An diesem Wochenende stehen die Saisonläufe neun und zehn auf dem Programm. Wir befinden uns also genau in der Mitte der Saison.

Kurve 4 und Anfahrt Kurve 5 (C) John Cote/IndyCar Media

Kurve 4 und Anfahrt Kurve 5
(C) John Cote/IndyCar Media

So langsam wird es für die Fahrer, die Ansprüche auf den Titel anmelden, Zeit, diese auch auf der Strecke zu bestätigen. Das gilt insbesondere für den Titelverteidiger Scott Dixon. Der Neuseeländer liegt aktuell nur auf Platz 8 der Meisterschaftswertung. Wo seine Hauptkonkurrenten Will Power, Helio Castroneves, Ryan Hunter-Reay und Simon Pagenaud schon alle mindestens einen Sieg zu Buche stehen haben, steht bei Dixon nur ein magerer dritter Platz. Im Vorjahr hat er mit einem Sieg und Platz 2 in Houston aber einen großen Schritt in Richtung Titel gemacht. Auf der anderen Seite musste sein Teamkollege Dario Franchitti nach dem Unfall in Kurve 5 seine Karriere beenden. Dixons Erinnerungen an Houston dürften also nicht nur positiv sein.

In Houston ist natürlich auch Sommer und das mit Temperaturen von 30 bis 35 Grad Celsius. Für die Fahrer sollte dies kein größeres Problem darstellen. Im Gegensatz zu anderen Serien dürfen sie vor und während des Rennens Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Hitze kann aber zu Problemen an der Technik der Wagen führen. Vor allem durch den stehenden Start entsteht eine überdurchschnittliche Hitzebelastung im Motor. Die IndyCar Series weiß aber sicher ganz genau, was sie macht!?

Strecke

(C) IndyCar Media

Reliant Park, Houston
(C) IndyCar Media

Der Grand Prix of Houston wird auf den Straßen im Reliant Park ausgetragen. Mit 1,7 Meilen (2,7 km) ist die Strecke sehr kurz und bei zehn Kurven trägt selbst die längste Gerade diesen Namen fast zu Unrecht. Die Start- und Zielgerade an der Reliant Arena mündet in einen leichten Linksknick. Eine Links-Rechts-Schikane führt zur ersten 90 Grad Linkskurve. Kurve 4, eine Spitzkehre, endet in eine lange Rechtskurve um den Astrodome herum. Kurve 5 und die anschließende kurze Gerade sind der längste Vollgasteil der Strecke. Es folgen vier der üblichen 90-Grad-Stadtkurs-Kurven. Kurve 7 ist wenigsten etwas weiter. Ein Linksknick bringt die Fahrer schon wieder zurück auf die Start- und Zielgerade. Überholen ist fast unmöglich und Dank der Kürze der Strecke steckte der Führende schnell im Überrundungsverkehr fest.

Favoriten

Eigentlich kann sich Will Power derzeit nur selbst stoppen. Sogar auf den Ovalen von Indianapolis und Texas war er ganz vorne dabei. Sieben der letzten zehn Rennen beendete er in den Top 2! Diese beeindruckende Serie begann mit dem zweiten Rennen in Houston, das er gewinnen konnte. Sollte er sich an die Boxengeschwindigkeit halten und auch Simon Pagenaud aus dem Weg gehen, steht dem Fortbestehen der Serie eigentlich nichts im Wege.

Geht man von den Ergebnissen im Vorjahr aus, sollte Scott Dixon sein schärfster Konkurrent sein. So ganz rund läuft es bei Chip Ganassi Racing aber noch nicht. Doch auch im letzten Jahr war die erste Saisonhälfte eher unauffällig, bevor das Team dann in Pocono regelrecht explodierte. Abschreiben würde ich das Team erst, wenn es auch rechnerisch keine Chance mehr auf den Titel hat.

Vergessen darf man natürlich auch Will Powers Teamkollegen nicht. Helio Castroneves fährt wieder eine richtig gute Saison. In der Gesamtwertung fehlen ihm nur 39 Punkte auf Power. Juan Pablo Montoya kam zwar bisher besser auf den Ovalen zurecht, aber Platz 4 in Long Beach zeigte, dass er auch das Fahren auf Stadtkursen nicht ganz verlernt hat.

Hinter Team Penske ist ganz klar Andretti Autosport das zweitbeste Team zurzeit. Besonders Ryan Hunter-Reay überzeugte schon mit zwei Saisonsiegen. Dem stehen aber auch drei DNFs entgegen. Marco Andretti ist deutlich unauffälliger aber auch konstanter unterwegs. Auch Carlos Munoz bestreitet eine gute Rookiesaison. Nur James Hinchcliffe fällt ein wenig ab. Mit den Plätzen 5 und 6 beim Double-Header in Detroit zeigte aber auch er, dass er eigentlich besser ist, als Gesamtrang 11 es zurzeit ausdrückt.

Abseits der Topteams sind mögliche Siegkandidaten vor allem Simon Pagenaud und Mike Conway, die sich schon in diesem Jahr in die Siegerlisten eintragen konnten. Mit Jack Hawksworth und Josef Newgarden sollte man zwei weitere Fahrer im Auge behalten. Beide waren in den letzten Rennen teilweise sehr gut unterwegs, hatten aber einiges Pech im Rennen. Den kleinen Teams von Bryan Herta und Sarah Fisher, die vor zwei Wochen wieder Mutter geworden ist, wünscht man eigentlich mehr Glück.

Die Entry List (PDF) umfasst die üblichen 22 Teilnehmer.

Zeitplan (times local; MESZ)

Freitag, 27. Juni

10:00 – 10:45 a.m. (17:00 – 17:45) – Verizon IndyCar Series practice #1
1:55 – 2:40 p.m. (20:55 – 21:40) – Verizon IndyCar Series practice #2
2:40 – 2:50 p.m. (21:40 – 21:50) – Verizon IndyCar Series standing start practice

Samstag, 28. Juni

10:00 – 11:10 a.m. (17:00 – 18:10)  – Verizon IndyCar Series qualifying for the Verizon P1 Award (Knockout qualifying/Firestone Fast Six), NBCSN (Taped, 2 p.m. ET)

2:43 p.m. (21:43) – Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston (90 laps/153 miles), NBCSN (Live)

Sonntag, 29. Juni

10:00 – 10:30 a.m. (17:00 – 17:30) – Verizon IndyCar Series qualifying for the Verizon P1 Award (Two Groups)

2:50 p.m. (21:50) – Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston (90 laps/153 miles), NBCSN (Live)

Beide Rennen werden live von Sport1 US übertragen.

Neben der Aussicht auf hohe Temperaturen gibt es für das Wochenende aber auch ein gewisses Risiko von Gewittern. Vor allem am Samstag könnte es während des Rennens unangenehm werden.

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