Australiens nationale GT-Serie hat dieses Jahr mehrere überarbeitete Rennformate erhalten, indem man sie in drei Kategorien aufgeteilt hat: Australian GT Championship, Australian Endurance Championship und Australian GT Trophy Series. Des Weiteren werden beim Saisonauftakt in Adelaide und bei späteren Rennen einige neue GT3-Boliden ihr Debüt geben.

_15W0319Die AGT war bereits in den letzten Jahren eine Serie, die immer ein starkes Feld aufwies und tolle Rennstrecken im Kalender zu bieten hatte. Auch dieses Jahr konnte man diese Vorteile bewahren und durch viele neue GT3-Boliden noch ausbauen. Doch bevor wir einen Blick auf das 28 Wagen starke Feld für Adelaide werfen, schauen wir kurz in die neu geschaffenen Kategorien.

Die Endurance Championship umfasst vier Rennen (Phillip Island Circuit, Sydney Motorsport Park, Hampton Downs Motorsport Park und Highlands Motorsport Park) und besteht nach aktuellem Stand jeweils aus einem Rennen mit 101 Runden. Für die beiden Veranstaltungen in Neuseeland wird es einen speziellen Cup geben mit einem laut Serie attraktiven Preisgeld. Die GT Championship wird ihre Rennen auf sechs Kursen austragen (Adelaide Street Circuit, Melbourne Grand Prix Circuit, Barbagallo Raceway, Phillip Island Circuit, Townsville Street Circuit und Highlands Motorsport Park). Beim Saisonauftakt in Südaustralien werden drei Rennen mit einer Renndauer von 40 Minuten gefahren. Das Grand-Prix-Wochenende in Melbourne bietet ganze vier 30 Minuten lange Sprintrennen. Hier entfällt jedoch der sonst bei allen Formaten obligatorische Boxenstopp. Die restlichen Rennen dieser Meisterschaft haben das klassische 2*60min-Format.

Mit der von Pirelli präsentierten GT Trophy Series reicht die AGT den Besitzern älterer GT-Boliden die Hand, da man für sie zusammen mit anderen erlaubten Klassen ein Auffangbecken im Rahmen der Shannons Nationals Motor Racing Championships errichtet hat. Zugelassen sind Fahrzeuge aus der aktuellen Australian GT GT3 Challenge, GT Trophy und GT4. Die Möglichkeit eines Einsatzes von GT4-Boliden könnte sich als kluger Schachzug für die Zukunft erweisen. Die GT Trophy Series fährt pro Wochenende zwei 50minütige Rennen auf dem Sandown Raceway, Winton Raceway, im Sydney Motorsport Park, auf dem Queensland Raceway und auf dem Phillip Island Circuit. Sie gehört im Gegensatz zu den anderen beiden Meisterschaften nicht zum Aufgabenfeld der Confederation of Australian Motor Sport (CAMS).

Zusammengefasster Kalender:

DatumKategorieRennstreckeFormat
03. - 06. MärzCAMS Australian GT ChampionshipAdelaide Street Circuit3* 40 Minuten
17. - 20. MärzCAMS Australian GT ChampionshipMelbourne Grand Prix Circuit4* 30 Minuten
(ohne Pflichtboxenstopp)
01. - 03. AprilAustralian GT Trophy SeriesSandown Raceway2* 50 Minuten
06. - 08. MaiCAMS Australian GT ChampionshipBarbagallo Raceway2* 60 Minuten
27. - 28. MaiCAMS Australian GT ChampionshipPhillip Island Circuit2* 60 Minuten
28. - 29. MaiCAMS Australian Endurance ChampionshipPhillip Island Circuit101 Runden
10. - 12. JuniAustralian GT Trophy SeriesWinton Raceway2* 50 Minuten
01. - 03. JuliAustralian GT Trophy SeriesSydney Motorsport Park2* 50 Minuten
08. - 10. JuliCAMS Australian GT ChampionshipTownsville Street Circuit 2* 60 Minuten
29. - 31. JuliAustralian GT Trophy SeriesQueensland Raceway2* 50 Minuten
26. - 28. AugustCAMS Australian Endurance ChampionshipSydney Motorsport Park101 Runden
09. - 11. SeptemberAustralian GT Trophy SeriesPhillip Island Circuit2* 50 Minuten
28. - 30. OktoberCAMS Australian Endurance ChampionshipHampton Downs Motorsport Park 101 Runden
11. - 12. NovemberCAMS Australian GT ChampionshipHighlands Motorsport Park2* 60 Minuten
13. NovemberCAMS Australian Endurance ChampionshipHighlands Motorsport Park101 Runden

(Änderungen sind noch möglich)

Insgesamt erinnert die Überarbeitung stark an das Modell der Blancpain GT Series, welches unter anderem auch die Pirelli World Challenge adaptiert hat. Man darf gespannt sein, ob die verschiedenen Unterserien den langfristigen Erfolg bringen werden, den man sich erhofft hat.

Zudem wird es auch einen neuen Gold Driver Cup geben, welcher Gentleman-Fahrern die Möglichkeit bieten soll, einen aktuell noch unbekannten Preis zu gewinnen. Fahrer, die über 40 Jahre alt sowie Pro 4 oder geringer eingestuft sind und ohne Co-Fahrer die Läufe der Australian GT Championship bestreiten, sind zugelassen. Aktuell haben sich neun Fahrer für den Cup angemeldet, zu denen auch Serienchef Tony Quinn gehört.

Dieses Wochenende wird die AGT als erste größere GT-Sprintserie Rennen mit zahlreichen GT3-Boliden der neuen Generation durchführen (vier Audi R8 LMS, vier Mercedes AMG GT3, ein BMW M6 GT3, ein Lamborghini R-EX sowie fünf Mclaren 650S GT3). Das entspricht knapp der Hälfte des Feldes – bei noch zusätzlichen Fahrzeugwechseln und Neulingen in der Zukunft. Serienmanager Ken Collier erhofft sich, dass Teams aus den V8 Supercars eine Programmerweiterung in Betracht ziehen. Ein passendes Beispiel dafür ist Tekno Autosports, das dieses Jahr mit zwei McLaren 650S GT3 antritt. Außerdem versicherte Collier, dass die meisten Teams sich der GT und Endurance Championship verpflichtet hätten und dass man nach dem Vollzug der Anpassungen mit einem Feld von circa 30 Boliden rechnen könne.

Beim australischen Grand Prix werden sogar zwei Ferrari 488 GT3 ihre kompetitive Weltpremiere feiern (Maranello Motorsport und Vicious Rumour Racing wechseln beide auf das neue Modell). Außerdem möchte Walkinshaw Racing seinen neuen Porsche 911 GT3 R das erste Mal auf dem Barbagallo Raceway einsetzen und ist damit ein weiteres Beispiel neben Tekno Autosports.

Doch erstmal steht der Auftakt auf dem anspruchsvollen und legendären Adelaide Street Circuit an, der letztes Jahr schon viel Spannung und Drama generiert hat:

Auf dem kürzeren V8-Supercars-Kurs mit 15 anspruchsvollen Kurven wird auch das deutsche GT3-Ass und der amtierende AGT-Meister Christopher Mies fahren, der sich einen Jamec-Pem Racing Audi R8 mit Geoff Emery teilen wird. Wer sich genauer für das hierzulande größtenteils unbekannte Fahrerfeld interessiert, findet hier die Entry List.

Da die V8 Supercars, deren Saisonvorschau sehr empfehlenswert ist, mit allen Kategorien anreisen werden und auch weitere reizvolle Rennserien (z.B. Porsche Carrera Cup Australia und die Stadium Super Trucks) im Programm zu finden sind, liegen die Rennen 2 und 3 für Europäer eher günstig:

Rennen 1: Freitag 02:55 Uhr deutscher Zeit (12:25 pm in Adelaide (GMT+10:30))
Rennen 2: Samstag 0:10 Uhr deutscher Zeit (09:40 am in Adelaide (GMT+10:30))
Rennen 3: Samstag 23:30 Uhr deutscher Zeit (09:00 am in Adelaide (GMT+10:30))

Trotz einiger Andeutungen von Seiten der Serienveranstalter steht noch nicht fest, ob es neben den von Fox übertragenden Rennen im Rahmenprogramm der V8 Supercars Livestreams geben wird. Falls sich hier etwas ergibt, vermelden wir es sofort. Aktuell sieht es aber leider so aus, als müsse man sich in den grauen Untiefen des Internets nach Alternativen umschauen. Auch deswegen wird es von der AGT im Racingblog hauptsächlich kleinere Updates geben.

Abschließend wünschen wir Euch viel Spaß beim ersten großen GT-Serien-Wochenende des Jahres.

Bilderquelle: Bathurst 12h