Daytona International Speedway (2,5 Meilen, Superspeedway, Trioval) in Daytona Beach, Florida

Der Daytona International Speedway beeindruckt mit einer Streckenlänge von 2,5 Meilen und einer einzigartigen Kurvenüberhöhung von 31° und diese Ausmaße werden lediglich von der Strecke in Talladega übertroffen. Man stelle sich einmal vor, man würde auf seinem Hausdach mit 300km/h entlang brettern, dann bekommt man eine gute Vorstellung von der Action dort. Wenn man auf dem Apron steht, schaut man erstmal mehrere Meter nach oben, bis man die SAFER-Barrier erblickt. Physikalisch gesehen bedeutet das, dass ein Auto mindestens 60mph, also knappe 100km/h fahren muss, um sich auf dem Banking oben halten zu können.

Die Planungen für den Daytona International Speedway begannen schon einige Jahre nach der Gründung der NASCAR. Bereits 1953 begann Bill France Sr. damit, dieses riesige Oval und zukünftige Aushängeschild des Sports mit Ingenieuren zu diskutieren. Als Machbarkeitsstudie dienten dabei übrigens auch die Ford Proving Grounds in Detroit, Michigan, bei welchen man sich für die Realisierung des extremen Bankings einiges abschaute. 1957 erfolgte dann der erste Spatenstich und bereits zwei Jahre später konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Fun Fact: Für die enormen Steilkurven wurde Erde aus dem Infield der Strecke benutzt, wobei sich die Baugrube aufgrund des hohen Grundwasserspiegels allmählich mit Wasser füllte. Der so entstandene See existiert auch heute noch und hat sogar einen Namen bekommen: Lake Lloyd.

Die für Daytona lange Jahre so charakteristischen Bodenwellen mussten nach dem Sommerrennen 2010 das Zeitliche segnen, als das riesige Unternehmen begann, Daytona zum zweiten Mal nach 1978 neu zu asphaltierten. Der Grund war ein Aufbrechen der Fahrbahn, welches während der Reparaturpause zu einem massiven Zuschauereinbruch an den Bildschirmen bei der 2010er Ausgabe des legendären Daytona 500 führte. Nahezu ein halbes Jahr später lag auf dem 31°-Banking des riesigen, 2,5 Meilen langen Superspeedways ein neues Asphaltband, pünktlich zum nächsten Veranstaltungstermin des Great American Race. Diese neue Rennoberfläche brachte dann auch gleich einige Veränderungen mit sich, die gewaltige Auswirkungen auf das bisher bekannte, traditionelle Restrictor-Plate-Racing bzw. Bump-Drafting hatte: Die Two-Car-Trains wurden 2011 zum ersten Mal bei einem Daytona 500 gesehen.

Seit 1959 fährt die NASCAR auch ein zweites Saisonrennen auf dem Superspeedway von Daytona. Damals sollte ursprünglich der Vorgänger der ChampCars, die USAC-Rennserie, ein Rennen auf der 2,5-Meilen-Strecke veranstalten. Im Vorfeld kam es jedoch zu einigen Unfällen, so dass diese nie wieder nach Daytona zurückkehrte. NASCAR ersetzte die Open-Wheeler und startete in den ersten vier Jahren mit einer Renndistanz von nur 250 Meilen, bevor seit 1962 400 Meilen gefahren werden. 2008 wechselte dann der Titel des offiziellen Softdrinklieferanten der Ovale der International Speedway Corporation (ISC) den Besitzer und aus dem Pepsi 400 wurde das Coke Zero 400.

Bekannt ist das Rennen dafür, dass es stets im zeitlichen Umfeld des Independence Days stattfindet, wobei ein direktes Treffen von 4. Juli und der Veranstaltung durchaus Seltenheitswert besitzt. Das letzte Rennen am „Fourth of July“ fand im Jahre 1992 statt und hätte sich eigentlich 1998 wiederholen sollen. Damals bedrohten jedoch Waldbrände den Speedway und das Rennen, welches im Übrigen das erste Daytona-Nachtrennen werden sollte, wurde in den Herbst verschoben. Da die Amis an Feiertagen bekanntlich nicht geizen und die „Troops“ besonders beworben und verehrt werden, erwartet einen immer wieder eine pompöse Show. Man muss es halt mögen…

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