Sonoma Raceway (2,52 Meilen, Road Course) in Sonoma, Kalifornien

Der Sonoma Raceway wurde zwischen 1967 und 1968 für damals 70 Millionen US-Dollar gebaut und trug zu Beginn noch einen anderen Namen. Bis zum Verkauf der Namensrechte 2002 war die Strecke im nördlichen Teil von Kalifornien nämlich als „Sears Point Raceway“ bekannt. Dieser Vertrag mit der Firma Infineon wurde allerdings Ende 2011 nicht verlängert, weshalb der Rundkurs jetzt wieder als Sonoma Raceway bekannt ist. Damit haben wir auch gleich alle populären Namen für den „road course“ beisammen: Sonoma (Stadt ca. 15 km nördlich), Sears Point (südlichster Gipfel der Sonoma Mountains) und eben „Infineon Raceway“, wobei die ersten beiden bei Fans deutlich beliebter sind. Sonoma County liegt übrigens direkt im berühmten Weinanbaugebiet, zu dem z.B. auch das Napa Valley gehört. Außerdem ist 15 km östlich der Rennstrecke Jeff Gordons Geburtsort Vallejo zu finden und in Richtung Süden kommt man nach nur 40 km in der Innenstadt von San Francisco an, was ein riesiges Einzugsgebiet für mögliche Fans darstellt.

Damit ist der Raceway auch nur einen Steinwurf vom Wasser entfernt, denn 5 km südöstlich vom Raceway befindet sich die San Pablo Bay, welche bei San Francisco in den Pazifik mündet. Das alles spielt bei der Geschichte und dem Charakter der Strecke nämlich eine Rolle, sonst wäre die Geografie-Stunde nicht nötig gewesen. Die Lage inmitten der hügeligen Landschaft macht den „road course“ zu einer echten Berg- und Tal-Bahn, deren Höhenunterschiede im Fernsehen meist gar nicht so herausstechen. Teilweise wird es dann so unübersichtlich, dass man nicht sehen kann, was hinter der Kuppe auf einen wartet – der Unfall zwischen Will Power und Nelson Philippe bei den IndyCars zeigte das 2009 ganz deutlich. Die IndyCars fahren übrigens eine andere Streckenführung als die NASCAR, nämlich eine Variante der langen Version.

Die NASCAR ist seit 1989 in Sonoma unterwegs und das hatte einen ganz praktischen Grund: Nachdem von 1987 bis 1988 nach und nach beide Rennen auf dem traditionsreichen Riverside International Raceway (ebenfalls in Kalifornien) aus dem Kalender genommen wurden, suchte man nach Ersatz im selben Bundesstaat. Wer heute auf Satellitenbildern nachschauen will, wie Riverside denn ausgesehen hat, der wird anstatt eines Layouts der Strecke nur noch eine „shopping mall“ finden – dieser musste der „road course“ damals weichen. Also fuhr NASCAR ab 1989 jährlich ein Saisonrennen auf dem Sears Point Raceway, zu Anfang auf der langen Version. Zwischen 1998 und 2002 erfolgten dann noch einmal größere Umbauarbeiten, welche den „drag strip“ veränderten und der NASCAR-Variante eine kürzere Strecke bot.

Zunächst baute man 1998 eine Abkürzung des Infields, die sogenannte „Chute“ (dt: Rutsche), welche die Turns 4,5 und 6 umgeht. Nach Turn 7, von welchem nur der Scheitelpunkt geradeaus überfahren wird, geht es dann über Turn 7a wieder auf die lange Version zurück. Bei Wikipedia gibt es ein gutes Bild zur Streckenführung, wo das leichter ersichtlich ist. 2001 wurde „The Chute“ noch einmal verändert: Dazu wurde Turn 4a gebaut, welcher regelmäßig spannende Kameraaufnahmen der dicht an der Mauer entlang rauschenden Wagen beschert. 2002 trennte man den „drag strip“ noch von der Start- und Zielgeraden, die nun exklusiv für die Rundstreckenrennen zur Verfügung steht. Die frühere Zusammengehörigkeit dort kann man immer noch an der Trennungslinie zwischen den Fahrspuren erkennen. Die beste Überholmöglichkeit der NASCAR-Variante ist die Haarnadelkurve „turn 11“, wo es im Rennen immer ordentlich Action gibt.

Die IndyCar-Variante wird auch von den Motorrädern genutzt und verzichtet auf die Haarnadelkurve zugunsten einer längeren Auslaufzone; die Abbiegung auf die Zielgerade erfolgt dort einfach früher. Außerdem wird auch das Infield und ein Teil des „drag strip“ im Herzen der Rennstrecke durchfahren. Insgesamt bietet der Raceway Platz für 102.000 Zuschauer, wobei nur 47.000 davon auf permanenten Tribünen untergebracht sind; das schließt die Naturtribünen mit ein. Temporäre Sitzgelegenheiten werden extra für die größeren Rennen aufgebaut. 2004 wurde der Komplex zuletzt erweitert und dabei auch umliegendes Marschland (siehe Lage am Pazifik weiter oben) eingegliedert. Insgesamt gesehen ist die Strecke für den Fan attraktiv, da man dank der vielen Höhenunterschiede nahezu von jedem Platz den kompletten Kurs einsehen kann.

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