Auch zum Jahreswechsel schauen die Racingblog-Autoren auf das vergangene Jahr zurück und stellen ihre persönliche Highlights und Enttäuschungen zusammen.

2012 war für mich persönlich ein Jahr der Aufs und Abs. Rein auf den Motorsport bezogen hingegen mit wenig Schlaf und vielen, dicken Augenrändern. Wenn über dem Fuji-san die Sonne aufging, war ich noch damit beschäftigt, die letzten Informationen aus dem Fahrerlager zusammenzutragen. Wenn die letzten Trainingseinheiten begingen, gab es ein kurzes Nickerchen, um kurz vor Rennstart wieder fit zu sein – und das auf 16 Rennwochenenden verteilt. Von den Überseerennen der Formel 1 oder den Nachtrennen der NASCAR respektive IndyCar möchte ich gar nicht erst anfangen. Zumindest bei den letzteren drei genannten Serien war aber immerhin gemütliches zurücklehnen möglich. In die Racingblog-Arbeit fließt viel Zeit hinein, oftmals mehr Zeit als sich der ein oder andere eventuell vorstellen mag. Die Live-Ticker im speziellen sind immer eine Herausforderung, zumindest so wie ich sie gestalte respektive gestalten möchte. Aber das interessiert ja niemanden. Zögern wir es deshalb das unvermeidliche nicht hinaus – mein persönliches Best of 2012:

Bestes Rennen

2012 bot einige spannende sowie abwechslungsreiche Rennen. Insbesondere die Formel 1 hatte viele, wenn auch nicht immer direkt an der Spitze, hervorragende Rennen. Wirklich viel hängen geblieben ist davon allerdings nicht. Der Grund hierfür ist wohl die unterhaltsame Renn-Action, aber die wenigen, in Erinnerung bleibenden Szenen. Freilich, der Große Preis von Brasilien muss hierbei ausgeklammert werden, denn das war aufgrund der Aufholjagd des Sebastian Vettel mitsamt umschwenkendem Wetter für mich nicht nur das beste Formel-1-Rennen des Jahres, sondern auch eines der spannendsten WM-Finale überhaupt. Erinnerungen an 2008 wurden wach, als es sogar noch knapper zwischen Lewis Hamilton und Felipe Massa zuging. Die 2012er Ausgabe des Brasilien Grand Prix wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, aber auch andere Rennserien boten einige spannende Rennen. Etwa das IndyCar-Finale in Fontana, über das nach dem tragischen Unfalltod von Dan Wheldon so lange diskutiert wurde. Letztlich entpuppte sich das Flutlichtrennen (da haben wir sie wieder, die Augenränder) nicht nur als das beste Oval-Rennen des Jahres, sondern auch als eine extrem spannende Angelegenheit zwischen Ryan Hunter-Reay und Will Power, obwohl letzterer etwas ungeschickt seinen Penske-Boliden in die Mauer schickte. Hunter-Reay musste das Rennen aber auch erst mal beenden, um überhaupt Meister zu werden, während die Penske-Crew in fast schon Lichtgeschwindigkeit Powers Dallara noch mal irgendwie für ein paar Runden fahrbar machten. Auch erwähnenswert: Das Indy 500, insbesondere die letzten Runden, als ein bärenstarker Takuma Sato fast die Sensation schaffte und lediglich beim Versuch scheiterte, Dario Franchitti niederzuringen. Und auch die beiden letzten NASCAR-Sprint-Cup-Rennen, insbesondere aber das Finale in Homestead-Miami mit dem Pech des Jimmie Johnson, dürfen an dieser Stelle nicht fehlen.

Persönlich entscheide ich mich für das beste Rennen im Jahr 2012 allerdings für den Lauf der Super GT in Autopolis. Zwar bot man über das komplette Jahr gesehen fast ausschließlich hervorragende Rennen wie beispielsweise direkt zum Saisonauftakt in Okayama, als die Führung in beiden Klassen mehrmals wechselte und in der GT500 sogar noch in den letzten beiden Runden gleich zweimal. Autopolis bot unter Mischbedingungen in beiden Klassen hervorragenden Motorsport, mit vielen Positionskämpfen, Überholmanövern, taktischen Spielereien mitsamt Fehlentscheidungen, einem Fast-Überraschungssieger und einem Überholmanöver in der letzten Runde, das zudem vorzeitig auch noch die Meisterschaft in der GT500 entschied, als Ronnie Quintarelli und Masataka Yanagida (Startplatz 10!) im S Road Mola Reito GT-R noch im letzten Umlauf sich am Epson HSV-010 von Nakajima Racing vorbeischoben, und damit erfolgreich ihren Titel verteidigten. Das offizielle Race-Digest-Video kann das Ganze gar nicht einfangen:

An dieser Stelle ebenfalls erwähnenswert sind das spannende, zweite Finalrennen der Formula Nippon in Suzuka sowie der Meisterschaftslauf in Fuji. Mit Slicks im Regen können auch nicht so viele. André Lotterer bot zudem zwei Runden vor Schluss ein spektakuläres Überholmanöver zum Rennsieg gegenüber seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima, nachdem bis zu den Boxenstopps Kazuya Oshima führte. Und trotz das es kein Meisterschaftslauf war, aber das All-Star-Rennen des NASCAR Sprint Cup bleibt nach wie vor noch mein persönlich bestes NASCAR-Rennen 2012.

Bestes Finish

So gerne ich das Finish der Super GT in Okayama oder Autopolis erneut nennen möchte, an die dann tatsächlich doch noch mal spektakuläreren letzten Runden des NASCAR Sprint Cup in Watkins Glen kam in diesem Jahr keiner heran. Ton aufdrehen und genießen:

Gleich im Anschluss kommen aber die beiden zuvor genannten Rennen, in denen das Ganze dann sogar ohne Öl auf der Strecke, wenn auch mit weniger Querstehern und weniger Autos im Gras, dafür mit genauso vielen Seite-an-Seite-Duellen zu statte gingen.

Bester Fahrer

Brad Keselowski, immerhin fuhr er mit einem Panzer über das Oval von Kansas. Diese Kategorie geht dann wohl an Fernando Alonso. Ich kann mich nicht an einen eindeutigen, persönlichen Fehler des Spaniers erinnern. Stattdessen holte Alonso die meiste Zeit wohl alles aus dem Ferrari heraus, was möglich war. Felipe Massa wurde zu Beginn der Saison deshalb vielleicht ein bisschen mit Unrecht behandelt. Sicherlich war der Brasilianer deutlich langsamer als sein Teamkollege unterwegs, zum Ende der Saison wirkte Massa allerdings wie ausgewechselt. Das Blatt wendete sich: Sebastian Vettel bekam einen schnelleren Red Bull, Ferrari brachte kein spürbar besseres Update für die Asien-Rennen – und selbst ein Felipe Massa war mitunter sogar schneller als die Nummer 1 bei den Italienern. Und dennoch baute sich Alonso über den Frühsommer hinweg ein Polster auf, schlug zu wenn die roten Bullen die Zuschauer mit der Tatsache schockten, dass auch ein Formel-1-Bolide eine Lichtmaschine besitzt und Herr Dr. Marko uns versuchte zu erklären wie eigentlich US-Motorsport funktioniert. Hätte, wenn und aber gibt es zwar nicht, aber die WM-Entscheidung wäre wohl noch mal knapper geworden, wenn Alonso nicht in Spa und Suzuka ausgefallen wäre. Die Leistung von Sebastian Vettel darf dabei natürlich dennoch nicht geschmälert werden.

Bestes Team

Ähnlich den Kollegen Don und Stefan entscheide ich mich auch hier für die Toyota Motorsport GmbH, für die es nach dem Testunfall und dem Rückzug aus dem ursprünglichen Einsatz bei den 6 Stunden von Spa, sicherlich kein einfaches Jahr war. Zudem wurden sie nach dem überraschenden Rückzug von Peugeot in die direkte Herausforderrolle gedrängt. Von uns allen wurde gehofft, dass sie zumindest Audi bei den 24 Stunden von Le Mans druck machen können, dass dadurch sogar bis zum glücklicherweise glimpflich ausgegangenen, schweren Unfall von Anthony Davidson, aber sogar realistische Siegchancen in der Luft lagen, damit hatten wohl nur die wenigen gerechnet. Danach war allerdings klar: Einen WEC-Lauf sollten die Japaner wohl auf jeden Fall gewinnen. Am Ende wurden es gleich ganze drei, einen sogar vor heimischem Publikum auf dem Fuji Speedway. Dies diesjährige Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans sowie die LMP1-Klasse der WEC versprechen somit sehr interessant zu werden.

Apropos Toyota. Gewiss kein Werksteam, aber immerhin mit einem Wagen der japanischen Marke unterwegs, war im letzten Jahr auch Michael Waltrip Racing, die neben Penske, wenn nicht sogar ein bisschen mehr, in der letztjährigen NASCAR-Sprint-Cup-Saison überraschten. Martin Truex jr. war häufiger in der Lage, seinem zweiten Sprint-Cup-Sieg einzufahren, während Clint Bowyer bis zum Phoenix-Zwischenfall mit Jeff Gordon sogar auf Platz 3 im Chase liegend noch Chancen auf den Titel hatte. Vor allem wenn man bedenkt, welche großen Teams MWR hinter sich ließ, muss man einfach seinen (imaginären) Hut ziehen. Am Rande, wenn nicht als Team, sondern als reine Marke, möchte ich außerdem noch BMW erwähnen, die bei ihrem DTM-Comeback gleich beim zweiten Rennen mit einem Sieg auf dem Eurospeedway Lausitz und dem anschließenden Titelgewinn für viele erstaunte Gesichter sorgten.

Bestes Überholmanöver

Da gab es so einige. Und nach langen überlegen habe, habe ich mir zwei herausgepickt, unter denen ich mich nicht entscheiden konnte:

Feinde/Freunde/Duell des Jahres

Duelle gab es ebenfalls so einige, aber zwei hatten sich besonders lieb: Jeff Gordon und „Mr. 5 Hour Energy™“ Clint Bowyer:

Szene des Jahres

Persönlich gesehen müsste diese Rubrik „Momente des Jahres“ heißen, denn von diesen gab es viele – und einige davon spielten sich hinter den Kulissen des Racingblogs ab. Da wäre zum einen unsere interne „Skype-Wachhalte-Runde“ während des Daytona „Juhu wir haben bis 7 Uhr früh durchgehalten, sagt es aber bitte niemanden weiter!“ 500, Juan Pablo Montoyas Jet-Dryer-Zwischenfall, der aus dem Fahrzeug twitternde Brad Kesselowski, Jeff Hammond, der Racingblog-Chat im Allgemeinen,  oder aber die erneute Racingblog-interne Skype-Runde zur NASCAR Nationwide Series in Montreal. Nicht nur, dass viele Tränen gelacht wurden, als wir vermuteten, man würde den Schaden an Danica Patricks Auto nach der Schuhattacke punktschweißen, sondern auch als Jacques Villeneuve sich plötzlich zum Ende des Rennens in mehreren Zweikämpfen wiederfand und Kollege „SCHIESS IHN AB!!! NEEEEIN, DU SOLLST DICH NICHT SELBST DREHEN!!“ Kristian sich fast die Stimmbänder aus dem Hals schrie. Jacques Villeneuve hat bei seinen NASCAR-Auftritten auch in diesem Jahr wieder Spaß gemacht, wenn auch nicht unbedingt mit seinen Aktionen auf der Strecke. Der Höhepunkt des Jahres dürfte aber wohl das Coca Cola 600 gewesen sein, als ein hier nicht näher erwähnte Racingblog-Autor nach einem langen Monaco- und Indy-500-Tag langsam ins Traumland schlummerte und nur noch mit Schnarchgeräuschen auf sich aufmerksam machte. Zuerst darüber verwundert, wer denn bitteschön einen Mitbewohner hat, der im Hintergrund schlafen würde, ist der „Schlappmacher“ relativ schnell ertarnt worden. Danke, denn ohne die darauffolgende Lachattacke wären wir wohl alle irgendwann mal eingeschlafen. ;)

Aber um beim Thema zu bleiben, schließlich heißt die Rubrik „Szene des Jahres“: Satoshi Motoyamas verzweifelter Versuch, den Delta Wing unter Anweisung eines Mechanikers am Streckenrand wieder so lauffähig zu machen, um die wenigen Meter an die Box zu bewältigen, um dort den Wagen nach dem Zusammenstoß mit Landsmann Kazuki Nakajima im Toyota wieder zu repaieren. Für mich verkörpert Motoyamas verzweifelter Versuch den „spirit of Le Mans“ in all seinen Facetten. Le Mans heißt nicht nur zweimal um die Uhr rasen, die Sonne beim auf- und untergehen beobachten, sondern mit Herzblut die Zielflagge zu erreichen. Für den Delta Wing gab es zumindest beim Petit Le Mans dann ein glücklicheres Ende, wenn auch nicht die ganze Le-Mans-Besetzung daran beteiligt war.

Kimi Räikkönens lustige Brasilien-Tour darf an dieser Stelle natürlich nicht vergessen werden. Und dann war dann noch der wenige Meter nach sehen der Zielflagge abfackelnde triple a vantage GT3 von a speed beim Pokka 1000 in Suzuka in der GT300 der Super GT:

triple a vantage GT3 fire

Foto: a speed & Hiroki Yoshimoto

Glücklicherweise ist niemanden etwas passiert – und das Rennen gewann man vom letzten Platz aus startend auch noch. Der perfekte Rennwagen eben: Hübsch, schnell, und fällt erst nach erreichen der Zielflagge auseinander.

Schönster Moment des Jahres

Ich bin ein Fan von Sonnenuntergängen bei Langstreckenrennen, eventuell sogar von hübsch anzusehenden Sonnenuntergängen im Generellen. Le Mans hat im letzten Jahr erneut nicht enttäuscht. Schöner ist es wohl nur, wenn man auch direkt vor Ort ist. Ebenfalls schön und ein Lächeln aufs Gesicht zaubernd: Die Hingabe und Leidenschaft der japanischen Motorsport-Fans, egal bei welcher Veranstaltung. Höhepunkt war hierbei wohl der Große Preis der Formel 1 in Japan, als tausende mit „Kamui“-Rufen ihren Landsmann auf dem Podium feierten. Die japanischen Fans sind nach meiner bescheidenen Meinung nach, zusammen mit den britischen, eben doch die Besten. Dan Wheldon wurde ebenfalls nicht vergessen, und Helio „Spider-Man“ Castroneves ehrte ihm beim ersten Saisonsieg in St. Petersburg auch gleich, als er in der Ehrenrunde aus seinem Wagen hüpfte und den Zaun in der nach dem 2011 verstorbenen Wheldon benannten Straße hochkletterte und das Straßenschild umarmte.

Überraschung des Jahres

Die Stärke von Lexus in der Super GT in den ersten Rennen hat nicht nur mich, sondern auch viele japanische Experten überrascht, schließlich gewann man drei der ersten vier Rennen. Zwei davon auf Strecken, auf denen man in den letzten Jahren der Konkurrenz von Nissan und Honda deutlich unterlegen war. Kimi Räikkönens Comeback-Jahr sowie die allgemeine Stärke von Lotus hatte ich so ebenfalls nicht auf dem Zettel, schon gar nicht, dass der kühle Finne auch noch einen Rennsieg einfahren würde. Der Titelgewinn von BMW direkt beim DTM-Comeback war ebenfalls überraschend. Und wer hätte eigentlich noch im Januar letzten Jahres gedacht, dass weder ein Ganassi, noch ein Penske, sondern mit Ryan Hunter-Reay, ein Andretti-Wagen die IndyCar Series gewinnt? Eben.

Enttäuschung des Jahres

Honda. Hondas Super-GT-Saison verlief alles andere als geplant. Lediglich ein Sieg in Sepang, Malaysia, zudem eine komplette Unterlegenheit auf den eigentlichen Paradestrecken. Der HSV-010 lief im letzten Jahr überhaupt nicht rund. Sobald Gewicht im Wagen war, über- oder untersteuerte der Wagen am Scheitelpunkt in den Kurven. Dass es zum Jahresende in Autopolis und auf dem Twin Ring Motegi besser lief, war eher dem Wetter und nicht unbedingt dem Wagen geschuldet. Die Probleme sind den Ingeneueren bewusst, weshalb bereits viele (Detail)-Änderungen für die kommende Saison angekündigt wurden.

Langweiligstes Rennen

Die Formel 1 in Südkorea oder Indien. Sucht euch etwas davon aus, ich kann mich an absolut überhaupt nichts mehr aus beiden Rennen erinnern. Auch die NASCAR hatte in diesem Jahr so einige Langweiliger auf den 1,5-Meilen-Ovalen. Und wäre da nicht die lange Regenpause, die Verlegung auf Montagnacht sowie Montoyas Jet-Dryer-Aktion gewesen, so würde dass Daytona 500 hier wohl an erster Stelle stehen. Schuld ist aber nicht nur der Wagen oder die Goodyear-Reifen gewesen, sondern auch die NASCAR, die jede noch so aufqualmende, möglicherweise interessante Strategie zerstörten, indem sie eine Mystery-Caution warfen. Welch Ironie, wenn man bedenkt, dass man versuchte Spannung zu erzeugen, indem man Spannung aus so manchen Rennen nahm. Ach und ich glaube nicht, dass der Circus Grande der DTM in München als eigenständiges Rennen zählt, oder?

Racecontrol-Moment des Jahres

Ich konnte nicht häufig genug „This is racecontrol“ sagen. Das war ziemlich enttäuschend, zumindest auf der sarkastischen Ebene. Ansonsten habe ich zur Racecontrol der „Guckt mal, ein Staubkorn, drück mal den Knopf, Jimmie!“-NASCAR schon im vorangegangenen Punkt etwas geschrieben.

Spruch des Jahres

Kimi Räikkönens Funksprüche in Abu Dhabi sind wohl die offensichtliche Entscheidung. Da die aber jeder nimmt, habe ich mich für den „alten Wichser“ von Timo Scheider und Tony Stewarts klare Worte nach Talladega entschieden:

Glückspilz des Jahres

Von denen gab es in diesem Jahr so einige. Oftmals gingen die schlimm aussehenden Unfälle glimpflich aus, wie etwa der Unfall von Koudai Tsukakoshi beim Pokka 1000 in Suzuka, in wenigen Fällen (Osamu Nakajima, zu dem ich einen kleinen Nachruf schrieb) leider nicht. Einen riesengroßen Schutzengel hatte im letzten Jahr Tim Bergmeister, der beim zweiten Saisonlauf der Super GT am Fuji Speedway nach einem Reifenschaden schwer verunglückte und sich dabei nicht nur mehrere Brüche zuzog, sondern auch seine Lunge verletzte. Nur aufgrund des schnellen Einschreitens der Ärzte sowie Bergmeisters starken Willen und wohl gleich drei Schutzengeln, ist Bergmeister wieder verheilt und bereit für neue Taten. Bergmeister wusste, wem er dieses Glück zu verdanken hatte, und bedankte sich persönlich bei seinen Lebensrettern in Japan. Eine wie ich finde sehr nette Geste. Wie es für Bergmeister weitergeht ist noch unbekannt. Sein Team, ART Taste, hatte sich aus dem aktiven Motorsport kurze Zeit nach dem Unfall zurückgezogen, angeblich steht der Deutsche aber in Verhandlungen mit anderen (GT300-)Teams.

Wünsche für 2013

Chef Don Dahlmann hat es bereits in seinem Rückblick geschrieben: Wenige Unfälle. Und wenn ein Wagen abfliegt, dann hoffentlich ohne bleibende Schäden für alle Beteiligten. Ansonsten bleibt zu hoffen, dass es in allen Rennserien, insbesondere natürlich in denen, die mich persönlich interessieren, genauso spannend, wenn nicht sogar noch spannender zugeht.

Ansonsten möchte ich zum Abschluss dieses Rückblicks allen meinen Kollegen im Racingblog, insbesondere aber den Lesern, ein wunderschönes, glückliches und hoffentlich erfolgreiches, neues Jahr wünschen! Ohne euch, wäre diese ganze, oft sehr zeitaufwendige und schweißtreibende Arbeit, überhaupt nicht möglich. Hierfür ein großes Dankeschön! Auch das gemeinsame Schauen der Rennen im Chat ist immer eine besondere Sache. Sei es der Humor oder die Diskussionen die entstehen: Langweilig wird es nie, egal ob on oder off topic. Die Racingblog-Community stellt in dieser Hinsicht sicherlich etwas besonderes dar. Trotz dass es in den letzten Jahren Zuwachs gab, blieb alles familiär. Man kennt sich, man weiß manchmal sogar schon im Voraus was der ein oder andere sagen wird, egal ob es das „Debakel!™“, ein blöder Witz / Spruch, ein Link oder sonst was ist. Man versteht und verträgt sich vor allem, was gewiss keine Selbstverständlichkeit ist. Es spielt dabei keine Rolle, wenn man eben keine drei F1-Akkreditierungen hat. Es zählt die Liebe zum Motorsport, das Fan-sein. Alles andere ist Schnickschnack. Hierfür möchte ich Danke sagen, jedem einzelnen, egal ob Stamminventar oder Gelegenheitsschreiber/leser. Ohne Euch wäre es nicht das Gleiche. Ich muss zugegeben, dass es Momente gibt, die an der Motivation zerren. Oftmals häufiger als erwünscht, sei es durch das getreu der guttenbergischen Regel abschreiben und paraphrasieren der mühevoll und in mehreren Stunden geschriebenen Texte, das benutzt werden als Quelle ohne überhaupt angegeben zu werden, oder andere, private Dinge. Nackte Zahlen sind nicht schön, es ist das Feedback, was sie abrundet. Es ist nicht immer vorhanden, aber wenn es dann mal da ist, dann erfreut es, bestätigt, oder kritisiert, regt zu Veränderungen an. Dabei spielt es keine Rolle ob es von Lesern kommt, oder gar von „Kollegen“ aus der Branche, selbst wenn dieses Lob auf mysteriöse Weise wieder verschwindet…

Motorsport ist toll, aber auch nicht alles im Leben. In diesem Sinne: Haltet den Tank voll und werdet nicht wie der Waschbär vom Licht geblendet! Frohes neues Jahr!

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