehr zugelassen. Damit will der ACO die Kosten in der Klasse unter Kontrolle halten.

Auch beim Motor gibt es Veränderungen. Während man im letzten Jahr noch Nissan- oder Honda-Motoren einsetzen konnte bzw. es keine Beschränkung bei den Herstellern gab, muss ab 2017 zwingend der von Cosworth gebaute, aber unter dem Namen Gibson (GK428) firmierende Motor eingesetzt werden. Der 4.2 Liter V8 Motor soll 600 PS leisten.

Die neue Klasse wird in der WEC, der ELMS, ALMS und in der IMSA eingesetzt werden.

DPi:

Die DPi basieren auf den LMP2 der neusten Generation. Das Grundchassis muss von den oben genannten vier Herstellern kommen. Allerdings ist es den Teams erlaubt, eigene Bodykits für die DPi zu entwerfen. Erlaubt ist die Veränderung der Nase, der Seitenkästen und der hinteren Kotflügel. Beim Motor lässt die IMSA den Teams (und damit den Herstellern, die den Spaß bezahlen) freie Auswahl. So findet man beim Mazda den schon im letzten Jahr eingesetzten, nicht immer sehr zuverlässigen 2-Liter 4-Zylinder im Heck. Nissan hat eine Einsatzmöglichkeit für den Motor aus dem gescheiterten LMP1-Projekt gefunden. Cadillac (GM hat sich entschlossen, diese Marke statt Chevrolet in der IMSA einzusetzen) setzt dagegen recht old school auf einen 6.2 Liter V8. Alle Motoren wurden von der IMSA homologiert, sodass sie alle um die 600 PS leisten sollen. Die BoP erfolgte über einen Luft- und einen Drehzahlmengenbegrenzer.

Soweit die Unterschiede. Die ersten Tests Anfang Januar ergaben ein unklares Bild. Die Zeiten sind insgesamt schneller geworden, aber das war auch beabsichtigt. Wie die LMP2 und DPi gegeneinander antreten, ist aber nicht klar geworden. Hier wird man die Wahrheit vermutlich erst im Rennen sehen. Die unterschiedlichen Bodykits sorgen zudem für unterschiedliche Formen der Aerodynamik. Kann also gut sein, dass manche Fahrzeuge auf unterschiedlichen Strecken sehr wechselnden Leistungen zeigen.

Für das Rennen in Daytona gilt für alle Teams aus der Prototypen-Klasse aber vor allem eins: durchhalten. Neue Chassis, neue Motoren und das direkt in einem 24h-Test. Das wird nicht ohne Probleme gehen. Von daher kann man schon jetzt wenig darüber sagen, wer am Ende ganz oben auf dem Podest stehen wird.

Prototypen-Klasse:

Action Express:

Die Meister der letzten beiden Jahre haben sich, wenig überraschend, mit GM zusammengetan und setzen auf den Cadillac DPi-V.R. Sowohl die letztjährigen Meister, Eric Curran und Dean Cameron im „Whelen“-Auto (#31), als auch die bewährte Mannschaft aus Joao Barbosa und Christian Fittipaldi (#5) werden den Cadillac steuern. Unterstützt werden sie in Daytona von einem dritten bzw. vierten Fahrer. Im „Whelen“ sind das die Briten Mike Conway und Seb Morris, im „Mustang“-Auto wird Felipe Albuquerque sitzen.

Wayne Taylor Racing:

Auch die Familie Taylor bleibt GM treu und setzt auf den Cadillac (#10). Die beiden Taylor-Brüder Ricky und Jordan werden dabei immer wieder von „Mad“ Max Angelelli unterstützt. Als kleine Überraschung steigt dann Jeff Gordon in Daytona ebenfalls ins Auto.

Mazda

Quasi ein Werkseinsatz der Japaner, die wie oben erwähnt auf den letztjährigen Motor setzen. Gewonnen hat das Team auf jeden Fall schon mal den Preis für das interessanteste Bodykit des Jahres. Ob es schnell ist, wird sich dann zeigen. Ansonsten gibt es wenig Veränderungen im Team. Die Fahrer Jonathan Bomarito und Tristian Nunez in der #55 (mit Spencer Pigot in Daytona) und Joel Miller und Tom Long (#70) sind alte Bekannte. Letztere werden in Daytona von James Hinchcliff unterstützt.

ESM

ESM konzentriert sich mit beiden Autos dieses Jahr ausschließlich auf die IMSA. Man hat sich von Onroak ein DPi-Bodykit entwerfen lassen. Da Honda raus aus der Serie ist, setzt man nun auf eine Partnerschaft mit Nissan. Die liefern auch den Motor, einen 3.6 Liter V6 Biturbo. Bei den Fahrern hat sich nichts verändert. In der #2 sitzen Scott Sharp, Ryan Dalziel und Pipo Derani, in der #22 dann Ed Brown, Johannes van Overbeck und wieder einmal Bruno Senna. Unterstützt wird die Mannschaft in Daytona von Porsche-Werksfahrer Brandon Hartley.

VisitFlorida

Die Mannschaft von des Spirit of Daytona Racing-Teams wechselt aus der Daytona Prototypen-Klasse zu den LMP2 und hat sich für das Riley-Chassis mit Gibson-Motor entschieden. Am Steuer werden Marc Goosens, Renger van der Zande und Rene Rast sitzen.

Rebellion

Zumindest neu in der IMSA sind die Schweizer. Nachdem man den Einsatz in der LMP1 aufgegeben hat, schaut man nun in die LMP2. Man setzt auf das Chassis von Oreca und den Gibson-Motor. Die Fahrer der #13 sind bekannt und so ziemlich das Beste, was man finden kann: Sebastian Buemi, Neel Jani, Nick Heidfeld und Stephane Sarrazin werden in Daytona mit Sicherheit um den Sieg fahren.

PR1/Mathiasen Motorsports

Das Team ist nicht neu in der IMSA, sondern war in den letzten Jahren in der LMPC unterwegs. Der Entschluss, in die LMP2 zu wechseln fiel, als nicht sicher war, ob die LMPC ein weiteres Jahre überleben wird. Man setzt auf das Ligier-Chassis und hofft auf eine erste Aufbau-Saison. In Daytona werden Michael Guasch, Jose Gutierrez, RC Enerson und Tom Kimber-Smith den Wagen pilotieren.

DragonSpeed

Kein unbekanntes Team, aber in der IMSA neu als regelmäßiger Gast bei den Prototypen. Das LMP2-Chassis liefert Oreca, der Motor kommt auch hier von Gibson. Dass DragonSpeed den Sprung zu den Prototypen gewagt hat, zeugt von Selbstbewusstsein. Die Fahrerpaarung in Daytona kann sich sehen lassen: Loic Duval, Nicolas Lapierre, Ben Henley und Hendrik Hedman werden die #81 steuern.

JDC-Miller Motorsports

Ebenfalls aus der LMPC aufgestiegen ist JDC-Miller Motorsports. Das Team setzt wie DragonSpeed auf die Kombination von Oreca und Gibson. Als Fahrer hat man den Ex-Rebellion Piloten Mathias Beche gewinnen können. Das restliche Line-Up komplettieren: Chris Miller, Steven Simpson, Misha Goikhberg.

Es werden also zwölf Autos die Saison starten. Einige Teams könnten nach Sebring eventuell verschwinden, die Sponsorenlage ist bekanntermaßen dünn.

GTE-LM

Im Grunde genommen keine Bewegung gibt es in der GTE-LM in der IMSA. Wie im letzten Jahr werden Ferrari, Ford, Corvette und Porsche um die Siege kämpfen. Neuigkeiten gibt es allerdings von Porsche. Die haben einen brandneuen Porsche 911 RSR aufgebaut und der hat es in sich. Im Grunde hat man den Motor vor die Hinterachse gelegt und fast einen Mittelmotor gebaut. Das Getriebe liegt auf bzw. hinter der Hinterachse. Davon erhofft man sich zweierlei: zum einen eine bessere Gewichtsverteilung, zum anderen kann man auf Grund der Bauweise nun auch einen größeren Diffusor einsetzen. Die gesamte Aerodynamik hat sich also verändert und wurde verbessert, wie man auch schon an der Front des Wagens sehen kann.

Damit will Porsche den Angriff von Ford erwidern und wieder um den Sieg kämpfen. Da das Konzept, das Porsche da fährt, komplett neu ist, darf man gespannt sein, wie die BoP ausfällt. Leicht wird es für Porsche sicher nicht, das zudem die Mannschaft durchgewürfelt wurde. In der IMSA kommen jetzt in der #911 Frederic Makowiecki, Patrik Pilet und Dirk Werner zum Einsatz, in der #912 sind es Kevin Estre, Laurens Vanthoor und Richard Lietz.

Ford hat den Sieg von Daytona fest im Auge. Neben der Titelverteidigung in Le Mans dürfte ein Sieg bei den 24h von Daytona ganz oben auf der Wunschliste stehen. Deswegen hat man alle vier Autos in die USA gebracht.

Die Corvette-Mannschaft, die im letzten Jahr den wohl knappsten Sieg in der Kategorie seit Jahrzehnten ausgefochten hat, dürfte etwas gegen den Angriff der vier Ford haben. Die bewährte C7.R wurde über den Winter verbessert, aber nicht grundlegend revolutioniert. Angeblich soll die neue Corvette im nächsten Jahr dann auch über einen Mittelmotor verfügen. Jedenfalls wurden Testfahrzeuge in den USA gesichtet.

BMW schleppt den M6 ein weiteres Jahr durch die Serie. Das Auto hat zwar im letzten Jahr einen Sieg eingefahren, aber die Konzeption des Wagens stimmt nicht so richtig. Daher wird BMW im nächsten Jahr, wenn man in die GTE in der WEC einsteigt, auch ein neues Auto präsentieren. Das zweite Jahr für den M6 dürfte nicht leicht werden, aber die IMSA ist ja in Sachen BoP sehr anpassungsfreudig.

Bleibt noch der Risi-Ferrari. Der F488 hat ein etwas zähes Jahr in der IMSA hinter sich und man will sicher mehr erreichen. Ferrari hat sicher ein seht gutes Gesamtpaket, aber die Risi-Mannschaft steht etwas alleine in den USA.

GTD

Sage und schreibe 27 Autos haben sich für die GTD in Daytona angemeldet. Das ist schlicht und ergreifend zu viel für eine Vorschau, daher nur ein kurzer Blick auf die neuen Autos, die man in diesem Jahr in der Serie sehen wird.

Ganz neu ist der Lexus RCF GT3, der von Paul Gentilozzi und seinem 3GT Racing (früher: F Performance) eingesetzt wird. Lexus verspricht sich von dem Einsatz in den USA sehr viel, denn der Markt ist wichtig für die Luxusmarke. Der RCF ist baugleich mit jenem GT3, der im letzten Jahr in der VLN gewonnen hat, wird durch die BoP in den USA aber natürlich etwas anders eingestuft. Aber man erwartet, dass das Auto vom ersten Moment schnell ist. Unterstützt wird die Erwartung durch die Fahrerpaarung. In der #14 sitzen Alt-Meister Scott Pruett, Indycar Shooting Star Sarge Karam und die beiden All-Rounder Gustavo Menezes und Ian James. In der #15 werden Jack Hawksworth und Dominik Farnbacher zusammen mit Robert Alon und Austin Cindric unterwegs sein.

Ebenfalls brandneu ist der Acura NSX GT3, der von Michael Shanks Racing eingesetzt wird. Honda hat sich ebenfalls einiges für den neuen NSX vorgenommen. Nachdem Ausstieg aus der Prototypen-Klasse suchte man eine Ausweichmöglichkeit und die GTD soll den nötigen Ruhm bringen. Shanks setzt dabei auf alte Bekannte. Jeff Segal, Ryan Hunter-Reay, Ozz Negri und Tom Dyer in der #86. In der #93 sitzen: Andy Lally, Kathrine Legge, Mark Wilkins und Graham Rahal.

Nicht neu per se, aber den ersten Einsatz der AMG GT GT3 in der IMSA gibt es auch zu vermelden. Und Daimler hat ebenfalls nicht vor, die Sache halbherzig anzugehen.

Riley Motorsports (#33) mit Adam Christodoulou, Ben Keating, Mario Farnbacher und Jeroen Bleekemolen.
Riley Motorsports (#50) mit Cooper MacNeil, Gunnar Jeannette, Shane Van Gisbergen und Thomas Jäger.
SunEnergy1 Racing (#75) mit Tristan Vautier, Boris Said, Kenny Habul und Maro Engel.

Ansonsten gibt es eine ganze Horde von Huracan und R8, dazu einen M6, ein paar Ferrari und Porsche. Es ist also mächtig was los in der GT3-Klasse und der Sieg in Daytona dürfte mal wieder erst sehr spät entschieden werden.

Alle weiteren Teams und Besetzungen bitte der Entry-List entnehmen.

Los geht es mit der Quali am Donnerstag, das Rennen startet am Samstag relativ spät gegen 20:30 Uhr deutscher Zeit.

Bilder: IMSA

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1 Kommentare

Guide: 24h von Daytona 2017 - Racingblog 28 Januar, 2017 - 20:15

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