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USCC: Bericht Mosport 2016

von DonDahlmann
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Es war spannend und abwechslungsreich, was die Prototypen in Kanada boten. Auch in der GTLM ging es eng zu, auch wenn am Ende wieder die Ford vorne lagen.

2016 WeatherTech Sportscar Championship MosportDie Mazda mit dem betagten Lola B08/80-Chassis konnten sich in Mosport wieder gut in Szene setzen. Den Start verlor man zwar gegen die Taylor-Mannschaft, aber man hing dem DP massiv im Genick und der #55 Mazda ging sogar in Führung. Dort baute man den Vorsprung schnell auf bis zu 16 Sekunden aus, während dahinter der Taylor-Wagen und beide Action Express um die Plätze kämpften. Dazu gesellte sich zeitweise sogar der zweite Mazda, der fahrerisch ja etwas schwächer besetzt ist. Nicht mit von der Partie waren der „Visit Florida“-Wagen, der mit Setup-Problemen kämpfte- und der Ligier von Michael Shanks, der das gesamte Wochenende nicht so richtig in Tritt kam. Ebenfalls abgeschlagen: der Delta-Wing, dem die Strecke in Mosport gar nicht lag.

Bis zum ersten Stopp hatte sich das Bild das vorne gefestigt, doch dann kam der Mazda in der Retro-Lackierung in Probleme. Die Air Jacks, also die mit Druckluft betriebenen Wagenheber, wollten nicht funktionieren. Der Wagen musste mit einem manuellen Wagenheber hoch gebockt werden, und das kostete natürlich Zeit. Man verlor rund 30 Sekunden, konnte sich aber wieder an die Spitze, die mittlerweile vom Action Express-Wagen von Barbosa/Fittipaldi gehalten wurde, ranpirschen.

2016 WeatherTech Sportscar Championship MosportDoch es sollte erneut nicht das Wochenende der Mazda werden. Plötzlich stand der Wagen in Turn 1 und als er abtransportiert wurde, sah man, dass das rechte Hinterrad in einem ungesunden Winkel stand. Vermutlich war es ein Aufhängungsbruch auf der eigentlich für nordamerikanische Verhältnisse eher sanften Piste von Mosport.

Danach konnten die DPs das Rennen unter sich ausmachen. Am Ende entschieden die Reifen über den Sieg. Während Action Express auf zwei neue Reifen auf der linken Seite setze, entschied man sich bei den Taylors für zwei neue Reifen auf der Hinterachse. Diese Variante sollte sich aber als Fehlentscheidung herausstellen. Zwar gingen die Taylors in Führung, aber sie kämpften nach ein paar Runden mit massivem Untersteuern auf der Vorderachse.

Der zweite Action Express mit Curran/Cameron erwies sich in der Schlussphase als das stärkste Auto. Nachdem man die Taylors hinter sich gelassen hatte, setze sich die Whelen-Corvette schnell vom Feld ab. Dank der störungsfreien letzten Runden gewann man vor den Teamkollegen mit 10 Sekunden Vorsprung. Dahinter sortierten sich die Taylors vor dem Visit-Chevy und dem zweiten Mazda ein.

GTLM

2016 WeatherTech SportsCar Championship MosportDie IMSA hatte vor dem Rennen massiv an der BoP-Schraube gedreht. Die Ford bekamen weniger Ladedruck und 15 Kilo eingeladen, die Corvette durfte 10 Kilo ausladen und bekam einen größeren Restrictor. Die BMW rührte man nicht an, die Porsche durften ebenfalls Gewicht ausladen, was ihnen aber in kaum half. Zwar rutschte man über die Strategie zeitweise auf Podium, dennoch wurde man am Ende wieder eingefangen und verlor den Anschluss an die Konkurrenz. Der Ferrari blieb in Mosport erstaunlich schwach. In Watkins Glen ging es schon nicht so recht vorwärts, in Mosport war man komplett chancenlos. Da wird die IMSA vor dem nächsten Rennen sicher nachbessern.

Es blieben also die Corvette, die Ford und zumindest der BMW mit Hand/Auberlen im Kampf um die Spitze. Der zweite BMW hatte ein Problem mit der Servolenkung und fiel wie schon beim letzten Rennen weit zurück.

Fast während des gesamten Rennens sah man die #4 Corvette mit Gavin/Millner vorne, gefolgt von einem der Ford und dem BMW. Auch in den teilweise langen Phasen unter Grün konnte sich die Corvette nicht absetzen, allerdings kamen die Ford und der BMW auch nicht vorbei. So entwickelte sich ein hübscher Dreikampf um die Spitze, der jederzeit eng blieb.

2016 WeatherTech SportsCar Championship MosportDie Entscheidung fiel dann über die Strategie. Eine Gelbphase kam etwas früh, fiel aber gerade so in der Fenster der GTLM-Wagen. Während die Ford stoppten, nahmen die Corvette die nächste Unterbrechung wahr. Das führte dann dazu, dass die Ford erstmals im Rennen die Führung übernehmen konnten und sie auch, trotz einiger Attacken der BMW und Corvette, nicht mehr abgaben. Wie in Laguna Seca schlugen die Ford die Konkurrenz über die Reichweite.

Dennoch hat die IMSA, zumindest in Mosport, die BoP ziemlich genau getroffen. Die schnellste Runde kam von BMW, knapp dahinter lag die Corvette. Erst dann kam, mit knapp 5 Zehntel Abstand, der Ford. Man kann davon ausgehen, dass die Ford über das Rennen Sprit gespart haben, um am Ende den langen Stint zu schaffen. Dies hat den Ford dann den Vorteil gegeben, was aber innerhalb der BoP völlig ok ist. Dass die Porsche, obwohl sie 45 Kilo weniger auf die Waage bringen, so chancenlos waren, war merkwürdig. Entweder hat das Setup nich gepasst, oder der RSR ist halt gegenüber den deutlich neueren GTLM einfach veraltet.

GTD

2016 WeatherTech SportsCar Championship MosportEin schönes enges Rennen lieferten sich die GTD in Mosport. Die teilweise massiven BoP-Angleichungen zeigten Wirkung. Die Audi und die Lamborghini konnten sich lange Zeit vorne behaupten und die Führung wechselte recht häufig. Ebenfalls dabei war zunächst der Porsche von Alex Job Racing mit Farnbacher/Riberas. Doch ein kaputter Reifen warf die Mannschaft etwas zurück. Man konnte zwar die Runde halten, aber in der engen Klasse war man danach nicht mehr in der Lage, vorne anzugreifen.

So sah es lange nach einem Sieg eines Audi aus, zumal der Turner-BMW zwischenzeitlich auch noch einen Dreher hinlegte. Doch dank der Caution arbeiteten sich Jens Klingmann und Bret Curtis wieder an die Spitze ran. Vor allem der letzte Stint von Klingmann war bemerkenswert. Nachdem er P3 erobert hatte, kam er in einem sensationellen Manöver außen an den Führenden Huracan und R18 vorbei und setzte sich sogar leicht ab. Das Ende des Rennens war von einer lange Grün-Phase geprägt und wurde erst zwei Minuten vor Schluss durch einen gestrandeten Audi endgültig unterbrochen.

Das nächste Rennen ist in zehn Tagen in Lime Rock.

Bilder: IMSA

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