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NASCAR: Vorschau Texas November 2010

von KristianStooss
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Three for three dürfte die Losung im Sprint Cup bis zum Saisonende lauten: Nach dem spannenden restrictor plate-Rennen von Talladega haben in den verbleibenden drei Meisterschaftsrennen nun noch drei Fahrer eine Chance auf den Titel. In Texas, Phoenix und Homestead streiten sich Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Kevin Harvick um die Krone.

Der Schlusssprint über drei Rennen startet an diesem Wochenende auf dem Texas Motor Speedway in Fort Worth, einem Intermediate-Oval von 1,5 Meilen Länge mit 24° Banking. Im ersten Moment schießt einem natürlich bei dieser Streckencharakteristik der Name Jimmie Johnson durch den Kopf, doch auch Denny Hamlin konnte in den letzten beiden Texas-Rennen in die Top2 fahren. Lediglich Kevin Harvick dürfte am Wochenende „nur“ für eines seiner konstanten Top10-Ergebnisse zu haben sein. Der Stand in der Meisterschaft ist dabei durchaus eng, die drei Fahrer trennen nur 38 Punkte: hinter Johnson folgt Hamlin (-14) vor Harvick (38). Das ist gerade nach einem restrictor plate-Rennen ziemlich erstaunlich.

Dazu überlegt NASCAR derzeit, wie man den Chase spannender machen könnte, nachdem die letzten Playoffs nicht gerade überzeugt hatten. In diesem Jahr zeigte das System nun einmal, dass es auch Spannung generieren kann. Drei verbleibende Kandidaten bei noch drei zu fahrenden Rennen sprechen eigentlich schon gegen dieses geplante Ausscheidungsprinzip, welches NASCAR zurzeit evaluiert. Im Prinzip würde es also reichen, außer den Top12 der regular season noch alle weiteren Saisonsieger in den Chase aufzunehmen. Eine Ausnahme sollten dabei jedoch diejenigen Fahrer bilden, welche nicht versucht haben, sich für alle Rennen zu qualifizieren.

Die am meisten beeindruckende Texas-Statistik kann natürlich wieder Dauermeister Jimmie Johnson vorweisen: In seinen bisher 14 Auftritten auf dem Intermediate-Oval erreichte er nur aufgrund zweier Ausfälle nicht die Top15. Von den so verbleibenden 12 Rennen beendete er zehn in den Top9 und seit 2005 kam er sieben von elf Mal in den Top5 an. Damit kann und wird er vermutlich stark in den Endspurt starten. Johnsons Chase-Ergebnisse in diesem Jahr sind wie immer der Wahnsinn: In New Hampshire startete er schlecht mit Platz 25 in die Playoffs, doch dann legte er eine Top3-Serie über drei Rennen hin, bevor Martinsville (5.) und Talladega (7.) „wenigstens“ Top10s brachte.

Denny Hamlin braucht sich in Texas aber nicht zu verstecken und könnte zumindest weiterhin an Johnson dranbleiben. Hamlin ist der Sieger des Frühjahrsrennens und im letzten Chase kam er auf Platz 2 ins Ziel. In den anderen acht Texas-Rennen seiner NASCAR-Karriere konnte er fünf Mal in die Top10 fahren. Seine bisherige Chase-Performance ist ziemlich gut: Nur in Kansas kam Hamlin 2010 nicht in die Top10 und dieses Ausnahmeergebnis war immerhin Rang 12.

In direkter Verfolger-Position ist nach seinem zweiten Platz in Talladega nun Kevin Harvick, der Meister der regular season. Die alte, nunmehr theoretische Meisterschaftstabelle ohne Chase-Wertung würde Harvick übrigens souverän mit 288 Punkten anführen. Der Texas Motor Speedway scheint aber eher nicht so die Lieblingsstrecke von Harvick zu sein, denn sein bestes Ergebnis ist ein dritter Platz aus dem Jahr 2006. Insgesamt gelangen ihm sieben Top10-Resultate in 15 Rennen. Drei dieser sieben Top10s, waren gleichzeitig auch Top5-Ergebnisse. Damit muss Harvick sich schon mächtig anstrengen, um nicht nach dem ersten Rennen des Endspurts aus der Entscheidung draußen zu sein. Seine Konstanz in diesem Jahr könnte ihm helfen, in allen Chase-Rennen bis auf Dover kam er in die Top8. In Dover selbst wurde er immerhin 15.

Um ganz sicher die Meisterschaft zu holen, gilt für die drei verbleibenden Titelkandidaten, dass sie in jedem Rennen mindestens in die Top5 fahren müssen. Mehr Gewissheit bieten natürlich Top3s und selbstverständlich Siege. Ich vermute, dass der zukünftige Meister noch 1-2 Rennen gewinnen wird und somit die Latte ziemlich hoch legt. Ein weiteres Ergebnis außerhalb der Top10 eines Kandidaten dürfte dann dessen Ausscheiden aus dem Titelkampf bedeuten.

Außerhalb des Chase gibt es noch ein paar zusätzliche Fahrer, welche am Sonntag mit einem Auge auf den Sieg schielen. Für alle Piloten hinter den Top3 sind Rennsiege um jeden Preis ohnehin das letzte verbleibende Ziel. Gut 20 Fahrer haben nichts mehr zu verlieren und können in Texas, Phoenix und Homestead volles Risiko gehen, was für einige Spannung sorgen dürfte.

Ganz vorne stehen bei diesem Unternehmen auf dem Texas Motor Speedway grundsätzlich erstmal alle zusätzlichen Chase-Fahrer und außerdem noch Jamie McMurray und Mark Martin. Bei Juan Pablo Montoya muss man ja nun schon wöchentlich mit dem ersten Oval-Sieg rechnen. Dazu könnten an diesem Wochenende noch Joey Logano, Dale Earnhardt Jr und Martin Truex Jr für Aufregung sorgen.

Jeff Gordon ist in Texas seit 2007 nur einmal außerhalb der Top7 angekommen, wenn er nicht in einen Unfall verwickelt wurde – letzteres passierte ihm leider zwei Mal. Der erwähnte Ausreißer war Platz 13 im letzten Chase-Rennen, während er die Frühjahrsausgabe gewinnen konnte. Der Chase 2008 brachte einen zweiten Platz für Gordon.

Kyle Busch sammelte seit Ende 2007 vier Top6-Ergebnisse in sechs Rennen ein und wurde ansonsten 18. und 11. Ähnlich sieht es bei Tony Stewart aus, der aus dieser Periode drei Top7-Resultate, sowie Platz 11 und 16 mitnahm. Im Frühling schied er wegen eines Unfalls aus. Kyles Bruder Kurt Busch gewann das letzte Chase-Rennen in Texas und brachte in den letzten drei Ausgaben auch immer Top8-Resultate. 2008 verlief katastrophal für Kurt, während ein Jahr zuvor Platz 11 und 8 drin waren.

Für Roush-Fenway Racing zählte Texas wie die meisten Intermediate-Oval bis Ende 2008 zu den ganz großen Stärken. Dass das Team nach einer langen Krise endlich wieder zurück an der Spitze ist, zeigten die zwei Saisonsiege von Greg Biffle in diesem Jahr. Seit 2007 fuhr er fünf Mal in die Top10, dabei blieben Platz 3 und 5 aber seine besten Ergebnisse. Biffle gewann bisher einmal in Texas und zwar 2005. Carl Edwards gewann zwar beide Texas-Rennen 2008, geriet aber nach einem zehnten Platz im 2009er-Frühjahrsrennen in zwei Unfälle während der letzten beiden Ausgaben. Die überzeugendste Texas-Statistik bei RFR hat aber Matt Kenseth: In 16 Rennen erreichte er sechs Mal in die Top3, dazu kommen noch Rang 5 und 6, sowie zwei neunte Plätze als Top10-Ergebnisse.

Bei Richard Childress Racing liegt besonders Jeff Burton der Texas Motor Speedway, was sich in den Resultaten seit 2007 äußert: In den sieben Rennen kam er fünf Mal in den Top9 an und seine beiden schlechteren Ergebnisse waren Platz 13 Ende 2008, sowie Rang 12 in der diesjährigen Frühjahrsausgabe. Teamkollege Clint Bowyer wäre ohne seine 150-Punkte-Strafe derzeit Fünfter im Chase und hat immerhin auch zwei Playoff-Rennen gewonnen. Mit ein wenig mehr momentum wäre er sicherlich ein ernsthafter Titelkandidat gewesen, denn Bowyer liegt der Chase eigentlich. In Texas hat er seit 2007 aber nur drei Top10s zu Buche stehen.

Jamie McMurray profitierte vor seinem Wechsel zu Earnhardt-Ganassi Racing mit dem Jahr 2009 als Ausnahme von der Roush-Dominanz auf den Intermediate-Ovalen. 2007 und 2008 brachte er die Plätze 5, 9, 14 und 3 nach Hause, während er im neuen Team das Frühjahrsrennen mit einem Unfall vergeigte. Mark Martins Texas-Statistik ist durchaus sehr ähnlich, bloß in der letzten Zeit erfolgreicher als bei McMurray: Seit 2008 fuhr er in fünf Rennen vier Top10-Ergebnisse ein und davor schaffte er das mindestens einmal im Jahr.

McMurrays Teamkollege Juan Pablo Montoya hat auf den meisten Intermediate-Ovalen eher sehr kontrastreiche Ergebnisse in seiner Statistik stehen. Zwar konnte 2007 und 2009 jeweils einmal in die Top10 fahren, brachte die #42 abseits davon allerdings nur schlechter als Platz 19 ins Ziel. Drei seiner sieben Texas-Rennen endeten jenseits der Top30, weil er sich in Unfälle verstricken ließ.

Joey Logano könnte in Texas nach zuletzt drei Top7-Ergebnissen in Folge erneut zuschlagen, jedoch wäre das mit Abstand sein bisher bestes Resultat dort. Im Chase 2009 wurde er gerade einmal Neunter, hier kommt es also darauf an, ob genügend momentum vorhanden ist, um die Serie aufrecht zu erhalten.

Dale Earnhardt Jr holte in seinen früheren Texas-Jahren eine Menge Top10-Platzierungen, fiel danach aber bekanntlich nicht nur auf dieser Strecke tief. Nach zuletzt drei Jahren ohne Top10s in Texas, fuhr er im Frühjahr zumindest wieder auf Platz 8. Außerdem war Junior in den letzten beiden Rennen mehr als ordentlich unterwegs und wird nun erneut seinen Schwung prüfen.

Martin Truex Jr scheint den Texas Motor Speedway sehr zu mögen, denn immerhin kam er in seinen zehn Rennen dort acht Mal in die Top15. Fünf Ausgaben davon beendete er in den Top10, wovon ein dritter Rang 2007 sein bestes Ergebnis darstellt.

Damit sollte ich jetzt eigentlich alle aktiven Piloten erwischt haben, die in Texas bisher mehr als einmal die Top10 erreicht haben. Alles in allem dürften am Wochenende wohl Jimmie Johnson, Denny Hamlin und Matt Kenseth die besten Karten haben, was auch die grafische Übersicht zu den Chase-Fahrern zeigt. Darunter habe ich noch eine Statistik eingefügt, welche eine Stärkeübersicht der Playoff-Piloten für die letzten drei Strecken Texas, Phoenix und Homestead bereitstellt. Auf eine weitere Analyse der Owner-Points verzichte ich in dieser Woche mal, denn der Kampf um die Top35 scheint nach dem mehrwöchigen Schwächeln der #38 von Front Row Motorsports ausgefochten zu sein. Nach den Meisterschaftsständen folgen wie gewohnt die Ausstrahlungsdaten für das Wochenende.

Ausstrahlungsdaten

Freitag, 05.11.
15:00 Uhr, Nationwide Series Practice, SPEED
16:40 Uhr, Nationwide Series Final Practice, SPEED (TV um 18:30 Uhr)
18:00 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED (TV um 20 Uhr)
21:30 Uhr, Sprint Cup Series Qualifying, SPEED
23:35 Uhr, Nationwide Series Qualifying, nicht im TV
01:30 Uhr, Truck Series Rennen (WinStar World Casino 350K), SPEED

Samstag, 06.11.
14:30 Uhr, Sprint Cup Series Practice, SPEED
16:00 Uhr, Sprint Cup Series Final Practice, SPEED
17:00 Uhr, Nationwide Series Rennen (O’Reilly Auto Parts Challenge), ESPN2

Sonntag, 07.11.
21:00 Uhr, Sprint Cup Series Rennen (AAA Texas 500), ESPN

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3 Kommentare

Walter 5 November, 2010 - 10:07

Ist das Rennen am Sonntag wirklich erst um 21:00 Uhr?

StefanTegethoff 5 November, 2010 - 10:20

Das Truck-Rennen heute Nacht gibts übrigens wie die anderen beiden noch ausstehenden Läufe im Race Buddy: http://www.nascar.com/multimedia/webcast/truck_racebuddy/

Yankee 5 November, 2010 - 13:23

@Walter

Green ist gegen 3.19pm ET, also passt das schon.

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