Formel Eins – McLaren immer noch unter Verdacht
Ich bin gerade auf der offiziellen Seite der F1 auf ein höchstinteressantes Interview mit Max Mosely gestossen. Offensichtlich war es vor der Entscheidung in der Weltmeisterschaft geführt worden, aber es geht auch mehr um die anderen Dinge, die er sagt.
Zum Thema, dass man McLaren auch die Fahrerpunkte hätte aberkennen müssen, sagt er:
It was a decision of logic versus emotion. Logic would have demanded to slash all points, but emotion was not willing to wreck such an incredible championship with an armchair judgment. [...] …but that fundamental decision rendered by the World Council could haunt us one day
Zu den persönlichen Auftritten von Ron Dennis bei der ersten FIA Anhörung zur Spionageaffäre meint er:
At the first hearing he reassured us that he had investigated everything and everybody in his team and that only one person had knowledge of the Ferrari papers. But then it became evident that a prominent member of his team – one of his drivers – was in on this. This did not build faith in Ron Dennis.
Und dann holt er noch einen Hammer aus der Kiste. Denn die Sache mit der Spionage sei noch lange nicht ausgestanden. Man habe auch weniger Sorgen um den diesjährigen McLaren gehabt, als mehr um das nächstjährige Modell. Deswegen wird man sich nicht nur die Teile des neuen Wagens genau anschauen
We are now facing the situation of going through the ‘08 McLaren with a fine-tooth comb. And we are not speaking about a single component but of the incorporation of intellectual property and ideas in order to solve technical problems. If you look at ten technically possible solutions and somebody can precisely point out the malfunctioning ones because he has already tried them, you have a big advantage.
Sollte man etwas finden, würde man überlegen, ob man McLaren auch im nächsten Jahr von der Konstrukteurs WM aussschließt. Das ist für McLaren schon eine schwere Situation, denn im Prinzip müssen sie entweder komplett andere neue Lösungen für vorhandene Probleme finden, die zumindest Ferrari nicht hat, oder sie müssen quasi mit einem B-Modell in die Saison 2008 starten. Das Problem ist halt, das Mike Coughlan bis zum Juni am 08er Wagen gearbeitet hat. Im Prinzip musste McLaren alle Pläne von Coughlan und seinen Mitarbeitern einstampfen und neu beginnen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem im die anderen Teams den neuen Wagen schon ziemlich weit auf dem Reißbrett entwickelt haben. McLaren könnte also 2008 gezwungen sein, mit einer Notlösung, oder einem noch nicht komplett zu Ende entwickelten Wagen an den Start zu gehen. Zumindest wird ihnen etliches an Entwicklungszeit fehlen.
Am Schluss wird er noch gefragt, was er davon hält, dass Alonso sein Team erpresst und verraten hat. Er meint, dass er sich bis heute darüber wundert, was wohl an dem Tag zwischen Ron Dennis und Alonso vorgefallen sein und meint:
I could imagine he [Alonso] will move to another team and probably then he will tell us a fascinating story.
Mosely sagt nicht “Sollte Alonso wechseln…” sondern er stellt nur trocken fest, dass Alonso das Team verlässt und dann mit der Wahrheit rausrückt.
Formel Eins – Auch Hamilton gegen Protest
Nach dem sich Fernando Alonso wenig überraschend gegen den Protest von McLaren ausgesprochen hat, meldet sich jetzt auch Lewis Hamilton zu Wort. Laut einer Meldung von Reuters sagte Hamilton wörtlich:
Being promoted after some people have been thrown out is not the way I want to do it.
Damit bekommt Hamilton ein paar Punkte auf der nach oben offenen Sympathieskala. Und wenn der Brite das schon offiziell verlautbaren läßt, kann man davon ausgehen, dass McLaren nicht darauf aus ist, das Ergebnis des Rennens zu verändern. Vermutlich geht es ihnen nur darum, dass man die Regeln noch mal klarstellt. Das sieht so aus, als ob die FIA demnächst sagt, dass die Regeln verletzt wurden, es aber auf Grund der fehlerhaften Messung der Benzintemperatur keine Bestrafung geben kann. Man wird vermutlich für 2008 diese Regel präzisieren. Und da zeigt sich mal wieder, dass man vielleicht auch mal mit weniger Technik an die Strecke gehen sollte. Warum muss der Sprit überhaupt gekühlt werden? In der NASCAR tankt man noch mit Kannen. Dieses Jahr hat sowieso mal wieder gezeigt, dass die FIA gut daran tut, wenn die Regeln vereinheitlicht. Das bringt dem Sport etwas und schützt vor zu viel Schummelei.
NASCAR – Diverses
- Nach dem siebten Motorschaden in dieser Saison ist Dale Earnhardt jr. schlecht gelaunt.
Offenbar hatte sich schon in den ersten Runden des Rennens ein Schaden angekündigt und teilweise fuhr man wohl nur auf sieben Zylindern, was bei der kurzen Strecke aber nicht so viel ausmacht. Dennoch ging ihm der Motor drei Runden vor Schluss ein und er blieb nur in der Führungsrunde, weil das Rennen vor der letzte Runde eingefroren wurde. In einem Interview in der Sendung “Windtunnel” auf SpeedTV meinte er, dass er vielleicht nicht mehr ganz weit oben auf der Prioritätenliste bei DEI/RCR Motordepartment stehen würde. Eine für ihn schon erstaunliche Aussage, die unter den Fans von Junior die eh latent vorhandene Annahme, dass DEI nicht möchte, das Junior noch mal gewinnt, weiter unterstützt. Er selber wirkte im Interview leicht gereizt und ziemlich deprimiert. Das änderte sich, als er auf Hendrick Motorsport angesprochen wurde, wo sein Crew Chief Tony Eury jr. ja schon ein paar Wochen arbeitet. Von dem was er von Tony gehört habe, gäbe es dort Möglichkeiten, von denen er bisher nicht mal gehört habe.
- Das Rating des Rennens ist schon da. Man erreichte eine 3.3. Eine Verschlechterung gegenüber den 3.5 aus dem letzten Jahr, aber für ein so zähes und eher langweiliges Rennen mit einem vorhersehbaren Ausgang ist es noch ganz ok. Der sich zuspitzende Zweikampf zwischen Johnson und Gordon sorgt offenbar für ein gleichbleibendes Interesse.
- ESPN gerät immer mehr unter Druck, was die Berichterstattung über die NASCAR angeht. Mittlerweile wird das Thema nicht nur in Fanforen diskutiert, sondern auch von den Medien aufgenommen. Einerseits kritsiert man, dass ESPN/ABC andauernd die Restarts nach einer Caution verpennt. Gestern brachte man das Kunststück gleich zweimal fertig. Das ist zwar besser als die fünf verpassten Restarts beim Rennen in Richmond, aber es fällt weiter auf, dass ESPN gerade auf den Short Tracks hoffnungslos überfordert scheint. Andererseits gibt es die verwirrende Anzahl an Moderatoren. Man hat drei Kommentatoren, zwei Moderatoren und noch einen “Host” der sich ab und einschaltet. Das ist einfach zu viel, vor allem wenn gleichzeitig komplette Rennereignisse ausgelassen werden. Als Junior beim letzten Restart mit Motorschaden ausfiel wurde das ebenso wenig berichtet, wie der Dreher von David Ragan in der vorletzten Runde. Es gab nicht mal ein Replay. Bei den Kommentatoren bemängelt man, dass Dr. Jerry Punch nicht die Übersicht hat, Rusty Wallace Mist erzählt und Andy Petree der einzige sei, den man ertragen könne. Mir ist auch aufgefallen (ich höre immer die US Tonspur zum Rennen), dass Wallace sich andauernd vertut und selbst mir sind schon Fehler in seinen Aussagen aufgefallen.
Jedenfalls ist die ESPN Berichterstattung Meilen von der entfernt, die FOX im Frühjahr hinlegt. Die haben weniger hübsche Grafiken, liefern aber zusammen mit SpeedTV eine deutlich bessere Übertragung hin. Überhaupt SpeedTV. Die “Raceday” Sendungen vor dem Rennen und “Victory Lane” gehören mittlerweile zu meinem Standardprogramm, wenn ich es zeitlich hinbekomme. Dort erfährt man mehr (und hat mehr Spaß), als bei der aufgetuckten ESPN Berichterstattung.
Und sonst?
Irgendwie fühlt man sich so leer, wenn die F1 Saison vorbei ist… Noch 143 Tage bis zum Saisonstart 2008.
22.10.2007
| Aufz. | 14:55 Uhr | ALMS | Laguna Seca | MotorsTV | ![]() |
| Aufz. | 15:00 Uhr | NASCAR Nextel | Martinsville | PREM | ![]() |
| Aufz. | 16:15 Uhr | V8 Supercars | Surfers Paradies | MotorsTV | ![]() |
| Aufz. | 17:00 Uhr | ChampCar | Surfers Paradies | PREM | ![]() |
| Aufz. | 17:30 Uhr | Formel Eins | GP Brasilien | DSF | ![]() |
| Aufz. | 21:00 Uhr | ChampCar | Surfers Paradies | MotorsTV | ![]() |
| Aufz. | 22:50 Uhr | ALMS | Laguna Seca | MotorsTV | ![]() |





Schon jetzt wurde eine Vereinbarung bis zum Jahr 2010 aufgesetzt, was bedeutet, dass man bei Ferrari wohl mit der momentanen Paarung etwas länger plant. Gleichzeitig hat man wohl Abstand davon genommen, sich Alonso zu angeln. Es hätte mich auch schwer gewundert, wenn Jean Todt einen Fahrer verpflichtet hätte, der sich derartig unloyal gegenüber seinem Arbeitgeber verhalten hat. Alonso passt hinten und vorne nicht zu Philosophie von Ferrari und deren Manager. Massa hat allerdings 2007 nicht unbedingt die beste Saison seines Lebens hinter sich. Die meisten hatten ihn auf dem Zettel für die Weltmeisterschaft und ich hätte am Anfang der Saison auch Geld auf ihn gesetzt, zu mal Raikkönen offensichtlich Probleme mit seinem neuen Wagen hatte. Und bis zum Rennen in Kanada sah es ja auch nicht schlecht aus. Aber da kam es zur Disqualifikation und danach schien es, als würde Massa in ein Loch fallen. Immerhin hatte er bis Kanada fünf Punkte Vorsprung auf seinen finnischen Teamkollegen. In Ungarn konnte er keine Punkte sammeln, und in Monza fiel er aus und Kimi Raikkönen wurde immer stärker. Es tut seinem Selbstbewußtsein vermutlich nicht gut, wenn er in diesem Jahr vom Finnen gebügelt wird. der ja gerade erst ins Team gekommen ist. Und bei Ferrari hat man ja gerne klare Verhältnisse wie man weiß.
Das sieht oft unspektakulär aus, ist aber halt schnell. Etwas, was ihn mit Alonso verbindet. Dazu kommt, dass man ihn so gut wie nie neben der Strecke sieht und er sich auch nicht dann nervös machen lässt, wenn Alonso hinter ihm her zackt. Im Gegenteil – ich hab machmal das Gefühl, dass es ihm richtiggehend Spaß macht, wenn da hinter ihm Druck macht. Gleichzeitig nutzt er jede Chance und sucht auch schon mal Linien, die man im ersten Moment nicht erkennt. Beim GP von Japan entdeckte (als einziger), dass man im Regen die lange R100 auch außen nehmen kann und da viel schneller ist. Dabei geht er komischweise kaum unnötige Risiken ein. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass nach oder während eines Rennens ein paar Teile an seinem Wagen gefehlt hätten.
Und die Tatsache, dass es kaum noch bezahlbare Markenpokale gibt. Zwar kann man sich dank des VLN für wenig Geld einen Rennwagen aufbauen und damit auch fahren, aber richtig günstig ist das auch noch nicht. Es gibt immerhin den VW Polo Markenpokal, was schon nicht schlecht ist, aber die Teilnehmerzahl ist auch hier begrenzt. Mit dem Problem steht Deutschland nicht alleine da, wie offenbar sehr findige Manager von Renault rausgefunden haben. Die haben ja mit ihrer Marke “Dacia” ein Billigauto im Angebot und die Frage stand wohl im Raum, wie günstig so ein Rennwagen sein kann? Am Ende steht ein kleiner Rennwagen mit 90 PS, einem guten Sicherheitspaket und vermutlich einem Preis von unter 15.000 Euro. Für einen Rennwagen ist das ein echtes Wort. So richtig bin ich aber an den Preis nicht rangekommen, denn Renault/Dacia wollen gerne sparen, und haben das wohl auch bei den Webdesignern gemacht. Mit Firefox kommt man in den Konfigurator nicht rein, mit dem IE auch nicht, denn der will ein Applet nachladen, dass laut dem Hersteller Adobe ab 2008 nicht mehr unterstützt wird.









