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Formel Eins Sepang 2008 / NASCAR NW Nashville

Das war mal wieder ein schönes Beispiel dafür, was in der Formel Eins alles schief laufen kann, denn ehrlicherweise muss man sagen, dass das Rennen kaum Höhepunkte bot und nur gemächlich vor sich hin plätscherte. Woran das liegt? Zum einen am Kurs. Eckige Kurse wie der in Melbourne, die wenig schnelle Kurven haben, haben den Vorteil, dass das Feld lange eng zu zusammenbleibt, weil die Aerodynamik nicht eine so große Rolle spielt. Die Tielke-Kurse sind fahrerisch schön, haben aber den Nachteil, dass in Kombination mit der Aerodynamik der Formel Eins einfach nichts geht. Die “dirty air”, die jeder Wagen hinter sich her schleppt, macht ein Überholen so gut wie unmöglich. Man kann natürlich sagen: Es ist nur der Kurs. Aber das stimmt nicht. Wie man im Rennen der “Speedcarserie” gesehen hat, kann man auch auf dieser Strecke packende Rennen liefern, die sich erst in den letzten Kurven entscheiden. Aber moderne F1 Wagen werden ebenso konstruiert, dass sie eben nach hinten die Luft möglichst so verwirbeln, dass der Gegner einfach nicht rankommt, bzw. in den Kurven abreißen lassen muss, weil ihm sein Anpressdruck flöten geht. Das Problem sind also eher die Wagen und nicht der Kurs, obwohl Sepang jetzt nicht zu den Glanzstücken von Tielke gehört. Die FIA hat das Problem schon länger erkannt und ab 2009 soll die Aerodynamik um 50 % beschnitten werden, damit man auch mal wieder vernüdnftig hintereinanderher fahren kann. Zum Rennen kann man also nichts sagen, außer, dass ich Mühe hatte, mich wach zu halten.

Zu dem Teams gibt es dann schon mehr zu sagen. Das Ferrari das Rennen dominieren würde, war von Anfang an klar. Es ging ja eher um die Frage, ob die Technik halten würde. Damit gab es keine Probleme, dafür machte Felippe Massa seinen zweiten schweren Fehler in dieser Saison. In der eher mittelschnellen Doppelrechts verlor er das Auto, weil zu weit auf den Randstein kam. Im der offiziellen Presseerklärung von Ferrari heißt es, dass man einen möglichen Bruch der hinteren Aufhängung noch untersucht. Aber auch wenn man da was findet – der Fehler lag so oder so beim Braslianer, der versuchte mit Kimi Raikkönen Schritt zu halten, was ihm offensichtlich nicht gelang. Ein wirklich böser Fehler, vor allem, weil er Ferrari nach dem Doppelausfall in Australien wichtige Punkte in der Konstrukteursmeisterschaft kostete. Es ist viel zu früh Massa abzuschreiben, aber bedenklich sind die beiden Fehler schon, zeigen sie doch auf, dass er sich sehr unter Druck setzt. Raikkönen selber zeigte seine Klasse. Wenn man die Rundenzeiten verfolgt hat, konnte man sehen, wie exakt er seine Runden abspulte. Das war schon eine Meisterleistung.

McLaren hatte halt die Probleme, die man hat, wenn man aus dem Mittelfeld raus startet. Dafür, dass Kovalainen nur als achter gestartet ist, ist sein dritter Platz allerdings schon eine hochgezogene Augenbraue wert. Er hatte ein wenig mehr Glück als Hamilton. Sowohl an der Box, als auch im Verkehr. Während Hamilton sich mit Mark Webber rumschlagen musste, fuhr der Finne davor seine Geschwindigkeit. Interessanterweise hatte Kovalainen seinen Teamkollegen gut im Griff. Da könnte sich noch was interessantes in diesem Jahr entwicklen, wenn man Kova nicht zurückpfeift. Wie erwartet war McLaren in Sepang ein Stück langsamer als in Melbourne. Offenbar trifft im Moment das zu, was ich mir an Hand der Testzeiten schon zusammengereimt hatte: Der McLaren ist auf den Tielke-Kursen nicht so gut aufgestellt. Ron Dennis selber meinte nach dem Rennen, dass man bis zum Rennen in Barcelona abwarten müsse wo man stehen würde.

BMW hatte Glück und Pech. Heidfeld war nach dem Start schon fast dritter, als er mit Trulli kämpfte, der ihn nicht sah und nach außen drängte. Dadurch fiel der Deutsche weit zurück, hatte dafür aber dann später das Highlight, als er einfach die in einen Zweikampf verzahnten Alonso und Coulthard auf der Gegengerade außen überholte. Das war zum einen eines der besten Überholmanöver der letzten Zeit, und leider auch das einzige Highlight des Rennens. Das Kubica seinen zweiten Platz brav nach Hause fuhr war eine schöne Leistung, interessanterweise war man allerdings auf Augenhöhe mit den McLaren. Ohne die Probleme beim Start, wäre für BMW mehr drin gewesen. Der Wagen scheint mit seinen dreißig Millionen Flügelchen gut zu funktionieren und ich bin mal gespannt, wann die anderen Teams das Gefügel auf der Vorderachse kopieren.

Toyota war dagegen eine Überraschung. Trulli fiel nach dem Start auf Platz sechs zurück, profitierte aber massiv von dem Zweikampf zwischen Hamilton und Webber, die sich gegenseitig aufhielten. Dazu kamen die Probleme von McLaren und Red Bull beim Boxenstopp und schon war Trulli auf Platz vier. Klar – die Zeiten der McLaren und BMW konnten sie nicht erreichen, aber immerhin war man schnell genug, um die letzten Runden den Abstand zu Hamilton zu kontrolliere. Wer auf diesem Kurs schnell ist, dürfte gute Karten in der Saison haben. Die Grundkonzeption des Wagen stimmt also, was bei Toyota ja nicht so oft vorgekommen ist in den letzten Jahren. Und irgendwann kommt Timo Glock dann auch mal ins Ziel. Der wurde von Nico Rosberg abgeschossen, allerdings war die Tür auch arg weit offen, als Glock sich entschloss doch noch nach innen zu fahren.

Katastrophal war das gesamte Wochenende von Williams. Dazu muss man nur wenig sagen. Aber vielleicht hilft so ein Wochenende, dass man die eigenen Ansprüche etwas gerade rückt. Man war eigentlich von allen Teams ziemlich weit entfernt, was bedauerlich war. Im letzten Jahr lag man bei der schnellsten Rennrunde rund eine Sekunde hinter McLaren, in diesem Jahr waren es 1.5 Sekunden. Man schiebt das auf den neuen Asphalt in Sepang – naja. Wenn der Wagen in Bahrain auch nicht funktioniert, hat man wohl ein größeres Problem.

Der Rest der Teams fuhr im Nirwana. Vor allem Renault ist komplett außer Form. Man kommt nicht mal ansatzweise in die Nähe der Top 5, was schon erstaunlich ist. Sprach Alonso nicht vor der Saison von Siegchancen? Da muss wohl noch einiges passieren. Die Formel Eins wäre auch nicht die Formel Eins, wenn nicht sofort nach zwei Rennen das große Stühlerücken losgehen würde. Oder besser gesagt: die Gerüchte darüber. Zwei Fehler von Massa, ein Renault Team, dass von der Rolle ist, und schon sieht man den Fahrertausch vor Augen. Alonso bei Ferrari gegen Raikkönen- das wäre in der Tat eine Sache, die auch einem langweiligen GP wie heute etwas Pfeffer geben würde. Immerhin: ab 2009 muss man nicht mehr am Sonntag um kurz vor acht aufstehen. Ecclestone hat den Veranstaltern die Zusage abgerungen, dass man ein Nachtrennen veranstaltet. Bedeutet, dass man erst um 12.00 Uhr MEZ startet.

NASCAR – NW Rennen Nashville
Es geht also doch. Wenn denn mal die meisten Cup Fahrer Urlaub machen, dann kann auch mal ein Fahrer gewinnen, der ausschließlich in der NW Serie startet. Scott Wimmer hat es gestern in einem Benzinkrimi hinbekommen, besser als Clint Bowyer zu sein. Glückwunsch, so etwas passiert ja nicht oft. Aber die Sache mit dem Benzin in den letzten Runden war dann auch alles, was an diesem Rennen spannend war. Drei Cuations. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Dominiert wurde das Rennen zunächst mal wieder von Kyle Busch, der klar das beste und stärkste Auto hatte. Aber wieder reichte es nicht zum Sieg. Diesesmal war er aber selber schuld. Als von hinten Clint Bowyer auf ihn auflief, weil der zu diesem Zeitpunkt den besseren Wagen bzw. die besseren Reifen hatte, versuchte Busch jr. alles um Bowyer auf dem zweiten Platz zu halten. Das resultierte dann in einen Dreher übers Infield, der ihn am Ende zwei Runde kostete. Kyle Busch ist ein Ausnahmetalent – keine Frage, aber ein etwas erfahrener Pilot hätte zu diesem Zeitpunkt im Rennen Bowyer vielleicht ziehen lassen. Immerhin war man nicht in den letzten drei Runden, sondern hatte noch massig Zeit. So hat Busch nicht nur den Sieg weggeworfen, sondern hat auch die Chance verpasst, in der Tabelle ein gutes Stück nach vorne zu kommen.

Ansonsten breite ich dann auch über dieses Rennen lieber den Mantel des Schweigens.

Und sonst?
Ich hätte ja auch gerne was über die GP2 Asia Serie geschrieben, aber dooferweise hat Eurosport 2 mal wieder in allerletzter Sekunde das Programm umgeworfen und sämtliche Wiederholungen der Rennen für heute gestrichen. Der Sender geht mir auf die Nerven. Ist ja nicht das erste Mal, dass sie das machen.

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Formel Eins Kurzanalyse Training Australien / Vorschau NASCAR Bristol 2008 / ALMS Sebring / A1 GP Mexiko

Wenn man vor den ersten beiden Trainingssitzungen schon nicht schlau war – nach den Sessions ist man es erst recht nicht. Vorne scheint es enger zu sein, als man angenommen hat, aber die Frage ist halt, mit welcher Strategie Ferrari und McLaren in die beiden ersten Sitzungen gegangen sind. Weiche Reifen habe ich nicht gesehen, also liegt die Vermutung nahe, das beide den Rennspeed ausprobiert haben. Da kommt dann raus, dass Ferrari nicht so weit vorne ist, wie ich es gestern noch vermuttet hatte. Statt zwei oder drei Zehntel, liegt man faktisch gleichauf. Raikkönen ist zwar insgesamt die schnellste Runde gefahren, aber im zweiten Training hätte es wegen des erhöhten Grips durch den Reifenabrieb deutlich schneller gehen müssen. Aber das beide Teams die schnellsten sein würden, war vorher schon klar.

Dahinter herrscht das blanke Chaos. Red Bull scheint besser aufgestellt zu sein, als die Test das vermuten ließen. Schon im ersten Training war Mark Webber der schnellste Verfolger, in Session Zwei war Webber gar auf Platz zwei, allerdings war der Abstand doch gehörig, wenn man die Zeiten des ersten Training nimmt. Und wer kommt dann? Renault? BMW, die den Freitag meist konservativ angehen? Toyota, die überraschend gute Zeiten hatten? Force India, deren Zeit aus der ersten Session in der zweiten für Platz sieben gereicht hat? Oder ist Williams doch besser als der Rest, aber die massiven technischen Probleme haben bessere Zeiten nicht zugelassen? Ehrlich gesagt: ich hab keine Ahnung. Sicher scheint wohl nur, dass Honda und Super Aguri um den letzten Platz kämpfen werden. Auch wenn Honda im zweiten Training besser war, der Abstand nach vorne ist phänomenal groß. Gewonnen hat Honda auf jeden Fall schon mal einen Preis: In diesem Jahr haben sie mit sehr weiten Abstand den Preis für die ekelerregendste Farbe bei der Teamkleidung gewonnen. Dieses merkwürdige Grün erinnert mich an Gallenflüssigkeit, aber vermutlich ist es auch genau das, was Ross Brawn gerade hochkocht.

Ich bin wirklich auf das dritte Training gespannt. Hier wird man zumindest ansatzweise die Karten auf den Tisch legen müssen. Und dann wird man sehen, wer wo steht.

NASCAR – Bristol 2008
Ich hab im Chat schon gesehen, dass der ein oder andere überrascht war, auf welchen Oval die NASCAR dieses Wochenende unterwegs ist. Was soll man sagen außer: It’s Shorttrack time, boys!”. Und das Tolle an diesem Wochenende ist, dass man in Bristol das wohl spektakulärste, abgedrehteste und bescheuerste Oval des Jahres fährt. Nach den riesigen Nudeltöpfen der letzten Woche, deren Länge von 2.5 Meilen (4 km) bis 1.5 Meilen (2.4km) reichten, bewegt sich die NASCAR an diesem Wochenende auf einem Kurs, der 0.53 Meilen lang ist, was gerade mal 800 Meter sind. Inkl. Geraden und Steilkurven. Dabei ist Bristol nicht mal das kürzeste Oval, das ist Martinsville, das noch ein paar Meter kürzer ist. Da irre an Bristol sind aber einerseits die Steilkurven, die mit 36 Grad überhöht sind und damit steiler sind, als die in Daytona und Talladega, andererseits die gesamte Anlage. Bristol ist nicht nur eine Art, es ist ein modernes Collosseum. Und so nennt sich die Strecke in der Werbung auch selber. Nur mal zum Vergleich: In Daytona, dem 2.5 Meilen Oval, finden 168.000 Menschen Platz. In Bristol, bei nur 0,5 Meilen sitzen 160.000 Fans. Das hat man erreicht, weil man um den Kurs riesige Tribünen gebaut hat, die teilweise Hochhaushöhe erreichen. Ich war leider noch nie in Bristol und vermutlich wird es mir auch nicht gelingen, denn der Kurs ist ausgebucht über Jahre, aber es ist schon am Fernsehen ein Fest, wenn das Rennen losgeht. Vor lauter Fangebrüll hört man die Autos kaum.

In Arenen wie Bristol herrschen besondere Gesetze. Zum einen ist die Abstimmung hier natürlich so eine Sache. Man ist im Schnitt mit gerade mal 100 mph im Schnitt unterwegs, was nach den 190 mph Orgien der letzten Wochen langsam klingt. Aber nicht vergessen: die 100 mph fährt man auf 800 Metern. Die Mauer in Bristol sollte man meiden. Auf dem Kurs in Martinsville kann man schon mit der Mauer spielen, aber hier in Bristol sollte man das wegen der massiven Überhöhung lassen. Wer hier Übersteuern hat, der ist verloren. Seit letztem Jahr ist Bristol aber ein Stück einfacher geworden. Man hat die Strecke im letzten Jahr asphaltiert und sämtliche Buckel aus dem Kurs genommen. Im letzten März war Bristol noch ein Waschbrett, heute ist es dagegen nur noch ein Billardtisch. Allerdings ist der Kurs dadurch auch rutschiger geworden.

Auf was muss man bei der Abstimmung achten? Die Aufhängungsgeometrie ist extrem wichtig. Der Wagen muss in die Steilkurven fallen, aber auf den Geraden auch gut gehen. Man stimmt die Wagen meist asymentrisch ab, läßt sie also eher in die Kurven einlenken, als geradeaus fahren. Durch den neuen Asphalt kann man den Wagen etwas härter abstimmen, aber je mehr man in die Richtung geht, desto unruhiger wird er beim Beschleunigung. Bei der Maschine ist vor allem eins gefragt: Drehmoment. Man schaltet nicht, sondern fährt die ganze Zeit im vierten Gang. Dementsprechend kurz ist das Getriebe abgestuft. Also braucht der Motor im obersten Gang ein breites Drehzahlband, sonst kommt man nicht von der Stelle.

Aerodynamik spielt in Bristol interessanterweise auch eine Rolle. Zum einen, weil der Luftstrom bei Tempo 100 durchaus eine Rolle spielt, zum anderen gibt es in Bristol das Phänomen, dass die Luft innerhalb der Arena nach ein paar Runden anfängt sich mit den Wagen zu bewegen. Mit anderen Worten: es bildet sich innerhalb der Arena eine Art Luftwirbel, die Wagen während der gesamten Zeit anschiebt, was das Anbremsen in die Kurven schwieriger macht.

Wen kann man vorne erwarteten? Die Strecke ist der Lackmus-Test für Toyota. Wenn sie hier gut sind, dann sind sie auch auf allen anderen Shorttracks gut. Man weiß weiterhin nicht, wie gut das Drehmoment der Toyota ist. Das es besser geworden ist, weiß man, aber wie gut ist es wirklich in einem Rennverlauf? In der bisher einzigen Trainingsession findet man in den Top Ten vier Toyota, darunter David Reutimann, dem die schnellste Zeit gelungen ist. Allerdings: der Seriensieger ist hier Jeff Gordon, der als Shortrack Spezialist bekannt ist. Er hat allein fünf Siege einfahren können. Ein Auge sollte man auch auf Kurt Busch, der ebenfall fünfmal gewonnen hat. Kyle Busch war derjenige, der hier im letzten Jahr den ersten Sieg auf einem CoT eingefahren hat.

Wie dem auch sei – man sollte sich auf jeden Fall auf einen langen Abend einstellen. Das Rennen geht über 500 Runden und Unterbrechungen sind hier eine normale Angelegenheit. Jeder Dreher wird mit einer Caution beantwortet. Das letzte Rennen vor der Renovierung der Asphaltdecke hatte 15 Cautions, das erste Rennen nach dem Umbau hatte allerdings nur neun. War trotzdem sehr spannend, da sich im Rennen viel tat.

Das Wetter spielt an diesem Wochenende mal wieder eine Rolle. Im Moment regnet es, morgen sieht es auch nicht so wirklich gut aus. Am Sonntag soll es aber wieder gehen. Sollte das Nationwide Rennen morgen nicht starten können, wird es schwer es auf den Sonntag zu legen. Das Sprint Cup Rennen dürfte gerne vier, wenn nicht fünf Stunden dauern, und danach noch ein zweites Rennen zu starten geht eher nicht. Kann also gut sein, dass das NW Rennen erst Montag los geht.

ALMS – Sebring
Den längsten Riemen an diesem Wochenende liefert aber die ALMS. Die 12 Stunden von Sebring sind ein Klassiker. Das Rennen wird seit 1952 ausgetragen und in der Siegerliste finden sich Namen wie: Stirling Moss, Mike Hawthorn, Juan Manuel Fangio, Phil Hill, Peter Collins, Dan Gurney, Hans Herrmann, Joakim Bonnier, John Surtees, Bruce McLaren, Mario Andretti, Jo Siffert, Jacky Ickx, Hurley Haywood, Hans Heyer, A. J. Foyt, Bob Wollek, Hans-Joachim Stuck, Jochen Mass, Bobby Rahal, Klaus Ludwig, Derek Daly, Andy Wallace, Stefan Johansson und natürlich die gesamte Fahrer-Armada von Audi, die das Rennen seit 2000 ununterbrochen gewonnen haben.

Der Kurs ist ein Biest. Teilweise besteht er aus Asphaltplatten, weil man über einen alten Flugplatz fährt, teilweise ist der Kurs asphaltiert. Die Bodenwellen sind eine Pest und prügeln die Autos von der ersten Runde an durch. Dazu kommt, dass der Kurs sehr schnell ist. Die Strecke ist zwar knapp sechs Kilometer lang, trotzdem liegt die schnellste Rundenzeit bei 1:47 min. Zum Vergleich: in Spa, wo die Strecke einen Kilometer länger ist, aber mehr Geraden hat, fuhr die Formel Eins im letzten rund 1:48er Zeiten. Das zeigt, wie flott es in Sebring trotz einiger Haarnadelkurven voran geht. Kein Wunder, dass Peugeot sich nach Sebring getraut hat, denn hier kann man den Wagen in 12 Stunden Belastungen aussetzen, die man teilweise nicht mal in Le Mans erreicht. Allerdings haben die Franzosen nur einen Wagen am Start, während Audi zwei Boliden vor Ort ist. Immerhin nahm der 908 dem R10 in der Quali schon mal sieben Zehntel ab. Die beiden Hersteler werden sich wohl auch um den Sieg prügeln. Natürlich darf man die Porsche Spyder nicht vergessen, deren Standfestigkeit ausser Frage steht, aber nach den Regeländerungen der ALMS, dürften es die LMP2 Wagen ein Stück schwerer haben, den Sieg zu erringen. Spannend wird es auf jeden Fall. Unvergessen dürfte das legendäre Finish in der GT2 Klasse aus dem letzten Jahr sein, als Mika Salo in einem Ferrari nach 12 Stunden Rennen in der allerletzten Kurve den Porsche von Jörg Bergmeister niederrang. Ähnliches darf man auch dieses Jahr erwarten.

MotorsTV überträgt das gesamte Rennen live. SpeedTV unterbricht für die NASCAR, allerdings soll es ja morgen in Bristol aus Eimern regnen, also kann es gut sein, dass Speed mehr überträgt, als angekündigt.

Das Livetiming der ALMS versteckt sich hinter dieser Adresse

A1 GP – Mexico
Als ob F1, NASCAR und der Marathon der ALMS nicht genug seien – auch die A1 ist an diesem Wochenende wieder unterwegs. Dooferweise in Mexixo, also lauft das Rennen gleichzeitig mit dem Rennen in Bristol. Da wird man wohl seine Augen irgendwie teilen müssen. Gefahren wird auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez nahe Mexico City. Also der Kurs, auf dem die Formel Eins mal früher unterwegs war, und wo die NASCAR Nationwide Serie einmal im Jahr startet. Der Kurs ist wirklich sehr schön. Er hat einen eeeeeeellllenlange Gerade und darauf folgt ein absolut geniales Infield mit etlichen S-Kurven, die im Verlauf immer schneller werden und aufmachen. Dazu eine schnelle und weite 180 Grad Kurve vor Start und Ziel, die zu dem ganz leicht überhöht ist. Großer Spaß zum Sehen, haarsträubende Aufgabe für die Abstimmung, denn man braucht einerseits den Top Speed auf der langen Geraden, andererseits aber auch viel Flügel in den S-Kurven und in der 180 Grad Kurve, damit man flott auf die lange Gerade kommt.

In der Meisterschaft liegt die Schweiz mit 118 Punkten vor Frankreich (108) und Neuseeland (98). Der Rest ist abgeschlagen, auch wenn bei noch drei ausstehenden Rennen knapp 90 Punkte zu holen sind. Aber es ist unwahrscheinlich, dass alle drei Nationen gleichzeitig die letzten Rennen versemmeln. Das Rennen am Sonntagabend könnte also ein großer Spaß werden.

Und sonst?
Sonntagabend begleite ich das NASCAR Rennen auf jeden Fall live hier im Blog. Die Formel Eins schaue ich mir aus dem Bett an, da gibt es kein Liveblogging.

Insgesamt gibt es an diesem Wochenende rund 20 Stunden live Rennen zu sehen. Da müssen wir jetzt durch :)))))
Die kursiv gedruckten Wiederholungszeiten beziehen sich nur auf Premiere!

15.03.2008

LIVE 00:55 Uhr Formel Eins Australien 3. Freies Training Premiere, RTL Wdh: 02:45 Uhr
LIVE 03:50 Uhr Formel Eins Australien Quali Premiere, RTL, SpeedTV Wdh: 09:00, 12:30, 15:30, 18:30, 01:00, 02:30 Uhr
Aufz. 12:45 Uhr Formel Eins Australien Quali RTL
LIVE 14:30 Uhr ALMS 12 H Sebring MotorsTV, SpeedTV bis So. 03.00 Uhr
Aufz. 17:00 Uhr Formel Eins Australien Quali DSF
LIVE 17:00 Uhr NASCAR NW Bristol Quali SpeedTV
LIVE 18:00 Uhr NASCAR SC Bristol Happy Hour SpeedTV
LIVE 19:30 Uhr NASCAR NW Bristol ABC Start ca. 19.45 Uhr
Aufz. 20:00 Uhr Formel Eins Australien Quali DSF

16.03.2008

LIVE 04:30 Uhr Formel Eins Australien GP Premiere, RTL Stream, SpeedTV Wdh: 08:00, 10:00, 12:00, 17:00 Uhr
Aufz. 10:00 Uhr Formel Eins Australien GP RTL
Aufz. 14:00 Uhr V8 Supercars Eastern Creek MotorsTV
LIVE 16:30 Uhr NASCAR SC Bristol Race Day SpeedTV
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Australien GP DSF
LIVE 18:30 Uhr NASCAR SC Bristol FOX
LIVE 21:45 Uhr A1 GP Mexico Premiere

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NASCAR – Diverses / F1 Vorschau Teil I

- Goodyear hat sich einigermaßen pikiert zurück gemeldet. Man weist die Kritik von Tony Stewart weit von sich und überhaupt sei doch alles sehr schön gewesen. Man selbst und die NASCAR sei zufrieden gewesen, dass kein Reifen geplatzt sein.

Based on Goodyear’s tire testing at Atlanta last August, October and December, we provided what we believed were the best possible products for the races this past weekend. We had no tire failures and no problems with heat or wear. We supplied the same tires for both the NASCAR Nationwide Series and NASCAR Sprint Cup Series races, and received zero complaints about our tires after the Nationwide race on Saturday.
We believe that our engineering, research and tire development is second to none. We accept that drivers will have their own opinions about our tires. NASCAR president Mike Helton told us Monday that “NASCAR is very grateful for the commitment Goodyear has made on behalf of building a good and safe product for our competitors, including this past weekend at Atlanta. NASCAR stands by our relationship and is proud to have Goodyear as a partner.”
Even though both Goodyear and NASCAR were satisfied with the tire’s performance in Atlanta, if the drivers are not happy, then Goodyear’s not happy. Now that we know how this tire combination performed, we’ll go back and retest for the fall race. We have the same goal as the drivers and NASCAR: to put the safest, best performing tires on these cars.
There will be many instances this year when the new car is on a particular track for the first time, as was the case in Atlanta. That makes it tougher than usual to get a read on how the tires will perform. But if there is ever any doubt about the recommendation, we will always err on the conservative side.
Finally, we would like to correct an erroneous comment made by Tony Stewart. Goodyear decided to leave other racing series only because of the escalating costs of competition in those series. At least one other tiremaker has done the same. For Goodyear, the enormous investment required to compete in those other forms of racing far outweighed the benefits derived from our participation. We see tremendous benefits in our 54-year relationship with NASCAR as the organization’s longest continuing supplier. We remain fully committed to, and are proud of, our relationship with NASCAR.

Hübsch gesagt, aber das kein Reifen platzt gehört ja wohl eher zu Grundaufgaben eines Reifenherstellers. Haftung wäre dann Aufgabe Nummero Zwo, und da sehen fast alle Fahrer großen Nachholbedarf. Die ganze Presseerklärung ist der mühsame Versuch, Dinge gerade zu richten, die man nicht gerade richten kann. Dementsprechend schlecht gelaunt klingt sie auch. Aber immerhin: man will auf die Kritik der Fahrer reagieren. Heißt es zumindest.

- Das Rating des Rennens war wieder sehr erfreulich. Man erreichte eine 5.6, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist (4.7). Weder Toyota noch das CoT scheinen der NASCAR Probleme zu bereiten. Ich vermute aber mal, dass es etwas mit der fehlenden Hendrick Dominanz zu tun hat. Im letzten Jahr fuhren Gordon und Johnson die Siege reihenweise ein, in diesem Jahr weiß man nie, wer am Ende vorne steht.

F1 – Vorschau Teil I
Die Testsaison ist vorbei und in wenigen Tagen geht die Formel Eins Saison 2008 los. Es dürfte schwierig sein, die Saison 2007, die vermutlich zu besten Jahren der Formel Eins seit Ewigkeiten gehört, in diesem Jahr zu toppen, da es wohl kaum eine weitere Spionageaffäre geben wird und kein Team über so eine explosive Fahrermischung verfügt, wie sie McLaren im letzten Jahr hatte. Aber natürlich gibt es genügend Spannungsmomente und auf den Moment, wo sich Hamilton und Alonso auf der Strecke treffen, sind wohl alle gespannt. Wenn es denn soweit kommt, denn Renault sieht nicht gut sortiert aus.

Die Tests in Spanien haben dieses Jahr weniger Aufschluss gegeben, als man sich erhofft hat. Das lag wohl auch daran, dass die Team selbst bei den Tests nicht komplett alles zeigen. Weder bezüglich des Aeropakets, noch was die endgültige Leistung des Wagens an sich betrifft. Man hat sich meistens zurück gehalten und es ist nicht leicht, einen Tipp abzugeben. Auf der anderen Seite gibt es halt die alte Wahrheit. Entweder ist ein Wagen schnell, oder er ist es nicht. Das gilt vor allem für den Renntrimm. Hier kann man kaum pokern. Man muss eine Zeit fahren und wenn die anderen schneller oder langsamer sind, hat man schon einen Vergleich. Die folgende Reihenfolge gibt den Stand der Konstrukteursmeisterschaft wieder, wie ich ihn Ende 2008 erwarte.

Ferrari
Bei den Tests ist es ziemlich deutlich gewesen, dass Ferrari richtig gut da steht. Der F2008 hat von Anfang an funktioniert, beide Fahrer und auch Edel-Tester Michael Schumacher waren schnell unterwegs. Das zeigt, dass der Wagen gut ausbalanciert ist und auch offenbar verschiedene Setups zulässt. Jeder Fahrer kann sich den Wagen so hinstellen, wie er am besten damit klar kommt und ist trotzdem schnell. Die Italiener machten mir von allen Teams den bestsortiertesten Eindruck und scheinen vor allem noch viel Potential im Wagen zu vermuten. Die Chancen, dass Kimi Räikkönen seinen Titel wird verteidigen können sind außerordentlich gut, aber auch Massa wird in diesem Jahr seine Möglichkeiten sehen. Ich hab den Eindruck, dass Massa aber weiterhin etwas die “Rennintelligenz” fehlt. Er ist immer noch etwas zu hektisch und macht schnell überflüssige Fehler, wie in Kanada letztes Jahr, als er die rote Ampel übersah. In Insgesamt gesehen würde es mich jedoch wundern, wenn Ferrari nicht mit mindestens einem Fahrer am Ende der Saison ganz oben stehen würde.

McLaren
Offenbar hat man den Schock aus dem letzten Jahr, als man den sicher geglaubten Titel im letzten Rennen verlor, ganz gut weggesteckt. Der neue Wagen ist wieder ein Schritt nach vorne und die Zeiten der Briten waren sehr gut. Jedenfalls auf eine schnelle Runde. Nicht ganz so sicher bin ich mir, was den Renntrimm des neuen McLaren angeht. Ich habe den Eindruck, dass beiden Fahrer rund drei Zehntel auf Ferrari fehlen. Der neue Wagen scheint gut zu gehen, wenn er mit leeren Tank unterwegs ist, aber sind die Tanks voll, sieht es anders aus. Das könnte bedeuten, dass McLaren eine andere Strategie in der Quali einschlagen muss, bei der man versucht, Ferrari hinter sich zu halten, um sie im Rennen auf der Strecke distanzieren zu können. Die spannendste Frage wird aber sein, wie sich Lewis Hamilton schlagen wird. Er ist die Nummer Eins, aber kann er in seinem Alter das schon leisten? Ist er ein guter Entwickler, so wie Alonso es war? Im letzten Jahr profitierte Hamilton auch davon, dass Alonso ihm seine Abstimmungsergebnisse übergab. In diesem Jahr fehlt diese Information und Kovalainen wird ihm da mangels Erfahrung auch nicht viel weiterhelfen können. Ich bin mir nicht sicher, ob Hamilton ohne den Druck von Alonso auch 2008 wieder das leisten kann, was er 2007 gezeigt hat. Wenn es richtig schlecht laufen sollte, dann ist für McLaren bei der Fahrer WM sogar ein Top 3 Platz ein Problem.

BMW
Auch wenn BMW mit dem neuen Wagen Probleme hat – am Ende sehe ich sie wieder auf dem dritten Platz in der WM. Aber auch keinen Deut weiter vorne. BMW hat sympathischerweise schon im Winter eingestanden, dass man Probleme mit der Balance des Wagens hat und die hat man auch nicht wegbekommen. Es ist natürlich die Frage, ob man das überhaupt in den Griff bekommt, oder wie lange es dauert, aber selbst in der jetzigen Form ist BMW noch gut unterwegs. Findet man eine Lösung, kann die Sache schnell noch besser aussehen. Dann sollte man in der Lage sein, zumindest am Heck von McLaren zu knabbern. Unsicher bin ich mir bei den Fahrern. Ich weiß auch nach zwei Jahren nicht, was ich von Kubica halten soll. Schnell ist er, aber auch irgendwie etwas unauffällig und mir fehlt, von außen betrachtet, etwas der Biss. Heidfeld ist da ein anderes Kaliber, aber ich würde mir auch beim wünschen, dass er manchmal etwas aggressiver zu Werke geht. Dafür braucht er allerdings einen Wagen, der zu ihm passt, sonst passiert auch beim ihm wenig. Bei BWM gibt es also viele Konjunktive. Wenn die Probleme mit dem Wagen in Griff bekommen, dann könnten sie sogar um Siege fahren. Wenn nicht, wird es mit Platz Drei sehr knapp.

Williams
Es gibt nicht wenige unter den Beobachtern der Formel Eins, die das kleine englische Team ganzn weit oben auf der Liste haben. Ich gehöre dazu. Vom Gefühl her würde ich sie im Moment sogar vor BMW setzen, aber ich vermute, dass sich das im Laufe der Saison noch ändern wird, da Williams es sich wohl nicht leisten kann, bis zum Ende der Saison ein volles Entwicklungsprogramm für 2008 und 2009 fahren zu können. Der Star im Team ist zweifelsohne Nico Rosberg, dessen Entscheidung bei Williams zu bleiben, obwohl er ein Angebot von McLaren hatte, eine Menge über ihn und die Stimmung im Team aussagt. Bei Williams passt im Moment alles. Das Team ist hervorragend aufgestellt und die Mischung aus alten Hasen und neuen Leuten harmoniert gut. Dazu kommt, dass es nicht wenige gibt, die Rosberg für den schnellsten Mann halten, der zurzeit in der Formel Eins unterwegs ist. Er hat im letzten Jahr mehrfach sehr gute Rennen hingelegt und wird das dieses Jahr ebenso machen. Für einen Sieg wird es vermutlich aber nicht reichen, es sei denn, es geht mal wieder chaotisch zu. Als Schwachpunkt im Team könnte sich Nakajima erweisen. Der Nachwuchsmann von Toyota ist schnell, aber auch sehr unerfahren. Fällt er zu oft aus, oder landet nicht in den Punkten, wird es schwer, den vierten Platz am Ende der Saison zu erreichen.

Renault
Die Franzosen haben sich nur langsam vom Verbot der Massedämpfer aus dem Jahr 2006 erholt. Die Entwicklungszeit, die man im letzten Jahr verloren hat, weil man zu lange am lahmen R27 rumgedoktert hat, macht sich auch in diesem Jahr bemerkbar. Der R28 ist für Renault ein kompletter Neuanfang, und dementsprechend hat man ähnliche Probleme wie BWM, die ebenfalls mit einer komplett neuen Design Philosophie an den Start gehen. Aber bei BWM scheint man den Problemen auf der Spur zu sein, während Renault während der gesamten Wintertests keinen Schritt voran kam. Aber man hat natürlich einen Fernando Alonso, der als Entwickler und Fahrer das Ruder rumreissen kann. Außerdem ist bekannt, dass der Spanier auch mit unterlegenem Material nach vorne fahren kann. Vielleicht ist für Renault im Laufe des Jahres sogar ein Sieg drin, aber es wird sehr, sehr schwer. Dazu kommt, dass man mit Nelson Piquet jr. eine große Unbekannte im Team hat. Keiner weiß wirklich, wie schnell er ist, keiner weiß, wie er sich im Rennen schlagen wird. Mehr als Platz fünf sehe ich bei den Franzosen in diesem Jahr nicht.

Und sonst?
Teil zwei kommt morgen. Vorschau auf den GP in Australien am Donnerstag. NASCAR und Sebring Vorschau am Freitag.

Es geht das Gerücht rum, dass MotorsTV doch die LMS Rennen live zeigt. Demnach zeigt Eurosport nur den Start und eine Zusammenfassung, der Rest soll auf MotorsTV laufen. Desweiteren zeigen die Franzoden angeblch auch die Quali und die Rennen der historischen Le Mans Rennwagen. Ich hab nachgehakt und warte auf Antwort.

12.03.2008

Aufz. 11:20 Uhr   ARCA   Milwaukee 2007   MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr   V8 Supercars   Eastern Creek   MotorsTV

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NASCAR Sprint Cup Las Vegas – Analyse / WTCC Curitiba – Rückblick / MotorsTV ohne ELMS Rechte

Wenn man jemanden vom Motorsport der NASCAR überzeugen wollte – das gestrige Rennen in Las Vegas wäre ein gutes Beispiel. Es hatte wirklich alles, was man sich wünschen kann. Deftige Zweikämpfe, verzweifelte Piloten, interessante Boxenstrategie, Dramatik und erschöpfte Fahrer. Über drei Stunden lang kämpften die NASCAR Teams um den Sieg und bis zur vorletzten Runde war es nie richtig klar, wer das Rennen gewinnen konnte. Mit anderen Worten: Das gestrige Rennen in Las Vegas war das beste Rennen der bisherigen Saison.

Schon das Rennen der Nationwide Serie am Samstag ließ erahnen, dass es auf der Strecke in diesem Jahr schwer zur Sache gehen würde. 13 Gelblichtphasen waren ein neuer Rekord und die Cup Fahrer stellten mit 11 Caution ebenfalls einen neuen Rekord auf. Dabei ist die Strecke eigentlich nicht viel anders, als andere 1.5 Meilen Ovalen, doch offenbar hat der Umbau vor zwei Jahren dem Kurs eine völlig andere Charakteristik gegeben. Die 20 Grad Banking sind es vermutlich, die den Rennen richtige Würze geben. Jedenfalls war es ein guter Kontrastpunkt zu dem lahmen Rennen in Fontana eine Woche zuvor. Von Anfang an ging es gut zur Sache. Es wurde um die Führung gekämpft, aber auch dahinter dauerte es lange, bis sich das Rennen einigermaßen gesetzt hatte. Durch die vielen Unfälle und Gelblichtphasen bekam das Rennen zu dem einen komplett anderen Dreh, weil plötzlich das halbe Feld, inkl. einiger Favoriten eine Runde zurück lag. Aus der Nummer kamen nur wenige raus, da es bei jeder Unterbrechung ja nur einen “Lucky Dog” gibt. Um diesen Platz wurde hart und sehenswert gekämpft. Vorne war lange Kyle Busch in guter Position, doch gegen Ende ging ihm die Luft aus. Ab Mitte des Rennens war klar, dass die Ford mal wieder sehr stark waren. Carl Edwards Crew machte einen Fehler, so dass er ans Ende der Führungsrunde musste, aber erkämpfte sich bald wieder in die Spitzengruppe. Wer gewinnen wollte, der musste Edwards schlagen. Die Crew von Junior probierte es mit einem mutigen Strategiespiel, in dem man Earnhardt einen Boxenstopp nicht machen ließ, so dass er in Führung lag. Vorher war um Platz 10 unterwegs gewesen und nicht wirklich nach vorne gekommen. Die Entscheidung ihn draussen zu lassen war mutig, denn er hatte gut 20 Runden auf seinen Reifen und der Tank war natürlich auch leerer als bei seinen Konkurrenten. Und dann blieb es sehr lange grün und Junior beklagte sich im Funk über ein immer schlechter werdendes Auto. Er wurde dann in letzter Sekunde durch eine “Debris” Caution erlöst. Am Ende hatte sich der Mut gelohnt, auch wenn er in den letzten Runden gegen Carl Edwards chancenlos war. Es war also ein sehr abwechslungsreiches Rennen und es brachte ein paar Erkenntnisse:

Toyota ist nicht schlecht unterwegs. Kyle Busch fuhr wie schon fast üblich am Anfang vorne weg und war lange in der Spitzengruppe. Auch Tony Stewart war mal kurz in Führung. Doch irgendwie verlieren die Toyotas wie im letzten Jahr schon gegen Rennende ihre Performance. Bei FOX rätselte man auch, woran das liegen könnte. Kyle Busch war klar auf den Shortruns gut, aber Stewart war besser bei den Longruns. Es kann also nicht daran liegen, dass man grundsätzlich zu “kurz” abstimmt. Trotzdem geht den Toyotas gegen Ende der Saft aus. Auch die Vermutung, dass die anderen Teams erst gegen Ende des Rennens ihr wahres Potential zeigen, kann nicht hinkommen, denn gestern wurde fast über das gesamte Rennen voll gefahren. Man darf gespannt auf das Rennen in Atlanta nächste Woche sein. Das ist ein Highspeed Oval das noch schneller als Fontana ist. Vielleicht komme die Toyota hier auf Touren.

Hendrick Motorsport hat einen schlechten Start in dieser Saison. Der zweite Platz von Junior kann nicht darüber wegtäuschen, denn in den letzten Runden hatte Earnhardt jr. nicht den Hauch einer Chance gegen den späteren Sieger Carl Edwards und musste sich zu dem auch noch des heranstürmenden Greg Biffle erwehren. Nach dem Rennen machte Earnhardt auch einen extrem frustrierten Eindruck, was mich schon ein wenig überrascht hat. Aber der Frust rührte wohl daher, dass er einfach so knapp vor seinem ersten Sieg seit zwei Jahren gestanden und dann keine Chance hatte. Dabei war er noch im Glück. Jeff Gordon fiel wegen seines Unfalls ganz aus (siehe weiter unten), und Jimmie Johnson hatte ein rabenschwarzes Wochenende. Der Doppel-Meister kam nie in Schwung, fuhr mit die langsamsten Zeiten und auch langwierige Umbauten an seinem Wagen änderten nichts. Ein Wochenende zu vergessen für Johnson, Gordon und Hendrick Motorsport.

Besser lief es für Dodge, auch wenn man dort nicht zufrieden sein konnte. Irgendwie rutschte Kasey Kahne gleich am Anfang in die große Gruppe derjenigen, die eine Runde zurück waren, und es dauerte sehr lange, bis er wieder vorne dran war. Dann allerdings lief es gut und er erreichte einen Platz in den Top Ten. Bei Ganassi sah es allerdings bei weitem nicht so gut aus. Montoya, Sorenson und Franchitti fielen während des gesamten Rennens kaum auf. Das galt auch für Ryan Newman. Nur Kurt Busch war vorne mal dran, konnte die Pace auf Dauer aber nicht halten.

Einen Lichtblick gab es von RCR. Harvick wurde vierter, was immerhin schon mal etwas ist. Allerdings gab man zu, dass zu jeder Zeit im Rennen der Wagen zu langsam war und man darf auch nicht vergessen, dass sehr viele der Favoriten ausfielen oder mit Problemen zu kämpfen hatten. Normalerweise findet man vorne noch Johnson, die Busch-Brüder, Stewart und Gordon. So gut sieht es also weiterhin nicht aus und man hofft vermutlich im RCR Lager auf die Short-Track Saison.

Eitel Sonnenschein dagegen bei Ford. Zwei Siege auf zwei sehr unterschiedlichen Strecken hintereinander und das in einer sehr dominierenden Art und Weise. Wäre Kenseth nicht rausgeflogen, ein Dreifach Sieg wäre drin gewesen. Nach dem schwachen Auftritt in Daytona, kommt die plötzliche Ford-Dominanz im CoT schon etwas überraschend. Man hatte die sicher für die Short-Tracks und Betonbahnen auf dem Schirm, aber nicht für die ultraschnellen 1.5 Meilen Ovale. Roush/Fenway hat ein super Paket hingestellt und Edwards ist einer, dem man durchaus auch einen Meistertitel zutrauen würde.

Es war also ein sehr gutes Rennen gestern, aber es gab leider auch ein paar Unfälle. Tony Stewart platzte ein Vorderreifen mitten in Turn 1 und er schoss fast ungebremst in die Mauer. Der Aufprall war sehr hart, auch wenn er seitlich erfolgte und Stewart brauchte ewig um aus dem Auto zu kommen. Wie heute bekannt wurde, hat er sich auch einen Knöchel verletzt. Ein paar Runden später hatte Kurt Busch einen identischen Unfall. Er blieb zwar unverletzt, war aber ziemlich wackelig auf den Beinen, als er aus dem Wagen stieg.Den schrecklichsten Unfall hatte Jeff Gordon. Er berührte beim Restart am Ausgang von Turn 2 Matt Kenseth, drehte sich nach innen, und schlug dort auf Höhe der Vorderachse links seitlich in die Mauer. Der Wagen löste sich in seine Bestandteile auf, der Kühler flog von der inneren Mauer bis mitten auf die Strecke und für einen Moment musste man befürchten, dass Gordon was abbekommen hatte. Aber konnte unverletzt aus dem Wagen steigen. Wäre er nur einen Meter weiter hinten eingeschlagen, die Sache hätte vermutlich anders ausgesehen. Gordon kritisierte sofort und vor allem zurecht, dass es auf der Innenseite der Strecke keine Safer Wall geben würde. Das ist bei vielen Strecken so und eigentlich ist das Unsinn, denn die Wagen drehen sich gerne mal nach innen, wenn sie aus den Steilkurven rauskommen. Die NASCAR hat gestern mal wieder richtig viel Glück gehabt.

Zwei Sachen noch: Carl Edwards Wagen hat die Inspektion nach dem Rennen nicht bestanden. Es fehlte ein Deckel beim einem Öl-Dings. Der Sieg bleibt ihm, allerdings wird man das Team vermutlich bestrafen. Wieso wegen eines blöden Deckels? Weil dadurch das Öl besser gekühlt wird und man einen Wettbewerbsvorteil hat.

A.J. Allmendinger wird bei Red Bull wohl für ein paar Rennen ersetzt. Man ist extrem unzufrieden mit ihm, da er sich nicht mehr qualifizieren kann. Im Gespräch als Ersatz: David Stremme und Sterling Marlin.

WTCC – Seat Meisterlich / Farfus disqualifiziert
Zwei gute Rennen lieferte die WTCC zum Saisonstart ab, wobei man auch sagen muss, dass die Strecke in Curitiba wirklich gute Rennen zuläßt. Die Mischung aus langen Geraden, engen und Kurven zeigt bei jedem Wagen seine Stärken und seine Schwächen. So waren die BMW im Infield deutlich besser als die Seat, aber sobald die auf den Geraden waren, kam der TDI Bumms und die BWM kamen im Windschatten nicht näher sondern verloren sogar an Boden. So war es kein Wunder, dass Seat im ersten Lauf das Rennen dominierte und mit Yvan Muller vor Rydell gewann. Nur der völlig entfesselt fahrende Augusto Farfus vereitelte einen Dreifach-Erflog der Spanier. Allerdings: Farfus wurde nach dem Rennen disqualifiziert, weil irgendwas an seiner Aufhängung nicht stimmte. Die Punkte aus dem ersten Lauf ist er also los. Richtig schlimm erwischte es Chevy, die gleich alle drei Wagen in den ersten Runden verloren. Am schmerzvollsten war es wohl, dass sich völlig unnötig Nicola Larini und Alan Menu gegenseitig abschossen. Ein Alptraum.

Im zweiten Lauf ging es etwas ruhiger zu, aber auch hier gewann ein Seat (Tarquini) ziemlich ungefährdet vor Weltmeister Priaulx und seinem Markenkollegen Porteiro. Die Dominanz von Seat sorgte für lange Gesichter bei BMW und die politischen Spielchen gehen sofort los. Man würde es gerne sehen, wenn die FIA den Ladedruck der TDIs runterschrauben würde. Das kann eine heitere Saison werden.

MotorsTV verliert ELMS Rechte
Eurosport hat heute bekannt gegeben, dass man für die nächsten drei Jahre die Rechte an den 24 H von Le Mans und der europäischen Le Mans Serie erworben hat. Es hatte sich schon im letzten Jahr angekündigt, dass MotorsTV 2008 wohl nicht mehr das Rennen in Le Mans zeigen würde, aber ich war bis dato davon ausgegangen, dass man die Rennen der ELMS auf jeden Fall sicher hat. Wer sonst hat Interesse, die sehr langen 1000 KM Rennen der Serie komplett live zu zeigen. Deswegen war ich dann heute schon sehr überrascht, dass MotorsTV auch diese Rechte verliert. Eurosport hat schon bekannt gegeben, dass man die 24 H von Le Mans auf jeden Fall komplett live zeigen wird. Die Übertragung wird teilweise auf Eurosport, teilweise auf Eurosport 2 laufen. Was mit den 1000 KM Rennen ist, haben sie bisher nicht gesagt. Meine Anfrage, die allerdings auch erst drei Stunden alt ist, blieb bisher unbeantwortet.

Für MotorsTV ist das eine Katastrophe, denn neben der ALMS waren die ELMS und die 24 H das Highlight im Programm und vor allem die einzige Liveübertragung. Die ALMS läuft zwar weiter, aber die fehlenden ELMS Rennen dürften ein Loch in die Planung des Senders reißen. Bei den Franzosen entwickelt sich Jahren sowieso alles nach hinten. Man hatte die Live-Rechte der Busch/Nationwide Serie, hat die aber nicht genutzt und schließlich abgegeben. Bei der BTCC hätte man angeblich die Rechte außerhalb von England haben können, da man aber England an ITV verloren hatte, verzichtete man beleidigt auf die BTCC. Man versprach stattdessen die britische GT Meisterschaft zu bringen, aber die kommt auch nur mit wochenlanger Verzögerung ins Programm. Als Highlight hat man noch die V8 Supercars. Hier hat man auch die Liverechte, verzichtet aber, bis auf die Rennen in Bathurst und Bahrain wegen der Zeitverschiebung auf eine Übertragung. Die Lücken im Programm füllt man in letzter Zeit mit viel unendlichen Wiederholungen und Endurosport und es wird noch mehr werden, denn man die Rechte der MX und MX2 Meisterschaft gekauft. Motorsport gibt es auf MotorsTV auch nur noch eher selten.

MotorsTV leidet massiv unter den weltweit teurer werdenden TV-Rechten. Der kleine Sender hat kaum Budget und kann gegen Eurosport oder Pay-TV Sender nicht gegenhalten. Auf der anderen Seite hat man einiges auch selbst verbockt. Die BTCC hätte man laut meinen Infos haben können (auch in diesem Jahr), die Abgabe der Busch-Rechte vor zwei Jahren lag nicht an der NASCAR. Wenn MotorsTV wenigstens noch die kleineren Nachwuchsserie, wie die Formel BMW oder Formel Renault live bringen würde – aber auch hier gibt es, wenn überhaupt, nur Aufzeichnungen, die Wochen später kommen. Irgendwie habe ich in Sachen MotorsTV kein gutes Gefühl.

Und sonst?

03.03.2008

Aufz. 20:15 Uhr NASCAR SC Las Vegas SpeedTV
Aufz. 22:45 Uhr ARCA Nashville 2007 MotorsTV

04.03.2008

Aufz. 19:10 Uhr ARCA Nashville 2007 MotorsTV
Aufz. 20:00 Uhr A1 GP Durban Premiere
Aufz. 21:00 Uhr ALMS Saison 2007 MotorsTV

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Eurosport gewinnt sämtliche TV-Rechte der Le Mans Serie

Nur ganz kurz: Eurosport hat den Deal um die TV-Rechte der Le Mans Serie gewonnen und damit MotorsTV ausgebootet. Der Deal umfasst nicht nur das 24 H Rennen von Le Mans, sondern auch sämtliche 1000km Events der LMS Saison. Damit verliert MotorsTV eines der wichtigsten Standbeine ihrer pan-europäischen Übertragungsrechte. Europsort hat angekündigt, dass man das 24 H Rennen komplett live auf Eurosport und Eurosport 2 übertragen wird. Wie es mit der Live-Übertragung der 1000 km Rennen aussieht, ist noch nicht bekannt. Mehr dazu später.

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