Formel Eins – Vorschau Brasilien II
Heute: Fernando Alonso
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Der Spanier hat eine Karriere wie aus dem Bilderbuch hingelegt. Seinen ersten Titel holte er sich im Alter von 15 Jahren, als er spanischer Kartmeister wurde. 1996 wurde er Junioren Weltmeister im Kart, danach folgte noch weitere Titel. Mit 19 Jahren stand er bei den meisten Formel Eins Teammanagern ganz oben auf den Zetteln, aber es war schlieklich Falvio Briatore, der ihn entdeckte und frderte. Er stopfte ihn zu Minardi, wo er 2001 eine ganze Saison erfolgreich absolvierte. Auch wenn er mit dem chronisch unterlegenen Wagen nie in die Punkte kam, war den meisten Beobachtern klar, dass da ein groes Talent heranreifte. Zu Alonsos Enttuschung wurde er 2002 aber von Briatore im Renault Testteam eingesetzt und bekam keinen Einsatzwagen. 2003 sah die Sache aber anders aus. Der Spanier bekam seine Chance bei Renault und dankte es dem Team mit einem Sieg beim GP von Ungarn. Danach ging er fr Alonso nur noch bergauf. 2004 wurde er schon vierter der Weltmeisterschaft und vor allem gegen Ende der Saison wurde klar, das Renault im folgenden Jahr ein starker Konkurrent von Ferrari werden wrde. Der Rest ist Geschichte.

Alonso hlt bis heute den Titel des jngsten Fahrer, der je eine Pole Postion, einen Sieg und eine Weltmeisterschaft einfahren konnte. Mit anderen Worten: Alonso ist ein begnadet schneller Fahrer. Das stellte er vor allem in der Saison 2005 unter Beweis, als sein Renault nicht unbedingt zu den besten Autos im Feld gehrte, er jedoch auf Grund seines Talents und der Schwche von Ferrari und McLaren den WM Titel holen konnte. Es gibt kaum einen Fahrer im Feld, der in Sachen Konstanz das Wasser reichen kann. Alonso ist wie Schumacher in der Lage seinen Wagen rundenlang am absoluten Limit zu halten. Darin ist vermutlich sogar noch besser als Kimi Raikknen, dessen Rundenzeiten innerhalb eines Rennens schon mal schwanken. Fehler leistet sich der Spanier selten, und das obwohl er beim berholen kompromisslos zu Sache geht. Gerade dabei sieht man aber schon mal die Schwchen von Alonso.

Und das ist wohl sein Ego. Je erfolgreicher er wurde, desto schwieriger kam er mit selbst mit alten Weggefhrten klar. Falvio Briatore stie er vor den Kopf, als er ohne dessen Wissen einfach bei McLaren unterschrieb. Und das ein Jahr, bevor der Renault Vertrag auslief. Grund fr seine Entscheidung war wohl sein Gefhl, bei Renault nicht gut genug behandelt zu werden. Ein Argument, mit dem immer wieder mal auftauchte, auch 2006. Er verlangt wohl absolute Aufmerksamkeit und schnappt schnell ein, sollte diese nicht bekommen. Schlimm wird es, wenn man ihn kritisiert oder unter Druck setzt. Dann legt er einen Schalter um und es passieren so Sachen wie in Ungarn, als er Lewis Hamilton in der Box blockierte, damit dieser seine Pole Position nicht mehr gefhrden konnte. Unvergessen auch die Faust, die er aus dem Cockpit streckte, als er im letzten Jahr an Michael Schumacher vorbeifuhr, nachdem dieser mit einem Motorschaden gestrandet war. Alonso verliert nicht gerne, aber in diesem Jahr hat er mit Hamilton jemanden, der ihm das Wasser reichen kann.

Wobei man aber auch faierweise sagen muss, dass McLaren den jungen Englnder durchaus bevorzugt. Das muss nicht unbedingt bewusst passieren, aber ein englischer Fahrer in einem englischen Team der die Chance hat, nach Nigel Mansell der erste britische F1 Weltmeister zu werden – wer kann es den englischen Mechaniker verdenken, dass sie fr Hamilton etwas mehr ins Zeug legen. Alonso htte aber jederzeit die Chance gehabt, die Antwort auf der Strecke zu geben. Offenbar konnte er das nicht. Stattdessen hat er seinem Team den Konstrukteurstitel gekostet, in dem er wohl ein paar Internas bei Ecclestone ausplauderte. Sicher – auf Grund der Spionage hat McLaren den Titel auch nicht verdient, aber die Art und Weise wie sich Alonso da in Szene gesetzt hat, gehrt nicht zu den elegantesten.

Seine Chancen auf den Weltmeistertitel am Wochenende sind dennoch hoch. Er hat schon zwei Titel und wei genau, wie man sich in einer solchen Situation am besten verhlt. Er hat deutlich weniger Druck als Hamilton, aber vier Punkte Rckstand. Aber trotz allem halte ich ihn fr den Favoriten am Wochenende. Vor allem dann, wenn die Wettervorhersagen stimmen, und es regnen sollte.

NASCAR – Spionage Skandal made in U.S.A
UPDATE: Joe Gibbs Racing hat in einer offiziellen Pressemiteilung die Sache natrlich abgestritten: “Joe Gibbs Racing is 100 percent focused on trying to win a championship for GM, as well as our sponsors and fans. We have at no time shared any technical information with Toyota or any Toyota team, nor will we as long as there are still races to be run in 2007.”
Das wundert mich nicht. Und noch weniger, wenn MW im Interview sich mal wieder verplappert hat. Das JG selber was zu dem Thema sagt, und nicht einen Pressesprecher vorschickt, ist allerdings auch schon erstaunlich.


In der NASCAR knnte sich gerade ein kleiner Spionage Skandal entwickeln. Darin verwickelt: Joe Gibbs Racing und Michael Waltrip Racing. Laut einer ESPN Meldung (ganz unten) hat Joe Gibbs Racing wohl dem notorisch langsamen Team von Michael Waltrip mit ein wenig technischen Know-How unter die Arme gegriffen. Es ist schon erwhnenswert, dass seit ein paar Wochen Waltrip wieder in den Top 20 zu finden ist. Auch die anderen Toyotas tauchen pltzlich vorne auf. Die Frage ist jetzt, was fr Informationen JGR weitergeben hat. Ein paar bers Chassis, oder ber den Motor? Zwar ist JGR noch mit dem Chevy Motor unterwegs, aber in der NASCAR fahren ja alle mit dem gleichen Motorblock und die Hersteller kleben im Endeffekt nur ihr Logo drauf. Gibbs entwickelt die Motoren selber, was sie auch im nchsten Jahr mit den Toyotas machen werden. Offenbar hat man schon ein paar Toyota Motoren in den Entwicklung und hat ein paar Infos an Waltrip weitergeben. Das wird Chevy nicht besonders freuen, aber letzlich kann JGR ja mit seinen eigenen Informationen machen, was sie wollen. Seitens GM ist man trotzdem verschnupft und prft jetzt wohl auch rechtliche Schritte.

Speedcarserie – TV Deal
Die durch die FIA gefrderte Speedcarserie (SCS) hat mit dem dem “Formula One Management” (FOM) von Bernie Ecclestone einen Vertrag ber die Erstellung der TV Bilder abgeschlossen. Gleichzeitig hat man einen Deal mit One-o-One Media abgeschlossen, die die Rechte jetzt an die Sender verscherbeln sollen. Dafr hat man jetzt auch etwas mehr Zeit, denn das erste Rennen ist nicht im November (wie noch im Bild zu sehen), sondern erst im Januar, zusammen mit der GP2. Offenbar will man da ein gutes Paket fr die Sender schnren. Da drei der fnf Rennen in Dubai (2x) und Bahrain (1x) stattfinden und man somit auch die europischen Haushalte erreicht, steigt die Chance, dass man die Serie auch in Europa zu sehen bekommt, zumal die Rennen in Malaysia und in Bahrain im Rahmen des F1 GP laufen.

Und sonst?
Nix.

18.10.2007

Aufz. 13:50 Uhr NASCAR Busch Lowes Speedway PREM
Aufz. 14:45 Uhr NASCAR Nextel Lowes Speedway PREM
Aufz. 21:00 Uhr DTM Hockenheim MotorsTV
Aufz. 22:50 Uhr V8 Supercars Bathurst MotorsTV