Formel Eins – McLaren stellt den Protest klar
Nachdem beide McLaren Piloten klargestellt haben, was sie vom Protest ihres Teams gegen die Nicht-Bestrafung von BMW und Williams in der “Benzin-Affre” halten, hat Norbert Haug heute in einer Presseerklrung nachgelegt. Er wird mit folgenden Worten zitiert:

Es geht unserem Team nicht darum, den WM-Titel am Grnen Tisch zu gewinnen, es geht um die Klrung der Basis zur Einhaltung von eindeutigen Reglements – dies ist im brigen im Interesse aller Teams.

Ich hatte gestern ja schon mal darauf hingewiesen, dass der Protest von McLaren so abwegig nicht ist. Zudem sollte man der fairnesshalber deutlich machen, dass die Untersuchung der Spirttemperatur nicht auf dem Mist von McLaren-Mercedes gewachsen ist. Es war die bliche FIA Untersuchung nach dem Rennen, die zu der Untersuchung fhrte. McLaren hatte damit nichts zu tun. Man hat auch keinen Protest gegenber BMW und Williams eingelegt, sondern gegen das Urteil der Rennleitung in der Sache. Das relativert die Sache schon mal etwas. Natrlich ist es schon so, dass eine mgliche Untersuchung auch mit dem Ergebnis enden knnte, dass alle vier Wagen aus der Wertung genommen werden. Doch das sind zwei paar Schuhe. Es obliegt der FIA zu urteilen, ob man die Wagen nachtrglich disqualifiziert und dann msste man zustzlich im Rahmen der Strafbemessung festlegen, wie die berhaupt aussieht. Eine Strafe kann von einer Verwarnung bishin zur Aberkennung der WM Punkte fr das Team und/oder die Fahrer reichen. Und letzteres darf man getrost als vergessen, denn die FIA wird sich nicht lcherlich machen wollen.

Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass so ein Vergehen zum Beispiel beim ersten oder fnften Rennen der Saison vermutlich tatschlich bestraft werden wrde. Ungeachtet der Verwirrung um die Temperaturen haben die Teams ja nun die Verpflichtung auf die Temperatur des Benzins zu achten. Wenn sie sich unsicher sind, mssen sie halt die Khlung reduzieren, oder einfach mal nachfragen, welche Temperaturmessung denn nun angesagt ist. In sofern ist der Protest von McLaren schon berechtigt, wenn auch etwas unglcklich. Und offenbar ist es ja auch so, dass sich weder Toyota noch Super Aguri dem Protest angeschlossen haben, obwohl beide Teams ja massiv von einer Disqualifikation der BMW und Williams profitieren wrden. Vor allem fr Aguri wre ein weiterer Punkt bares Geld wert. Aber McLaren steht weiterhin alleine da.

Die FIA knnte sich und den Teams den ganzen Bldsinn aber ersparen, wenn sie sagen wrden, dass der Sprit unabhngig von der Auentemperatur einfach 30 Celsius haben muss, wenn er die Tankanlage verlsst. Man kann sich das Leben auch selber schwer machen.

Wie dem auch sei – McLaren muss den Protest bis heute Abend bei der FIA schriftlich eingereicht haben, und bis jetzt gibt es da keine Besttigung der FIA, dass der Protest auch angekommen ist. Der Aussage von Norbert Haug lsst aber darauf schliessen, dass man die Sache durchzieht.

Whrend ich die Zeilen geschrieben habe, kam die Besttigung von der FIA.

Auf einem anderen Schlachtfeld geht es noch um das Getriebeproblem von Lewis Hamilton, dass ihn vermutlich die WM gekostet hat. Eine kanadische Zeitung hatte gemeldet, Hamilton htte zugegeben, dass es sein Fehler gewesen wre, weil er im Rennen auf den Knopf gekommen wre, der die Startprozedur auslst. McLaren hat das sofort dementiert und geht davon aus, dass es ein “kurzzeitiges” Hydraulikproblem war.

NASCAR – Diverses
– Es sieht so aus, als wolle sich Jacques Villeneuve samt seines langjhrigen Managers bei Bill Davis Racing etwas lngerfristiger einrichten. Seit einigen Tagen gibt es Gerchte, dass Bill Davis Teile seines Ladens veruern will. Er selber sprach immer nur von “Gesprchen” und das es in der heutigen NASCAR ohne potente Geldgeber ja nicht mehr ginge. Craig Pollock, Manager von Villeneuve plant offen, in einem Team einzusteigen, weil er sich dadurch mehr Kontrolle ber das Material fr seinen Freund erhofft. Bill Davis steht auf seiner Einkaufsliste, aber er redet auch wohl mit anderen Teams. Es drfte einige Teammanager geben, die das Geld von Pollock und Villeneuve gerne nehmen wrden. Denkbar wre auch, dass sich Pollock eine Partnershiip erkauft, etwas nach dem Modell, dass Jeff Gordon mit Hendrick Motorsport hat.

– Zwischen Carl Edwards und Matt Kenseth herrscht seit einigen Rennen dicke Luft. Nach dem Rennen in Martinsville kam es zu einem ziemlich heftigen Zusammenprall der beiden, wie man bei SpeedTV sehen kann (vorscrollen bis zur 8. Minute). Das sieht schon ziemlich heftig aus, vor allem am Schluss. Edwards hat einen dicken Hals, weil Kenseth im in einem Busch Rennen neulich in einem vllig unntigen Manver einen Reifen aufgeschlitzt hat, was Edwards eine gute Platzierung und die vorzeitige Meisterschaft gekostet hat. Desweiteren meinte er neulich, dass Kenseth auf der Strecke unfair unterwegs sein. Pikanterweise sind beide Teamkollegen bei RoushFenway.

– Jeremy Mayfield, bisher bei Bill Davis Racing, verlsst mir sofortiger Wirkung das Team und wechselt zu Haas CNC, wo er den eher unglcklich agierenden Jeff Green ersetzt, der aber immerhin in den Owerns Points auf Platz 27 steht. Wer Mayfield bei BDR ersetzt ist noch nicht raus.

Mercedes SLR fr die FIA GT Serie
Zur Abwechslung mal gute Nachrichten von Mercedes. Bei “auto, motor und sport” sind Bilder von einem Mercedes SLR im Renntrimm aufgetaucht. Angeblich soll es eine Kleinserie von rund 20 Stck geben, die an Privatleute vergeben werden sollen. Im Artikel ist die Rede von einem Markenpokal, den man damit ausrichten will, aber da macht die Stckzahl keinen Sinn. Weitaus wahrscheinlicher scheint mir die Mglichkeit, dass Mercedes, analog zu dem was Maserati mit dem C12 gemacht hat, den SLR fr eine GT Serie aufbaut. Die Frage ist nur: fr welche? Will man in der FIA GT mitmischen? Oder in der GT1 Serie der ALMS? Es gibt leider keine Infos, nach welchen Regeln der Wagen aufgebaut wurde, aber es sieht von auen so aus, als sei es ein GT3 Wagen.

Und sonst?
Nix.

24.10.2007

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