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NASCAR – Keine runde Sache / DTM – Der Ring / Diverses

Während in Indianapolis die Reifen im Sekundentakt platzten, lag ich am See in der Sonne. Eine offenbar gute Entscheidung, denn ein sich wiederholendes Sprintrennen über 10 Runden braucht ja auch keiner. Die Frage, die jetzt alle bewegt ist: Wer ist schuld am Debakel?

Dazu muss man die Frage klären, wie so ein Reifen eigentlich funktioniert. Im Prinzip geht es um zwei Dinge: die Lauffläche und die darunter liegenden Schichten, die den Reifen stabilisieren. Bei Goodyear ist das eine Lage aus Kevlar, die Seiten werden unter anderem mit dünnen Kupferdraht gesichert. Ist zuviel Bewegung im Reifen, ist dieser instabil und baut zum Beispiel zuviel Hitze auf. In der Folge löst sich die Lauffläche schneller auf, als es einem lieb ist, was in Indy allerdings nicht passierte, da Goodyear nicht verlernt hat, wie man einen Reifen stabil zusammenklebt.

Es ist durchaus normal, dass eine Strecke zu Beginn eines Wochenendes mehr Reifen “frißt”, als gegen Ende. Das liegt einfach daran, dass die Strecke erst Grip aufbauen muss. Dieser Grip kommt nicht einfach so, sondern letztlich von den Reifen. Der Gummi auf der Lauffläche eines Reifen wird wird dabei auf den Asphalt übertragen. Wie geht das? Hat ein Reifen eine bestimmte Temperatur, wird der Gummi weich. Man kann einen kalten Reifen über den Asphalt ziehen – da passiert wenig. Ist er aber heiß, reißt der Asphalt vor allem unter Belastung, also in Kurven, kleine Stücke aus dem Gummi, die wiederum in den Asphalt gedrückt werden. Ein wenig ist es so, als ob man versucht Käse zu reiben. Holt man einen Parmesan aus dem Tiefkühlfach und versucht ihn zu reiben, wird man sich schwer tun. Er braucht eine gewisse Temperattur, damit er sich gut reiben läßt. Wird er allerdings zu weich, werden zu große Stücke rausgerissen. Das geht mit Slicks ähnlich.

Je rauer ein Belag ist, desto mehr Gummi wird aus den Reifen gerissen. Der landet dann teilweise im Asphalt, teilweise wird das Gummi auch an die Seite des Reifens geschoben. Es bilden sich Wülste die dann stückchenweise abfliegen – und am Straßenrand die sogenannten “marbles” bilden, also diese Gummistückchen, die da rumliegen.

Der Belag in Indy ist besonders brutal. Das ist allerdings keine große Neuigkeit, wie Michelin 2005 schon mal feststellen konnte. Auch bei Goodyear weiß um die Besonderheiten der Strecke. Man hat eine besonders aggressive Form von Asphalt gelegt, damit die IndyCars hier gut unterwegs sind. Die sind viel leichter und durch das flache Banking brauchen die eben mehr Grip. Firestone (=Bridgestone) scheint damit keine Probleme zu haben. Und auch die NASCAR hatte bisher mit dem alten Wagen nie große Sorgen. Warum also dieses Mal?

Zum einen liegt der Schwerpunkt des CoT höher. Ein höherer Schwerpunkt belastet aber die Reifen auch etwas mehr, weil mehr Gewicht auf den rechten Reifen liegt. Besonders betroffen ist dabei der rechte Vorderreifen, der ja auch am Wochenende als erster Probleme machte. Die Teams bekamen das in Griff, weil den Luftdruck veränderten, was aber nur dazu führte, dass der hintere rechte Reifen explodierte. Aber das allein kann es nicht sein, denn das CoT fährt ja nicht erst seit gestern rum.

Auffallend war, dass der Asphalt absolut kein Gummi annahm und die Fahrer berichteten, dass sich nicht wie üblich “marbles” bildeten. Stattdessen schien der Gummi zu einem dünnen Staub zerrieben zu werden, der den Fahrer sogar in der Nase hing. Es legte sich keine Gummispur, stattdessen lösten sich die Reifen einfach in Luft auf.

Am höheren Schwerpunkt alleine lag es also nicht. Es gibt mittlerweile nicht wenige, die meinen, dass Goodyear Mist bei der Mischung der Lauffläche oder beim Zusammenbau des Reifens gebaut hat. Oder beides. Bekannt ist, dass Goodyear im Frühjahr, bei deutlich anderen Temperaturen mit Vickers, Earnhardt und Kurt Busch einen Test gefahren hat, bei dem sich die Reifen schon damals auflösten. Offenbar hat Goodyear die Hinweise damals nicht weiter verfolgt, zu mal man auch gerade dabei war, die Reifen nach der harschen Kritik von Tony Stewart und anderen zu verbessern. Die hatten sich ja zunächst über zu harte Reifen beschwert.

Warum Goodyear nicht reagiert hat, wird man sicher noch klären, aber auffallend ist schon, wie sehr die NASCAR und Goodyear um einen Schulterschluss bemüht sind. Man versucht die Kritik klein zu halten, was angesichts des Rennens ein Witz ist. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ist es Goodyear nicht gelungen einen vernünftigen Reifen herzustellen. Das ist dann schon lächerlich.

Das man das Rennen gestartet hat, ist eine richtige Entscheidung gewesen, auch wenn es nur 10 Runden Häppchen gab. Man darf aber nicht vergessen, dass die Zuschauer nicht einfach zu einem Rennen kommen. Meist ist so ein Wochenende mit einem richtigen Urlaub verbunden, den man mit den wenigen Urlaubstagen, die man in den USA überhaupt hat, aufstockt. Eine Absage wäre also nicht in Frage gekommen. Auf der anderen Seite war das natürlich kein Rennen und die Aussage von Robin Pemberton, NASCAR’s VP of competition, finde ich auch etwas – naja…

“If they’re good fans,they know that occassionally something like this will go on and not all — you’d like to think that all of our races have something for somebody, right? Not everybody’s driver wins. Not everybody’s pit crew has the best stops. And not every race is a barn burner. But the fact of the matter is we’ve got 43 teams that are competing at the same time. It’s OK. If you’re a good fan, you don’t get what you want, its OK to be disappointed.”

Das ist eine, wie ich finde, ziemlich arrogante Haltung gegenüber den Fans, die viel Geld gelassen haben, um ein richtiges Rennen zu sehen, und keine dtreistündige Pit Crew Competition. Überhaupt ist es auch erstaunlich, wie sanft die Medien mit dem Thema umgegangen sind. Auf ESPN hörte man wenig Kritik, auch bei SpeedTV hielten sich Spencer & Co weitesgehend zurück. Nur Darrell Waltrip wurde in der Sendung “Windtunnel” etwas deutlicher.

Es ist mir auch unverständlich, wieso man beim CoT die Reifenprobleme nicht in den Griff bekommt. Man hat den Wagen über Jahre gestestet, Goodyear hat Zugang zu allen Daten und trotzdem versagt man derartig kläglich. Goodyear macht in diesem Jahr keinen guten Job und Kritik von Stewart aus dem Frühjahr sollte man durchaus noch mal aufwäremen. Denn im Grunde meinte Stewart, dass Goodyear zu wenig Geld in die Forschung steckt und nach ihrem Rückzug aus den meisten Serien weltweit, einfach nicht mehr in der Lage ist, vernünftige Arbeit zu leisten.

DTM – Regen macht den Fahrer froh
Es gibt so ein paar Weisheiten im Sport. “Der Ball ist rund”, ist so eine klassische. Seit dem Nürburgring könnte man vielleicht eine neue hinzufügen: “Wenn es Trocken ist, nehme ich Slicks, wenn die Strasse nass ist, nehme ich Regenreifen.” Die Entscheidung von Audi bei trockener Strecke mit Regenreifen an den Start zu gehen, weil es eventuell ja mal regnen könnte, war dann dementsprechend merkwürdig. “Oversmart” könnte man sagen, wenn man versucht recht einfache Dinge im Leben zu verkomplizieren. Klar – hinterher ist es man immer klüger. Es hätte ja auch regnen können. Aber in der Eifel ist es eben immer etwas anders. Da kann es neben der Strecke regnen und der Rest bleibt trocken. Eigentlich ist Audi ja am Ring nicht so unerfahren, also kann ich mir den Fehler nicht erklären. Und dann auch auch alle Audis auf Regenreifen zu setzten, anstatt zumindest die weiter hinten stehenden Wagen auf Slicks zu belassen – ich verstehe das nicht, da man zudem ja in den vorderen Reihen gut aufgestellt war. Also eine sehr, sehr merkwürdige Entscheidung.

Das Rennen selber war gar nicht so schlecht, was natürlich auch dem Umstand geschuldet war, dass die Audis von ganze hinten angestochen kamen. Dazu der leichte Regen, der dann am Ende stärker wurde und das Rennen noch mal richtig durcheinander wirbelte. Mit Bernd Schneider hat dann auch einer gewonnen, dem man einen Sieg nicht nur zugetraut, sondern auch gewünscht hat. Wie er auf Slicks am den Wagen am Ende auf der Strecke gehalten hat – Respekt – das war schon eine Demonstration von Erfahrung und Fahrgefühl. Das hat auch die Fahrerwertung zusammengeschoben. Timo Scheider hat jetzt 44 Punkte, Jamie Green aber 40. Ekström hat 38 und di Resta hat 37 Punkte auf dem Konto. Bei noch vier zu fahrenden Rennen wird es also mächtig spannend.

Erfreut hat uns mal wieder die ARD. Die Radrennfahrer in Frankreich hatten wohl etwas gebummelt und kamen sehr spät an. Kann passieren. Kann die ARD auch nichts für. Aber – wofür hat die ARD eigentlich drei Digitalprogramme, die sinnlos Wiederholungen runtersenden? Hätte man nicht wenigstens die Übertragung da rüber schieben können?

WTCC & BTCC – Normale Kost
Fünf solide Rennen lieferten die Tourenwagenserien in England ab. Die BTCC war in Oulton Park unterwegs, wo man rechte gute Rennen ablieferte, die alle, zumindest im Mittelfeld, sehr eng waren. Vorne war es in allen drei Rennen aber sehr ruhig. Die WTCC war in Brands Hatch unterwegs, und zumindest der zweite Lauf hatte ordentlich Pfeffer. In allen Fällen durchaus schöne Unterhaltung, wenn auch nichts besonderes. Dafür spitzt sich die Meisterschaft zwischen Tarquini und Yvan Muller richtig zu. Die beiden liegen nur noch einen Punkt auseinander. Bester Nicht-Seat ist Andy Priaulx, der aber schon 16 Punkte Rückstand hat. Das wird wohl etwas schwer werden.

NASCAR – News

- Es gibt durchaus ernstzunehmende Gerüchte, dass sich zwischen Ganassi und Michael Waltrip Racing ein Merger abzeichnet. Bei Ganassi hängt der Haussegen ja sowieso schief, weil man nicht voran kommt, MWR laufen die Sponsoren weg. Er hat bis auf sein eigenes Fahrzeug (NAPA), keinen Wagen mit Hauptsponsor für das Jahr 2009. Und so langsam wird es eng, denn die Budgets müssen bis Ende September fest gezurrt sein. Wenn die beiden zusammen gehen sollten, ist die Frage, mit welcher Marke man antreten wird. Mit Dodge ist Ganassi unglücklich, aber MWR triebt einem trotz Toyota-Motoren keine Glückstränen in die Augen. Derweil hat Montoya noch mal eine Warnung Richtung Ganassi geschossen. Wenn er gehen wolle, so der Kolumbianer, dann würde ihn Chip Ganassi sicher lassen. Die Frage ist halt – wohin?

- Mit Sicherheit nicht zu Joe Gibbs. Zum einen bastelt man wohl gerade daran, Joey Logano in den Cup zu bugsieren. Die Frage ist halt, ob Logano ohne Erfahrung aus der Nationwide überhaupt in den Cup sollte. Nicht wenige sind der Meinung, dass man Logano zu schnell verheizen würde, wenn ihn direkt in den Cup steckt. Zum anderen hat Jeo Gibbs klar gemacht, dass man 2009 kein viertes Team einsetzen wird. Nicht weil man das vielleicht nicht wollen würde, sondern weil man einfach nicht genügend Zeit hat, das Team auf vernünftige Beine zu stellen.

- NASCAR hat bekannt gegeben, dass man 2009 nicht mehr mit der Nationwide Serie in Mexiko antreten wird. Das hatte sich schon abgezeichnet, nachdem die Teams das Rennen wegen der hohen Transportkosten eh nicht so gut leiden konnten. Ob für Mexico ein anderer Strassenkurs ins Programm genommen wird, ist unklar.

Und sonst?
Die beiden F3 Rennen am Ring waren ok und ein Desaster für Mortara, der schon wieder nicht punkten konnte. Stattdessen ist ihm Hülkenberg mit einem perfekten Wochenende auf den Pelz gerückt und liegt nur noch einen Punkt hinter Mortara. Glück für den Deutschen – im zweiten Rennen fiel auf Mäki aus, der deswegen ebenfalls hinter Hülkenberg liegt.

29.07.2008

Aufz. 14:50 Uhr Silverstone Classic Road Sport MotorsTV
Aufz. 18:00 Uhr NASCAR SC Indy Premiere
Aufz. 19:00 Uhr Polo Cup Nürburgring Premiere
Aufz. 19:35 Uhr Seat Cup Nürburgring 2 Premiere
Aufz. 20:10 Uhr Porsche Cup Nürburgring Premiere
Aufz. 21:00 Uhr NASCAR SC Indy Premiere
Aufz. 21:00 Uhr British F3 Brands Hatch MotorsTV
Aufz. 21:50 Uhr British GT Brands Hatch MotorsTV

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McLaren mit Traktionskontrolle? /F1 – Ferrari in der Kise? / NASCAR – News / Alzen in der FIA GT

F1 – McLaren mit technischem Vorteil?
Wenn die Meldung des britschen Telegraph stimmt, dann könnte es demnächst wieder Ärger in der Formel Eins geben. Denn die berichten, dass McLaren eine Art “workaround” für eine Traktionskontrolle gefunden hat, wobei “Traktionskontrolle” es in Fall von McLaren nicht genau trifft. Die TK war eine elektronische Regelung, die die Motorleistung bei durchdrehenden Rädern einfach gekappt hat. Wenn die Hinterräder am Ausgang einer Kurve durchdrehten, regelte die Elektronik den Motor ab was man gut hören konnte, wenn der Motor gestottert hat. Richtig gelücklich war diese TK nie, denn sie nahm die Leistung am Ausgang der Kurve weg, man bekam also weniger Vortrieb. Weil dies aber nur für einen Sekundenbruchteil der Fall war und zu dem so ein Ausbrechen des Wagens verhindert wurde, lohnte sich die TK, weil sie den Fahrer entlastete.
McLaren hat jetzt wohl etwas gefunden, was ziemlich genial ist. Statt die Motorleistung zu kappen, verschiebt man das Drehmoment, in dem man es später einsetzen lässt. Dass kann man zum Beispiel dadurch schaffen, in dem man die Drehzahl einfach weiter unten begrenzt. McLaren setzt das angeblich recht einfach um. Man hat zwei weitere am Lenkrad unter den Schaltwippen installiert. Damit kann man jeden beliebigen Gang in seiner Drehzahl begrenzen. Wie eben schon mal erwähnt, reichen ein paar Sekundenbruchteile, schon kann die volle Leistung wieder einsetzen. Soweit die Theorie vom “Telegraph”.

Stellen sich ein zwei Fragen:

- Wie umgeht McLaren die Standard-Elektronik, die ja genau das verhindern soll?
Eine Möglichkeit wäre, dass die Zugkraftunterbrechung über die Elektronik des Lenkrades gesteuert wird, die wiederum mit dem elektronischen Gaspedal zusammenarbeitet. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Standard-Elektronik diesen Eingriff zulässt. Immerhin ist ja eine Filiale von Mclaren für den Bau und die Entwicklung der Software in der Elektronik zuständig. Die nächste Frage ist auch, was die Elektronik insgesamt vereinheitlicht. Zündungsunterbrechung, Kennfelder etc. werden wohl kaum betroffen sein, da jeder Motor ja ein wenig anderes konstruiert ist und an anderen Stellen des Drehzahlbandes die volle Leistung bringt.

- Ist das legal?
So lange es nicht verboten ist, ist in der Formel Eins alles egal. Allerdings kann die Auslegung der Regeln schnell in Haarspalterei ausarten.

Sollte McLaren so was im Auto haben, wird es Diskussionen geben. Vor allem um den überlegenen Sieg von Hamilton im Regen von Silverstone. Wenn man im Regen mit einer TK unterwegs ist, läßt man natürlich jeden stehen.

F1 – Krise?
Man kann die Kirche natürlich im Dorf lassen. Ein dritter Platz und ein sechster Platz. Drittschnellste Rennrunde. Das kann sich bei so einem engem Feld sehen lassen. Aber trotzdem hängt bei Ferrari wohl der Haussegen schief. Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen hat Luca di Montezemolo öffentlich gefordert, dass sich bei Ferrari was tun muss. Man sei definitiv langsamer als McLaren und so ginge das ja auch nicht. Ob das nun geschickt ist, die Kritik mal wieder in die Öffentlichkeit zu tragen, sei mal dahin gestellt. In Italien gelten andere Gesetze. Klar ist – Mclaren hat Ferrari seit Ende Mai im Griff. Der Sieg von Massa in Frankreich war auch dem Umstand geschuldet, dass Hamilton wegen diverser Strafen hinten rumfahren durfte. Aber mal abgesehen von Magny Cours gab es für Ferrari eine Ohrfeige nach der anderen. Und das Schlimme ist, dass die auf sehr unterschiedlichen Strecken verteilt wurden. Monaco, Silverstone, Hockenheim. Spätestens nach dem Rennen vom Wochenende läuten die Alarmglocken sehr schrill. In Frankreich, einer nicht durchaus vergleichbaren Strecke, war man schienbar besser, in Deutschland fehlten drei Zehntel. Mit Ungarn und Valencia folgen zwei enge Kurse, die offenbar mehr dem McLaren liegen. Spa wird ausgeglichen sein, aber Monza könnte nach der Performance von Silverstone in den trockenen Trainings wieder McLaren-Land sein. Wenn Ferrari nicht bald was findet, dann könnte Hamilton vorne davon ziehen. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr weiß man zwar, dass man auch noch eine WM gewinnen kann, wenn man drei Rennen vor Schluss 14 Punkte zurück liegt, aber zweimal werden sich McLaren und Hamilton nicht so abzocken lassen.

Wie ich gestern schon geschrieben hatte – die Probleme bei Ferrari sind wohl gemischter Natur. Ein wenig der Wagen, ein wenig die beiden Fahrer. Räikkönen wirkt dieses Jahr teilweise etwas müde, Massa – nunja. Und ob die Führungsriege von Ferrari nicht einen Tacken zu jung ist, wäre auch noch so eine Frage. Komischerweise lief es immer dann, wenn Jean Todt bei den Rennen im Hintergrund rumhing. Mag ein Zufall sein, aber Todt ist ein Taktikfuchs, einer der meist ein Ass im Ärmel hat und der sehr, sehr viel Erfahrung aus verschiedenen Rennserien (Rally WM, Le Mans) mit gebracht hat. Dieses Rückgrat scheint den Italienern im Moment zu fehlen.

Eins sollte man aber nicht vergessen, wenn man “Krise” ruft. Ferrari hat verglichen mit McLaren weniger Ressourcen. Laut Aussage von di Montezemolo steckt der Fiat Konzern keinen Euro in das F1 Engagement rein. Ferrari finanziert sich selber. Dann wäre da der nicht mehr taufrische Windkanal und davon gibt es auch nur einen. Zudem hat Ferrari (noch) keinen modernen Simualtor für die Fahrer. McLaren hat dagegen das modernste Technologie-Center, zwei Windkanäle und Mercedes, die wild entschlossen und zur Not offenbar sogar dazu bereit sind, den gesamten Laden zu kaufen, und noch mehr Geld reinzustecken. Ich vermute mal, dass im Moment kein Team, weder Honda noch Toyota, so viel Geld in die Formel Eins investiert, wie McLaren-Mercedes.

Dies alles sollte man im Kopf haben, wenn man einer “Krise” spricht. Ich bin zwar auch der Meinung, dass ein Alonso dem Team gut tun würde, aber das scheint ja sowieso nur eine Frage der Zeit zu sein. Gut vorstellen kann ich mir, dass man auch ein Auge auf Vettel geworfen hat. Wie man weiß, hat Schumacher immer ein gutes Wort für den Heppenheimer übrig. Man sollte Ferrari zwar nie, wirklich nie abschreiben, aber in diesem Jahr scheint mir Hamilton und McLaren insgesamt ein Stück besser zu sein.

NASCAR – News

- Tony Stewart wird ab 2009 mit der #14 an den Start gehen. Die gehört zu den Nummern mit der grössten Tradition in der NASCAR. Das erste mal wurde sie beim Rennen am Daytona Beach 1949 eingesetzt. In den 50er Jahren gehörte sie lange Fonty Flock, der damit 1951 immerhin zweiter der Meisterschaft wurde. In den 60ern fuhr meist Jim Paschal damit rum, war aber weniger erfolgreich. In den 70ern übernahm Coo Coo Marlin, der Vater von Sterling Marlin, die #14, und erreicht immerhin 51 Top Ten Ergebnisse. Besser lief es in den 80er Jahren, als A.J. Foyt die #14 übernahm der immerhin in seiner Karriere schon vier mal in Indy gewinnen konnte. Es folgten verschiedene Fahrer wie Terry Labonte, Ron Hornaday, Jr. und Larry Foyt, bis 2006 Sterling Marlin die Nummer seines Vaters übernahm und sie bis Ende des letzten Jahres fuhr. Jetzt also Tony Stewart, dessen Sponsoren Office Depot und Old Spice heißen werden. Gibt es wenigstens keine Probleme mit den Farben, denn beide Marken sind rot.

- Reed Sorenson wird wohl seinen Vertrag bei Ganassi wohl verlängern. Etwas verwunderlich, denn so richtig konnte der 22jährige dieses Jahr nicht beeindrucken.

- Die Strafe gegen das DEI Team und Truex wird nicht verändert. Es werden ihm und dem Team jeweils 150 Punkte abgezogen, dazu die 100.000 $ Strafe und eine sechswöchige Sperre für den Crewchief. Damit schwinden die Chancen auf den Chase gewaltig.

- Budweiser bleibt Sponsor für das “Bud Shootout” zum Start der Saison.

Und sonst?
Uwe “Ich-hab-Dich-Auf-Meiner-Liste” Alzen fährt bei den 24 H von Spa (03.08) bei der FIA GT mit. Nein – nicht in einem Porsche. Das Phoenix Team setzt ihn in eine Corvette für die GT1 Klasse. Da wird er sich vor allem freuen, dass die Corvette vorne nicht so einen blöden Wasserkühler wie die Porsche haben. Ob die Gegner davon begeistert sind, wird man dann noch sehen müssen. (Ich meine: Alzen! In einer Corvette! Da wird sich die LMP2 aber warm anziehen müssen *scherz* )

23.07.2008

Aufz. 12:00 Uhr GP 2 Hockenheim Premiere
Aufz. 16:50 Uhr F1 Hockenheim Premiere
Aufz. 18:20 Uhr Dutch Supercar Hockenheim MotorsTV
Aufz. 19:10 Uhr Belgian GT Spa MotorsTV
Aufz. 19:40 Uhr GT Open Estoril MotorsTV
Aufz. 19:50 Uhr IRL Mid-Ohio Premiere

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DTM – Rennen & Quoten / NASCAR – Busch, Busch, Busch / WTCC – Es wird besser / Bitte um Infos

Da ich a) in der DVB-T Diaspora meiner Freundin hänge und ich b) ein Familienfest am Wochenende hatte, hab ich dementsprechend wenig gesehen. Keine F3, keine ALMS, NASCAR nur den Anfang und keine IRL.

DTM – Zandvoort
Ich hab am Wochenende einen anonymen Hinweis bekommen, dass der Einstieg von Citroen in die DTM ab dem Jahr 2009 beschlossen sein soll. Angeblich bauen die Franzosen einen Protoypen, dessen Modell auch schon im Windkanal stehen soll. Ich kann den Hinweis logischerweise nicht verifizieren, die Mail klang aber recht ernsthaft. Auf der anderen Seite lohnt sich vermutlich kein Einstieg im nächsten Jahr, da es ab 2010 ja ein neues Regelement in Sachen Chassis geben soll. Würde mich sehr überraschen, wenn die Franzosen sang- und klanglos die Rally-WM schon 2009 verlassen.

Zum Sport. Ein eher eintöniges Rennen – jedenfalls vorne. Das sich die Audi nicht in die Kiste fahren würden, war eh klar und nach dem zweiten Boxenstopp passierte dann auch gar nichts mehr. Aber zu sagen, dass das Rennen besonders schlecht gewesen ist, wäre jetzt auch unfair. Dafür gab es dann doch sehr viele enge Zweikämpfe im hinteren Teil des Feldes. Dass wenig überholt wurde – nunja, die Strecke gibt halt nicht so viel her und dazu kommt die Aerodynamik der modernen DTM Fahrzeuge. Man konnte es hier und da immer mal wieder sehen, wie leicht die Vorderachse wurde, wenn man zu dicht auffuhr. Da mag man am Anfang der Kurve nah dran sein, am Ende ist man wieder ein paar Meter weg. Wie soll man da in einer Serie überholen, deren Fahrzeuge ja durchaus nah beieinander liegen in Sachen Performance?

In den Kommentaren bekam die DTM auch mal wieder ihr Fett weg. Langweilig. Eintönig. Zu wenig Konkurrenz. Keine richtigen Rennen. Ich kritisiere die DTM auch gerne, bin aber weiter Meinung, dass die Basis der Fahrzeuge eigentlich nicht schlecht ist. Sie sehen gut aus, die V8 sind die richtigen Motoren und das Fahrerfeld ist ja nun auch nicht schlecht. Das Problem der DTM ist halt, dass sie nicht von einem Sportverband gegründet wurde, sondern von den Herstellern selber. Ich plädiere seit Jahren dafür, dass man die DTM auch für “freie” Teams aufmacht und eine Semi-Werksunterstützung zulässst. Das allein würde schon mehr Pfeffer in die Sache bringen. Klar ist aber auch, dass die aerodynamische Entwicklung der Wagen dringend zurück geschraubt werden muss. Nicht nur, weil die Rundenzeiten so schnell geworden sind, sondern auch, weil man nicht mehr überholen kann. Man wird die Aerodynamik nicht komplett abstellen können, aber in der WTCC und in der BTCC sieht man, dass es möglich ist, sich auch in langgezogenen Kurven ansaugen zu können. Genau da muss die DTM auch wieder hin.

Jens Schröder, Medienanalyst beim neuen Portal meedia.com war so freundlich mir mal die Einschaltquoten der DTM vom Wochenende zu geben. Die Zahlen fand ich etwas ernüchternd. Insgesamt haben 1.15 Millionen Zuschauer (9.7% Marktanteil) das Rennen gesehen. In der Zielgruppe der 14-49jährigen waren nur 430.000 Zuschauer (7.8%). Nun ist das Rennen eine Stunde vor der normalen Uhrzeit gestartet, und die Marktanteile der anderen Rennen waren deutlich besser:

1. Rennen: 13,4% / 11,7%
2. Rennen: 13,5% / 10,6%
3. Rennen: 13,2% / 13,2%
4. Rennen: 11,0% / 9,0%
5. Rennen: 10,9% / 10,2%
6. Rennen: 9,7% / 7,8%

(Quelle: Jens Schröder)

Der Sommerknick ist klar zu sehen. Aber 430.000 Zuschauer – das ist eine Zahl, die ich der NASCAR in Deutschland durchaus auch zutraue. Leider hat Premiere ja nie Zahlen rausgerückt, aber dass, was ich gehört habe, lag auch im sechstelligen Bereich. Für eine Serie aus den USA, die hier kaum einer kennt und die im Pay-TV lief. Kann sich jeder selbst seinen Reim draus machen.

WTCC – Estoril
Zwei wirklich gute Rennen der WTCC. Irgendwie scheint zur Mitte der Saison der Knoten geplatzt zu sein in der Serie. Schon die Rennen in Brünn waren teilweise richtig gut und auch auf der nicht leichten Strecke von Estoril ging es richtig zur Sache. Man tauschte viel Lack und etliche Außenspiegel aus, es wurde angeklopft, gedrückt und insgesamt sehr hart gefahren, ohne dass es zu ruppig wurde. Auch wenn die Seat mal wieder gewonnen haben und die Meiterschaft dominieren, stört das in Estoril nicht. Die Rennen machen Spaß und es ist der FIA endlich gelungen, fast alle Hersteller auf ein Niveau zu bringen. Wirklich zwei gute Rennen und man darf sich wohl jetzt schon auf den Auftritt in Brands Hatch freuen.

NASCAR – Chicago
Wenn man denn Kyle Busch wird schlagen können, dachte ich mir so vor dem Rennen, dann wohl eher auf den 1.5 Meilen Ovalen. Denn da sah er dieses Jahr noch nicht so gut aus, sieht man mal von seinem Sieg in Atlanta ab. Aber die “Offenen Kyle Busch Meisterschaften” gehen wohl weiter. Seine Statistik ist schon beängstigend gut. Im Cup hat er sieben der 19 Rennen gewonnen und von den etwas mehr als 5000 Runden Renndistanz hat er über 1000 geführt. In der NW hat er fünf Siege, in der CTS zwei. Macht 14 Siege in drei unterschiedlichen Rennklassen. Kann man sich kaum vorstellen und übersetzt man wohl besser so: Das wäre so, als hätte Hamilton vier Rennen in der F1, drei in der GP2 und so nebenbei noch zwei in der F3 in einer Saison gewonnen. Unglaublich. Und es scheint wirklich am Fahrer zu liegen, denn weder Hamlin noch Stewart sind in der Lage zu folgen. Die Frage ist halt – wer soll ihn stoppen und wie lange hält sein Glück an?

Für die NASCAR sind solche Strecken meist eher schwierig. Wenn einer, wie im letzten Jahr mit Jimmie Johnson, einfach alles in Grund und Boden fährt, ist das nicht gut für die Einschaltquoten. Im letzten Jahr hatte man wenigstens noch Jeff Gordon, der dagegen gehalten hat, aber in diesem Jahr? Dass Kyle Busch ein grandioser Fahrer ist, das bezweifeln mittlerweile nicht mal mehr diejenigen, die ihn abgrundtief hassen. Letztlich macht er halt dass, was die Fans eigentlich gerne sehen wollen. Immer quer, immer volles Rohr und seine Aktionen, wie die gegen Jimmie Johnson beim Restart am Wochenende sind haarscharf an der Grenze der Fairness. Die NASCAR könnte sogar wunderbar mit einer noch längeren Siegesserie klar kommen, wenn es denn einen Gegner geben würde, der ihm Paroli bieten kann. Wenn man also ein Szenario hätte wie in den 80ern, als Darrell Waltrip (ebenfalls damals sehr unbeliebt) sich mit Dale Earnhardt auseinandersetzte. Aber der ist einfach nicht zu sehen. Carl Edwards, Kasey Kahne, Junior, Jeff Burton, Jimmie Johnson – sie alle scheinen in diesem Jahr keine Chance zu haben außer Kyle Busch hat mal einen schlechteren Tag.

Gut – durch ist Kyle Busch noch lange nicht. Der Chase hat ja bekanntermaßen seine eigenen Gesetze und selbst wenn er mit 100 Punkten Vorsprung rein geht, heißt das noch lange nicht, dass er am Ende auch gewinnen wird. Im Chase wird noch mal eine Ecke härter gefahren und da könnte sich schnell rächen, dass er im Verlaufe der Saison ein wenig zu viel ausgeteilt hat. Die Toyota Teams werden sich auf Kyle Busch konzentrieren, bei Chevy wird es wohl zu nächst Junior sein, aber hier kommt hinzu, dass sehr viele Chevy Teams im Chase sind, während man bei Toyota die Meisterschaft wohl eher ungern an Tony Stewart geben möchte.

Diverse News
- Paul Tracy wird in die IRL zurückkehren. Wie man hört, soll er in Edmonton für Walker Racing an den Start gehen. Angeblich arbeitet IRL Besitzer Tony George seit einigen Wochen mit Hochdruck daran, für Tracy ein Sponsorenpaket und ein Team zu finden.

- Santander, eine spanische Bank und einer der Hauptsponsoren von McLaren, soll angeblich beschlossen haben, ab 2010 zu Ferrari zu wechseln. Das ist ein weiterer Hinweis, dass Alonso zu den Italienern wechseln wird. Mein Bauchgefühl sagt mir weiterhin, dass der Spanier schon 2009 für die Roten an den Start gehen wird.

Diverse News
Nachtrag zum gestrigen Eintrag über das Verhältnis zwischen Journalisten und der Motorsportindustrie. Zum einen gibt es bei Allesaussersport einen weiterführenden Artikel, der sich mit anderen Bereichen des Sports auseiandersetzt, zum anderen hat hier “NoteMe” einen Hinweis auf die Webseite von Premiere Moderator Peter Lauterbach gegeben. Da kann man sehen, dass der Einspieler der “Post Speed Academy” der neuerdings immer bei den F3 Euro Rennen gezeigt wird, ausgerechnet von der Produktionsfirma von Lauterbach erstellt wird. Nun hat Lauterbach nichts mit der F3 zu tun, von daher gibt es da auch nichts zu beanstanden, außer vielleicht der Tatsache, dass die Nachwuchsfahrer ausgerechnet auch von den Premiere Moderatoren/Redakteuren geschult werden, die sie dann später mal interviewen. Das hat schon einen eher faden Beigeschmack, aber auch hier gehe ich einfach mal davon aus, dass die Grenzen einigermaßen gewahrt bleiben. Wer soll den Nachwuchsfahrern denn sonst in Interviews schulen, wenn nicht Leute vom Fach. Das bedeutet ja nicht, dass man in Zukunft keine kritischen Fragen stellt.

Etwas erstaunter war ich dann aber über die Tatsache, dass es offenbar Lauterbachs Firma ist, die für die DTM das IPTV produziert/bereitstellt. Sehr unwohl wurde mir, als ich zusätzlich in der Referenzliste sah, dass seine Firme ebenfalls für BWM Motorsport und Mercedes tätig ist. Da frage ich mich schon, wie man kritische Fragen an BMW Motorsport-Chef Mario Theissen stellen kann, wenn man gleichzeitig an anderer Stelle Auftragnehmer zumindest war oder auch noch ist. Man braucht schon “ball of steels” wenn man eine Firma mit Angestellten hat, und gleichzeitig einen Kunden kritisch befragen möchte.

Ich möchte Lauterbach gar nicht unterstellen, dass er unsauber arbeitet. Wie gestern schon mal erwähnt, wäre es auch irrsinnig anzunehmen, man würde nach einer gewissen Zeit nicht Teil der Szene, in der man arbeitet. Und natürlich gehören dazu auch geschäftliche Verbindungen dazu. Die Frage ist halt immer, wie man damit umgeht, wie weit man seinem Kunden gegenüber klar macht, dass dies der eine, und das der andere Job ist. Immerhin hat Premiere ein aus den Verbindungen resultierendes, mögliches Problem dadurch gelöst, dass man Keke Rosberg engagiert hat, der ja bekanntermaßen kein Blatt vor den Mund nimmt. Aber ein wenig erinnert mich das doch schon an die Vermischung journalistischer Berichterstattung mit eigenen geschäftlichen Interessen, die im Radsport-”Journalismus” in den letzten Jahren aufgetaucht sind.

Aber das Thema interessiert mich jetzt noch etwas mehr. Wer noch Hinweise hat, der kann sie gerne zusenden. Ich behandle das anonym.

14.07.2008

Aufz. 16:30 Uhr   F3 Euro   Zandvoort   Premiere
Aufz. 16:35 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 17:30 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 18:30 Uhr   Porsche Cup   Zandvoort   Premiere
Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere
Aufz. 20:45 Uhr   IRL   Nashville   Premiere
Aufz. 22:45 Uhr   Porsche Cup   Zandvoort   Premiere
Aufz. 23:30 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere

15.07.2008

Aufz. 10:30 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 17:45 Uhr   NASCAR   Atlanta   Premiere
Aufz. 18:45 Uhr   Formel Eins   Silverstone   Premiere
Aufz. 20:05 Uhr   GT3/GT4   Oschersleben   MotorsTV
Aufz. 20:45 Uhr   GP2   Silverstone   Premiere
Aufz. 21:00 Uhr   ALMS   Lime Rock   MotorsTV
Aufz. 22:45 Uhr   British GT   Thruxton   MotorsTV
Aufz. 23:35 Uhr   British F3   Thruxton   MotorsTV

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Vorschau Wochenende / F1 Monaco / Indy 500 / NASCAR Charlotte / 24 H Nürburgring

Die Vorschau aufs Wochenende inkl. Termine gibt schon mal heute, da ich morgen ins Flugzeug steige und in die USA entschwinde. Ich gönne mir mal drei Wochen Urlaub. Und damit ist das auch ein Urlaub bleibt, werde ich auf die täglichen Updates wohl größtenteils verzichten. Ob ich die Wochenendvorschauen hinbekomme, weiß ich noch nicht, das hängt vom Wetter und den Unternehmungen ab, die ich so vorhab. Dooferweise ist die NASCAR mal wieder nicht da, wo ich gerade bin, aber um wenigstens ein bißchen US-Sport zu bekommen, werde ich mir wohl ein Baseball Spiel ansehen.

F1 – Monaco
Der Grand Prix der Superlative. Nirgendwo ist es enger, nirgendwo zerhaut man sich das Auto schneller, nirgendwo kann man noch weniger Überholen, nirgendwo ist es so gefährlich, nirgendwo gibt es mehr Prominenz. Der GP von Monaco ist ein Anachronismus. Man weiß schon vorher, dass es ein vermutlich sehr ereignisarmes Rennen werden wird, aber irgendetwas merkwürdiges passiert dann doch. Und es gibt kaum einen GP, der so viel Geschichten geliefert hat, wie der von Monaco. Schumacher vs. Montoya im Tunnel, Senna, der den Wagen wegwirft, Oliver Panis, der als völlig überraschend gewinnt, Stefan Bellof, der das Formel Eins Rennen seines leider sehr kurzen Lebens fährt, die legendären Abstürze des halben Fahrerfeldes, wenn James Hunt in den 70er in der “TipTop-Bar” feierte und, und und. Man könnte seitenweise schreiben.

Dieses Wochenende also ein neues Kapitel – und keiner weiß, wer am Ende vorne sein wird. Die Ferrari schwächeln etwas in der Quali, bei McLaren weiß man nicht, ob man aus den Kurven gut rauskommt, die Renault sind beim quasi Heim GP nicht zu unterschätzen, BMW sagt laut, dass man in diesem Jahr entweder hier oder in Montreal gewinnen kann, Williams und Red Bull liegen auf der Lauer. Das Feld ist so eng zusammen, dass man absolut nichts sagen. Aber es gibt vier Fahrer, denen der Kurs besonders liegen sollte: Raikkönen, Alonso, Heidfeld und Rosberg. Alle vier zeichnet eine ziemlich ruhige und sehr gleichmäßige Fahrt aus, und damit haben sie gegenüber einem Hamilton oder einem Kubica, die dazu neigen, den Wagen in die Kurve zu wuchten, einen leichten Vorteil. Klar ist – die Quali ist der wichtigste Teil des gesamten Wochenendes. Man fährt hier nicht von Platz 12 auf Platz 1, es sei denn, es regnet.

Das Rennen in Monaco ist mit Sicherheit der Höhepunkt der Saison. Schräger, gefährlicher und aufregender wird es nicht mehr werden.
Nicht vergessen: Das Freie Training ist schon am Donnerstag!

Indy 500
Und noch ein Klassiker, der gleich hinter kommt. Das Indy 500 ist als Rennen noch älter als der GP von Monaco und für die Amis ist ja normalerweise alles “alt” was zehn Jahre auf dem Buckel hat. Dieses Jahr gibt es aber schon die 92ste Ausgabe der Rennschlacht auf dem “Brickyard”. Dementsprechend ist alles, wirklich alles Tradition. Ein Rennen ohne einen Foyt, Andretti oder Unser? Undenkbar. Der riesige Pokal, den man nicht mitnehmen darf. Die Milch nach dem Rennen für den Sieger. Die wahnsinnigen Unfälle. Die völlig abgedrehte Geschwindigkeit.

Dabei fährt man in Indy nicht mal “flat out”. Wenn der Wagen vollbetankt ist und die Strecke frisch, muss man lupfen. Manche Fahrer schalten sogar einen Gang runter, damit die Drehzahl nicht zu sehr in den Keller fällt. Der Rundenschnitt liegt so bei 215 bis 220 mp/h, was ca. 350 km/h sind. Und das 500 Meilen lang. Ein winziger Fehler am Lenkrad, ein kleines Teil auf der Strecke, ein Reifen, der minimal Luft verliert – und schon geht es ab in die Mauer. Die haben zwar auch die “Safer Wall”, aber nicht um den ganzen Kurs rum, was ich gerade in Indy absolut nicht verstehe. Wenn die Wagen in die Mauer krachen, machen sie das meist nicht nur einmal. Manchmal drehen sich noch mal rein, manchmal schlagen sie mehrere hundert Meter an der Wand entlang. Einen wirklich schweren Unfall hat es in Indy länger nicht mehr gegeben, aber ernsthaft – das war reines Glück. HANS System hin, besseres Monocoque her – Verletzte sind beim Rennen eigentlich einkalkuliert und die IRL schrammte im letzten Jahr mehrfach an massiven Katastrophen vorbei. Aber wir wollen das Beste hoffen. Und vor allem, dass das Rennen auch die 500 Meilen erlebt und nicht wegen Regens oder anderer Dinge verkürzt wird.

In der ellenlangen Quali war schnell klar, dass die Ganassi Piloten dieses Jahr ziemlich gut aussehen. Obwohl man bei so einem langen und schnellen Rennen meinen sollte, dass Überholen hier kein Problem ist, ist es genau die Geschwindigkeit, die das Überholen so schwer macht. Die Kurven haben mit 9° einfach zu wenig Überhöhung um dort auf zwei Linien gleichwertig unterwegs zu sein und die Wagen selber sind meist relativ gleichschnell. Man kommt nur vorbei, wenn man sich vor Turn 1 oder Turn 3 auf die Innenlinie gesetzt hat und auf gleicher Höhe ist. Alles andere kann man vergessen. Kein Wunder, dass der größte Teil der bisherigen Sieger aus den ersten beiden Startreihen kam. Und da beide Ganassi vorne sind, kann man sich deren Gewinnchancen ausrechnen. Aber das Rennen ist lang, Fehler passieren schnell und oft ist es am Ende ein reines Lotteriespiel mit dem Sprit. Es gab schon Fahrer, denen in den letzten zwei Runden der Spirt ausgegangen ist, es gab Fahrer, die unglücklich beim Überrunden abgeschossen wurden, es gab auch welche, die erst 200 Meter vor der Zíellinie überholt wurden.

NASCAR – Coca Cola 600
Zweites Rennen der NASCAR auf dem Lowe`s Speedway und zu dem das längste des gesamten Jahres. Weil man in Indy am gleichen Tag 500 Meilen fährt, hat man sich bei der NASCAR schon vor längerer Zeit gedacht, dass man das toppen müsse. Also geht es 600 Meilen lang im Kreis. Ganz ehrlich – das ist zu viel. Ich hab noch kein 600er Rennen gesehen, dass zwischen der 100 und der 350 Runde nicht öde gewesen wäre und wo nichts passierte. Warum auch – das Rennen wird in den letzten 50 Runden entschieden, vielleicht, wenn die Cautions ausblieben, etwas früher. Daher gilt hier die alte Weisheit: Rennposition ist alles. Wer in den Top 10 ist, kann dass Rennen bis zum Ende gemütlich nach Hause schaukeln. Also Spirt sparen, Reifen und Motor schonen so gut es geht. Keine Komponenten, die ein Rennen spannend machen. Dazu kommt, dass das CoT stabiler zu fahren ist und der relativ neue Belag der Strecke mehr Grip bietet. Selbst im All-Star Rennen gab es nicht eine einzige Caution, dabei gilt das kurze Rennen eigentlich als Crash-Magnet. Der Rekord für Gelblichtphasen stammt aus dem Jahr 2004, als man 22 mal Gelb warf und von den 400 Runden rund 100 hinter dem Pacecar rum schlich. Wie auch immer – nach dem GP von Monaco und dem Indy 500 folgen also noch mal gut und gerne vier Stunden Rennen. Manchmal auch fünf.

Das All-Star Rennen hat dann auch schon mal gezeigt, wen man vorne sehen wird. Roush/Fenway mit Edwards und vor allem Biffle, die gesamte Gibbs Mannschaft, Junior, und vielleicht auch den ein oder anderen Dodge, obwohl ich die, trotz des Sieges von Kasey Kahn, nicht so wirklich vorne sehe. Wichtig fürs Rennen: die Strategie. Der Rennausgang hängt massiv davon ab, wie gegen Ende die Cautions kommen. Gibt es in den 50 Runden nur eine, ist eh wurscht, kommt aber sechs Runden vor Schluss noch eine, dann ist die Frage, was man macht. Alle Reifen? Zwei Reifen? Keine Reifen? Nach dem All-Star würde man dazu neigen, gegen Ende keine neuen Reifen mehr zu nehmen, weil man offensichtlich gut und gerne 50 Runden fahren kann, ohne dass man viel Grip verliert. Beide Rennen sollten ungefähr zur gleichen Zeit zu Ende gehen, aber wenn das Rennen gut läuft, könnte es auch sein, dass man eine halbe Stunde früher fertig ist. Und was eine halbe Stunde in Sachen Streckentemperatur, Reifendruck usw. anstellen kann, hat man bei Greg Biffle gesehen. Innerhalb von 20 Minuten ging bei ihm nichts mehr, wo er vorher noch die schnellsten Runden abgeliefert hatte.

Es wird also ein eher anstrengendes Rennen in Charlotte. Eins, für dass Fahrer und Zuschauer viiieeel Geduld benötigen.
Nicht vergessen: Das Freie Training ist auch bei der NASCAR schon am Donnerstag!

24 H Nürburgring
Eigentlich wollte ich dieses Jahr mal wieder am Ring sein – aber gegen Urlaub wehre ich mich auch nicht. Dabei sind die 24 H am Ring etwas ganz besonderes. Es gibt wohl, vielleicht mal abgesehen vom Rennen in Spa, keins, was atmosphärisch derartig dicht ist, wo man so viel Spaß haben kann und wo man ohne viel nachzudenken einfach mal Fan sein darf. 200.000 Menschen an der Strecke, Grillwürstchen, viel Bier und ein Starterfeld, das es so nur einmal gibt. Klar – vorne blasen die Favoriten rum, aber um die geht es doch eigentlich nicht. Es geht um die kleinen Teams und vor allem die Exoten. Neben unzähligen Porsche und BMWs findet man in der Starterliste (pdf) einen Audi R8, einen Holden Commodore aus der australischen V8 Supercar Serie, einen Volvo S60, zwei Gallardo, einen steinalten Mercedes 190 Evo II, den üblichen Opel Manta, einen neuen Fiat 500 und einen Ford Mustang GT. Es wird also laut, sehr sehr laut am Ring.

Das Rennen selber ist dabei allerdings nicht ungefährlich. Die Tücken der Nordschleife sind bekannt, aber es sind vor allem die enormen Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Porsche, Aston Martin und BMW Z4 zu den Suzuki Swifts, Fiestas usw. die vor allem bei Dunkelheit brandgefährlich sind. Es gab in den letzten Jahren nur wenig schwere Unfälle, auch weil man wohl das Fahrerbriefing verschärft hat, und die Teams die Heckscheibe nicht komplett zukleben dürfen, wie das noch bis vor ein paar Jahren der Fall war. Die Überrundungsmanäver sind für vor allem für die mittelschnellen Teams mächtiger Stress. Wer vorne wegblasen kann, muss nicht nach hinten schauen, wer in einem Fiesta sitzt wohl weniger nach vorne. Aber die Astras und vielen BMWs aus der Mittelklasse müssen andauernd alles im Auge behalten. Keine leichte Sache.

Ein ganz, ganz großes Kompliment muss man dem ADAC schon mal vorweg machen. Nachdem man im letzten Jahr ziemlich überraschend einen Livestream ins Netz stellte, der 24 Stunden lang Livebilder sendete und die Zuschauer über den Streckenkommentar unterhielt, hat man in diesem Jahr noch eine Schippe drauf gelegt. Obwohl 2007 kaum angekündigt, brach der Stream ziemlich flott zusammen, weil die halbe Welt zuschauen wollte. In diesem Jahr hat man wieder zwei Streams. Einen “normalen” und einen, der offenbar an einer armdicken Leitung hängt. Der “Premiumstream” soll nur abrufbar sein, wenn man über eine DSL Verbindung verfügt, die mindestens (!) 2 MB hat. Es dürfen dann wohl gerne 6 MB sein, damit man nebenbei noch was anderes machen kann. Ob der “Premiumstream” kostenlos ist, kann ich nicht sagen. Alle Infos gibt es auf der HP vom Rennen unter http://adac.24h-rennen.de.

Und sonst?
Im Rahmenprogramm der F1 sind unterwegs: GP2, Porsche Supercup. GP2 fährt wohl schon am Freitag, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich wünsche allen viel Spaß mit einem der schönsten Rennsportwochenenden des Jahres.

22.05.2008

LIVE 09:55 Uhr Formel Eins Monaco 1. FT Premiere, DSF Wdh: 12:25, 19:00 h
LIVE 13:55 Uhr Formel Eins Monaco 2. FT Premiere, DSF Wdh: 19:30 h
LIVE 19:00 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s Training   SpeedTV
Aufz. 20:00 Uhr Formel Eins Monaco FT DSF
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Training   SpeedTV
LIVE 00:00 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s Training   SpeedTV

23.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Quali   SpeedTV
Aufz. 10:00 Uhr Formel Eins Monaco 1. FT Premiere
Aufz. 13:40 Uhr Formel Eins Monaco 2. FT Premiere
LIVE 17:00 Uhr   IRL   Indy 500   ESPN 2 Pit Crew Challenge, Indy Light
LIVE 18:30 Uhr 24 H Nürburgring FT DSF
LIVE 22:30 Uhr 24 H Nürburgring FT DSF

24.05.2008

LIVE 10:55 Uhr Formel Eins Monaco 3. FT Premiere Wdh: 12:45 h
LIVE 13:45 Uhr Formel Eins Monaco Quali Premiere, RTL Wdh: 17:20 h
LIVE 14:30 Uhr 24 H Nürburgring DSF
Aufz. 15:25 Uhr GP2 Monaco 1 Premiere
LIVE 15:55 Uhr GP2 Monaco 2 Premiere Wdh: 18:45 h
LIVE 19:00 Uhr   NASCAR CTS   Mansfield   SpeedTV
LIVE 18:30 Uhr 24 H Nürburgring DSF

25.05.2008

LIVE 01:30 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s   ESPN 2
LIVE 08:45 Uhr 24 H Nürburgring DSF
LIVE 09:40 Uhr Porsche Supercup Monaco Premiere
LIVE 11:00 Uhr 24 H Nürburgring DSF Bis zum Schluß
LIVE 12:30 Uhr Formel Eins Monaco Premiere, RTL
LIVE 17:45 Uhr   Indy 500   Indianapolis   Premiere, ABC
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Monaco DSF
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR Raceday   Lowe’s   SpeedTV
Aufz. 21:30 Uhr Formel Eins Monaco FT DSF
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s   FOX

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NASCAR – All-Star / DTM – Eurospeedway / FIA GT – Monza / ALMS – Salt Lake / BTCC – Thruxton / WTCC – Valencia

NASCAR – All Star
Das 24. All-Star-Race, früher mal unter dem Namen “The Winston” bekannt, steht vor der Tür. Wie der Name schon andeutet, sind bei diesem Rennen nicht alle Fahrer des Sprint Cups startberichtigt. Die 24 Startplätze in diesem Jahr, setzen sich wie folgt zusammen: Man muss in diesem oder im letzten Jahr einen Sieg errungen haben, oder in den letzten 10 Jahren das All-Star gewonnen haben, oder ein Cup Champion in den letzten 10 Jahren gewesen sein. Dazu kommen noch zwei Starter, die im Qualifikationsrennen (Sprint Open) die beiden ersten Plätze belege plus ein weiterer, der von den Fans in das Rennen per Abstimmung gewählt wird. In den letzten Jahren war das eigentlich immer. Das ergibt dann folgende Startetliste:

#29-Kevin Harvick
#17-Matt Kenseth
#48-Jimmie Johnson
#18-Kyle Busch
#31-Jeff Burton
#24-Jeff Gordon
#5-Casey Mears
#1-Martin Truex Jr
#99-Carl Edwards
#42-Juan Pablo Montoya
#11-Denny Hamlin
#26-Jamie McMurray
#20-Tony Stewart
#2-Kurt Busch
#07-Clint Bowyer
#16-Greg Biffle
#12-Ryan Newman
#43-Bobby Labonte
#44-Dale Jarrett
#8-Mark Martin
#88-Dale Earnhardt Jr.

+ 2 aus der Quali + 1 Fanvote

Die Quali für das Rennen ist aber an diesem Wochenende etwas anders. Und zwar kompliziert. Es gibt im Prinzip zwei Qualis und ein Quali Rennen. Die nicht gesetzten Fahrer sind in der normalen Quali unterwegs. Zwei Runden, schnellste Zeit, Feierabend. Das ist aber nur deren Quali für das Quali-Rennen, was rund 90 Minuten vor dem All-Star-Rennen stattfindet. Es besteht aus zwei Segementen á 20 Runden. Wer hier dann die beiden ersten Plätze belegt, der darf im All-Star-Rennen mitfahren. Der Rest muss zuschauen. Die Top35 Regel gilt hier nicht!

Die Quali der gesetzten Fahrer funktioniert anders als sonst. Man fährt drei Runden und muss einen Boxenstopp einlegen, bei dem alle vier Reifen gewechselt werden. Es zählt dann die Gesamtzeit der ganzen Sache. Wer die Pole holt, gewinnt 50.000 Dollar.

Irgendwann gibt es dann auch mal ein Rennen, das am Samstagabend (bzw. hier Sonntagnacht) stattfindet. Ähnlich wie beim Budweiser Shootout in Daytona, ist das Rennen in vier Segmente unterteilt, die jeweils 25 Runden lang sind. Zwischen Segement 1 und 2 gibt es Caution, die von den Teams für einen Boxenstopp genutzt werden kann, aber nicht muss. Zwischen 2 und 3 gibt es eine 10minütige Pause, in der die Teams am Auto arbeiten können. Zwischen 3 und 4 gibt es einen Pflichtboxenstopp, also einen “Splash ‘n dash”. Am Ende hat einer gewonnen und ist um die freundliche Summe von 1 Millionen Dollar reicher.

Zum Speedway:
Das Lowe’s Motorspeedway (früher mal Charlotte Motor Speedway) ist ein schönes 1.5 Meilen Oval mit 24° Banking. Irgendwie laufen die Rennen hier immer etwas anders, als auf den anderen 1.5 Meilen Ovalen, für die die Strecke in Charlotte Pate stand. Das mag am etwas ruppigen Übergang der Kurven auf die Gerade liegen, die nur 5° überhöht sind. Wie in Darlington ist hier die Mauer der beste Freund der Fahrer. Die Schüssel ist zu dem riesig. Knapp 170.000 Zuschauer passen auf die Tribünen, dazu noch einmal 50.000 ins Infield. An den kommenden beiden Rennwochenden (das Coca-Cola 600 findet hier in 10 Tagen statt) quetschen sich also fast eine halbe Millionen Menschen ins Oval.

Das letztjährige All-Star-Rennen war abwechslungsreich. Die Fahrer kennen spätestens ab dem dritten Segment keine Verwandten mehr, was die Busch Brüder 2007 eindrucksvoll unter Beweis stellten, als sie sich gegenseitig abschossen. In den letzten Jahren waren Jeff Gordon und Jimmie Johnson hier ziemlich überlegen, aber in diesem Jahr sieht es bekanntermaßen etwas anders aus. Nach dem Rennen am letzten Wochenende muss man Kyle Busch, Tony Stewart, Danny Hamlin, Carl Edwards, Greg Biffle und eventuell Junior auf der Rechnung haben. Aber das All-Star-Rennen hat eigene Gesetze, weil es nur 100 Runden lang ist und dementsprechend geholzt wird.

Das gesamte Wochenende, inkl. dem CTS Rennen, wird von Speed übertragen und es beginnt heute schon um 15.00 Uhr! Am Samstag geht es von 20.00 Uhr durchgehend bis morgens um 05.00 Uhr. Also vieeeel Popcorn bereit legen.

DTM – Eurospeedway
Der Kurs am Eurospeedway ist gar nicht mal so schlecht. Nachdem man das Infield über Jahre immer mal wieder veränderte, hat man jetzt eine sehr abwechslungsreiche Strecke, die mindestens zwei gut Überholmöglichkeiten bietet. Das wäre zum einen die Links nach Start und Ziel, zum anderen der Ausgang auf die Gegengerade und die nachfolgende Links. In diesem Jahr hat man den Kurs noch mal verändert, weil man den Boxeneingang verlegt hat. Die Fahrer biegen jetzt auf der Geraden in die Boxen ab und kürzen somit nicht mehr die merkwürdige Schikane ab. Aufgrund des Streckenlayouts ist es etwas schwer, einen Favoriten auszumachen. Einerseits geht es recht flott zu Sache, was wohl eher die Mercedes bevorteilt, andererseits gibt es ein paar enge und langsame Ecken, die den Audi wohl gut tun. Das könnte an diesem Wochenende, wo nach den bisherigen Rennen, die Gewichte in den Top-Wagen schön gleichmäßig verteilt sind, eine echt spannende Angelegenheit werden.

Im Rahmenprogramm: Seat- und Porsche Cup, keine F3 Euro. Dafür ein Kartrennen (!). Das Rahmenprogramm der DTM ist echt ein Witz.

FIA GT – Monza
Ein Rennen, auf das ich mich schon sehr freue. Monza ist eine tolle Strecke, die GT Fahrzeuge dort zu sehen ist ein großer Spaß. Auf den langen Geraden wird es schwer werden, die Maserati im Zaum zu halten, aber hoffe doch sehr, dass die Konkurrenz die Sache wieder schön eng macht. Nach dem sehr abwechslungsreichen Rennen in Silverstone, wird es auch wieder richtig zur Sache gehen. Die Serie bietet weiterhin guten und spannenden Motorsport und das DSF überträgt mal wieder live. Beim letzten Rennen überraschte mich der Sender damit, dass man nur wenig Unterbrechnungen reinbrachte und das Rennen so einen schönen Fluss hatte. Ebenfalls unterwegs sind die GT3 und GT4 Wagen, da wird man aber auf die Aufzeichnung bei MotorsTV warten müssen. Weil das FIA GT Rennen zeitgleich mit dem DTM Rennen läuft noch mal der Hinweis auf “Zattoo”. Die haben sowohl das DSF als auch die ARD im Programm.

ALMS – Salt Lake City
Der Miller Motorsport Park ist eine Retortenstrecke, die man mitten in die Wüste von Salt Lake gesetzt hat. Um es gleich zu sagen: der Kurs ist die Hölle. Ein sieben Kilometer langes Geschlängel, flach wie ein Brett, ohne Anhaltspunkte am Streckenrand oder am Horizont. Die Kurven sehen teilweise alle dermaßen gleich aus, dass selbst die Fahrer schon geklagt haben, dass sie sich jede Runde voll konzentrieren müssten, weil sie sonst die Orientierung auf dem Kurs verlieren könnten. Ich bin das Ding mal in einer Simulation gefahren und habe Ewigkeiten gebraucht, um mir die Strecke zu merken. Anders ausgedrückt: Langweiig. Dazu kommt, dass der Kurs dauernd mit Sand bedeckt wird, was die Sache auch nicht eben einfacher macht. Da kann man sich bei der ALMS schon fast bedanken, dass die Rennen nur zwei Stunden lang sind. Die Audi wurden im letzten Jahr von den Porsche gebügelt, aber wie man beim Rennen in St. Petersburg schon gesehen hat, wird das dieses Jahr nicht so einfach. Das könnte an der Spitze also spannend werden zumal die Acura so langsam richtig in Fahrt gekommen sind und in diesem Jahr einfach viel Pech hatten. Das Rennen findet am Sonntagabend statt und wird live von MotorsTV übertragen. Ein gemütlicher Abschluss zum Wochenende.

BTCC – Thruxton
Meine Lieblingsserie auf einer jener Strecken in England, wo man sich fragt:” Hallo?” Eigentlich ist Thruxton ein flaches Oval, dass man mit zwei Schikanen entschäft hat. Das, was im hinteren Teil wie ein Geschlängel aussieht, ist in Wahrheit alles Vollgas. Einfach ist die Strecke aber deswegen nicht. Man muss die Kurven schon ziemlich genau treffen, sonst geht es ab in die Wiese. Wegen des hohen Vollgasanteils ist die Strecke auch nicht ungefährlich. Im letzten Jahr flog ein Porsche im Cuprennen über die Leiplanken und verfehlte zwei höchst überraschte Spaziergänger nur knapp. Es gibt zwei Stellen, an denen es regelmäßig rummst und das sind, wie sollte es auch anders sein, die beiden Schikanen. Einfach mal schon bei der Anfahrt der Wagen auf die Linie achten. Man kann das kommende Desaster schon sehr früh erkennen. Es ist zu erwarten, dass die Seats hier zumindest im ersten Rennen im Formationsflug unterwegs sein werden. Danach bekommen sie eh 47kg ins Auto geladen und die Sache sollte ausgeglichener sein. Das dritter Rennen ist dann das spaßige, wegen “reverse grid”.

WTCC – Valencia
Tja. Die fahren auch. Valencia ist an sich keine schlechte Strecke. Abwechslungsreich, aber leider auch ohne echte Überholmöglichkeiten. Die Piloten greifen dann meist zum Holzhammer, was dementsprechend endet. Und es wieder mal ein Kurs, der den Seats liegen sollte. Die FIA hat nach viel hin und her die Höchstdrehzahl der Diesel auf 4.100 U/min runtergeschraubt, aber bei Chevy und BMW hat man schon enttäuscht abgewunken. Die niedrigere Drehzahl kappt die Höchstgeschwindigkeit, aber nicht die Beschleunigung. Und genau darum geht es in Valencia, wenn man aus den langsamen Ecken raus kommt. Ich erwarte wenig bis gar nichts von den Rennen.

Und sonst?
Beim Indy 500 gibt es am Wochenende den dritten Teil der Quali und am Sonntag den “Bump Day”.

Speed zeigt am Sonntag ab 18.00 Uhr das GrandAM Rennen aus Laguna Seca.

Wegen BTCC Stream – bin mir nicht sicher, wo der zu haben ist. Bitte am Sonntag mal in den Chat schauen. Aber es ist eh ein unfassbarer voller Sonntag mit den Rennen der WTCC, der DTM, der BTCC und der FIA GT, die teilweise alle zwischen 13.00 und 15.00 Uhr laufen.

Indy 500 Quali und Bump Day auf indy500.com

16.05.2008

LIVE 15:00 Uhr   NASCAR CTS   Lowe’s Training   SpeedTV
LIVE 18:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Training   SpeedTV
LIVE 21:30 Uhr   NASCAR CTS   Lowe’s Quali   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Quali   SpeedTV

17.05.2008

LIVE 02:00 Uhr   NASCAR CTS   Lowe’s   SpeedTV
LIVE 12:15 Uhr   Formel Master   Valencia 1   Euro
LIVE 13:30 Uhr   DTM   Eurospeedway Quali   ARD
Aufz. 15:25 Uhr   Seat Leon Cup   Eurospeedway   Premiere
Aufz. 15:45 Uhr   Belcar   Dijon   MotorsTV
Aufz. 16:00 Uhr   WTCC Quali   Valencia  Euro
Aufz. 17:30 Uhr   French GT   Dijon   MotorsTV
LIVE 20:00 Uhr   Indy 500   Indy Quali 3   ESPN 2
Aufz. 19:00 Uhr   Polo Cup   Eurospeedway 1   Premiere
Aufz. 19:30 Uhr   Seat Leon Cup   Eurospeedway 1   Premiere
LIVE 20:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s   SpeedTV Start ca. 00.30h
Aufz. 22:45 Uhr   LMS   Spa   MotorsTV

18.05.2008

LIVE 09:00 Uhr   WTCC Warm Up  Valencia   Euro
LIVE 10:00 Uhr   Porsche Cup   Eurospeedway   Premiere 12:50 H
LIVE 10:00 Uhr   Seat Euro Cup   Valencia   Euro 2
LIVE 11:45 Uhr   WTCC   Valencia 1  Euro 2
LIVE 13:30 Uhr   FIA GT   Monza   DSF
LIVE 13:30 Uhr   BTCC   Truxton   ITV4
LIVE 13:45 Uhr   DTM   Eurospeedway   ARD
Aufz. 13:35 Uhr   Seat Leon Cup   Eurospeedway 2   Premiere 19:30 h
LIVE 14:00 Uhr   Formel Master   Valencia 2   Euro 2
Aufz. 14:00 Uhr   Belcar   Dijon   MotorsTV
Aufz. 14:10 Uhr   ADAC GT Master   Oschersleben   Premiere
LIVE 15:00 Uhr   WTCC   Valencia 2   Euro
Aufz. 15:00 Uhr   GT Open   Valencia   Euro 2
Aufz. 18:00 Uhr   GrandAM   Laguna Seca   Speed
Aufz. 20:00 Uhr   Polo Cup   Eurospeedway   Premiere
LIVE 20:00 Uhr   Indy 500   Indy Bump Day   ABC/ESPN 2
LIVE 21:00 Uhr   ALMS   Salt Lake   MotorsTV, Speed

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F1 – Rennanalyse / NASCAR – Busch-Show / LMS – Spa / A1 – Bild vom neuen Wagen

Wie erwartet legte die F1 in der Türkei keinen Klassiker hin, aber schlecht war das Rennen nicht. Die Kollegen bei Spiegel und Stern sprachen von einem “Langweiler”, aber das würde ich in keinem Fall unterschreiben. Dazu war das Rennen wegen der unterschiedlichen Strategien vorne, aber auch im Mittelfeld einfach zu dich zusammen. Wann hat man in letzter Zeit einen Führungswechsel aufgrund eines Überholmanövers gesehen? Das muss sehr lange her sein.

Lewis Hamilton Die Idee von Mercedes, mal was ganz verrücktes zu machen und eine Drei-Stoppstrategie zu fahren, war zwar etwas vor allem für den Rennstall etwas überraschend, aber ein wenig naheliegend war es schon. Es gibt neben der Türkei nur noch Magny Cours und vielleicht noch Kanada, wo sich eine solche Strategie lohnt, weil man hier sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausfahrt in die Box nur sehr wenig Zeit auf die anderen Wagen auf der Strecke verliert. Man kann es also versuchen und die Sache wäre aufgegangen, wenn Hamilton nicht in der Quali Mist gebaut hätte. Er war auf die Pole angesetzt um als erster aus der Startrunde zu kommen, damit die Idee auch umgesetzt werden konnte. Nur wenn er eine Führung rausfahren hätte… usw. Auf der anderen Seite war McLaren aber dichter an Ferrari dran, als ich es vor dem GP Wochenende erwartet hätte. Barcelona war man noch drei Zehntel von den Italienern weg, in der Türkei war man auf Augenhöhe. Mag an der Strecke gelegen haben, oder an den niedrigen Temperaturen. Kann aber auch einfach sein, dass McLaren was gefunden hat. Offenbar bereitet man ein größeres Aero-Update an, das verriet zumindest Ron Dennis. Meist tauchen aber ein paar Sachen schon vorher am Wagen auf. Wenn McLaren den Schritt gemacht hat, den man sich erhofft, dann wird die WM noch richtig spannend.

BMW hängt dagegen weiter die drei Zehntel dahinter, die man schon seit Bahrain mit sich rumschleppt. Es scheint so, dass die Deutsch/Schweizer die Schlagzahl in Sachen Weiterentwicklung halten können, aber erhöhen können sie sie auch nicht. 2008 Turkish Grand Prix Allerdings braucht man bei drei Zehntel nur mal eine wichtige Entdeckung machen und schon ist man dran. Am Wochenende habe ich mir auch mal die Frage gestellt, ob BMW noch die richtigen Fahrer hat. Heidfeld hat Probleme in der Quali und rutscht immer nur gerade so rein, Kubica kommt im Rennen nicht von der Stelle, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass der Pole mit seinen vierten Plätzen schon alles rausholt. Interessanterweise liegt Heidfeld, der immer zwei oder noch mehr Plätze hinter Kubica startet, dann im Rennen hinter seinem Kollegen. Alles gut und schön – aber richtig aufregend ist das nun auch nicht. Würde mich interessieren, was Alonso aus dem BMW rausholen würde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass BMW einen neuen Fahrer benötigt, um den letzten Schritt nach vorne zu machen.

Hinter den Top-Drei rückt das Feld immer weiter zusammen. Red Bull, Renault, Williams, Honda und Toyota sind alle auf einem fast identischen Leistungsstand. Honda braucht vielleicht noch etwas, aber je nach Strecke werden sie auch wieder weiter vorne sein. Wie eng man zusammen ist, zeigt ein Vergleich der besten Rundenzeiten (ich hab die jeweils schnellsten Fahrer genommen)

Alonso: 1:27,280
Webber: 1:27,630
Rosberg: 1:27,795
Trulli: 1:27,926
Button: 1:27,998

Die Zeit von Alonso sticht etwas raus, wenn man Piquets Zeit nimmt (1:27,867) sieht die Sache schon wieder anders aus. Ab Monoca hat Torro Rosso auch den neuen Wagen, die werden ebenfalls in dem Verein mitmischen. Das sind schon erstaunliche Zahlen und das Paket Webber, Rosberg, Coulthard, Trulli trennten nach 300 km Renndistanz gerade mal 12 Sekunden.

Zusammengefasst: vorne wird es enger, im Mittelfeld ist die Hölle los und in der WM haben noch fünf Fahrer zumindest gute Aussichten auf dem WM-Titel – keine Ahnung, warum das nicht spannend sein soll.

NASCAR – Darlington
Kyle Busch Die offenen Kyle Busch Meisterschaften gehen weiter. Mehr kann man zu dem durchaus sehenswerten Rennen des Sprint Cups vom Wochenende eigentlich nicht sagen, denn Kyle Busch hat im Moment einen richtigen Lauf, auch wenn der Ausfall von Greg Biffle seinen Sieg begünstigt hat. Das liegt nicht mal nur am bärenstarken Toyota Motor, denn wie man sehen konnte hat Teamkollege Hamlin mit dem Wagen durchaus schon mal so seine Probleme. Offenbar ist es so, dass die Busch das CoT einfach besser liegt. Das er im letzten Jahr das Rennen mit dem CoT in Bristol gewinnen konnte, war kein Zufall. Man kann das CoT, wohl deutlich brutaler rannehmen, als das alte Chassis. Durch den Heckflügel verzeiht der Wagen mehr, also kann man auch mehr Übersteuern in den Wagen bringen. Und damit kommt Busch einfach grandios zurecht. An den Kurvenausgängen sieht man kaum einen Fahrer so sehr im Slide wie Kyle. Obwohl man normalerweise sagt, dass so etwas Zeit kostet – bei Busch offenbar nicht. Auch interessant: während Buschs Wagen nach dem Rennen aussah, als hätte er einen mittelschweren Unfall gehabt, war zum Beispiel der Wagen von Gordon fast unberührt. So oft und heftig wie Busch in der Mauer war hätte der Wagen eigentlich komplett verzogen sein müssen. “He’s Houdini man,” sagte Jeff Gordon später, “I can’t tell you how many times he tried to put his car through the wall.”. Selbst wenn sein Spotter und seine Crew ihn anflehen langsamer zu machen – es interessiert ihn nicht.

Sein Auftritt in Darlington war dementsprechend. In der Vorberichterstattung (ich glaub es war Jimmy Spencer, bin mir aber nicht sicher), meinte jemand, das Busch vor lauter Arroganz bald platzen würde. Jeff Gordon meinte in einem Interview, dass er eine andere Seite von Busch kennen würde, die nichts mit der provokanten Art und Weise zu tun habe, die Kyle im Moment an den Tag legen würde. Er sei auch etwas überrascht. Wie sicher er sich fühlt, zeigte er auf der Fahrerpräsentationsrunde. Als er (natürlich) ausgebuht wurde, nahm er die Sonnenbrille ab und wischte sich ein paar imaginäre Tränen ab. Nach dem Motto: “Heult doch das ich euren Junior rausgekickt hab’.”

“Overconfident” – so nennt man das in Englischen und es gibt kein deutsches Wort, mit dem es übersetzen könnte, denn “overconfident” bedeutet auch, dass jemand dabei ist, es zu übertreiben. Die anderen Fahrer sehen Kyle Busch durchaus als das Talent, dass er ist, aber mit 23 ist er auch dementsprechend jung und was wohl einigen Fahrerkollegen so langsam auf die Nerven geht, ist seine sehr überhebliche Art. Letzte Woche geriet er nicht nur mit Junior aneinander, sondern auch mit Steven Wallace, dem er nach dem Rennen ein paar deutliche Worte sagte. Dieses Wochenende war es ausgerechnet Brad Kesolowski aus Juniors Team, mit dem er in einen unglücklichen Crash geriet. Nach dem Rennen meinte er “Next time I’m a lap down and I’ve got damage I’m going to race him like an SOB and wreck him, too.” Wenn einer austeilt, aber nicht einstecken kann, kommt das bei den Kollegen nicht gut an. Jeff Gordon, als mehrfacher Meister der Leithammel der NASCAR Herde, meinte dann auch schon: “He just gets himself into situations, you know, that just follow him. He just needs to accept it.” Keine Drohnung, aber eine Ansage, dass sich was ändern muss. Denn wenn einer zu arrogant durch die Gegend läuft und sich zu viel Feinde auf der Strecke macht, dann bekommt er das meist schnell zu spüren. Im letzten Jahr lief Montoya wie ein aufgeblasener Gockel rum – was zur Folge hatte, dass er auf der Strecke entweder keine Hilfe bei den bump drafts bekam oder einfach in die Mauer geschickt wurde. Ich vermute mal, dass im Fahrerlager die Zahl derjenigen, die darauf warten, Kyle Busch “aus Versehen” mal hinten hinten links oder rechts auf den Kotflügel zu fahren, in den letzten zwei Wochen dramatisch angestiegen ist.

Auf der anderen Seite – Endlich mal nach zwei Hendrick Jahren wieder ein Team, dass Gordon und Johnson den Schneid abkaufen. Endlich mal wieder eine Figur, an der man sich reiben kann. Busch zeigt auch, was der NASCAR in den letzten Jahren gefehlt hat: große Rivalitäten zwischen Teams und Fahrer. Die etwas glattgebügelten Spitzenkräfte wie Gordon, Johnson, Edwards, Kenseth, Harvick und Hamlin waren nicht in der Lage sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Junior hält sich zum Unverständnis vieler Fans auch zurück. Und eigentlich ist es schade, dass Tony Stewart im gleichen Team ist und Montoya im Moment im Dodge wenig Chancen hat. Würde ich gerne mal sehen, wenn Montoya auf Kyle Busch trifft.

LMS – Spa
Kein sonderlich schlechtes Rennen der LMS in Spa, aber weitaus weniger spannend, als ich mir das erhofft hatte. Was einfach daran lag, dass sowohl Peugeot als auch Audi schnell einen Wagen verloren, und auch der Lola-Aston Martin in Probleme geriet. Was beim Audi von Capello los war, weiß ich nicht genau (irgendwas technisches), der zweite Peugeot wurde mit Alex Wurz am Steuer bei einer Überrundung abgeschossen und ziemlich zerstört. Leider war im TV nicht zu sehen, was genau passiert ist. Dr. Ulrich berichtete im Interview, dass Capello ihm erzählt habe, dass er und Wurz an einem Spyker vorbei wollten. Der Audi kam vorbei, der Peugeot nicht. Schade für Alex Wurz, für den das ein guter Test für Le Mans gewesen wäre.

Ansonsten hat sich an der Spitze nur wenig verändert. Die 908 sind einfach deutlich schneller als der R10. MotorsTV Moderator Stefan Heinrich ließ durchblicken, dass man seitens Audi die Franzosen wohl zunächst unterschätzt hatte. Im letzten Herbst/Winter konzentrierte man sich auf den neuen A4 für die DTM und hatte nicht die Zeit für den R10, die man hätte reinstecken müssen. An der Motorleistung liegt es wohl nicht, es ist wohl die ungünstige Gewichtsverteilung, die dem R10 zu schaffen macht. Auf in Sachen Aerodynamik ist der Peugeot besser, aber da darf man auch nicht vergessen, dass der R10 eine Entwicklung aus dem Jahr 2005 ist. Mit einem aufgebohrten 05er Wagen würde man in der Formel Eins auch kein Land sehen. Seitens Audi hoffte man halt, dass die Standfestigkeit es schon richten würde, aber genau daran hapert es bei Audi im Moment auch. Kein Rennen, bei dem nicht ein R10 bisher Probleme gemacht hätte und bei den Franzosen hat man die letzten Kinderkrankheiten wohl mittlerweile im Griff. Le Mans wird noch mal eine andere Sache, aber da geht man auch mit drei Wagen an den Start. Es rächt sich jetzt ein wenig, dass man bei Audi etwas zu sehr gespart hat, aber jetzt kann Audi auch mal zeigen, wie sie mit Konkurrenz umgehen können, nachdem sie in diesem Jahrtausend ja mehr oder weniger allein auf den Strecken unterwegs waren. Kleiner Trost für Audi: in der Herstellerwertung führen sie.

Spannend war es in der LMP2, was leider in der Übertragung etwas unterging. Die Teams von Horag und Van Merksteijn gaben es sich mit den Porsche RS Spyder aber mal so richtig und die Führung wechselte andauernd. Am Ende hatten die Holländer die Nase vor den Schweizern, die aber immer besser in Schwung kommen. Leider ist Horag nicht in Le Mans.

Das gestrige Rennen in Spa war das letzte offizielle Rennen vor den 24 H von Le Mans. Peugeot und Audi werden aber vorher sicher noch mal ausgiebige Tests unternehmen.

Andere Serien
Was war sonst so los?

- Rahmenrennen F1
Die waren eher mehr als weniger langweilig. Die Sache mit dem Hund und Bruno Senna hat mir am Sonntag sowieso das Frühstück verdorben.

- IRL
Pole Day Zwei ist abgesagt worden. Da man weder heute noch morgen fährt, werden die restlichen Pätze am kommenden Wochenende ausgefahren. Die Ex-Champcar Teams sind darüber verstimmt, weil sie sowieso kaum Abstimmungsdaten haben und hinterher fahren.

-A1 GP
Es ist eine erste digitale Version des neuen A1 Wagen seitens der Organisatoren veröffentlicht worden. Und ich muss sagen: ich bin ein wenig enttäuscht. Der alte Wagen war in seiner Wuchtigkeit vielleicht etwas altmodisch, aber er war gut als A1 zu erkennen. Der neue Wagen sieht dagegen halt aus wie ein GP2 Wagen. Man sollte aber auch erwähnen, dass man hier noch nicht das endgültige Design des Wagens sieht, sondern nur einen fast fertigen Entwurf. Vielleicht ändert sich da noch was.

Und sonst?
Wie wahrscheinlich schon bemerkt, habe ich seit heute die Fotos anders eingebunden. Das kleine Javascript, dass die Fotos im Layout groß gemacht hat, verursachte immer mehr Ärger, da es nicht mehr weiterentwickelt wird und mit der 2.5er Version von WordPress nicht so richtig klar kommt. Dafür sind die Fotos jetzt auch etwas größer. Ich kann die Bilder in einem Tab aufgehen lassen (siehe erstes Bild) oder im gleichen Fenster. Sagt mal, was Euch lieber ist. Ich persönlich finde die Variante im gleichen Fenster angenehmer, da man mit dem MouseGestures schnell wieder zurück ist, während man bei einem neuen Tab dies extra schließen muss. Getestet mit Opera 9.5 Beta 2, Firefox 2 und 3 Beta 5, IE 7. Opera und FF gehen mit den Fotos besser um als der IE, der die Bilder in die linke obere Ecke klatscht. Kann ich leider nicht ändern. Safari hab ich noch nicht probiert.

Vorschau aufs kommende Wochenende: NASCAR All-Star Rennen am Samstag, die WTCC wird vermutlich in Valencia langweilen, dafür fährt die DTM auf dem Eurospeedway, die FIA GT in Monza und die ALMS auf dem topfebenen Wüstenkurs in Salt Lake. Und dann fährt noch die BTCC in Thruxton.

12.05.2008

Aufz. 19:15 Uhr   British F3   Croft   MotorsTV
Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR SC   Darlington   Premiere
Aufz. 20:05 Uhr   Dutch Supercar   Nürburgring   MotorsTV
Aufz. 20:15 Uhr F1 Türkei Premiere
Aufz. 23:15 Uhr GP2 Türkei Premiere

13.05.2008

Aufz. 11:55 Uhr GP2 Türkei Premiere
Aufz. 14:00 Uhr   British F3   Croft   MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr LMS Spa Euro 2
Aufz. 18:00 Uhr F1 Türkei Premiere
Aufz. 19:10 Uhr LMS Spa MotorsTV
Aufz. 20:00 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 20:45 Uhr F1 Türkei DSF
Aufz. 22:45 Uhr V8 Supercars Barbagallo MotorsTV

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F1 – Türkei / NASCAR – Darlington / LMS – Spa

Update 10.05.08: Total den Indy Poleday heute und morgen vergessen. Heute geht es von 18.00 bis 00.00 Uhr um die Plätze 1 bis 11, morgen kommen die Plätze 12 bis 22 dran. Die Regeln hatte ich hier schon mal erklärt. Leider wird es schwer die Quali zu sehen, weil es auf ESPN/ABC läuft. Laut dem Kommentar von Prometheus wird die Quali auch auf indy500.com übertragen. Zur Zeit läuft noch (bis 17.00 Uhr) das letzte Training vor der Quali.
—schnipp—

Um es gleich vorweg zu sagen: auch der Kurs in der Türkei ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, dass man hier wie wahnsinnig überholen kann, aber er wegen der engen Kurven im hinteren Bereich der Strecke durchaus für ein paar Überholversuche gut. Aber im Grunde dreht sich bei der Strecke alles um die mittlerweile berühmte Kurve Acht, die jetzt schon, nach nur wenigen Jahren nach dem Bau des Kurses in einem Atemzug mit der Eau Rouge und anderen genannt wird. Die Kurve ist wirklich der Hammer, zumindest mit einem Wagen, der genügend Abtrieb aufbaut. Von außen sieht die Kurve eigentlich nicht so aus, als man sie in einem Zug durchfahren kann, weil sie vier Scheitelpunkte hat. Aber es geht. Und dass, wenn der Tank leer ist, Vollgas. Fehler darf man sich da nicht erlauben. Wer auch nur einen halben Meter neben der Ideallinie liegt, kann es schon vergessen. Die G-Belastung liegt fast während der gesamten Zeit bei 4.5 G, nur am Ausgang wird es etwas besser. Das ist alles sehr spektakulär, aber muss man die Kurve wirklich volles Rohr nehmen? Der Zeitgewinn soll bei ca. einem Zehntel liegen, allerdings gibt es auch Fahrer, die der Meinung sind, dass man gerade auf einer schnellen Runde mit neuen Reifen die Kurve nicht voll nehmen sollte. Denn das was man Grip da aus den Reifen presst fehlt einem später vor allem im langsamen Teil vor Start und Ziel.

Kurve Acht ist sicher atemberaubend, aber die Zeit holt man woanders. Auf der Strecke ist nicht mal ein wahnsinnig hohes Abtriebslevel erforderlich. Ferrari verzichtet in der Türkei auf das Loch in der Nase, dass vor allem der Vorderachse mehr Abtrieb erzeugt. Das ist hier wohl nicht nötig, sondern eher beim Einlenken in die schnellen Kurven eher hinderlich.

Klar ist, dass Ferrari auch hier die besten Karten haben sollte. Im letzten Herbst holte man sich einen Doppelsieg und ließ den McLaren wenig Chancen. Die werden auch dieses nicht an die Italiener ran kommen. Allerdings gibt es mindestens zwei Teams, die für eine Überraschung sorgen könnte. Der Kurs sollte den BMW besser liegen als der in Barcelona, aber auch Renault würde ich nach dem gutem Auftritt in Spanien nicht abschreiben wollen. Alonso mag die Strecke und vor allem die schnellen Kurven liegen dem Spanier.

Bei den anderen Teams ist großes Rätselraten angesagt. Toyota, Red Bull und Williams sind einfach zu nahe beieiander, dazu könnte auch noch Honda stoßen, obwohl ich die auf diesem Kurs nicht so weit vorne sehe. Das gilt auch für die Torro Rosso, die noch mit dem alten Wagen antreten. Force India wird sich mit den STR wohl um die letzten Plätze prügeln.

Es gibt auch eine Änderung bei den Quali-Regeln. Da Super Aguri nun weg ist, fallen in der ersten Session nun fünf Wagen raus, in Q2 dann die anderen fünf. Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Da die Super Aguri die beiden letzten Plätze in diesem Jahr abonniert hatte, bedeutet dies, dass jetzt sogar noch ein Wagen eines größeren Team wegfallen kann. Man wird also schon in Q1 alles geben müssen, was die Quali etwas spannender macht.

Zu Super Aguri nur kurz: man geht schon ran und bemüht sich die qualmenden Reste zu verkaufen. Interessenten soll es schon geben, aber das ist sicher nicht ungewöhnlich. Das Problem bei Super Aguri ist, dass man keine vernünftige Design/Aero Abteilung hat, jedenfalls nichts in der Größe der anderen Team, weil man das Chassis von Honda bekommen hat. Das macht eine Übernahme nicht eben leichter, denn niemand kann das Team kaufen und sofort los legen.

NASCAR – Darlington
Die NASCAR beginnt ihre Session in North und South Carolina. Einmal Darlington, zweimal Charlotte. Man ist also mitten drin im Kernland der NASCAR und dort, wo die Homebase der Serie ist. Nirgends wird die NASCAR mehr verehrt, nirgends wird die heillige Dreieinigkeit von Rennen, Bier und Burger größer und ausgiebiger zelebriert. Und hier ist natürlich “Junior Country”, womit wir beim Thema der Woche wären. Nach Sicht der Junior Fans: der überaus beliebte Dale Earnhardt jr. vs. dieses Jüngelchen im Toyota. Beide Seiten haben versucht den Zwischenfall über die Woche runterzuspielen. Kyle Busch in seiner üblichen, etwas arroganten Art, Junior sprach von einem Rennunfall und davon, dass ihm das bei Kyle Busch im letzten Jahr auch passiert sei. Eine Reaktion seitens Junior, die vielen Fans nicht so wirklich gepasst hat. Die Stimmung ist jedenfalls schon mal gut und ich würde es mir dreimal mal überlegen, ob ich mit einem Kyle Busch Shirt zu den Rennen gehen würde.

Und dann gibt es da noch das Rennen. Darlington ist – das kann man wirklich so sagen – heiliger Grund für die NASCAR. Seit 1950 fährt man hier, auch wenn die Strecke mehrfach umgebaut wurde. Jetzt ist sie 1.3 Meilen lang und hat zwei völlig unterschiedliche Kurven. Turn 1 und 2 sind 25° Grad überhöht und relativ weit. Turn 3 und 4 haben 23° Grad Banking und sind viel enger. Das macht die Abstimmung spaßig, zumal es in Darlington nur einen schnellen Weg gibt: immer an der Mauer lang und zwar so dicht wie möglich. Daher gibt es die berühmten “Darlington Stripes” an der Seite des Wagen. Einen weiteren Beinamen hat die Strecke: “Lady in black”. Hat nichts mit dem Asphalt zu tun, sondern wieder mit den Stripes. Egal welche Farbe die Mauer zu Beginn des Wochenendes hat – nach dem letzten Rennen ist sie schwarz.

In mitten all dieser geschichtsträchtigen Dinge gibt es dann auch ein Rennen. Und ausgerechnet hier sollten die Toyota wirklich gut sein, denn die Strecke ist biestig schnell. Allerdings waren auch die Fords nicht zu unterschätzen, die in diesem Jahr auf den schnellen Ovalen wie Fontana fast unschlagbar schienen. Schwieriger wird es für die Hendrick Truppe sein. Offenbar ist und bleibt Junior die Speerspitze der siegverwöhnten Mannschaften. Und natürlich würde man nach den Ereignissen der letzten Woche gerne einen Earnhardt jr. Sieg dort sehen. Ein heißer Tanz wird das am Wochenende. Dooferweise wieder einer, der die ganze Samstagnacht gehen wird.

LMS – Spa
Noch eine Kurve, die es in sich hat. Eau Rouge ist ebenso bekannt wie gefährlich. Man hat die Kurve im Laufe der Jahre versucht etwas zu entschärfen, aber mehr Auslaufzonen kann man einfach hinbasteln. Die Abflüge hier sind allesamt legendär und das es in den letzten Jahren keine Toten gegeben hat ist durchaus ein sehr glücklicher Zufall. Dabei ist Eau Rouge nicht mal die einzig gefährliche Stelle in Spa. Die Schikane Les Combes am Ende der langen Bergaufgeraden ist auch immer gut für einen haarsträubenden Abflug, und dann gibt es noch Blanchimont, die sehr schnelle Links, die voll genommen wird. Aber hier gibt es mittlerweile etwas mehr Auslaufzone.

Natürlich geht es an diesem Wochenende wieder um den Sieg zwischen den Audi und Peugeot. Die Franzosen lassen zum ersten Mal Alex Wurz und Jacques Villeneuve ans Steuer. Letzter hat ja durchaus schon mal Bekanntschaft mit der Eau Rouge gemacht, nennt aber Spa als einer seiner Lieblingsstrecken. Ich bin mal sehr gespannt, wie sich der Wagen mit den Ex-F1 Fahrern schlagen wird. Audi setzt auf die bewährten Kräfte. Ein Auge muss man auf den sehr schnellen Lola-Aston Martin, allerdings glaube ich nicht, dass man auf dieser Strecke eine Chance haben wird. Das Problem ist einfach, dass die Diesel auf der langen Bergaufgeraden den Lola einfach stehen lassen werden.

Natürlich nicht am Start ist Stephane Ortelli, der mittlerweile wieder zu Hause ist, aber noch nicht fahren kann. Er soll für Le Mans wieder fit sein, aber auch das ist noch nicht sicher. Nach dem Unfall in Monza auch kein Wunder. Courage wird auch mit einem Wagen an den Start gehen.

MotorsTV zeigt das Rennen dieses Wochenende mit einer nur Einstündingen Unterbrechung. Da die F1 eh nebenbei läuft, kann man zwischendurch auch gut mal wegzappen.

Und sonst?
Kein ADAC GT Masters für mich. Stattdessen Arbeit. Hmpf.

Nur mal so als Hinweis für diejenigen die im Büro sitzen: DSF wird auch über das Programm “Zattoo” ausgestrahlt. Das ist ein legales Streamingprogramm, dass heißt, die Sender, die dort zu sehen sind, haben ihr Einverständnis zur Ausstrahlung gegeben. Man kann die Freien Session der F1 am Freitag also auch am Rechner verfolgen.

Die Angaben von MotorsTV und Eurosport sind wie immer “cirka” Angaben. In letzer Zeit war man bei Motors teilweise bis zu 30 Minuten schneller als die ausgezeichneten Programme.

Der Indy Pole Day geht jeweils sechs Stunden!
MotorsTV unterbricht das LMS Rennen in Spa dieses Mal nur für eine Stunde. Den Rest kann man also live sehen.
Die kursiven Zeiten sind nur die Wiederholungen auf Premiere.

Rot = Live

Orange = 1. gesendete Aufzeichnung

Silber = Aufzeichnung

09.05.2008

LIVE 08:55 Uhr F1 Türkei 1. FT Premiere, DSF 11:45, 19:00 h
LIVE 12:55 Uhr F1 Türkei 2. FT Premiere, DSF 17:45, 20:15 h
LIVE 18:00 Uhr NASCAR SC Darlington FT SpeedTV
Aufz. 19:10 Uhr Elise Cup Brands Hatch MotorsTV
LIVE 21:00 Uhr NASCAR NW Darlington Quali SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr NASCAR SC Darlington Quali SpeedTV

10.05.2008

LIVE 01:00 Uhr NASCAR NW Darlington ESPN 2
LIVE 09:55 Uhr F1 Spanien 3. FT Premiere 11:45 h
LIVE 12:45 Uhr F1 Türkei Quali Premiere, RTL 17:20, 20:35 h
LIVE 14:55 Uhr GP2 Türkei 1 Premiere
Aufz. 16:10 Uhr Dutch GT Nürburgring MotorsTV
Aufz. 17:00 Uhr F1 Türkei DSF
Aufz. 17:00 Uhr British F3 Croft MotorsTV
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Pole Day 1 ESPN/ABC
Aufz. 20:00 Uhr F1 Türkei DSF
LIVE 23:00 Uhr NASCAR SC Raceday SpeedTV
Aufz. 00:00 Uhr British F3 Croft MotorsTV

11.05.2008

LIVE 01:00 Uhr NASCAR SC Darlington FOX
LIVE 10:25 Uhr GP2 Türkei 2 Premiere 16:30 Uhr
LIVE 11:40 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
LIVE 12:45 Uhr LMS Spa Euro, MotorsTV
LIVE 13:00 Uhr F1 Türkei Premiere, RTL 20:00 h
Aufz. 13:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Euro 2
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Pole Day 2 ESPN/ABC
Aufz. 19:00 Uhr V8 Supercars Barbagallo MotorsTV
Aufz. 21:15 Uhr F1 Türkei DSF
Aufz. 22:45 Uhr LMS Spa Euro

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NASCAR – Analyse Richmond / DTM – Rennwochenende / A1 – Saisonabschluss / BTCC – Donington

So eintönig das Rennen in Richmond am Samstag war, so sehr war es auch ein Beispiel für schmutzige Tricks in der NASCAR. Kein Wunder das es in den USA seit dem nur zwei Themen gibt: 1. Hat Kyle Busch Dale Earnhardt jr. absichtlich abgeschossen und 2. Hat Danny Hamlin absichtlich den Wagen an die Mauer gestellt, damit Busch noch zu Junior aufschließen konnte?

Aber der Reihe nach – 381 Runden tat sich vorne nichts. Danny Hamlin fuhr ein einsames Rennen. Er war mit weitem Abstand der schnellste Mann im Oval und weder Junior, noch Kyle Busch, noch Mark Martin hatten irgendwas in Hand, um Hamlin den Sieg nehmen zu können. Doch 19 Runden vor Schluss geht einem Vorderreifen von Hamlin die Luft aus. Ein schon tragisches Schicksal, aber, so zynisch das klingt, Hamlin ist es ja gewohnt. Wenn einer in den letzten Jahren am meisten unter späten Ausfällen gelitten hat, dann sicher Danny Hamlin. Doch anstatt in die Box zu fahren und den Reifen wechseln zu lassen, bleibt Hamlin draussen. Derweil hat Junior das Ruder übernommen und sich vorne abgesetzt. Wenige Runden vor Schluss kann ihn auch Kyle Busch nicht mehr abfangen. Und dann platzt der Reifen von Hamlin und der stellt den Wagen an der Mauer ab. Nicht weil er beschädigt wäre, sondern weil er unbedingt die Caution brauchte, um nicht überrundet zu werden. So die offizielle Version. Inoffiziell heißt es, dass das ein abgesprochnener Move war, um Kyle Busch wieder an Junior ranzubringen. Und dann geschah das, was ich gestern schon mal im Video gepostet hatte.

Wenn man sich die Linie von Busch in den Runden zuvor anschaut, dann könnte man zum Schluss kommen, dass der Unfall beabsichtig war. Busch war viel zu weit oben aber nicht viel zu schnell. Er ist die Kurve auf einer Linie angefahren, die er in den Runden zuvor nicht gewählt hatte. Er hat nicht mal den Versuch gestartet, den Wagen runter zu zwingen, noch hat er so hart gebremst, dass man zum Beispiel Rauch hätte sehen können. Hatte er es auf die hintere linke Ecke von Junior abgesehen, oder wollte diesen nur hochdrücken? Die zweite Variante ist eine normale Renntaktik auf den Shorttracks. Reinfahren, auf gleiche Höhe kommen, den anderen hochdrücken, unten durchschlüpfen. Die erste Variante ist einfach schmutzig.

Ich muss gestehen, dass ich da etwas zerrissen bin. Ich mag Kyle Busch, weil er immer 101% abliefert, weil ab der ersten Runde alles gibt, was er hat. Er ist keiner wie Gordon oder Johnson, die im Rennen lange warten um drei Runden vor Schluss plötzlich vorne aufzutauchen. Er ist ein Rennfahrer, der nicht anders kann als volles Rohr zu fahren, ein richtig, klassischer NASCAR Pilot halt. Auf der anderen Seite mag ich Junior, der Busch nicht unähnlich ist. Jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt. Was die beiden unterscheidet: Junior greift nicht zu schmutzigen Tricks. Busch sieht man schon mal öfter an den hinteren Kotflügeln der Konkurrenz nagen, Fahrer wie Gordon, Junior, Johnson, Martin, Harvick, Kenseth und selbst Edwards machen das nicht. Ich glaube einfach nicht, dass der Rempler ein Zufall oder ein nicht vermeidbarer Rennunfall war. Jimmy Spencer, Kommentator bei SpeedTV, fand dann auch sehr deutliche Worte:

Kyle Busch made a major, major mistake here. This guy (Busch) needs to respect the lead (of the race). He drove in the corner too hard and he took out Dale Junior. I think he went over the line and that is my opinion. [...] He (Busch) overshot the corner. He drove in maybe fifty or seventy-five feet too far. Junior gave him the room that he needed and Kyle took too much. That is for me, disrespect for your fellow competitor. He just did not respect Junior enough to back down a little bit.

Sicher – es war kein schönes Manöver, aber eins was immer wieder vorkommt. Wenn irgendwo hinten McMurry Bobby Labonte auf die Art und Weise los wird – kein Mensch kümmert sich darum. Aber da vorne an der Spitze ist es halt was anderes. Ich stimme Jimmy Spencer völlig zu, wenn er sagt, dass man sich da mit mehr Respekt behandeln muss. Man räumt den Leader nicht einfach mal eben so aus dem Rennen. Und schon gar nicht einen Fahrer wie Dale Earnhardt jr. Und schön überhaupt nicht in Richmond, eines der vielen Wohnzimmer von Junior in Virginia. Aber das hätte man auch nicht mit Tony Stewart, Jeff Gordon oder sonst wem aus den Top15 machen sollen. Das Kyle Busch sich nach dem Rennen nicht mal entschuldigt hat, spricht auch nicht gerade für ihn. Man erinnere sich dagegen an den zerknirschten Mark Martin, als dieser neulich beim einem NW Rennen Brad Kesolowski versehentlich abräumte.

Und die Worte von Spencer machen auch noch etwas deutlich, was man im Interview nach dem Rennen deutlich merkte: Junior ist nicht wie sein Vater, er ist eher wie Mark Martin. Junior ist ein netter Kerl, einer, der Spaß haben will beim Fahren, einer der nicht mit einer schmutzigen Fahrweise auf Platz Eins stehen will. Wenn einer schneller ist, dann ist er frustriert, aber er räumt ihn nicht ab. Sein Vater wäre nach dem Unfall, ob nun Absicht oder nicht, zu Busch hingegangen und hätte diesem deutlich seine Meinung gesagt. Earnhardt jr. ist nicht so ein Typ, der die offene Konfrontation sucht. Er gab ein trauriges Interview, während sich jemand aus seiner Crew Kyle Busch zur Brust nahm. Sein Vater war der “Intimidator”, einer vor dem jeder Respekt hatte.

Die nächsten drei Rennen sind alle in South- (Darlington) und North Carolina (Lowe’s), also dort, wo die richtigen Redneck / Die hard / NASCAR / Earnhardt Fans sitzen. Die werden im Übrigen von Junior auch eine Antwort in Sachen Kyle Busch erwarten. Noch mal so eine Nummer darf sich Junior nicht bieten lassen. Das man abgeräumt wird – shit happens. Dass man sich danach den anderen nicht noch mal zur Brust nimmt wird von den Fans nicht gern gesehen. Wie gesagt – bei einem Tony Stewart und Montoya wären die Fetzen geflogen. Das erwartet man auch und gerade von einem Dale Earnhardt jr. Und gibt es tatsächlich auch die ersten Stimmen, die Busch für sein Manöver ein wenig Kredit zollen. Bei Frontstretch, eher ein Magazin aus dem Junior-Lager, gibt es deutliche Kritik:

Junior hasn’t been able to put it all together in each race’s final segment. In the meantime, the man he replaced has been lighting up the circuit; Kyle Busch has won seven races this season within three different series, all while taking the lead in points with his Joe Gibbs Racing Toyota. If the Chase started today, both drivers would make it but Busch gets the upper hand; with 20 bonus points for his wins, the 23-year-old is running circles around the team who fired him in every which way he can.

Und die Meinung taucht erstaunlicherweise öfter auf. Bei Shawn Courchesne heißt es schon in der Überschrift: “Intimidator Spirit Lives In Kyle Busch, Not Dale Earnhardt Jr.” und auch der Motorsportexperte Richard Allen stellt sich die Frage: “Junior vs. Busch: Who’s the intimidator?”. Der Heilligenschein von Junior hat ein paar Katzer abgekommen. Und das nicht weil er abgeräumt wurde, sondern weil er nach dem Rennen nicht dementsprechend reagiert hat. Für Junior kann sich der Unfall, der wie ein Sinnbild für seine letzten zwei Jahre steht, schnell zu einem PR-Gau entwickelt.

Achja – sagte ich nicht, dass man auf die RCR Truppe ein Auge haben sollte? :)

DTM – Die Rennen
Zum DTM Rennen fällt mir nicht viel ein. Dafür war es einfach zu öde. Das die Mercedes plötzlich wieder da sind, ist eine schöne Sache, denn eine Audi-Dominanz kann sich die DTM auf Dauer nicht leisten. Dass das Rennen nicht gut war, lag aber weder an Audi noch an Mercedes, sondern am Kurs. Mugello ist keine schlechte Strecke, aber sie ist keine gute Strecke für Automobilsport. Motorradrennen sind hier meist packend, aber für Autos ist der Kurs einfach nichts. Ich verstehe auch nicht, warum die DTM da überhaupt unterwegs ist, wo es doch ein paar Kilometer weiter in Imola eine wirklich gute Strecke gibt, die zur DTM viel besser passen würde. Bis auf das erste Rennen der F3 Euro Serie waren alle Rennen am Wochenende von gepflegter Langeweile. Selbst der Porsche Cup und das will schon was heißen. Ich verstehe, dass man in Italien aus Gründen unterwegs sein möchte, aber eine wirkliche Werbung war das gestern nicht. Weder für die Serie, noch für die Marken.

Dafür scheint sich in der F3 Euro Serie eine sehr gute Saison zu entwickeln. Nico Hülkenberg konnte nach seinem katastrophalen Wochenende in Hockenheim endlich punkten, aber er wird mit Sorge festgestellt haben, dass mit Mika Mäki ein Rookie in die Serie gekommen ist, der ihm das Leben sehr schwer machen wird. Dazu kommt mit Edoardo Mortara einer, der geschickt Punkte sammelt und nun zusammen mit Mäki auf Platz Eins der Meisterschaft liegt. Mäki ist mir 2006 schon mal in der Formel BMW augefallen, wo er zwar gegen Christian Vietoris keine Chance hatte, aber immerhin auf Platz zwei kam. Und im letzten Jahr gewann er die zwar nicht besonders stark besetzte, aber hart umkämpfte italienische Formel Renault Meisterschaft. Der weiß also wie es geht. Mortara hat einen ähnlichen Background, allerdings hat er den VW Motor im Heck seines Dallara. Bei dem weiß man noch nicht so richtig, wie der sich im Laufe des Jahres schlagen wird.

Das wird kein leichtes Jahr für Hülkenberg.

Achja – Kann man Ralf Heincke und Mark Basseng nicht einfach alle Rahmenrennen kommentieren lassen? “Rennexperte” Sven Heidfeld (ich weiß gar nicht wo ich so viele Anführungsstriche herholen soll) brillierte in Mugello mit der Aussage, der Kurs sei der Nordschleife nicht unähnlich, weil es mal hoch und runter gehen würde. Toll. Wenn bei Premiere ein Fußball Moderator auf die Idee kommen würde zu sagen “Das Stadion von Cottbus ist dem Bernabéu Stadion in Madrid nicht unähnlich, weil da auch viele Leute reingehen”, wäre die Hölle los. Beim Motorsport ist es Premiere egal.

A1 GP – Saisonabschluss
Das letzte Rennen der laufenden Saison wird zwar nicht in die Geschichte als “extrem spannend” eingehen, aber wie üblich lieferte die Serie guten und unterhaltsamen Sport. Was zu einem großen Teil an Ben Edwards und John Watson lag. Die beiden kommentieren zwar immer hübsch aus britischer Sicht, aber das wenigstens gut. Die beiden Schnarchnasen bei Permiere schaffen es ja leider immer wieder, auch das spannendeste Rennen völlig tot zu reden.
Aber die A1 hatte eine wirklich gute Saison. Keine grandiose, aber eine, die sich sehen lassen konnte, und zeigte, wie gut der Sport ist, den man dort bietet. Den Veranstaltern ist es weiterhin gelungen, das Feld einigermaßen zusammen zu halten und man sieht an der steigenden Qualität der Fahrer, dass man sich auf einem gutem Weg befindet. Dazu kommen die guten Zuschauerzahlen. Bei fast allen Rennen, sieht man mal von Malaysia ab, waren die Ränge gut gefüllt und die Fans gingen gut mit. Das Konzept die Teams nach Ländern zu sortieren ist für die Fans vielleicht gar nicht so schlecht. Man spricht nicht nur die hartnäckigen Motorsport Fans an, sondern auch jene, die vielleicht nur ab und an mal ein Rennen sehen wollen und sich für die Fahrernamen nicht so interessieren. Dazu kommt, dass die Serie mittlerweile durchaus als Talentsieb gilt. Wer hier gut ist, der wird auch vielleicht in der GP2 was reißen können. Mittlerweile sollen sich sogar ehemalige F1 Piloten um Fahrerplätze in der A1 bemühen.

Die Serie selber scheint sich nach den sehr hohen Anfangsverlusten (2006 steckte man sage und schreibe 200 Millionen rein) gefangen zu haben. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, aber man kann nach der Ferrari Deal davon ausgehen, dass man für die nächsten Jahre auf einem soliden Fundament steht. Dafür spricht auch, dass mit Korea ein weiteres Team in die Serie einsteigt. So wie es sich entwickelt, wird die A1 für manche Landesprojekte zu einer Art “Ehrensache”, und man will unbedingt gut abschneiden. Davon zeugt auch die Tendenz, dass die Teams nicht mehr nur mit unbekannten Fahrern operieren, sondern richtig gute Namen einkaufen, um vorne dabei zu sein. Ich freu mich jedenfalls schon auf die neue Saison.

BTCC – Donington
Die Rennen der BTCC waren mal wieder wirklich gut, wenn auch nicht ganz so dramatisch, wie man es sonst gewohnt ist. Dabei gab sich sogar das Wetter mit leichtem Nieselregen alle erdenkliche Mühe, dem eher eintönigen Kurs etwas mehr Pfeffer zu geben. Wie in der WTCC machen den Veranstaltern die Seats etwas Sorgen. Selbst auf den kurzen Geraden in Donington waren die kaum zu bezwinge und so siegten die Seat gleich zweimal. In der Serie ist man allerdings in Sachen Platzierungsgewichte etwas strenger, also werden die Seat beim nächsten Rennen schon mehr Probleme haben. Allerdings kommen mit Snetterton und Thruxton in diesem Jahr noch zwei Kurse, auf denen es eigentlich nur geradeaus geht. Da sind Seat Siege schon vorprogrammiert. Etwas Sorgen kann man um die BMW haben, die teilweise immerhin auch von BMW England mitunterstützt werden. Aber irgendwie kamen die Donington wie auch schon Rockingham nicht so richtig nach vorne. Die Meisterschaft dürfte sich aber dennoch spannend entwickeln, denn mit Jason Plato im Seat, Fabrizio Giovanardi im Vauxhall und Gordon Shedden im Honda sind schon mal drei Fahrer vorne, von denen man weiß, dass sie es brennen lassen. Das wird noch sehr heiter.

Die Serie zeigte am Wochenende auch mal wieder, was sie im Gegensatz zur DTM besser macht: die Rahmenrennen. Außer dem wirklich schwach besetzten Porsche Cup (gerade mal 11 Starter) ist sie mit der kleinen Formel Renault, dem Clio Cup und der höchst amüsanten Ginetta Cup wirklich gut ausstaffiert. So hochklassig das Programm bei der DTM mit der F3 Euro Serie, dem Seat- und dem Porsche Cup ist – es fehlt doch etwas für Fans. Und vor allem – es fehlen die kleinen Serien, die die DTM nach “unten” mit den anderen Rennserien verbindet. Es gibt im Rahmen der ADAC Masters da durchaus gute Serien, die man in das Programm der DTM einbinden könnte. Aber die DTM ist dann eben wieder zu sehr eine Herstellerserie, die mit Breitenmotorsport nur wenig zu tun hat. Ich persönlich finde da Rangehensweise der BTCC deutlich besser.

Und sonst?
Bei Super Aguri gehts Licht aus. Honda hat der FIA wohl mitgeteilt, dass man dem Team keine Motoren mehr zur Verfügung stellen wird und auch den Geldhahn zu dreht. Man glaubt nicht, dass die Weigl Gruppe auch nur ansatzweise in der Lage sein soll, das gesamte Team zu stemmen und die Verbindlichkeiten zu übernehmen. Bei den Deutschen hält man sich bedeckt, sagt aber, dass man ein ganzes Bündel von Investoren mitbringt. Richtig überzeugend klingt das für mich nicht und auch bei Honda glaubt man nicht daran. Die Zukunft des Teams soll sich am Dienstag entscheiden. Es wäre aber wohl aber eine Überraschung, wenn das japanische Team tatsächlich an den Start gehen könnte. Oder sagen wir mal so – wenn sie Freitag auf die Strecke gehen, dann haben sie eine dauerhafte Lösung gefunden.

Vorschau aufs kommende Wochenende: F1 und GP2 in Istambul, LMS in Spa, NASCAR in Darlington.

05.05.2008

Aufz. 13:00 Uhr   F3 Euro   Mugello   Premiere
Aufz. 14:30 Uhr   Porsche Cup   Mugello   Premiere
Aufz. 15:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond   NASN
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Training www.indy500.com bis 23.00 Uhr
Aufz. 19:15 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Premiere
Aufz. 20:45 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere
Aufz. 22:15 Uhr   F3 Euro   Mugello   Premiere

06.05.2008

Aufz. 11:50 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Premiere
Aufz. 12:45 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere
LIVE 18:00 Uhr Indy 500 Training www.indy500.com bis 00.00 Uhr
Aufz. 00:00 Uhr IRL Kansas Premiere

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NASCAR Richmond / DTM Mugello / A1 – Brands Hatch / BTCC – Donington

Nach der Highspeed-Orgie in Talladega kommt am Wochenende wieder etwas völlig anderes auf die NASCAR Piloten zu. Richmond ist ein merkwürdiges Oval. Es läuft unter Shorttrack, ist aber, ähnlich wie Phoenix, dafür eigentlich etwas zu flott. 0,75 Meilen lang, mit 14° Grad Banking und einer langen Start/Zielgerade, die mit 8° ebenfalls leicht überhöht ist. Weil die Kurven dann dementsprechend eng sind, braucht man hier vor allem zwei Dinge: Gute Bremsen und tonnenweise Abtrieb. Die Teams werden also die Kühleröffnungen weitesgehend offen lassen und den Heckflügel möglichst steil stellen. Problematisch ist Turn 2, weil man hier eine Menge Schwung mitnehmen möchte, allerdings macht die Kurve ein wenig zu, also muss man vorsichtig sein. In den beiden letzten Kurven wird es nicht so eng, weswegen man hier teilweise zu dritt fahren kann. Da der Grip extrem wichtig für die Rundenzeiten ist, wird man im Rennen sehen, dass die Fahrer selbst nach wenigen Runden an die Box kommen, um neue Reifen zu fassen. Ebenfalls wichtig ist dann aber auch die Strategie. Man kann eine Menge Positionen gut machen, wenn man einfach mal draussen bleibt, und darauf hofft, dass die nächste Caution bald kommt. Richmond ist durchaus anfällig für Unterbrechungen. Letztes Jahr gab es einmal 12 und einmal 14 Gelbphasen. Man kann also durchaus mal auf Risiko mit dem Spirt und den Reifen spielen. Das bedeutet aber auch, dass die Rennen sehr lang werden können. Immerhin geht es 400 Runden lang im Kreis. Da das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfindet sollte man sich auf eine Lange Nacht einstellen.

Da die Saison bisher noch keinen klaren Favoriten hervorgebracht hat, ist es schwer abzuschätzen, wer die besten Karten haben wird. Auf den bisherigen Shorttracks gab es zwei Chevy (Burton, Johnson) und einen Toyota (Hamlin) Sieg. RCR sollte man aber wieder auf der Rechnung haben, da die für die Shorttracks offenbar ein gutes Paket haben. Toyota tut sich hier noch etwas schwerer, ebenso die Dodge, die in diesem Jahr auf den Kurzstrecken noch auf keinen grünen Zweig gekommen sind. Wie das mit Roush aussieht ist auch schwer zu sagen. Eigentlich würde ich Carl Edwards auf den schnellen Shorttracks weit vorne sehen, aber offenbar kommt Ford dieses Jahr besser mit den 1.5 Meilen Ovalen klar. Wichtig ist in jedem Fall eine gute Startposition. Wer weit hinten steht hat wie bei allen Shorttrack das Problem, dass man schnell überrundet werden kann – oder noch schlimmer: in einen der unzähligen kleinen Unfälle verwickelt wird. Richmond ist im Übrigen der letzte Track, auf dem Junior 2006 gewinnen konnte. Seitdem fährt er einem Sieg hinter her.

Ebenfalls unterwegs ist die NW Serie. Das Feld ist wie üblich mit Cup Fahrern vollgestopft.

DTM – Mugello
Die längste und schnellste Strecke der DTM, aber auch eine, auf der wenig passiert. Mugello zeichnet sich vor allem durch ellenlange Gerade aus, auf der die DTM Wagen ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen werden. Soweit ich weiß, ist das die längste Gerade im DTM Kalender. Da ist also Speed gefragt, aber dann kommt da der Rest der Strecke, der mit schnellen Kurven und zwei Haarnadel-ähnlichen Kurven aufwartet. Überholen ist so eine Sache in Mugello, vor allem mit der in diesem Jahr sehr anfälligen Aerodynamik der Wagen. Man hat schon in Hockenheim gesehen, dass man selbst dann nur schwer vorbei kommt, wenn man selber etwas schneller ist. Die “dirty air” ist mittlerweile auch voll in der DTM angekommen.
Mit großen Überraschungen sollte man nicht rechnen. Die Audi werden vermutlich dominant sein. Im letzten Jahr standen nach der Quali fünf Audi vor dem ersten Mercedes, allerdings schmissen die Ingolstädter das Rennen erstaunlicherweise am Ende weg und Häkkinen konnte seinen letzten Sieg einfahren. Das wird dieses eher nicht passieren und Mercedes wird froh sein können, wenn sie wieder einen Fahrer aufs Podest bekommen.

Bei den Rahmenrennen geht es nur F3 Euro und Porsche Cup. Statt Seat Cup fährt die italienische Superstar Serie, eine Art V8 Cup. Läuft dann demnächst bei MotorsTV.

A1 – Brands Hatch
Die A1 GP Serie beschließt eine wirklich gelungene Saison mal wieder in Brands Hatch. Und zwar auf dem großen Kurs. Der ist für die schnellen Monoposto fast etwas zu schnell und vor allem zu eng. Im letzten Jahr krachte es schon heftig und das Rennen war lange unterbrochen. Gerade wenn man im hinteren Teil der Strecke um die Streckenteile Hawthorne und Westfield abfliegt, kann das schnell sehr weh tun. Aber trotzdem gehört die Strecke noch zu den Besten, die es auf der Welt gibt. Man braucht eine Menge Mut, um hier richtig schnell zu sein.
In der A1 geht es rechnerisch noch um die Meisterschaft. Die Schweiz führt mit 29 Punkten vor Neuseeland, die theoretisch 32 Punkte am Wochenende einfahren könnten. Dann muss aber wirklich alles perfekt laufen. Aber man hat ja nun schon allerhand gesehen, also sollte man nicht “Geht nicht” sagen. Die Schweizer haben natürlich den Vorteil, dass sie das Rennwochenende extrem konservativ angehen können. Ein Platz unter Top 8 nebst einer schnellsten Runde sollte reichen um den Sack zu zumachen. Wenn die Neuseeländer ausfallen, ist die Sache sowieso geritzt. Ist auch das letzte Mal, dass man mit dem alten Chassis unterwegs ist. Ab September gibt es Ferrari Motoren und einen Wagen, an dem der Ex-Ferrari Chefdesigner Rory Byrne mitgebastelt hat.

BTCC – Donington
Nicht das ich den Verdacht komme, ich würde britische Strecken über alles lieben, nur weil ich Oulton Park, Brands Hatch, Knockhill, Croft und Snetterton so geil finde. Nein. Donington kann ich ebenso wenig aussehen wie Silverstone. Zum Beispiel. Ja, die Passage runter von Start und Ziel zur Brücke ist nett, aber das war es dann auch schon. Die beiden blinden Rechtskurven McLeans und Coppice sind eine Pest. Der Rest belanglos bis langweilig. Aber – man kann in Donington Park wirklich extrem gut überholen und die Strecke ist so breit, dass man es auch mal zu zweit nebeneinander probieren kann. Was in der BTCC ja immer sehr gerne genommen wird. Ich weiß jetzt nicht, ob man die National oder den GP Kurs mit der dämlichen Haarnadel diesesmal fährt, aber das macht auch wenig Unterschied. Der Haken hinter den Boxen macht die Strecke auch nicht besser. Freuen darf man sich auf jeden Fall auf ein abwechslungsreiches und spannendes Rennen der BTCC.

Und sonst?
Diese Samstagsrennen der NASCAR machen mich völlig wuschig, weil ich nie weiß, was ich dann Sonntagabends machen soll…

02.05.2008

Aufz. 11:00 Uhr LMS Monza Euro 2
Aufz. 12:05 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 19:00 Uhr IRL Kansas Premiere
LIVE 19:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Training   SpeedTV
LIVE 22:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond Quali   SpeedTV
LIVE 23:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Quali   SpeedTV

03.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond   ESPN 2
LIVE 09:40 Uhr   DTM   Mugello Training   dtm.tv
LIVE 11:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere 17.30 h
Aufz. 12:00 Uhr   GrandAM   Virgina   SpeedTV
LIVE 13:30 Uhr   DTM   Mugello Quali   ARD
Aufz. 18:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   DSF
Aufz. 21:00 Uhr   Toyota VIP Rennen   Long Beach   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR Raceday   Richmond   SpeedTV

04.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Fox
Aufz. 10:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere
LIVE 10:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 2   Premiere
Aufz. 11:50 Uhr   Porsche Cup   Mugello   Premiere
LIVE 13:45 Uhr   DTM   Mugello   ARD
LIVE 15:15 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere 19.45 h
Aufz. 18:00 Uhr   DTM   Mugello   DSF

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F1 – Barcelona / NASCAR – Talladega / LMS – Monza / GP2 Barcelona

Bevor es los geht, erst mal die letzten Updates aus dem Krankenlager:

1. Dario Franchittis Knöchelbruch könnte komplizierter sein, als gedacht. Er war zwar gestern an der Strecke in Talladega, muss aber heute wieder ins Krankenhaus. Sprach man am Samstag noch von rund drei Wochen, in denen der Schotte ausfallen wird, legt man sich jetzt nicht mehr so fest. Wenn es schlecht läuft, sitzt Franchitti erst wieder Mitte Juni im Auto. Kritik gab es in Richtung Johnny Sauter Larry Gunselman, der geschlagene acht Sekunden nach dem Unfall mit hoher Geschwindigkeit in Darios Wagen einschlug. Da wäre genug Zeit gewesen, den Wagen zu verlangsamen, da eh Gelb war. Seitens der NASCAR überlegt man wohl jetzt schon, ob man ein solches Verhalten in Zukunft nicht bestraft. Besser wärs.

2. Heikki Kovalainen geht es laut McLaren bestens, aber er muss eine weitere Nacht im Krankenhaus bleiben. (Muss er doch nicht, laut diverser Meldungen.) Er hat wohl einen ziemlichen Brummschädel, was angesichts der 26G die sein Nacken beim Aufprall aushalten musste, wohl nicht verwunderlich ist. Der Reifenstabel hat auch seinen Dienst erfüllt, denn er hat die Aufprallgeschwindigkeit massiv verringert. Eine Überlegung wäre es aber, an der schnellen Stelle auch Asphalt hinzulegen, denn Kovalainen war auf dem Kiesbett nur noch Passagier. Auf Asphalt hätte er den Wagen eventuell noch in einen Dreher zwingen können. Ob der Finne in der Türkei wird fahren können hängt aber vom FIA Check ab. Die Ursache des Unfalls ist allerdings weiterhin ein Rätsel. Klar ist, dass die Felge brach. Warum sie das tat, ist nicht bekannt.

3. Stephane Ortelli geht es nach seinem Monster-Abflug den Umständen entsprechend gut. Er hat einen gebrochenen Knöchel und viele Prellungen. Dazu wohl doch auch eine leichte Gehirnerschütterung, was angesichts der massiven Aufprallenergie bei seinen Überschlägen auch nicht weiter verwunderlich. Er wird wohl erst Mitte der Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bei der Rettung von Ortelli fiel mir auf, dass die Sache einigermaßen schnell ging. Eine Krankenschwester war sofort da, ebenso eine weitere medizinische Person. Der Krankenwagen tauchte ebenfalls relativ flott auf, auch wenn das Ding eher wie ein Lastwagen aussah. Bergung und Abtransport waren schnell und gut, ebenso die Informationspolitik. Was den schweren Unfall verursacht haben könnte, ist noch nicht bekannt. Wird auch schwer werden rauszufinden, denn der Wagen ist vollkommen zerstört.

Der Motorsport hat an diesem Wochenende dreimal sehr viel Glück gehabt.

F1 – GP Barcelona
Das Rennen war dann doch besser, als man es erwarten konnte. Was vor allem mit den vielen Ausfällen zu tun hatte, die aber eigentlich nur das Hinterfeld betraffen. Vorne war die Sache von Start an klar. Alonso hatte auf der schmutzigen Seite des Grids keine Chance, obwohl er sogar einen Tick besser loskam als Raikkönen. Aber sowohl der Finne als auch Massa beschleunigten den Spanier einfach aus, der dann auch noch etwas weiter innen anbremsen musste und zudem Hamilton im Genick hatte. Die Ferrari zeigten vor allem im ersten Stint, was sie drauf hatten. Raikkönen baute schnell eine bequeme Führung aus, die er aber nach der Safety Car Phase nicht mehr aufbauen konnte. Der Grund – Ferrari nahm das Gas raus. Nachdem Hamilton auf die harten Reifen wechselte, kam er auch nicht mehr auf Spitzenzeiten. Fuhr Raikkönen im ersten Stint um 1.21.9 min, nahm er später eine ganze Sekunde raus und hielt Massa und Hamilton nur noch auf Abstand. Hätte der Finne ernst gemacht, wäre er dem Feld enteilt. So richtig ist immer noch nicht klar, wie gut der Ferrari eigentlich ist. Man hat im Moment den Eindruck, dass die Italiener nicht das Letzte aus dem Wagen rausholen.

Ein gutes Rennen legte Lewis Hamilton hin. Nach der Kritik aus den letzten Rennen, zeigte er, was in dem McLaren steckt und das er auch ein beständiges Rennen hinlegen kann. Mehr geht bei den Briten im Moment offenbar nicht und das wird sich in den nächsten 14 Tagen wohl auch nicht ändern. Man hat einfach nicht den Speed der Ferrari und muss aufpassen, dass man von BMW nicht überholt wird. Denn hätte Kubica nach dem Start vor Hamilton gelegen, wäre der wohl kaum am Polen vorbeigekommen, denn die Rundenzeiten waren ziemlich identisch. Für McLaren ist es im Moment ein wenig verhext. Jeden Schritt, den man macht, beantwortet BMW und seit diesem Wochenende wohl auch Renault.

Die Franzosen haben den wohl größten Schritt gemacht. Und vermutlich hat das was mit dem leidigen Massedämpferproblem zu tun, mit dem Renault seit der Saison 2006 rumkämpft. Es geht wohl darum, dass man vor allem die Vorderachse ruhig bekommt, um besser und vor allem ruhiger einlenken zu können. Ferrari versucht die Vorderachse offenbar erfolgreich mit dem Loch in der Schnauze zu stabilisieren, BMW und Honda haben das bekannte Flügelwerk. Es geht aber auch wohl mit der Variante, dass man die Flügel abdämpft. Beweglich dürfen diese ja nicht sein, aber keiner hat was davon gesagt, dass man die Aufhängungspunkte nicht mit kleinen Dämpfer versehen darf. Diese Dinger heißen “J-Damper” und werden von McLaren eingesetzt. Kleine Sache, große Wirkung.

Neben Renault hat mich auch mal wieder Honda beeindruckt. Platz sechs ist eine saubere Leistung, die man zwar mit Hilfe der Ausfälle von Alonso, Kovalainen, Rosberg und Piquet bewerkstelligt hat, aber immerhin war man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Japaner sind kurz davor, den Sprung ins Mittelfeld zu schaffen. Wem man eindeutig die Leviten lesen sollte: Adrian Sutil. Da wo er der Deutsche in der ersten Runde überholen wollte, gab es nicht mal eine Lücke. Sutil steht unter Druck, keine Frage. Das Team konzentriert sich zunehmend auf Fisichella, der zudem auch noch keine Fehler macht und sich PR-trächtige Kämpfe mit Heidfeld und den Red Bull geliefert hat. Ich war noch nie ein Fan von Sutil, und nach der gestrigen Aktion werde ich wohl so schnell auch keiner mehr werden. Und sein Team wohl auch nicht. Ich bin weiterhin der Meinung, dass man mit Robert Dornboos besser dran wäre.

Wie man es besser macht, zeigte Nakajima im Williams. Von Platz 12 gestartet gelang ihm ein sauberes Rennen, in dem er sogar den auf Platz acht gestarteten Trulli hinter sich lassen konnte. Er fuhr unspektakulär aber konstant schnell und holte aus dem Williams das raus, was möglich war. Auch er profitierte von den Ausfällen, aber am Ende gewinnt halt auch der, der sein Material schont.

In 14 Tagen gehts auf die wunderschöne Strecke von Istambul, die zwar auch nicht gerade vor Überholmöglichkeiten strotzt, aber immerhin schön anzusehen ist.

NASCAR – Talladega
Das Talladega immer für ein spektakuläres Rennen gut ist, weiß man. Aber gestern legte der Sprint Cup das wohl beste Rennen der laufenden Saison hin. Genauso will man ein NASCAR Rennen haben. Eng, sauber extrem spannend und man weiß bis zur letzten Runde nicht, wer am Ende vorne stehen wird. Es hätte wirklich jede gewinnen können, auch wenn es lange so aussah, dass Tony Stewart und Dale Earnhardt jr. das Rennen unter sich ausmachen würden. Die beiden gelten als die besten Bump Drafter in der Szene und sie stellten dies auch bis zum Schluss unter Beweis. Die Probleme für beide kamen dann aber am Ende. Stewart hatte einen Reifenschaden, der ihn ans Ende des Feldes zurück warf, Junior hatte sich in den letzten Runden einmal beim Drafting verzockt, als er auf die äußere Linie ging, und dort von allen alleine gelassen wurde. Keiner hatte Lust Junior anzuschieben, da man wusste, dass sein Wagen gestern unschlagbar erschien. Da ließ man ihn auf Platz 20 zurückfallen, wo er dann in den Unfall mit Stewart und Labonte verwickelt war. Danach war sein Rennen leider gelaufen.

Deutlich besser war Montoya unterwegs. Die Dodge sind irgendwie komisch. Auf den 1.5 Ovalen sind sie lahm, aber sobald die Luftmengenbegrenzer drauf geschraubt werden, gehen sie ab wie sonst was. Kurt Busch, Kasey Kahne, Stremme und Montoya waren abwechselnd immer vorne zu finden, und vor allem Montoya hatte in der letzten Runde die beste Position für einen möglichen Sieg, als er in einer sensationellen Aktion Jeff Gordon vom zweiten Platz verdrängte. Alles sprach für ihn, doch dann brach im hinteren Mittelfeld die Hölle los und Augangs Turn Zwei gab es in der letzten Runde den “big one”. Da die NASCAR für den Fall kein “Green/White/Checkered” mehr vorsieht, war Kyle Busch der Sieger. Ob er Montoya hätte halten können?

Das Rennen zeigte auch, dass man mit dem CoT ganz wunderbar überholen kann. Man muss nur tricksen. Junior probierte es während des Rennens gleich mehrfach kurz vor der Ziellinie an Stewart vorbei zu gehen. Das machte er, in dem er aus dem Windschatten rausging und sich kurz in Richtung rechten Kotflügel von Stewart fallen. Dort kann sich offenbar noch einmal ansaugen lassen, gleichzeitig nimmt man dem Gegner etwas Anpressdruck. Junior schoss jedesmal an Stewart vorbei. Was ähnliches machte auch Montoya mit Jeff Gordon in der vorletzten Runde und vermutlich hatte selbiges mit Kyle Busch auf der Zielgeraden vor. Schade, dass er das nicht mehr machen konnte, ich hätte das Finish gerne gesehen.

Große Enttäuschungen gab es während des Rennens nicht. RCR kämpft weiter mit einer gewissen Schwäche, die Toyota sind nur bei Gibbs richtig gut und Hendrick Motorsport würde in einem massiven Loch hängen, wenn sie nicht Junior hätten. Es ist nicht mir schleierhaft, warum Johnson und Gordon dieses Jahr soviele Probleme haben, während Junior mit seinem neuen Team so erfolgreich ist. Ich bin mir sicher, dass die beiden noch ein Mini-Comeback werden feiern können und es tut der Serie auch gut, wenn die Seriensieger der letzten beiden Jahre mal nicht so gut unterwegs sind.

Neben dem guten Rennen gab es auch jede Menge Gerüchte. Es dreht sich, wie schon mal erwähnt, um Tony Stewart, der eine Bewegung in die Szene bringt. Mittlerweile gibt es drei Gerüchte, die sich hartnäckig halten:
1. Stewart geht zu Haas/CNC um dort Teambesitzer zu werden
2. Stewart geht zu RCR, um wieder bei Chevy andocken zu können
3. Stewart bleibt bei Gibbs, bekommt aber, ähnlich wie Gordon bei Hendrick, sein eigenes Team

Es wird viel über die engen Geschäftsbeziehungen zwischen Stewart und Chevy geredet, der zu dem gerade in den USA in einem Werbespot zu sehen ist, wo er staunend vor einer Corvette steht. Mit Toyota verbindet ihn wohl nicht sehr viel. Auf der anderen Seite wird Stewart nicht so blöd sein, zu einem Mittelfeld Team zu gehen, um dort erst einmal hinterher zu fahren. Ähnlich die Fernando Alonso motiviert sich Stewart über Siege, nicht über Top 20 Platzierungen. Ich halte die Variante mit RCR durchaus für möglich. Noch gar nicht besprochen wurde die Möglichkeit, dass sich Hendrick Stewart schnappt und den etwas glücklos agierenden Casey Mears ersetzt. Stewart und Junior sind dicke Freunde, womit Hendrick ein Gegengewicht zu der Achse Gordon/Johnson hätte.
Die Frage ist auch, wer Stewarts Platz einnehmen könnte, wenn dieser Gibbs verlässt. Die beiden heissesten Kandidaten sind im Moment: Carl Edwards und Juan Pablo Montoya. Edwards gilt als Ford/Roush-Mann, will aber auch in einem Wagen sitzen, mit dem er gewinnen kann. Bei Montoya wäre ein Wechsel wohl theoretisch möglich, aber kaum wahrscheinlich. Er ist im Moment das Zugpferd von Ganassi und zudem eng mit dem Teambesitzer befreundet.

Stewart hat zumindest das Tor für wochenlange Spekulationen weit aufgestossen.

LMS – Monza
Monza gehört zu meinen Lieblingsstrecken, zeigte aber leider gestern auch zweimal, warum sie so gefährlich ist. Erst flog Dindo Capello ab, weil er auf der Geraden zur Parabolica abgeschossen wurde. Sein Wagen stieg auf und schlug in die Leitplanken ein. Erstaunlicherweise gelang es ihm, den zerfledderten Audi zur Box zu schleppen, wo man ihn trotz abgerissener Aufhängung in knapp acht Runden in Stand setzen konnte. Den zweiten Unfall von Ortelli hab ich schon zur genüge besprochen. Auffällig ist allerdings, dass beide Wagen bei schon geringer Unterluft abhoben. Die Aerodynamik der LMP1 ist so sensibel geworden, dass die Dinger sofort in die Luft gehen, wenn mal was passiert. Wie soll das in Le Mans sein, wenn man über die Kuppen geht? Sehen wir wieder fliegende Wagen, wie damals, als die Mercedes durch die Gegend segelten und Peter Dumbreck nur mit viel Glück einen schweren Unfall kaum verletzt überstand? Der ACO, die für das Regelement verantwortlich sind, müssen dringend etwas unternehmen. Eine Variante wären vielleicht die Flaps, die die NASCAR auf den Autos hat, und die die Wagen einigermaßen auf den Boden halten. Die sind aber nur anwendbar, wenn die LMP1 mit Dach unterwegs sind, bei den offenen Prototypen machen sie keinen Sinn. Die Gefahr, dass bei so einem Unfall ein Wagen aber auch mal über die Streckenbegrenzung segelt, ist auf jeden Fall gegeben. Da muss wirklich was passieren.

Das Rennen war, wie soll es bei einem 1000KM Rennen auch anders sein, ein etwas zäher Brocken. Die Peugeot sind den Audi in Sachen Speed deutlich überlegen. Der R10, vom Konzept her ja auch schon nicht mehr taufrisch, zeigt seine Defizite vor allem in der Gewichtsverteilung. Der TDI ist zu schwer, damit liegt zuviel Gewicht auf der Hinterachse, was das Einlenken in die schnellen Kurven verschlechtert. Gleichzeitig scheint mir der Peugeot Motor auch einen Tick kräftiger zu sein, denn die Audi kommen auch auf den Geraden nicht hinterher. Zudem scheint der Fahrplan der Franzosen zu stimmen. Dass ein Wagen im Rennen Probleme hatte war durchaus einkalkuliert, denn Peugeot setzt teilweise Bauteile ein, die schon seit Sebring im Auto stecken. Man will halt sehen, wie lang die Sachen halten und was dann kaputt geht.

Dass das Rennen in Monza am Ende spannender war, als gedacht, lag an den vielen Safety Car Phasen, die den R10 immer wieder erlaubten, an den Peugeot ranzukommen. Die setzten sich am Ende zwar mit einer etwas fragwürdigen und sehr ruppigen Aktion gegenüber den R10 von Rockenfeller durch, aber im Grunde haben sie verdient gewonnen. Bei Audi werden knapp sechs Wochen vor den 24 Stunden von Le Mans die Alarmglocken klingeln. In Le Mans gibt es zwar auch hier und da Safety Car Phasen, aber die seit wegen der Länge der Strecke nicht so häufig, wie auf anderen Strecken. Und bei dem Speed die die Peugeots haben, ist in Le Mans eine Runde schnell verloren.

Glückwunsch an die Freunde vom Horag Team, die in der LMP2 einen dritten Platz einfahren konnten.

GP2 – Barcelona
Nur kurz – beide Rennen waren durchaus sehenswert, wenn auch auf Grund der Strecke für ein GP2 Rennen eher ruhig. Bruno Senna machte das Beste aus seinen eher mauen Startplätzen und übernahm die Führung in der Meisterschaft. Der eigentliche Meisterschaftsfavorit, Romain Grosjan, hatte ein schlechtes Wochenende, weil er im Training gepatzt hatte und er sich im zweiten Rennen, dass er locker hätte gewinnen können, ein zu hartes Manöver gegen Kobayashi erlaubte, das die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe belegte. Ich bin mir aber sicher, dass Grosjan weiter der Mann ist, den es zu schlagen gilt.

Und sonst?
Die beiden anderen Rahmenrennen der F1 waren auch eher mau. Die neue Formel BWM Meisterschaft (die deutsche und britische Meisterschaft wurden zusammen gelegt) war nett, aber mehr auch nicht. Selbiges galt für den Porsche Cup.

28.04.2008

Aufz. 16:00 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 17:55 Uhr Belcar Zolder MotorsTV
Aufz. 18:20 Uhr FIA GT3 Silverstone MotorsTV
Aufz. 18:45 Uhr FIA GT4 Silverstone MotorsTV
Aufz. 19:10 Uhr LMS Monza MotorsTV
Aufz. 19:15 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 20:15 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 22:15 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 23:35 Uhr British GT Kockhill MotorsTV

29.04.2008

Aufz. 11:55 Uhr GP2 Spanien Premiere
Aufz. 13:05 Uhr British GT Kockhill MotorsTV
Aufz. 13:55 Uhr Porsche Supercup Spanien Premiere
Aufz. 14:00 Uhr ALMS Long Beach MotorsTV
Aufz. 15:20 Uhr LMS Monza MotorsTV
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Spanien Premiere
Aufz. 20:00 Uhr IRL Kansas Premiere
Aufz. 22:45 Uhr LMS Monza MotorsTV

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