Ein spannenderes Finale als das der ADAC GT Masters hätte es wohl gar nicht geben können. Kollisionen, technische Probleme und sogar eine Rennunterbrechung gab es in den beiden Rennen.

ADAC GT Masters Hockenheim

ADAC GT Masters Hockenheim

Die Vorzeichen vor dem Saisonfinale standen auf ein Duell zwischen Diego Alessi und Daniel Keilwitz in der Callaway Corvette gegen Maximilian Buhk und Maximilian Götz im Polarweiss Racing SLS GT3, und so sollte es auch kommen. Nach den beiden Qualifyings sah es etwas besser aus für die beiden Maxis, jedoch hatten Keilwitz und Alessi ein kleines Punktepolster. Als ganz große Favoriten um Siege gingen hingegen die Ford GT Piloten Frank Kechele und Dominik Schwager in die beiden Rennen, nachdem man die Qualifyings teilweise dominiert hat.

Rennen 1
Im ersten Rennen ging Frank Kechele von der Pole ins Rennen vor Maximilian Buhk. Robert Renauer ging von Platz 5 in das Rennen, Diego Alessi nur von Platz 10. Doch der Start selbst wurde überschattet von einem bösen Unfall von Gerd Beisel, der sich ganz hinten im Feld abspielte. Nico Verdonck im Phoenix Audi R8 LMS Ultra schob Beisel in einen der JRM Nissan. Dabei verlor Beisel die Kontrolle über sein Wagen und knallte mit ca. 200km/h in die innere Streckenbegrenzung. Bei dem Aufprall wird ihm das HANS-System aus der Halterung gerissen, sodass er prinzipiell noch froh sein kann, dass er “nur” mit Rippenbrüchen aus diesem Unfall herausgekommen ist. Auch von dieser Stelle wünscht der gesamte Racingblog noch eine gute Genesung an Gerd Beisel!

Als sich das Feld aufgrund des folgenden Rennabbruchs zusammengestaucht hat, kam es zudem noch zu einem Überschlag von Rahel Frey. Sie wollte anscheinend in der Parabolica-Geraden einem anderen Fahrzeug ausweichen, ist aufs Gras ausgewichen und hat sich dann überschlagen. Glücklicherweise konnte sie allerdings ohne Verletzungen sofort aussteigen.

Nach einer 30 minütigen Rennunterbrechung wurde dann das Rennen neu gestartet mit einer Restzeit von 40 Minuten. Logischerweise war nun das Boxenstoppfenster zwischen Minute 15 und 25.

Beim Restart selbst blieb es glücklicherweise ruhig, dies kam auch dadurch, dass man dieses Mal einen Single-File-Start hatte. Renauer konnte allerdings relativ schnell an Jahn im Farnbacher Racing Porsche vorbeigehen und damit wertvolle Punkte für die Gesamtwertung holen.

Schon wenige Runden nach dem Restart wurde klar, dass Kechele im Ford GT der schnellste im Feld ist. Er konnte sich schon nach zwei bis drei Runden ca. drei Sekunden vom restlichen Feld absetzen. Nicht so erfolgreich lief es bei Alessi, der nicht von Platz 10 nach vorne kam. Drama gab es dann bei Rene Rast, dem einfach der Audi R8 mehrfach ausging. Besonders bitter war das, da er der bestplatzierte Pilot von Prosperia C Abt Racing war und daher Punkte für die Teamwertung sammeln wollte. Er musste den Wagen dann später im Rennen noch abstellen. Probleme gab es dann auch noch beim letzten verbliebenen Prosperia Audi. Als Markus Winkelhock den Wagen zum regulären Boxenstopp bringen wollte, kam es plötzlich zu einem Leck im Kühlsystem und das Wasser spritzte aus dem Wagen raus.

Ansonsten wäre noch zu erwähnen, dass Farnbacher/Frommwiller zu kurz in der Box waren und daher zu einer Drive-Through-Strafe antreten mussten. Der große Gewinner der Zeit nach den Boxenstopps war Daniel Keilwitz, der sich immerhin noch auf Platz 5 nach vorne schieben konnte. Hinten im Feld kam es zudem noch zu Drehern von Philipp Geipel im THE BOSS YACO RACING R8 LMS Ultra und von Remo Lips in einer der vielen Callaway Corvettes. Beides sollte allerdings weder für das Rennen noch für die Meisterschaft entscheidend sein.

Dominik Schwager im Ford GT konnte dann schließelich als Erster den Zielstrich überfahren, vor Maximilian Götz und Robert Renauer. Keilwitz kam als fünfter ins Ziel, sodass die Titelentscheidung offen blieb. In der Gentlemen-Wertung konnte sich allerdings Christina Nielsen den Titel durch einen Sieg und den Ausfall ihres Konkurrenten René Bourdeaux schon vorzeitig sichern.

Das komplette Ergebniss gibt es hier

SaReNi United – die mit dem Camaro einen Gaststart machen wollten – konnten am ersten Rennen nicht teilnehmen, da unter der Woche der Motor kaputt ging

Rennen 2
Im zweiten Rennen ging Jeroen Bleekemolen von der Pole in das Rennen. Dahinter konnten sich Buhk, Schwager und Keilwitz platzieren. Doch direkt am Start sollte sich das Bild an der Spitze verändern, da Keilwitz nicht sehr gut durch die ersten zwei Kurven kam und dann auch noch von Simon Knap im DB Motorsport Z4 GT3 in der Spitzkehre gedreht wurde. Dies bedeutete das er sich nun von ganz hinten irgendwie nach vorne kämpfen musste. Als Strafe gab es für Knap eine Durchfahrtsstrafe, am Ende sollte es noch für Platz 11 reichen.

Doch schnell konnte Keilwitz wieder an den anderen vorbeifahren, sodass er schon nach zehn Minuten wieder ca. 15 Positionen gut gemacht hat. Allerdings darf man auch fragen, ob die Corvette nicht wieder ein bisschen zu stark eingestuft wurde, da man einfach an den anderen auf der Geraden vorbeifahren konnte. Eine Divebomb hat Remo Lips hingelegt, dabei hat er Jody Fannin im JRM Nissan und Enzo Ide im Phoenix Audi gedreht. Fannin hat sich später nochmal mit einem Anstupser bei Lips revanchiert.

Nach einem Fahrfehler von Maximilan Buhk kann Frank Kechele an ihm vorbeigehen. Nur wenige Runden später erleidet der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 der beiden Maxis einen Motorschaden, sodass der Titel außer Reichweite ist. Besonders bitter ist der technische Schaden, wenn man bedenkt, dass der SLS sonst eines der solidesten Fahrzeuge überhaupt in der GT3-Szene ist. Dank des Ausfalls würden selbst bei einem Ausfall nur Keilwitz und Alessi den Titel gewinnen, solange Renauer nicht auf das Podium kommt.

Keilwitz konnte allerdings schon während seines Stints auf Platz 6 vorfahren. Nach den Boxenstopps kann Kechele nach einer Runde an dem Amateur Toni Seiler vorbeigehen. Seiler fällt im weiteren Verlauf des Rennens zudem noch aus. Für die Teamwertung ist dies äußerst interessant, da dadurch Rene Rast im Prosperia ABT R8 vor den Corvettes liegt und damit Prosperia ABT den Teamtitel sichert.

Der Grund für den Ausfall von Seiler war, dass er den Wagen verlor, als er Claudia Hürtgen ausweichen wollte. Sie hatte 15 Minuten vor Schluss noch einen Reifenschaden erlitten. Beim Ausweichen verlor Seiler den Wagen und fuhr ihr in den Wagen. Als Folge der Kollision mussten beide ihre Fahrzeuge abstellen und das Rennen aufgeben.

Wie schon am Vortag erreichte der Lambda Performance Ford GT als erstes den Zielstrich. Auf Platz 2 kam Rene Rast vor Markus Winkelhock ins Ziel. Fünfter wurden die neuen Meister Daniel Keilwitz und Diego Alessi! Wie schon geschrieben ging der Teamtitel an Prosperia C. Abt Racing, durch den 2. Platz von Rast.

Das komplette Ergebnis gibt es hier
Meisterschaft

Das war es also schon wieder mit der GT Masters Saison 2013. Ich danke allen Lesern des Blogs und natürlich dem Team selbst. Von mir gibt es nächste Woche nochmal einen Bericht über den JRM Auftritt am Hockenheimring, und im Dezember den üblichen Jahresrückblick. Eventuell gibt es auch noch einen Saisonrückblick, aber da möchte ich noch nicht zu viel versprechen.