Als letztes Team der Formel Eins hat Toro Rosso sein Auto vorgestellt. Der STR12 ist eine interessante Mischung aus Mercedes, Ferrari und Red Bull.

Das kleine Team aus Italien mag zwar das B-Team von Red Bull sein, muss aber sein Auto natürlich selber bauen. Dafür hat man seit zwei Jahren den früheren Force India- und Sauber-Designer James Key engagiert. Key gilt als einer der talentiertesten Designer in der Formel Eins und als einer, der mit kleinen Budgets umgehen kann. Das hat er im letzten Jahr auch durchaus mit dem Toro Rosso bewiesen. Der neue STR12 soll Toro Rosso im Mittelfeld ganz nach vorne bringen und auf den ersten Blick sind die Voraussetzungen dafür nicht schlecht.

Der vordere Bereich des STR12 erinnert stark an den Mercedes. Die Nase ist schmal, was den Vorteil hat, dass die Luft direkt unter das Auto geleitet wird. Bei den breiteren Nasen, die der Rest des Feldes gewählt hat, teilt man den Luftstrom auf beide Seite auf. Das hat einerseits den Vorteil, dass man die unterschiedlichen Luftströme auch unterschiedlich leiten kann, ist aber auch komplexer. Theoretisch bietet die Variante von Toro Rosso und Mercedes den Vorteil, dass man so unter der Nase weniger Turning Vanes benötigt. Die wiederum liefern halt einerseits immer etwas mehr Luftwiderstand, andererseits bewegt sich die Luft Richtung Unterboden ohne Störungen. Nachteil: Man muss die Luft mittels komplexer Barge Boards zu den Seitenkästen leiten. Genau das macht Mercedes, beim STR12 kann auf den ersten Bildern etwas ähnliches erkennen.

Die Seitenkästen erinnern stark an den Red Bull, ebenso das Heck. Das ist aber auch nicht verwunderlich, fährt Toro Rosso in diesem Jahr doch mit dem neuen Renault-Motor. Die Seitenkästen sind stark eingeschnitten und laufen nur kurz nach hinten aus, wo sie dann in die Coca-Cola-Form übergehen. Auffallend ist eine Zugstrebe hinten. Die dient wohl den Dämpfern der Pullrod-Aufhängung und ist eine direkte Kopie dessen, was der Red Bull RB13 hat. Wie gesagt: Motor und Getriebe teilen sich Red Bull und Toro Rosso, daher ist diese Überschneidung kein Zufall.

Insgesamt wirkt der neue STR12 sehr solide. Man geht mutig einen anderen Weg als der Rest des Feldes. Ob der Mut belohnt wird, werden wir dann im ersten Drittel der Saison sehen.

BIlder: Red Bull Mediahouse