Phoenix International Raceway (1 Meile, Intermediate/Short Track, Unique) in Avondale, Arizona

Der Phoenix International Raceway hat seine außergewöhnliche Form den geologischen Gegebenheiten auf dem Grundstück zu verdanken. Weil man außer dem Oval noch eine Rundstrecke und einen Dragstrip mit auf das felsige und hügelige Gelände quetschen wollte, musste die Strecke ein wenig zurechtgebogen werden: So hat die Gegengerade außer ihrem Banking von 9° einen Knick, der als „dogleg“ bekannt ist. Die Turns haben ähnlich Pocono einen unterschiedlichen Charakter, Turn 1 und 2 sind mit 11° überhöht und enger als Turn 3 und 4, die dafür auch 2° weniger Banking aufweisen. Das Oval ist exakt eine Meile lang und fasst 76.800 Zuschauer, die zum Teil auf Naturtribünen ihren Platz findet. Rustikales Ambiente also und man erzählt sich außerdem die Geschichte, dass das Rennen ohne die freiwilligen Helfer nicht möglich wäre, die jeden Morgen auf den Tribünen die Klapperschlangen einsammeln; authentisches Wüstenfeeling.

1964 wurde der Raceway in Avondale, Arizona im Südwesten von Phoenix erbaut und in einer Sports-Illustrated-Umfrage wählten ihn 2007 12% aller NASCAR-Fahrer zu ihrer Lieblingsstrecke, was immerhin zu einem zweiten Platz gemeinsam mit dem Atlanta Motor Speedway hinter Bristol (18%) reichte. Eigentlich galt das Oval bis zum Jahr 2005 eher als Rennschauplatz der Open-Wheeler, allen voran den IndyCars und der Indy Racing League, doch die NASCAR-eigene International Speedway Corporation (ISC) entschied sich in besagtem Jahr für eine Neuausrichtung. Interessanterweise verfügte die Strecke bis zu diesem Zeitpunkt über die drittlängste IndyCar-Historie nach Indianapolis und Milwaukee. Die ISC kaufte den Phoenix International Raceway 1997 dann schließlich, doch Cup-Rennen fanden schon seit 1988 dort statt. Seit dem 2005er Kalender-Realignment verfügt das Oval gemeinsam mit Texas auch über ein zweites Saisonrennen, damals zu Ungunsten von Rockingham und Darlington.

Der externe Rundkurs war in den Parkplatz des Raceways integriert und führte von außen über die Fahrbahn des Ovals in das Innere der Anlage. Dieser Kurs wurde dann später durch eine integrierte Strecke im Infield ersetzt. Seit größeren Umbauarbeiten 2002-03 gibt es einen Access-Tunnel unter Turn 4, womit auch die erwähnten bisherigen und einzigen Zufahrten ins Infield geschlossen werden konnten. Dadurch existiert auch der Dragstrip in seiner früheren Form nicht mehr.

2011 wurde Phoenix im Zuge einer Neuasphaltierung auch etwas umkonfiguriert. Man tauschte nicht nur den gut 20 Jahre alten Streckenbelag aus, sondern führte außerdem ein variables Banking ein, um die obere Rennlinie gleichwertig befahrbar zu machen. Zusätzlich wurde der Dog-Leg umgestaltet und etwas weiter aus dem Oval herausgelegt, womit er einen engeren Kurvenradius aufweist. Das Banking wurde im Scheitelpunkt auf 10-11° erhöht, während die anderen Turns bei ihrer maximalen Kurvenüberhöhung von 11 bzw. 9 Grad geblieben sind. Der unteren Spur klaute man wegen des variablen Bankings allerdings jeweils 1° in allen vier Kurven.

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