V8 Supercars: Testwochenende Sydney 2013

Wir ziehen ein erstes Fazit nach dem offiziellen Testtag und werfen einen Blick voraus.

Bild: André Queree / Flickr

Bild: André Queree / Flickr

Es war der Tag, auf den die V8-Welt gewartet hat, das erste große öffentliche Aufeinandertreffen der Kontrahenten beim offiziellen Testtag auf dem Sydney Motorsport Park (auch bekannt als Eastern Creek). Zahlreiche Zuschauer strömten an die Strecke, um einen ersten Blick auf die neuen Boliden zu ergattern und dem Sound der V8-Motoren zu lauschen.

Die erste Session begann am Samstagmorgen gegen 9 Uhr Ortszeit, die Motoren fingen an aufzuheulen und Dean Fiore von Lucas Dumbrell Motorsport begab sich als erster auf die Strecke. Schon nach den ersten Runden war klar: Hier geht es nicht nur um die goldende Ananas, sondern um eine erste Standortbestimmung. Die morgendliche Session war geprägt von kurzen, schnellen Stints, anschließend ging es direkt wieder in die Garage, um Setup-Veränderungen vorzunehmen.

Man könnte meinen, RBRA/Triple Eight Race Engineering würde die Tests dominieren, doch weit gefehlt, denn ein anderes Holden-Team gab den Ton an. Die beiden Piloten Jason Bright (Team BOC) und Fabian Coulthard (Lockwood Racing) von Brad Jones Racing landeten am Ende des Tests auf den Plätzen eins und zwei, dicht gefolgt von James Courtney vom Holden Racing Team, dem Holden-Werksteam, und zur Überraschung vieler einem Nissan mit Rick Kelly. Doch Nissan hatte trotz des guten Resultats einige Probleme, so musste Rick Kelly beispielsweise an die Box wegen Rauchs aus dem Motorraum und Ölverlust; Markenkollege James Moffat hatte gar mit Elektronikproblemen zu kämpfen – was die konkreten Hintergründe waren, ist noch unklar. Bester Ford Falcon FG war Will Davison; er fand sich am Ende auf dem 14. Platz wieder, die Mercedes AMG Fraktion von Erebus landete mit Lee Holdsworth auf dem 19. Platz. Unser deutscher V8-Supercar-Rookie Maro Engel beendete die erste Session auf dem 24. Platz.

Übersicht Top10 Session 1:

#1. Jason Bright – Holden VF Commodore – 1.30.633
#2. Fabian Coulthard – Holden VF Commodore – 1:30.765
#3. James Courtney – Holden VF Commodore – 1:30.792
#4. Rick Kelly – Nissan Altima L33 – 1:30.879
#5. Jonathon Webb – Holden VF Commodore – 1:30.973
#6. Scott McLaughlin- Holden VF Commodore – 1:31.020
#7. Craig Lowndes – Holden VF Commodore – 1:31.051
#8. Shane van Gisbergen – Holden VF Commodore – 1:31.201
#9. Alexandre Prémat – Holden VF Commodore – 1:31.377
#10. James Moffat – Nissan Altima L33 – 1:31.400

Vor dem Beginn der zweiten und damit auch letzten Session gab es einen kräftigen Regenguss, welcher die Strecke verhältnismäßig rutschig machte. Nach Abtrocknen der Strecke ging es dann aber wieder ordentlich zur Sache: Die Zeiten purzelten Runde für Runde in den Bereich der morgendlichen Session – man hatte inzwischen den Eindruck, als würden die Herren ein “Shootout” fahren.

Abermals sicherten sich die BJR-Fahrer Jason Bright und Fabian Coulthard die Plätze eins und zwei. Bright fuhr ganz nebenbei eine neue Trainingsbestzeit von 1:28:965 heraus. Er unterbot die alte Zeit von 1:29:239 um zwei Zehntel – was auch zeigt, wie verdammt schnell das neue COTF tatsächlich ist. Hinter den beiden Holden von Brad Jones Racing reihte sich Craig Lowndes ein; er hatte im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Jamie Whincup einen reibungslosen Testtag. Komplettiert wurden die Top 5 durch Dean Fiore und Rick Kelly. David Reynolds im Ford kam auf den 7. Platz, gefolgt von Markenkollege Mark “Frosty” Winterbottom. Maro Engel fuhr in seinem SP Tools Racing Mercedes AMG auf den 14. Platz und war zugleich bester Mercedes AMG. Titelverteidiger Whincup kam vor allem in Session Eins nicht richtig in die Gänge (P18), in der zweiten Session lief es besser und am Ende reichte es für ihn zum 7. Platz.

Übersicht Top10 Session 2:

#1. Jason Bright – Holden VF Commodore – 1.28.965
#2. Fabian Coulthard – Holden VF Commodore – 1:29.005
#3. Craig Lowndes – Holden VF Commodore – 1:29.361
#4. Dean Fiore – Holden VF Commodore – 1:29.509
#5. Rick Kelly – Nissan Altima L33 – 1:29.622
#6. Scott Pye – Holden VF Commodore – 1:30.353
#7. Jamie Whincup – Holden VF Commodore – 1:30.452
#8. David Reynolds – Ford Falcon FG – 1:30.517
#9. Mark Winterbottom – Ford Falcon FG – 1:30.524
#10. Jonathon Webb – Holden VF Commodore – 1:30.625

 

Unser Fazit:

Holden: In der Summe keine größeren Probleme und auf den harten wie auch auf den weichen Reifen eine Bank. Holden kann sich diese Saison nur selbst schlagen. Bei dem mäßigen Abschneiden von RBRA/Triple Eight vermute ich, dass sie ihr wahres Potenzial noch nicht zeigen wollten.

Ford: Noch jede Menge Arbeit vor sich, in Session Zwei ließ man leicht aufblitzen, was aktuell möglich ist.

Nissan: Bis auf kleinere technische Probleme bei Rick Kellys und James Moffat Nissan Altima ein hervorragender Einstieg; macht Hoffnung auf einige Podestplätze.

Mercedes AMG: Man merkt, dass Erebus die Zeit gefehlt hat, um die Boliden optimal vorzubereiten, nichtsdestotrotz habe ich ein gutes Gefühl bei der Sache und wenn man die Arbeit so akribisch und ehrgeizig fortsetzt, könnte man zur Mitte der Saison in die Top-10 vorstoßen.

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