Bristol Motor Speedway (0,533 Meilen, Short Track, 2x 180°-Turns) in Bristol, Tennessee

Der Bristol Motor Speedway ist eine der ältesten und traditionsreichsten Strecken im derzeitigen NASCAR-Kalender, denn in „Thunder Valley“ werden bereits seit 1961 zwei Rennen pro Saison ausgetragen. Der Shorttrack liegt einige Meilen außerhalb von Bristol, dessen Hauptstraße kurioserweise zugleich die Staatsgrenze zwischen Tennessee und Virginia darstellt. Das Oval befindet sich im Tennessee-Teil und wurde zwischen 1960 und 1961 zunächst mit einer Kurvenüberhöhung von 22° und einer Asphaltdecke erbaut. 1969 erfolgte dann der erste Umbau, der dem Kurs ein Banking von 36° verpasste, was jedoch oft von Teams und Fahrern in Frage gestellt wurde. So konnte die Crew von Ryan Newman bei einem Test einst nur 26° messen.

Im Jahre 2007, welches auch die Premiere des „Car of Tomorrow“ sah, bekam der Speedway eine komplette Erneuerung der Fahrbahndecke inklusive eines variablen Bankings zwischen 24° und 30° spendiert. Fünf Jahre später gab es eine erneute Veränderung an der Kurvenüberhöhung, da sich die Fans über den Verlust der beliebten Bump-&-Run-Manöver beschwerten, weil ja plötzlich zwei gleichberechtigte Fahrspuren existierten. Die oberste Lane wurde zum Spätsommerrennen 2012 also kurzerhand abgehobelt. 0,533 Meilen ist eine Runde in Bristol lang, was etwa 858 Metern entspricht, wobei der Shorttrack übrigens seit 1992 über den charakteristischen Streckenbelag aus Beton verfügt. Damit ist Bristol zwar 11m länger als Martinsville und damit nicht die kürzeste halbe Meile im Kalender, aber dafür die schnellste, womit der Speedway auch seit Jahren wirbt. Das Banking erlaubt Kurvengeschwindigkeiten zwischen 110 und 120mph, was im Kurvenausgang bei „full throttle“ dem Abschuss aus einem Katapult gleicht.

Zwei weitere Dinge sind für den Bristol Motor Speedway ebenfalls ganz typisch. Zum einen gab es seit 1961 bisher kein Rennen dort, welches nicht komplett ausverkauft war, in Folge der Wirtschaftskrise 2008 fand diese Serie aber leider ein Ende. Die Zuschauerkapazität wurde im Laufe der Jahre von 18.000 auf 160.000 Sitzplätze ausgebaut, womit man im Sprint Cup hinter Indy, Texas, Daytona und dem Lowe’s Motor Speedway den fünften Rang belegt. Zum anderen ist die Strecke auf mordsmäßig engem Raum platziert, wodurch beim Rennen im Spätsommer nicht alle drei nationalen Rennserien Platz im Infield finden. Die Trucks fahren dann bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag.

Der Platz ist so begrenzt, dass die Transporter des Cup und der Nationwide Series durch die Tunnelzufahrt in das Infield einfahren und dort nach einem ausgeklügelten System aufgereiht werden. Außerdem ist die Boxengasse zweigeteilt, was es im Sprint Cup so ebenfalls nicht mehr gibt, wodurch sich eine besondere Regelung für Boxenstopps ergibt. Bis ins Jahr 2002 bekamen die schlechter qualifizierten Teams nur einen Platz in der Boxengasse der Gegengerade. Später gab es eine Regeländerung, sodass wir heute folgendes Prozedere haben: Unter Gelb bilden beide Teile eine einzige Einheit und die Einfahrt zur Boxengasse befindet sich im Ausgang von Turn 2, während die Ausfahrt eingangs Turn 1 liegt. Somit muss die Strecke einmal in den Boxen umrundet werden, sodass niemand einen Vor- oder Nachteil hat. Unter Grün kommt die zweiteilige Regelung zum Tragen. Man fährt praktisch den Teil der Boxengasse direkt an, in dem der eigene Pitstall liegt. Der Eingang befindet sich also in Turn 2 oder Turn 4, der Ausgang in Turn 1 oder Turn 3.

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