Im vierten Rennen der Saison drehte sich alles um die hohe Streckentemperatur von über 50°C und die damit verbundenen Gripprobleme.

Zunächst kamen jedoch die ersten Probleme auf, als zwei Tag vor dem Rennen die geplante Sprit-Strategie einiger Fahrer für das 60-Minuten-Rennen über den Haufen geworfen wurde. Denn durch das Streckenlayout war es möglich, ohne viel Zeitverlust so viel Benzin einzusparen, dass sie auf einen Boxenstopp hätten verzichten können. Damit dieser weiterhin für alle erzwungen bleibt, reagierte die Rennleitung und änderte das Reglement so ab, dass jeder Fahrer innerhalb der ersten 55 Minuten einmal durch die Box fahren muss, egal ob er tankt oder nicht.

Aber nun zum eigentlichen Renntag. In Okayama waren 66 Fahrer angereist. Unter den fehlenden Fahrern war unter anderen der amtierende Meister Patrick Pichler. Dies hinderte sein Team jedoch nicht daran, sich die Pole Position zu sichern. Mit einer Zeit von 1:29.845 holte sich Maximilian Benecke vom Pure Racing Team dOkayama Start 1ie erste Startposition. Christian Frank von Core Motorsports verpasste diese nur knapp mit 0.040 Sekunden Abstand. Generell dominierten die Farben von Core die Top 10. Das Team stand mit sechs Fahrzeugen in den ersten fünf Reihen.

Beim Start des Sprintrennens konnte Benecke am schnellsten reagieren und sich sofort etwas absetzen. Ebenfalls einen guten Start hatte Ronny Fantini auf Startplatz 4, der direkt an Andreas Dirnberger und Christian Frank vorbeigehen und die Verfolgung von Benecke aufnehmen konnte. Durch die ersten Kurven kamen alle Fahrer ohne Probleme. In Kurve 4 hatte Lars Conrad etwas Pech und wurde von Cedrik Nebelsiek abgeräumt, nachdem dieser beim Anbremsen auf die Kurve aufs Gras kam und die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Nebelsiek musste das Auto in der Box abstellen und konnte sich schon einmal auf Okayama 1das zweite Rennen konzentrieren. Conrad musste zwar auch einen Stopp einlegen, konnte aber mit einem Rückstand von einer Runde das Rennen wiederaufnehmen. Ansonsten blieb der erste Lauf ohne größere Zwischenfälle. Beneckes Sieg war zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet. Auf Platz 2 kam Fantini mit einem Abstand von 1.385 Sekunden ins Ziel. Fünf Sekunden dahinter verzögerte Frank vor der Linie noch einmal, um seinen Teamkollegen Carsten Filmer passieren zu lassen und so einen besseren Startplatz im 60-Minuten-Rennen zu ergattern. Auf P5 kam Andreas Dirnberger, knapp vor Tobias Czerny (+0.390) und Alexander Voß (+0.273). Die ersten Acht komplettierte Nils Koch und durfte damit im darauffolgenden Rennen von der Pole Starten. Den Aufstieg aus dem zweiten ins erste Grid schafften Simon Ehses, Sergej Blum und Pawel Rybak.

Im zweiten Rennen Okayama2konnte Nils Koch seine erste Position am Start verteidigen. Voß blieb auf zwei, nur Dirnberger konnte in der Kurve Czerny passieren und seine Position verbessern. Filmer hatte in Kurve 2 leichte Gripprobleme und musste zunächst drei Autos vorbeilassen. Als dann in der Moss `S‘ noch Angelo Michel vorbeiziehen wollte, kollidierten die beiden Teamkollegen und mussten das Rennen aufgeben. Weiter hinten musste Benecke aufgrund einer Strafe um Position 18 kämpfen und kollidierte beim Start mit John Atkinson und Heiko Mellinghaus. BeOkayama4necke kam dabei ziemlich unbeschadet bei raus, wohingegen Atkinson und Mellinghaus in die Boxenmauer einschlugen. Lars Conrad konnte den beiden Fahrzeugen grade so ausweichen, traf dabei aber Martin Stoellinger leicht am Heck, wodurch dieser die Kontrolle verlor und ebenfalls in die Mauer einschlug. Benecke musste jedoch das Rennen nach einer weiteren Kollision während seiner Aufholjagd zwei Runden später aufgeben. Weiter vorne im Feld musste Hannes Thaler in Runde 7 sein Auto auf P7 liegend abstellen. Grund war eine Kollision mit Christian Kiewitt. Dieser konnte sein Rennen zwar fortsetzten, verlor aber einige Plätze und fiel auf P13 zurück. In Runde Okayama322 kamen die ersten Fahrer dann zu ihren regulären Stopps und das Feld wurde wieder durchgewürfelt. Die beiden Führenden Koch und Voß gingen nur knapp hintereinander in Runde 32 an die Box, jedoch kam Voß schon eine Runde später wieder rein und fiel auf P7 zurück. Für eine Überraschung sorgte in der letzten Runde noch einmal Fantini auf P3. Er hatte sich beim Tanken verrechnet und wäre ein paar Meter vor dem Ziel liegen geblieben. Sein Teamkollege Frank half ihm, indem er ihn etwas anschob, fuhr aber dann vor der letzten Kurve weiter, um nicht selbst noch einen Platz an die folgenden Gunnar Miesen und Alexander Voß zu Okayamaverlieren. Miesen war dies jedoch egal, und statt seine Position zu verteidigen, zog er rechts rüber, ließ Voß passieren und schob Fantini die letzten Meter über die Linie. Eine im Motorsport selten gesehene Geste und im realen Motorsport wohl undenkbar. Nils Koch konnte sich am Ende über einen souveränen Start-Ziel-Sieg freuen. 13 Sekunden dahinter kam Danny Guisa auf P2. Tobias Czerny gelang durch Fantinis Fehler der Sprung auf P3. Zehn Sekunden später kam dann Frank über die Linie.

Als nächstes treffen sich ein Großteil der Fahrer in einer Woche in der Eifel für die vVLN und schon drei Tage später wieder zur DSTM auf dem Sebring International Raceway in Florida. Und einen Tag danach dürfen sich alle über einen langen erwarteten Patch freuen. In diesem kommen eine überarbeitete Grafik mit mehr Tageszeiten, der neue Mercedes AMG GT3 und der Audi R8 LMS und vieles mehr.