// Das schreckliche Erdbeben in Japan hat auch Auswirkungen auf den Motorsport. Die Dorna hat den geplanten MotoGP Lauf, der am 24.4 in Motegi stattfinden sollte, erst mal auf den 2. Oktober geschoben. Das ist angesichts der Ereignisse und der Dinge, die da gerade zusätzlich passieren, sicher die beste Entscheidung. Motegi ist beim Erdbeben schwer getroffen worden, die Strecke liegt zwischen Tokio und Sendai und hat wohl einige Schäden erlitten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hotels in der Umgebung teilweise wohl auch zerstört oder beschädigt wurden. Ob das alles bis zum Herbst wieder soweit hergerichtet ist, dass man Lust auf Motorsport hat, ist dann wieder eine andere Frage. In diesem Zusammenhang muss man dann auch die Formel Eins erwähnen, deren Rennen ebenfalls im Oktober statt finden wird. Die fahren allerdings in Suzuka, was deutlich weiter südlich unterhalb von Tokio liegt und wo es keine Schäden durch das Erdbeben gegeben hat. Dennoch wird man abwarten müssen, wie sich die Situation in Japan in den nächsten Tagen entwickeln wird. Die japanische Super GT hat ihren Test abgesagt, will aber den Saisonstart in der ersten Aprilwoche bisher durchziehen. Was aber angesichts der Probleme bisher auch noch auf wackeligen Beinen steht. [Danke an Yankee für die Info]. (Don)
// Sorgen gibt es auch um Bahrain. Dort hat der König einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt und es weiterhin blutige Demonstrationen. Es sieht zumindest im Moment nicht danach aus, als würde sich die Lage beruhigen. Die FIA würde gerne auf dem nächsten World Council Meeting am 1.Mai einen Ausweichtermin benennen, aber das wird wohl nach Lage der Dinge etwas knapp. Ich glaube kaum, dass wir 2011 ein Rennen in Bahrain sehen werden, zu mal die Teams jetzt schon angesichts des engen Zeitplans am Ende der Saison stöhnen. (Don)
Posted 16 Feb 2011 — by DonDahlmann Category F1, Formel Eins
Nicht überraschend, auch wenn es etwas länger als gedacht gedauert hat, aber heute hat Renault Nick Heidfeld für 2011 bestätigt.
Er wurde schon kurz nach dem Unfall von Robert Kubica als dessen Nachfolger bei Renault hoch gehandelt und ein Ein-Tages-Einsatz am letzten Samstag verlief auch gut. Eine Verpflichtung schien also nur eine Formsache, zu mal Bruno Senna, der eine weitere Option für Renault darstellte, schon früh per Twitter klar stellte, dass er wohl kaum Chancen haben werde. Am Montag tauchten aber Gerüchte auf, dass Renault eventuell noch Liuzzi und de la Rosa testen könnte. Doch das machte wenig Sinn, denn Renault steht mit der Entwicklung des R31 noch am Anfang und durch den Ausfall von Kubica hat man mindestens zwei wichtige Testtage verloren. Weitere Tests mit anderen Fahrern in Barcelona hätten dem Team nicht geholfen. Es gibt aber noch einen interessanten Nebenaspekt der Meldung.
Posted 16 Feb 2011 — by Vorsicht Category Motorsport
Die “Tage des Zorns” sind auch im Motorsport angekommen. In Bahrain, wo in drei Wochen der Saisonauftakt der Formel 1 steigen soll (und am Wochenende ein Rennen der GP2 Asia) finden derzeit massive Demonstrationen statt, ein paar Hintergründe dazu gibt es hier und hier. Mindestens zwei Tote und zahlreiche Verletzte hat es in den vergangenen Tagen schon gegeben. Ohne jetzt auf die moralische Frage eingehen zu wollen, ob man in einem solchen Staat unbedingt fahren sollte – die für die kommende Zeit geplanten Veranstaltungen könnten jedenfalls gefährdet sein. Einige GP2 Asia Fahrer sind offenbar bereits in Bahrain angekommen, und haben die Proteste miterlebt. “Yesterday it was really bad here in bahrein. There where a lot of people protesting, even we could not leave the hotel!!”twittert etwa Barwa-Addax Pilot Guido van der Garde, der auch gleich ein Foto vom massiven Polizeiaufgebot rund um die Rennstrecke liefert. Luiz Razia und Team Air Asia melden, dass bis Dienstagabend auch die Autos noch nicht an der Strecke angekommen waren – mittlerweile sind sie aber wohl eingetroffen. Auch Bernie Ecclestone hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Er möchte nun ein Gespräch mit der Leitfigur des Grand Prix, Kronprinz Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa (der gleichzeitig auch Verteidigungsminister des Landes ist) abwarten, den er bisher aber noch nicht erreicht hat (“He is a bit busy, as you can imagine“). Sorgen um den Grand Prix hat er allerdings auch jetzt schon – vor allem, weil er fürchtet, Demonstranten könnten das Rennen als Bühne nutzen, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Angst dürfte nicht ganz unbegründet sind. ”There’ll be lots of journalists, a lot of people looking and [the government] will react in a stupid manner as they have done, and that will be bloody, but will be more publicised,” hat etwa Menschrechtsaktivist Nabeel Rajab gegenüber der Zeitung Arabian Business angekündigt. (Vorsicht)
Posted 11 Feb 2011 — by DonDahlmann Category F1, Formel Eins
Am heutigen Tag gab es einigen Schrott und eine überraschende Bestzeit von Mercedes. Doch die war vielleicht gar nicht so gut, wie ein ausführlicher Vergleich zeigt.
Die Saison hat noch nicht angefangen, da steht Mercedes schon in der Kritik. Gerüchte aus dem Fahrerlager wollen von einem Wagen erfahren haben, der sich zwar gut fahren lässt, aber leider zu langsam ist. Doch heute fuhr Schumacher dann plötzlich die schnellste Zeit und konnte sogar nachlegen, als Massa ihm die Bestzeit kurzfristig abnahm. Das führte zu allgemeinen Erstaunen und der Frage, ob man vielleicht eine “Vorstandszeit” gefahren ist. Mercedes und Schumacher bestreiten das, und in dem Fall glaube ich ihnen auch. Sowohl Ross Brawn als auch Mercedes sind nicht bekannt dafür, mit solchen Zeiten zu hantieren, zu mal sie auch nichts bringen würden. Aber dennoch muss man die Bestzeit vorsichtig bewerten.
Nach dem schrecklichen Unfall von Robert Kubica gehen die Spekulationen los, wer ihn bei Renault ersetzen soll.
Das Lotus-Renault steckt in einer schwierigen Lage. Man hat mit dem R31 ein offenbar gutes Auto, aber der Wagen, mit seinen extravaganen Lösungen bei Auspuff, Kühlung und Aerodynamik braucht auf jeden Fall noch viel Entwicklungszeit. Doch selbst im erweiterten Kader findet sich niemand, der Kubica ersetzen könnte. Petrov hat keine Erfahrung, Senna ist zwar als erster Ersatzfahrer genannt, aber auch ihm fehlt das Wissen, wie man einen neuen Rennwagen entwickelt. Grosjean ist ohne jeden Zweifel schneller als Senna, hat aber ein Jahr aussetzen müssen und in Sachen Entwicklung ist er sicher auch nicht sonderlich erfahren. Renault hat sich zwar einen bemerkenswert großen Stall von Ersatzfahrern aufgebaut, aber die Piloten sind zum Teil nur als Testfahrer gedacht, zu jung oder zu unerfahren. Senna und Grosjean hat man auch eher engangiert, um Vitaly Petrov Feuer unterm Hintern zu machen. Bleibt die Lösung, einen neuen Piloten zu engagieren.
Posted 07 Feb 2011 — by DonDahlmann Category F1, Formel Eins
Nachdem sich die erste Aufregung um den Unfall von Robert Kubica gelegt hatte, gab es einige Stimmen, die ihm “Wahnsinn” vorgeworfen haben, bei einem solchen Event zu starten. Ich sehe das anders.
Motorsport ist gefährlich. Das steht auf der Rückseite jeder Eintrittskarte im Kleingedruckten. Auf der Rundstrecke versucht man seit Jahrzehnten, die Risiken zu minimieren. Wenn man sich Bilder aus der frühen Formel Eins, aus Le Mans oder den Tourenwagenrennen anschaut, bleibt einem schon bei der Ansicht fast das Herz stehen. Keine Auslaufzonen, ungesicherte Mauern oder auch mal einfach ein paar Bäume, die am Rand stehen, Fangzäune mit massiven Holzbalken. Heute sagt man “Völlig bescheuert.” Damals war es normal. Es hat sich viel getan auf der Rundstrecke, aber der Rallyesport ist in Sachen Sicherheit immer noch eine ganz andere Sache. Es liegt in der Natur des Sports, dass man mit sehr schnellen Wagen auf sehr engen, nicht gesicherten Straßen unterwegs ist, wo klapprige Leitplanken einen davor schützen sollen, in einen Abhang zu fallen. Ist der Rallyesport deswegen irrsinnig? Hätte Robert Kubica die Finger davon lassen sollen?
Posted 07 Feb 2011 — by DonDahlmann Category F1, Formel Eins
Die Meldungen aus Italien besagen, dass es Robert Kubica dem Umständen entsprechend gut geht.
Manchmal ist das Leben schon merkwürdig. Eigentlich wollte ich heute einen Text über die Testtage der Formel Eins aus der letzten Woche einstellen. Und meine besonderes Aufmerksamkeit galt dabei Renault und Robert Kubica. Der Text war schon fast fertig, als der Unfall gestern passierte. Geschrieben hatte ich “Wenn Renault in Valencia keine “Vorstandszeiten” gefahren hat und man mit einem ähnlichen Programm wie Red Bull und Ferrari unterwegs war, dann könnte diese die Wiederauferstehung des Teams sein.” Auch wenn Kubica dieses Jahr wohl nicht an den möglichen Erfolgen von Renault beteiligt sein kann, wichtiger ist doch, dass es ihm offenbar besser geht. Und das scheint der Fall zu sein, denn sein Team berichtete, dass er seine Finger schon wieder leicht bewegen kann.
Bei einer Rallye hat Robert Kubica einen schweren Unfall erlitten. Offenbar ist der Pole mit seinem Fabia S2000 gegen eine Leitplanke geknallt, die sich dann in seinen Wagen auf der Fahrerseite gebohrt hat.
Bei dem Unfall, der sich am frühen Sonntagmorgen bei einer Rallye nahe Genua ereignete, erlitt Kubica schwerste Verletzungen. Eine Leitplanke durchbohrte den Wagen und drang ins Cockpit auf der Fahrerseite ein. Dabei erlitt der Pole wohl vor allem Verletzungen am rechten Arm und an der Hand. Diese soll, so die Beschreibungen der Ärzte, teilweise abgetrennt worden sein. Sein Co-Pilot, Jakub Gruber, entkam dem Chrash unverletzt.
Die größten Sorgen machen den Ärzten wohl die rechte Hand und das verletzte Bein. Im Moment konzentriert man die Bemühungen darauf, die Funktionsfähigkeit der Hand wieder herstellen zu können. Nach dem Ende der siebenstündigen OP gab es die gute Nachricht, dass alles zunächst gut verlaufen ist, und man die Hand retten konnte. Allerdings muss man bis zu einer Woche warten, ob und wie die halb abgetrennte Hand von Robert Kubica anwachsen und ihre Funktionsfähigkeit wieder erlangen kann. Das Risiko besteht vor allem in Durchblutungsproblemen der Hand und des Arms. Dazu können Schwellungen und Infektionen kommen. Der Reha-Prozess, also die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Motorik, wird laut des Handspezialisten Dr. Igor Rossello rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Ob Kubica seine Hand jemals wieder zu 100% einsetzen wird können, kann man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Bis das klar ist, werden vermutlich Monate vergehen. Wichtig ist zunächst, dass sich Kubica von seinen anderen schweren Verletzungen erholt und wieder gesund wird.
Renault hat folgendes Statement am späten Sonntagabend veröffentlicht:
“Robert Kubica underwent a seven-hour operation at the Santa Corona Hospital in Pietra Ligure this afternoon. The Lotus Renault GP driver had been diagnosed with multiple fractures to his right arm and leg following a high-speed accident at the Ronda de Andora rally this morning. He also suffered severe cuts to his forearm, which could have an impact on his right hand mobility.
“Doctors are reasonably satisfied with the way the operation went. Tonight, Robert’s condition remains stable but serious. He has been placed into an induced coma and could be woken up in the morning.
“Professor Mario Igor Rossello, Director for the Regional Centre of Hand Surgery at San Paolo Hospital in Savona: ‘It has been a very important and difficult operation. Robert Kubica’s right forearm was cut in two places, with significant lesions to the bones and the tendons. We did our best to rebuild the functions of the forearm. It took seven doctors, split into two teams and a total of seven hours to complete the operation. One team was the emergency task force from the hospital of San Paolo (Savona) that is normally appointed to treat this sort of injury, while the other team came from the orthopaedic department of the Santa Corona Hospital (Pietra Ligure). At the end of the operation, Robert’s hand was well vascularised and warm, which is encouraging. Following the surgery, Robert Kubica will remain under permanent monitoring overnight because his condition remains serious.’
“Eric Boullier, Team Principal and Managing Director of Lotus Renault GP: ‘The news of Robert’s accident came as a real shock to the whole team. All of us, at Lotus Renault GP, wish him a quick recovery. We have been really impressed with the way the doctors looked after him today and we would like to thank the whole team of the Santa Corona Hospital for their professional approach and dedication. I will be travelling to Italy tomorrow, along with Vitaly Petrov, in order to see Robert and tell him that we are impatiently waiting for his return.’
“Another update will be made tomorrow morning at 9h30, at the hospital, by Professor Rossello and Daniel Morelli, Robert’s manager.”
Der operierende Arzt hat sich in einem Interview sehr reserviert gezeigt, was die komplette Heilung von Kubica abgeht.
Es ist zu früh, um sagen zu können, ob und wann Kubica jemals wieder in einem Formel Eins Wagen sitzen wird. Komplizierte Brüche und Verletzungen an der Hand müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass man diese nicht mehr nutzen kann. Die Mikrochirugie hat enorme Fortschritte gemacht, ebenso die Wiederherstellung von Nervenbahnen etc. Allerdings erinnert die Sache schwer an die Verletzungen, die Alessandro Nannini in den 80er Jahren erlitt, als er einen Hubschrauberunfall hatte.
Robert Kubica hatte bei der Rallye Ronde Di Andora teil genommen. Die Rallye ist ein sogenannter “Rallye Short” mit wenigen oder auch nur einer Sonderprüfung. Auf der Sonderprüfung (Karte) hat es dann den schweren Unfall gegeben. Kubica raste mit seinem S2000 Skoda Fabia von DP Autosport in eine Mauer, bzw. eine Leitplanke. Die ersten Fernsehbilder (siehe unten) geben da keinen genauen Aufschluss. Der Unfall war so schwer, dass man angeblich 90 Minuten benötigt hat, um ihn aus dem Wagen zu bergen.
Sein Wagen sieht schon nicht schön aus, die Fahrerzelle scheint aber intakt. Auf diesem Foto kann man relativ genau sehen, wo die Leitplanke in den Motorraum eingedrungen ist um dann weiter ins Cockpit zu gelangen. Das die hintere Tür fehlt liegt offenbar an den Rettungsarbeiten.
Ein italienischer TV-Sender hat einen kurzen Bericht.
Wir wünschen ihm an dieser Stelle schon mal gute Besserung und hoffen, dass er bald wieder in einem Rennwagen sitzen kann.
Danke an alle im Chat und bei Twitter, die uns den ganzen Tag mit Links und Informationen versorgt haben!
Spannende Rennen, Glückspilze und spektakuläre Szenen – die Vierte. Und diesmal ohne Dach. Mein “Best of” eines außergewöhnlich interessanten Jahres 2010.
Bestes Rennen
Gar nicht so einfach! Im Rückblick eigentlich sogar ziemlich erstaunlich, wie viele tolle Rennen wir im vergangenen Jahr hatten – und das in fast allen Serien, die ich so verfolge. Am Ende gibt es für mich einen Sieger, der sicher viele überraschen wird. Aber der Reihe nach:
Bei der Formel 1 sehe ich den Lauf in Kanada wieder vorn. Auch, wenn einiges an der Spannung wegen der Reifenprobleme “küstlich” erzeugt wurde – die legendäre Kombination aus schneller Strecke, nahen Leitplanken, Risiko und den vielen Überholstellen haben das Rennen auch in diesem Jahr wieder aus der Masse herausgehoben. Auf den Ehrenplätzen: Melbourne, China – und die allen Unkenrufen zum Trotz ganz fantastische neue Strecke in Korea.
Wenn es der Formel Eins in Ungarn gelingt, ein spannendes Rennen zu produzieren, macht die Serie was richtig. Es gab allerdings auch genug Kontroversen.
Wer hätte das gedacht, dass man nach dem Rennen in Ungarn, von einem der besseren Rennen der Saison reden würde? Schuld daran war eine Safety Car Phase, ein schlafender Vettel und ein Michael Schumacher, der den Bogen mal wieder etwas überspannte, als er sich gegen ein Überholmanöver wehrte. (Umfrage weiter unten im Text). Die Verlierer am Wochenende waren McLaren, Mercedes, Force India und Renault. McLaren verlor Hamilton mit einem technischen Defekt, Button war am Wochenende schlecht drauf. Nach dem Rennen ist man die Führung in beiden Meisterschaften los. Schlimmer hätte es kaum laufen können.