V8 Supercars: Racingblog goes Down Under!

Neue Serien braucht das Land! Ab sofort werden wir hier im Racingblog auch aktuell und, wenn es geht, live über die australische V8 Supercars Serie berichten. Einen ersten Eindruck von der Serie gibt es im folgenden Artikel.
v8-supercar2-300x185 Vor drei Jahren haben wir angefangen, die australische V8 Supercars Championship ausführlich zu verfolgen, seitdem sind wir davon so fasziniert und gefesselt, dass wir uns Ende 2012 dazu entschlossen haben, unsere Berichterstattung bis nach Australien auszudehnen!

Obwohl die V8 Supercars die letzten Jahre nur aus zwei Herstellern bestand, bezog die Serie ihren Reiz aus dem großen Duell der beiden Hersteller Ford und Holden.

Wir werfen einen kurzen Blick zurück und beschäftigen uns mit diesem Duell, welches die V8-Serie entscheidend geprägt hat.

 

Holden vs. Ford

Die Rivalität zwischen den beiden Herstellern Holden und Ford mag für hiesige Motorsport-Interessierte und -Fans nur schwer nachvollziehbar sein. Natürlich gibt es auch hierzulande BMW-Puristen, die sich nie in ein Auto setzen würden, das vier Ringe auf der Haube hat und aus einem Werk in Ingolstadt gerollt ist. Doch wer von uns würde sich zum Beispiel das Emblem seines favorisierten Fabrikats auf die Brust tätowieren oder seinem Kind den Namen seines, sagen wir mal, Lieblings-Audi/BMW/Mercedes-Fahrers geben?

Oder man stelle sich ein Formel-1-Rennen vor, bei dem es getrennte Fanlager der McLaren- und Ferrari-Anhänger gibt, die Fangesänge anstimmen, und in Einzelfällen sogar aufeinander losgehen.
In Australien ist dies alles gar nicht so ungewöhnlich. Dort werden beispielsweise bis heute noch Kinder auf den Namen Brock getauft – nach Peter Brock, der australischen Holden-Legende, die 2006 bei einem Rallye-Unfall ums Leben kam.

Eine derartige Identifikation gibt es in Europa fast nur im Fußball. Man könnte es gleichstellen mit der Rivalität von Dortmund und Schalke oder FC Barcelona und Real Madrid. Man kann sich einfach nicht aussuchen, ob man nun Ford- oder Holden-Anhänger ist, man wird dort hineingeboren. Es ist also fast schon eine Religion.

Ihren Anfang nahm die Rivalität Holden vs. Ford noch vor den 1960er Jahren, bevor es die ersten Tourenwagen-Meisterschaften in Australien gab. In den 1950er Jahren war jedes zweite Auto in Australien ein Holden, bis es ab 1960 immer mehr ausländische Hersteller nach Down Under zog.

Die Konkurrenz zwischen Holden bzw. Ford und den zugezogenen Marken wurde stärker, und in der Ölkrise setzten immer mehr Leute auf kleinere, schwächer motorisierte Autos. Trotzdem blieben der Ford Falcon und der Holden Commodore die am meisten verkauften Autos in Australien.

Und obwohl heute viele V8-Supercar-Fans weder Ford noch Holden fahren, die Rivalität blieb, man übertrug sie schlicht und einfach auf die Rennstrecke.

1993 verstärkte sich der Konkurrenzkampf der beiden Marken sogar. Man splittete die damals noch unter dem Namen Australian Touring Car Championship fahrende Meisterschaft in zwei Klassen, in unter 2.0l und über 2.0l Hubraum. In der letzteren waren nun die 5.0l-V8-Motoren von Holden und Ford zugelassen, und aus dieser Klasse wurde ab 1998 die V8 Supercars Championship, bestehend ausschließlich aus Ford Falcon und Holden Commodore.

Zeitweise trug diese nun auf diese beiden Marken konzentrierte Rivalität ziemlich absurde Züge. Als beispielsweise Craig Lowndes (1999 erster V8 Supercars Champion auf einem Holden) 2001 erst vom Holden-Werksteam HRT zu einem Ford-Team wechselte und sein späteres Team Triple Eight Racing 2010 von Ford zu Holden wechselte, erhielt Lowndes sogar Morddrohungen.

Die bestehende Rivalität der beiden Platzhirsche Holden und Ford wird natürlich auch in Zukunft bestehen bleiben und es wird interessant zu sehen sein, welchen Status die neuen Hersteller Nissan und AMG/Mercedes bei den V8-Supercar-Fans erarbeiten können.

Wir werden euch auf jeden Fall mit allen Informationen zu den Teams und Fahrern auf dem Laufenden halten, so dass ihr bestens auf die Saison 2013 vorbereitet seid!

 

Zum Abschluss, die Geschehnisse der letzten Woche:

Da hätten wir zum einen ShaneThe Gizvan Gisbergen, der Neuseeländer trieb bis zuletzt die V8-Fans zur Verzweiflung. Noch im Dezember 2012 hatte “The Giz” angekündigt die V8 Supercars zu verlassen, er hatte einfach nicht mehr das Gefühl, als ginge es mit seinem Team Stone Brothers Racing voran. Deshalb brauche er Abstand von diesem Sport und wolle sich anderen, persönlichen Interessen widmen, Rallye, Drifting etc.

 Inzwischen sind einige Wochen vergangen, da tauchen die ersten Gerüchte auf: Shane Van Gisbergen würde 2013 doch wieder in einem V8 Supercar Boliden sitzen.

 Anfangs nahm man an, es handele sich nur um Einsätze bei den Endurance- Läufen, doch weit gefehlt, denn Shane hat mehr vor.

 Jonathon Webb, Fahrer und Sohn von Stephen Webb, Teambesitzer von Tekno Autosports, einem kleinen Privatteam mit Sitz an der Goldküste Australiens, hatte ein Auge auf den talentierten Neueseeländer geworfen. Noch im Dezember vergangen Jahres traf man sich zu ersten Gesprächen.

Webb, welcher vor kurzen einen strategisch wichtigen Deal mit dem Holden Top-Team Triple Eight Racing Engineering, jetzt Red Bull Racing Australia, eingefädelt hatte – Triple Eight baut für Tekno Autosports die Boliden auf – machte dem Neuseeländer kurzerhand ein Angebot für einen “Full-Time Seat”.

Shane lies sich daraufhin nicht lange bitten und unterschrieb bei Tekno Autosports, denn schließlich würde er jetzt mit Top-Material arbeiten, welches beide Autos unweigerlich in die Top5 katapultiert, und hätte damit eine echte Chance auf den Meistertitel.

Am 23.01.2013 war es dann endlich soweit, Tekno Autosports und Shane van Gisbergen verkündeten das worauf alle V8 Fans gewartet haben.

“Shane van Gisbergen talks about move to Holden in the V8 Supercars”

Shane van Gisbergen wird Michael Patrizi beerben und den zweiten Tekno Autosports Holden Commodore fahren.

 

Ähnlich verlief es mit Casey Stoner

2013-Stoner2-300x232.jpgEinen Tag nach dem australischen Nationalfeiertag, dem „Australia Day“, hat Red Bull Racing Australia/Triple Eight Racing Casey Stoner offiziell vorgestellt. Stoner wird das Team in diesem Jahr in der Dunlop Series vertreten, der Zweiten Liga der V8 Supercars, wenn man so will, und dort alle sieben Saisonrennen bestreiten. Als Einsatzwagen erhält er dafür den 2010er Holden Commodore mit dem Craig Lowndes zusammen mit Mark Skaife das Bathurst 1000 gewann.

Diese Meldung kommt alles andere als überraschend, war die Verpflichtung von Stoner doch seit mindestens Mitte des vergangenen Jahres ein offenes Geheimnis in der V8-Szene. Zur Erinnerung: bereits Ende 2011 durfte Stoner seine ersten Testkilometer im Einsatzfahrzeug von Craig Lowndes abspulen, um die nötige Erfahrung für einen zukünftigen Einsatz zu sammeln.

Sein Debüt feiert Stoner bereits am ersten März-Wochenende (1. bis 3. März) in Adelaide, im Rahmen des Clipsal 500.

Pressemitteilung

(Bilder: http://v8dailydump.com.au)

15 thoughts on “V8 Supercars: Racingblog goes Down Under!

  1. Jan
    30. Januar 2013 at 11:50

    Das Angebot hier wird immer kompletter, da braucht man ja gar keine anderen Motorsportseiten mehr. :)

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  2. Dirk
    30. Januar 2013 at 13:10

    Tolle Nachricht, denn das was ich von der Serie bisher gesehen habe war immer vielversprechend.
    Gibt es eine Möglichkeit die Rennen streßfrei per offiziellen Stream oder hier empfangbare Sender zu verfolgen?

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  3. tbz
    30. Januar 2013 at 13:38

    Danke Dirk.

    nun, aktuell ist zumindest die TV Situation in Australien unter Dach und Fach (Seven hat die Rechte für zwei weitere Jahre sicher). Was uns hierzulande erwartet weiß man bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

    Ob z.B. MotorsTV (wie schon 2012) die Rennen als Re-Live, eine Woche später, zeigt ist ebenfalls noch völlig offen.

    Einen offiziellen Livestream gab es bis 2012 via bigpond, Der Vertrag lief 2012 aus und wurde auch nicht verlängert. Aktuell ist man auf der Suche, für dieses sehr lukrative Produkt, nach einem neuen Web-Broadcast Partner.

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  4. Reiner
    30. Januar 2013 at 14:05

    Wäre toll, wenn Ihr noch sagen könntet, wo und wie man diese scheinbar so Interessante Serie auch sehen kann.

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  5. Florian
    30. Januar 2013 at 14:28

    Die meisten Rennen gibt es dann auch immer in voller Länge im Youtube Channel der V8SC: http://www.youtube.com/user/V8SupercarsOfficial
    Die großen Rennen wie Bathurst, Goldcoast und Philipp Islang gab es die letzten 2 Jahre auch immer auf Youtube live für uns Europäer.

    Ich denke mal die Ausstrahlung bei Motors TV wird wie die letzten 10 Jahre bleiben inkl. auch deutschem Kommentar. Wobei man da obwohl sie es ganz gut machen, besser zum englischen Kommentar wechselt, sofern man nur ein bisschen der Sprache mächtig ist. Ich hoffe das man doch zumindest die Rennen, die nicht um 2-3 Uhr Nachts sind sondern auch mal um 0 Uhr oder eben 6 Uhr starten doch live zeigt.

    Freue mich, dass der Racing Blog die Sache auch nun ganz ins Repertoire nimmt, neben der BTCC und dahinter einreihend der WTCC sicher der tollste und unterhaltenste Tourenwagensport den man momentan (zumindest die letzten 2-3 Jahre in denen ich intensivst jedes Rennen BTCC, V8SC und WTCC gesehen habe) bestaunen kann. Mehr Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall richtig für diese Serie.

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  6. Florian
    30. Januar 2013 at 14:47

    Sehr schön auch der Red Bull Trailer wenn man die Nasen kennt :-)

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  7. Stephan K.
    30. Januar 2013 at 15:23

    Übrigens könnte diese Rivalität Holden/Ford auch aus den USA herrühren. Da gab es zeitweise richtige Glaubenskriege zwischen Ford, GM (Holden ist eine GM Marke, der Commodore meines Wissens nach auch die Basis für den neuen Pontiac GTO gewesen) und MOPAR (Chrysler).

    Sei es wie es sei: ich freu mich drauf, solang es V8 Motoren zu hören gibt, bin ich auch dabei! :-)

    LG,

    Stephan

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  8. Keijo Keke
    30. Januar 2013 at 17:51

    Großartige Nachricht. Bin seit einigen Jahren begeisteter Anhänger dieser unglaublichen Meisterschaft die in Europa leider noch einen geringen Stellenwert hat.

    Ein Vergleich mit der DTM sei an dieser Stelle angebracht:
    Die V8′s fahren deutlich mehr Rennen, haben längere Distanzen,
    unterschiedliche Rennformate, die es den Events ermöglichen einen eigenständigen Charakter zu entwickeln, ein spannendes Top10 Qualifying-Format,
    hohe Zuschauerzahlen am ganzen Wochenende, überdurchschnittlich viele spannende Rennen,
    eine spektakuläre Show rundherum (XXXX Angels für die, dies kennen ;-), viele Rahmenserien,
    Top-Fahrer, mittlerweile auch europäische Größen (Klien, Premat) und das geilste Rennen des Jahres in Surfers Paradise mit einer Auswahl internationaler Spitzenrennfahrer.

    Und die DTM?

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  9. Reinhard54
    30. Januar 2013 at 19:54

    ThomasB, danke für diesen schönen Beitrag.
    Neben dem informativen Einblick in die aktuelle Serie finde ich den historischen Rückblick sehr interessant! – Da kann man nur hoffen, daß die “Gods of Stream” uns Europäern gnädig gestimmt sind.
    Im Übrigen stimme ich Jan (Kommentar #1) vollinhaltlich zu!
    Ich freue mich auf weiter Beiträge von Dir zu dieser Serie.

    *grübel* wieso hab ich immer große Probleme beim dem Begriff “Holden Commodore”…? – ich hab da “Opel” im Hirn…. (gehört ja uch zu GM.. also Opel…)
    LG
    Reinhard54

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  10. tbz
    30. Januar 2013 at 20:41

    Wenn ihr Fragen habt oder euch etwas besonders interessiert, (Teams, Fahrern, Reglement, Autos oder Strecken) könnt ihr uns gerne eure Fragen per Email (an info.blog@racingblog.de – Betreff V8SC) zusenden oder uns direkt im Chat ansprechen. Wir werden dann in einen der kommenden Artikel präziser auf eure Fragen eingehen.

    Wenn wir gewusst hätten was für eine Welle der Begeisterung wir damit auslösen.. :)

    Vielen Dank für euer durchgehend positives Feedback, es hat uns echt umgehauen!

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  11. Florian
    30. Januar 2013 at 22:08

    Man sollte vllt mal auf die Details des “car of the future” eingehen. Gab zwar hier und da Videos und kurze Erklärungen aber wäre vllt als Einstieg für Serienfremde ganz gut mal genauer auf die Technik der Autos einzugehen, ggf. auch Vergleiche mit nem DTM oder S2000 Tourenwagen die ja sonst hier in Europa eher rumgeigen ;-)

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  12. tbz
    30. Januar 2013 at 23:51

    Florian, haben wir bereits auf unserer To-do-Liste, ;)

    Danke

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  13. Paytv h3
    31. Januar 2013 at 22:49

    Auch von meiner Seite danke dafür dass nun auch hier im Blog auf die Serie eingegangen wird. Nachdem ich ab dem Jahre 2012 Motors TV abonniert habe, hab ich die Zusammenfassungen eine Woche später immer ganz dick im TV Kalender stehen gehabt. Da hat mich der Tick der V8 Supercars auch so richtig erwischt.
    Würde mich wundern ,wenn Motors TV 2013 plötzlich keine Rennen mehr zeitversetzt zeigt. Es wurde vor ein paar Wochen in einer Übertragung auch schon positiv erwähnt, dass man übertragen wird.

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  14. Marcus
    1. Februar 2013 at 00:14

    Eine tolle Nachricht zu einer tollen Serie :-)

    V8 Supercars wie die DTM sein sollte.

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