Ein böser Crash, ein genervter Jimmie Johnson, ein verzweifelter Dale Earnhardt jr. und ein zufriedener Matt Kenseth. Das Rennen in Kentucky bot einiges an Abwechslung.
Kurze Anmerkung: Kristian steckt bis zum Hals in Arbeit, deswegen musste die Vorschau ausfallen und ich bin für die Analyse eingesprungen. Kristian hat ein kleines Statement zur NASCAR-Berichterstattung generell.
Kristian:
Über die Zeit gesehen habe ich die Belastung durch meinen Job wohl auch ein wenig unterschätzt und immer versucht, hier zwei Artikel pro Woche einzubringen. Zu Studienzeiten ging das echt super, aber bei einer 40+-Stunden-Woche… Auf Dauer ist das echt ganz schön anstrengend und die Teilnahme am Podcast musste ich ja schon mehr oder weniger einstellen.
Daher die Frage, wer Zeit und Lust hat oder jemanden kennt, der sich die NASCAR hier mit mir teilen will. Man könnte sich so z. B. bei den Strecken abwechseln, auf denen zwei Mal pro Saison gefahren wird. Die Einzelevents teilt man gerecht auf, dann wäre ein ähnlicher Umfang wie bei „normalen“ Rennserien gegeben (18:18).
Ich hoffe auf euer Verständnis, aber so langsam muss ich echt die Notbremse ziehen. Ich hatte zwar geplant, das erst mal bis Saisonende alleine zu stemmen, aber es geht einfach nicht in dem von mir selbst gewünschten Umfang.
Wer Interesse hat, melde sich bitte in den Kommentaren.
Das Rennen in Kentucky bot durchaus einige interessante Wendungen. Die Hendrick-Mannschaft schien zunächst ihre gute Form fortsetzen zu können, sah man doch Earnhardt auf der Pole und Johnson auf P3. Doch für Junior ging der Frust schon nach 40 Runden los. Nachdem Hamlin einen Reifenplatzer hatte, flog die Lauffläche seines Reifens auf die Strecke – genau vor den Kühler von Earnhardt, der nicht mehr ausweichen konnte. Die Reifentrümmer schlugen auf der linken Seite ein und hinterließen auf den ersten Blick nur geringen Schaden. Doch auf den zweiten Blick sah man, dass der Splitter ein paar Zentimeter hochgedrückt war. Das machte einen längeren Stopp nötig, was Junior weit zurückwarf. So richtig erholen konnte er sich nicht mehr, am Ende kam P12 raus.
Den nächsten Aufreger gab es dann in Runde 49. Kurt Busch war im Mittelfeld mit seiner #78 gut unterwegs und nutze den Apron unterhalb der gelben Linie, um Schwung zu holen. Allerdings ist der Übergang zwischen dem Asphaltband unten und der Strecke mit einer Neigung von rund 8 Grad ziemlich ruppig, was Busch dann beim Einscheren bemerken musste. Er wurde regelrecht zurück katapultiert und traf auf seinem Weg Brad Keselowski, der einen unkontrollierbaren Highspeed-Dreher hinlegte. Der NASCAR-Champion rutschte über die Strecke und in Turn 1 hinein, wo er Greg Biffle, Travis Kvapil, Dave Blaney und Paul Menard einsammelte. Der Unfall sah unschön aus, Biffles Wagen rollte aus und brannte kurz im Motorraum. Auch Keselowskis Auto war mächtig mitgenommen, aber beide Fahrer konnten unverletzt aussteigen. Kurt Busch entschuldigte sich zwar sofort per Funk, das half dann aber auch nur bedingt.
Danach schleppte sich das Rennen etwas dahin. An der Spitze wechselten sich Jimmie Johnson und Matt Kenseth ab, die beide das restliche Feld dominierten. Von der Konkurrenz war da wenig zu sehen. Auch Kyle Busch, sonst auf den 1,5-Meilen-Ovalen meist gut unterwegs, hatte so seine Schwierigkeiten. Ein Dreher zu Beginn des Rennens warf ihn weit zurück, er kämpfte sich aber durchs Feld und erreichte am Ende P5.
Der dritte Mann bei JGR, Danny Hamlin, hatte auch keinen guten Tag. Der Reifenplatzer zu Beginn war der erste Rückschlag, der zweite folgte mit einem weiteren Reifenschaden, bei dem er hart in die Mauer einschlug. Er wurde recht lange im Streckenkrankenhaus behandelt, was einige Sorge bereitete. Immerhin ist sein Rücken immer noch angeschlagen. Hamlin gab aber Entwarnung, alles sei in Ordnung. Dementsprechend wird er am Wochenende in Daytona auch antreten können.
In der Schlussphase nahm das Rennen dann wieder kurzeitig etwas Fahrt auf. Nach einer Caution kam es zu einem Restart, bei dem Johnson richtig schlecht wegkam. Matt Kenseth stürmte nach vorne und hinter Johnson bildete sich ein kleiner Stau. Joey Logano wollte an Johnson in Turn 1 vorbei, aber die Lücke war einfach zu klein. Es folgte eine minimale Berührung und ein Dreher des Ex-Champions. Zwar holte sich Johnson neue Reifen und konnte am Ende P9 belegen, aber nach dem Rennen war er dementsprechend angefressen. Ärgerlich, so einen möglichen Sieg vergeben zu müssen.
Und sonst so?
Der Aufwärtstrend des Earnhardt-Ganassi-Teams geht weiter. Jamie McMurry holte den zweiten Platz, war aber gegen Kenseth und Johnson chancenlos. Dennoch wieder einmal ein gutes Rennen für die in den letzten Jahren arg gebeutelte Truppe von Chip Ganassi. Montoya zeigte sich während des Rennens auch mal vorne, fiel am Ende aber mit Untersteuern auf P16 zurück.
Auf P3 landete Clint Bowyer, hinter ihm Joey Logano, dessen Form auch aufsteigende Tendenz zeigt. Beide fuhren ein eher unauffälliges Rennen. Bei Stewart-Hass ging an diesem Wochenende wenig zusammen. Weder Stewart, noch Newmann konnten sich in die Top 10 vorfahren und hatten mit der Spitze nichts zu tun. Danica Patrick beklagte sich fast das gesamte Rennen über ein schlecht liegendes Fahrzeug, blieb aber immerhin in der Führungsrunde und erreichte P23.
Das Ford-Lager war in Kentucky nicht gut aufgestellt. Der vierte Platz von Logano war dann auch schon das Highlight. Ambrose landete auf P13, der Rest der Ford-Mannschaft reihte sich hinter ihm ein. Nicht das, was man erwartet hatte.
In der Meisterschaft führt weiter Jimmie Johnson vor Carl Edwards, der 38 Punkte Rückstand aufweist. Richtig eng wird es langsam in Sachen Chase. Da sieht es im Moment so aus:
7. Kyle Busch 500
8. Truex, Jr. 490
9. Greg Biffle 489
10. Joey Logano 479
11. Kasey Kahne 478
12. Jeff Gordon 477
13. Brad Keselowski 465
14. Kurt Busch 463
15. Paul Menard 459
16. Tony Stewart 457
Dürfte ein heißer Sommer werden für einige Fahrer. Nächstes Rennen: das Daytona 400 am kommenden Wochenende.














3 Kommentare
Erstmal finde ich es schade, dass Kristian nicht mehr genügend Zeit findet, um die NASCAR-Artikel zu schreiben, auf die ich selber jede Woche mit Vorfreude warte. Aber die Arbeit geht nun mal vor.
Ich würde mich hiermit einfach mal in’s Gespräch bringen, um auszuhelfen. Ich bin seit knapp einen Jahr NASCAR-Fan und habe vor knapp 5 Wochen angefangen, selber Artikel zu schreiben. Diese haben in der Artikulationen und Qualität sicher noch Luft nach oben, aber ihr könnt ja mal einen Blick hinein werfen: http://www.world-4-you.de/sport/motorsport/327-nascar_sprint_cup_2013_toyota_save_mart_350/#post2070.
Ich probiere generell die Rennen nachzuerzählen, um den Leser zu vermitteln, was sich im Rennen getan hat bzw. welchen Verlauf es genommen hat. Der verlinkte Artikel ist der zum Rennen in Sonoma. Die Zusammenfassung für Kentucky habe ich mir für heute Abend vorgenommen.
Razer339: Vielen Dank für dein Interesse und sorry für die späte Antwort! Derzeit nehmen wir noch Bewerbungen entgegen und berücksichtigen dich natürlich auch. ;o)
Vielen Dank für die Antwort Kristian. Besser spät als nie. ;)
Falls es Neuigkeiten gibt, könnt ihr mir ja im Racingblog-Forum eine Nachricht schreiben, mein Nutzername dort ist der Gleiche wie hier.
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